Klimaanlage-Service: Warum regelmäßige Wartung Folgekosten verhindert

Klimaanlagen verlieren jährlich bis zu 15% Kältemittel. Ungepflegt drohen Kompressor-Schäden. Was professioneller Klimaservice beinhaltet und wann er nötig ist.

Die Klimaanlage im Auto wird selbstverständlich genutzt – und kaum gewartet. Dabei verliert jede Klimaanlage über die Zeit Kältemittel, und ein zu wenig befülltes System lässt den Kompressor unter Mangelschmierung laufen. Die Folge: ein defekter Kompressor, der 800–2.000 € Reparaturkosten verursacht. Ein regelmäßiger Service kostet einen Bruchteil davon.

Wie die Klimaanlage funktioniert

Klimaanlagen nutzen den Kreislauf aus Verdampfen und Kondensieren eines Kältemittels:

  1. Kompressor (angetrieben vom Motor über Riemen oder elektrisch bei E-Fahrzeugen) verdichtet das gasförmige Kältemittel
  2. Kondensator (vor dem Kühler) gibt Wärme ab – Kältemittel wird flüssig
  3. Expansionsventil entspannt das flüssige Kältemittel
  4. Verdampfer (hinter dem Armaturenbrett) nimmt Wärme aus der Fahrzeuginnenluft auf – Kältemittel verdampft, Luft wird kalt

Das Kältemittel zirkuliert geschlossen. Im Kältemittel ist Kompressoröl gelöst – es schmiert den Kompressor während des Betriebs.

Kältemittelverlust: unvermeidlich, aber beherrschbar

Jede Klimaanlage verliert über Dichtungen und Verbindungen kleine Mengen Kältemittel. Im Schnitt 15–20 g pro Jahr – das klingt wenig, summiert sich aber. Nach 3–4 Jahren ohne Service kann der Füllstand um 50% oder mehr gesunken sein.

Zu wenig Kältemittel bedeutet:

  • Schlechtere Kühlleistung (offensichtlich)
  • Zu wenig Kompressoröl im Kreislauf → Mangelschmierung des Kompressors
  • Erhöhter Verschleiß → Kompressor-Schaden

Kältemitteltypen:

  • R134a: Älteres Kältemittel, bis ca. 2017 verbaut, günstigeres Nachfüllen
  • R1234yf: Neueres Kältemittel (GWP von 4 statt 1430 bei R134a), seit 2017 Pflicht für neue Fahrzeuge, teureres Kältemittel und Nachfüll-Equipment

Was professioneller Klimaservice beinhaltet

1. Systemdruck-Messung: Kältemittelmenge indirekt über Druck bestimmen. Drücke zu niedrig = Kältemittelmangel. Drücke zu hoch = Verstopfung oder Überfüllung.

2. Kältemittel absaugen (Rückgewinnung): Das Kältemittel wird vollständig abgesaugt und recycelt. Kältemittel darf nicht in die Atmosphäre entweichen (gesetzliche Pflicht, F-Gase-Verordnung).

3. Vakuumierung: Das evakuierte System wird unter Vakuum gesetzt (ca. 30 min). Das entzieht Feuchtigkeit aus dem System – Feuchtigkeit im Kältemittelkreislauf ist schädlich für Kompressor und Expansionsventil.

4. Dichtheitsprüfung: Im Vakuum prüfen ob der Druck stabil bleibt. Druckabfall = Undichtigkeit im System.

5. Befüllung: Neues Kältemittel + Kompressoröl nach Herstellervorgabe einbringen. Exakte Menge wichtig – zu viel ist genauso schädlich wie zu wenig.

6. Funktionsprüfung: Kühlleistung messen, Kompressor-Geräusch prüfen, Kondensatablauf kontrollieren.

Pollenfilter und Innenraumhygiene

Der Pollenfilter (Innenraumluftfilter) gehört beim Klimaservice mit dazu. Ein gesättigter Filter:

  • Reduziert den Luftdurchsatz
  • Schimmelbildung durch angesammelten Feuchtigkeit und organische Partikel
  • Unangenehmer Geruch beim Einschalten der Klimaanlage

Intervall: jährlich oder alle 15.000 km. Bei Pollenallergikern: spätestens jedes Frühjahr.

Desinfektion des Verdampfers: Schimmel und Bakterien am Verdampfer erzeugen den typischen muffigen Geruch beim Klimastart. Spezielle Klimaanlagen-Desinfektionsmittel (Schaum oder Spray) durch die Ansaugöffnung in den Verdampferkasten eingebracht – wirkt gegen Schimmelbildung.

Klimaservice-Intervall

Empfehlung: alle 2 Jahre oder wenn die Kühlleistung nachlässt. Letzteres ist kein guter Maßstab allein – zu dem Zeitpunkt ist der Kältemittelverlust oft schon zu groß. Besser: Präventiv alle 2 Jahre warten lassen.


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