Das Verfahren im Überblick
Die H2-Motorreinigung – auch HHO-Motorreinigung oder Wasserstoff-Motorspülung genannt – nutzt elektrolytisch erzeugtes Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch (HHO-Gas) zur Reinigung von Verbrennungsrückständen im Motor. Das Prinzip: Wasser wird durch Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Das entstandene HHO-Gas wird kontrolliert in den Ansaugtrakt des laufenden Motors eingeleitet, wo es sich mit dem regulären Kraftstoff-Luft-Gemisch vermischt.
Bei der Verbrennung dieses Gemisches entstehen Temperaturen und Reaktionsbedingungen, unter denen hartnäckige Kohlenstoffablagerungen oxidieren – also in gasförmige Verbrennungsprodukte umgewandelt und über Abgasanlage und Abgasreinigungssystem ausgestoßen werden. Das Verfahren läuft vollständig ohne chemische Lösungsmittel ab und hinterlässt keine Rückstände.
Was konkret gereinigt wird
Einlassventile und Brennraum
Bei Benzin-Direkteinspritzern (GDI/TSI/TFSI) sind Ablagerungen an den Einlassventilen ein bekanntes Systemproblem: Da kein Kraftstoff am Ventilschaft vorbeiströmt, werden Ölnebel-Ablagerungen nicht weggespült. Mit zunehmender Laufleistung – typischerweise ab 80.000 bis 100.000 km – bilden sich Verkokungen, die den Gasdurchfluss beeinträchtigen. Die H2-Motorreinigung erreicht diese Bereiche über den Ansaugkanal und unterstützt den Abbau dieser Ablagerungen.
AGR-System und Drosselklappe
Das Abgasrückführsystem (AGR) führt dem Motor Abgase zur Rohemissionsreduzierung zurück. Die dabei entstehenden Ablagerungen verengen AGR-Ventil, AGR-Kühler und Drosselklappe. Eine Reinigung kann die AGR-Funktion verbessern und in Verbindung mit einer Motorreinigung den Rußanteil im Verbrennungsprozess senken.
Lambdasonde und Katalysator-Vorstufe
Übermäßige Verbrennungsrückstände belasten auch die Lambdasonde und können deren Ansprechverhalten verlangsamen. In frühen Stadien kann eine Reinigung helfen, die Sondenfunktion zu stabilisieren – jedoch ist eine verrußte oder vergiftete Lambdasonde durch dieses Verfahren nicht zu regenerieren.
Wann die Behandlung sinnvoll ist
Die H2-Motorreinigung empfiehlt sich bei Fahrzeugen mit hoher Laufleistung (ab ca. 80.000 km), bei messbarer Verschlechterung der Abgaswerte (AU-Werte nah an der Grenze oder knapp drüber) sowie bei spürbarer Leistungsminderung ohne erkennbare mechanische Ursache. Auch als begleitende Maßnahme bei der Saisonvorbereitung eines selten gefahrenen Fahrzeugs kann die Behandlung sinnvoll sein.
Besonders aussagekräftig ist die Messung der Abgaswerte vor und nach der Behandlung. Wir führen eine AU-Messung vor dem Eingriff durch und wiederholen sie nach der Reinigung – Sie sehen den Unterschied schwarz auf weiß im Messprotokoll.
Was das Verfahren nicht kann
Klare Grenzen sind wichtig: Eine H2-Motorreinigung ist kein Ersatz für eine mechanische DPF-Reinigung oder -Regeneration bei einem verstopften Dieselpartikelfilter. Fortgeschrittene Ablagerungen im DPF erfordern entweder eine aktive Regeneration per Diagnosegerät oder im schlimmsten Fall eine Fachreinigung mit Spezialgeräten. Auch mechanischer Verschleiß – Kolbenringe, Zylinderlaufbahnen, Ventilschaftdichtungen – wird durch dieses Verfahren nicht behoben.
Wer ein Fahrzeug mit erhöhtem Ölverbrauch oder kompressionsschwachem Zylinder hat, sollte zunächst eine Kompressionsdruckmessung und Fehlercode-Auswertung vornehmen lassen, bevor eine Reinigungsbehandlung durchgeführt wird.
Nachhaltiger Ansatz statt Teiletausch
Der wichtigste Vorteil des Verfahrens liegt in der Substanzerhaltung: Ein gereinigter Motor, dessen Ablagerungen entfernt wurden, arbeitet effizienter und belastet Folgekomponenten wie DPF und Katalysator weniger stark. Das verlängert die Standzeit dieser kostenintensiven Teile und entspricht unserem Grundsatz: intelligente Instandsetzung vor verschwenderischem Austausch.
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