Diagnose-Tagebuch: Wie wir einen Porsche 911 und einen Sprinter vor dem Stillstand bewahrten

Zwei Fallstudien aus unserer Werkstatt: Ein Porsche 911 mit mysteriösen Elektrik-Ausfällen und ein Sprinter der trotz neuer Teile nicht startete. Was systematische Diagnose geleistet hat.

Diagnose ist mehr als Fehlercodes lesen. Diese zwei Fälle aus unserer Praxis zeigen, was “systematisch vorgehen” in der Realität bedeutet.

Fall 1: Porsche 911 mit intermittierenden Elektrik-Ausfällen

Das Fahrzeug: Porsche 911 (996), Baujahr 2002. Das Problem: Gelegentliches Erlöschen der Instrumententafel während der Fahrt, gelegentliche Warnleuchten ohne klaren Fehlercode, einmal unerklärlicher Motorausfall bei normalem Betrieb.

Was bereits versucht wurde: Batterie erneuert. Fehlerspeicher mehrfach gelöscht. Keine Wiederholung im Werkstatt-Test (das klassische “bei uns fährt es einwandfrei”).

Unser Ansatz: Kein “warten bis es wieder passiert” – wir haben CAN-Bus-Signalqualität mit Oszilloskop gemessen. Ergebnis: Gelegentliche Einbrüche auf dem Chassis-CAN-Bus. Spannungswert kurzzeitig außerhalb des Normalbereichs.

Ursache gefunden: Kalte Lötstelle auf der Platine des Kombiinstruments. Mikroskopisch kleiner Riss der bei Vibration sporadisch Kontaktunterbrechung verursachte. Nicht sichtbar, nicht mit normalem Testequipment messbar.

Lösung: Platine professionell repariert (Lötstelle nachbehandelt). Fahrzeug seitdem ohne Symptome.

Was das zeigt: Ohne Oszilloskop und systematische CAN-Bus-Analyse wäre der Fehler nicht gefunden worden. Jede andere Werkstatt hätte weiter geraten.

Fall 2: Mercedes Sprinter W906 – startet nicht trotz neuer Teile

Das Fahrzeug: Mercedes Sprinter 311 CDI, OM651. Km-Stand: 290.000. Problem: Kein Motorstart. Motor dreht, springt aber nicht an.

Was bereits getauscht wurde: Glühkerzen (alle vier), Kraftstofffilter. Immer noch kein Start.

Unser Ansatz: Fehlerspeicher mit XENTRY ausgelesen. Keine relevanten Motorstart-Fehler – aber Kommunikations-Fehler zum Motorsteuergerät. Verdrahtungs-Check des Motorsteuergerät-Steckverbinders.

Ursache gefunden: Im Kabelbaum-Schlauch zur Motorsteuergerät-Steckverbindung: zwei Leitungen durchgescheuert durch eine scharfe Karosserie-Kante. Der Defekt war tief im Kabelbaum, von außen nicht sichtbar.

Lösung: Kabelreparatur mit korrekten Verbindern und Zugentlastung an der Scheuerstelle. Fahrzeug startete sofort.

Was das zeigt: Neue Teile hätten das Problem nie gelöst. Systematische Diagnose – CAN-Bus-Kommunikation prüfen, dann Verdrahtungs-Check – hat die echte Ursache in 2 Stunden gefunden.


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