Alle zwei Jahre steht sie an: die Hauptuntersuchung (HU). Viele Fahrzeughalter kommen unvorbereitet – und erleben am Ende eine Nachprüfungsgebühr oder, schlimmer, eine verwehrte Plakette.
Was prüfen TÜV und DEKRA eigentlich? Und was sind die häufigsten Mängel, die zu Nachprüfungen führen?
Was bei der HU geprüft wird
Die Hauptuntersuchung nach §29 StVZO prüft die Betriebssicherheit des Fahrzeugs. Das umfasst:
Beleuchtung:
- Funktion aller Leuchten (Scheinwerfer, Blinker, Bremslichter, Kennzeichenbeleuchtung)
- Scheinwerfer-Einstellung (wird mit Prüfgerät gemessen)
- Beschädigungen oder Undichtigkeiten
Bremsen:
- Bremsanlage auf dem Rollenprüfstand: Bremskraft vorne/hinten, Differenz links/rechts
- Handbremse
- Bremsschläuche und Leitungen auf Zustand und Undichtigkeiten
Lenkung:
- Lenkspiel, Lenkgetriebe, Spurstangenköpfe, Kugelgelenke
- Lenkung auf freies Spiel und Geräusche
Fahrwerk / Achsen:
- Federbeine, Stoßdämpfer (Untersuchung auf Funktion und Undichtigkeiten)
- Traggelenke, Querlenker
- Radlager
Reifen / Felgen:
- Profiltiefe (Minimum 1,6 mm – gute Praxis: > 3 mm)
- Gleichmäßige Abnutzung (Hinweis auf Fahrwerksprobleme)
- Schäden an Felgen oder Reifen
Karosserie:
- Sichtbare Rostschäden, die die Struktur betreffen
- Zustand von Türen, Hauben, Unterfahrschutz
Abgasuntersuchung (AU): Die Abgasuntersuchung (AU) wird bei uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV) durchgeführt – das prüft die Emissionswerte (CO, HC, NOx bei Diesel via OBD-Abfrage).
Hinweis: Die Hauptuntersuchung selbst erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und DEKRA.
Die häufigsten Mängelgründe
Nach Auswertung der Prüfstatistiken sind dies regelmäßig die häufigsten Mängel:
1. Beleuchtungsschäden (~30 % aller Mängel) Ausgebrannte Glühbirnen, defekte LEDs, beschädigte Scheinwerferscheiben, Streulicht durch verschmutzte oder beschlagene Leuchten. Lösung: Vor der HU alle Lichter prüfen.
2. Bremsen (~25 %) Zu geringe Bremskraft, Differenzen zwischen links/rechts (Scheiben, Beläge nicht gleichmäßig), undichte Bremsschläuche, gerissene Bremsleitungen.
3. Fahrwerk (~20 %) Traggelenke mit Spiel, defekte Stoßdämpfer, ausgeschlagene Gummilagern. Diese Mängel entwickeln sich schleichend und werden oft erst bei der HU auffällig.
4. Reifen (~15 %) Unterschreitung der Mindestprofiltiefe, Schäden (Beulen, Risse in der Seitenwand), falsche Reifengrößen.
5. Abgas-/OBD-Fehler (~10 %) Aktive Motorsteuerkontrollleuchte, Fehler im Emissionssystem. Die OBD-Abfrage bei der AU schlägt an, wenn im Motorsteuergerät emissionsrelevante Fehler gespeichert sind – auch wenn keine Lampe leuchtet.
Der OBD-Fallstrick
Dieser letzte Punkt ist besonders wichtig: Bei modernen Fahrzeugen liest der Prüfer den OBD-Stecker aus und prüft, ob:
- Die Motorkontrollleuchte (MIL) aktiv ist
- Emissionsrelevante Readiness-Codes „nicht bereit” anzeigen
Das passiert zum Beispiel nach einem Batteriewechsel oder nach einem Fehlerspeicher-Löschen: Die Readiness-Codes werden zurückgesetzt und brauchen bestimmte Fahrzyklen zum Einlernen. Wer direkt nach einem Fehlerlöschen zur HU fährt, bekommt möglicherweise kein „bereit” für alle Systeme.
Was wir vor der HU prüfen
Eine HU-Vorbereitung bei KFZ Dietrich umfasst:
- Sichtprüfung Beleuchtung, Blinker, Nebelschlussleuchte
- Bremsanlage: Belagdicke, Scheibendicke, optischer Zustand Schläuche/Leitungen
- Reifenzustand und Profiltiefe
- OBD-Auslesung: Emissionsrelevante Fehler, Readiness-Status
- Sichtprüfung Fahrwerk: Traggelenke, Stoßdämpfer, offensichtliche Verschleißerscheinungen
- Sichtprüfung Unterboden: Rost, Undichtigkeiten, Schäden
Wenn wir einen Mangel finden: Ehrliche Einschätzung. Ob der Mangel zur Ablehnung führt, was die Instandsetzung kostet und ob es sich lohnt – das besprechen wir, bevor wir anfangen.
HU-Erinnerung: Wenn Sie Ihr Fahrzeug bei uns warten lassen, erinnern wir Sie rechtzeitig vor dem HU-Termin automatisch.
HU-Vorbereitung in Hardegsen – mit ehrlichem Befund, bevor TÜV oder DEKRA kommt. KFZ Dietrich.