Ein verlorener oder defekter Autoschlüssel ist unangenehm und kann teuer werden. Wie teuer – das hängt stark von Fahrzeug, Schlüsselgeneration und davon ab, ob noch ein Originalschlüssel vorhanden ist. Was wirklich möglich ist, erklärt dieser Beitrag.
Schlüsseltypen und ihre Komplexität
Einfacher Transponder-Schlüssel (bis ca. 2005): Mechanischer Schlüssel mit eingebettetem Transponder-Chip (RFID). Anlernverfahren oft einfach über OBD-Schnittstelle. Nachmachen vergleichsweise unkompliziert.
Remote-Key mit Infrarot/RF-Fernbedienung: Zusätzlich zur Transponder-Funktionalität Fernbedienung für Zentralverriegelung. Lernverfahren fahrzeugspezifisch – teilweise über OBD, teilweise über Geheimverfahren.
Wegfahrsperre der 4./5. Generation (FBS4, FBS5, UDS): Mercedes-Benz ab ca. 2010: FBS4 mit kryptografischer Bindung. Schlüssel-Programmierung erfordert XENTRY mit Online-Verbindung zu Mercedes-Server. Kein Offline-Klonen möglich.
BMW CAS/FEM/BDC: BMW Schlüsselsysteme mit zunehmender Sicherheit. CAS3 noch mit lokalen Verfahren programmierbar, CAS4+/FEM/BDC nur mit ISTA und Online-Serverabfrage.
Keyless-Go (Komfort-Zugangssystem): Schlüssel sendet ständig und wird vom Fahrzeug erkannt wenn in der Nähe. Programmierung komplexer als klassische Transponder.
Was wir anbieten – und was realistische Erwartungen sind
Schlüssel-Nachmachen (Rohling): Für viele Fahrzeuge können wir den mechanischen Schlüsselbart kopieren. Der Rohling muss passen (Profil, Länge). Bei gehärteten Profilen (VAG HU66, Mercedes HU64 etc.) braucht es die richtige Fräsmaschine.
Transponder-Programmierung: Neuen Transponder oder Schlüsselrohling in die Wegfahrsperre einlernen. Für viele Fahrzeuge über OBD möglich, für neuere Systeme (FBS4, BDC) nur über Herstellerdiagnose mit Serveranbindung.
Fernbedienung synchronisieren: Fernbedienung die nicht mehr reagiert – oft ist der Funktionsumfang durch Batterie-Entladung oder Desynchronisation eingeschränkt. Synchronisierung per Tastenkombination oder OBD.
Schlüsselgehäuse tauschen: Defektes Kunststoffgehäuse, abgebrochener Schlüsselbart, verbrauchte Tasten. Elektronik aus altem Gehäuse in neues transferieren – günstiger als kompletter Schlüssel.
Wann ein neuer Schlüssel teuer wird
FBS4/FBS5 (Mercedes ab ca. 2010): Neuer Schlüssel erfordert Online-Verbindung zu Mercedes-Server über XENTRY. Ersatz-Schlüssel offiziell nur über Mercedes-Händler oder autorisierte Werkstatt mit XENTRY-Zugang. Wir sind XENTRY-autorisiert und können diese Schlüssel programmieren.
BMW CAS4+/FEM/BDC (ab ca. 2011): Ähnliche Situation wie bei Mercedes. Online-Serverabfrage über ISTA notwendig. Für verlorene Schlüssel ohne Originalschlüssel im Bestand ist der Prozess aufwändig.
Verlust des letzten Schlüssels: Wenn kein Originalschlüssel mehr vorhanden ist, muss das gesamte Schlosssystem (Wegfahrsperre) neu initialisiert werden. Das erfordert Fahrzeugausweis und Identitätsnachweis – und ist bei modernen Fahrzeugen entsprechend aufwändig und teuer (300–800 €+).
Keyless-Schlüssel: Diebstahlrisiko und Schutzmaßnahmen
Keyless-Go Schlüssel sind komfortabel, aber angreifbar (Relay-Angriffe). Schutzmaßnahmen:
- Metallbox / Faraday-Käfig für den Schlüssel (günstiger Schutz, einfach umsetzbar)
- Keyless-Funktion im Fahrzeug deaktivieren (wenn herstellerseitig vorgesehen)
- Elektronische Wegfahrsperre als zweite Schutzebene nachrüsten
Schlüssel verloren, defekte Fernbedienung oder Neuprogrammierung nötig? Wir sind XENTRY-, ODIS- und ISTA-autorisiert für alle Schlüsselprogrammierungen. Anfrage per WhatsApp.