Die Klimaanlage im Auto wird selbstverständlich genutzt – und kaum gewartet. Dabei verliert jede Klimaanlage über die Zeit Kältemittel, und ein zu wenig befülltes System lässt den Kompressor unter Mangelschmierung laufen. Die Folge: ein defekter Kompressor, der 800–2.000 € Reparaturkosten verursacht. Ein regelmäßiger Service kostet einen Bruchteil davon.
Wie die Klimaanlage funktioniert
Klimaanlagen nutzen den Kreislauf aus Verdampfen und Kondensieren eines Kältemittels:
- Kompressor (angetrieben vom Motor über Riemen oder elektrisch bei E-Fahrzeugen) verdichtet das gasförmige Kältemittel
- Kondensator (vor dem Kühler) gibt Wärme ab – Kältemittel wird flüssig
- Expansionsventil entspannt das flüssige Kältemittel
- Verdampfer (hinter dem Armaturenbrett) nimmt Wärme aus der Fahrzeuginnenluft auf – Kältemittel verdampft, Luft wird kalt
Das Kältemittel zirkuliert geschlossen. Im Kältemittel ist Kompressoröl gelöst – es schmiert den Kompressor während des Betriebs.
Kältemittelverlust: unvermeidlich, aber beherrschbar
Jede Klimaanlage verliert über Dichtungen und Verbindungen kleine Mengen Kältemittel. Im Schnitt 15–20 g pro Jahr – das klingt wenig, summiert sich aber. Nach 3–4 Jahren ohne Service kann der Füllstand um 50% oder mehr gesunken sein.
Zu wenig Kältemittel bedeutet:
- Schlechtere Kühlleistung (offensichtlich)
- Zu wenig Kompressoröl im Kreislauf → Mangelschmierung des Kompressors
- Erhöhter Verschleiß → Kompressor-Schaden
Kältemitteltypen:
- R134a: Älteres Kältemittel, bis ca. 2017 verbaut, günstigeres Nachfüllen
- R1234yf: Neueres Kältemittel (GWP von 4 statt 1430 bei R134a), seit 2017 Pflicht für neue Fahrzeuge, teureres Kältemittel und Nachfüll-Equipment
Was professioneller Klimaservice beinhaltet
1. Systemdruck-Messung: Kältemittelmenge indirekt über Druck bestimmen. Drücke zu niedrig = Kältemittelmangel. Drücke zu hoch = Verstopfung oder Überfüllung.
2. Kältemittel absaugen (Rückgewinnung): Das Kältemittel wird vollständig abgesaugt und recycelt. Kältemittel darf nicht in die Atmosphäre entweichen (gesetzliche Pflicht, F-Gase-Verordnung).
3. Vakuumierung: Das evakuierte System wird unter Vakuum gesetzt (ca. 30 min). Das entzieht Feuchtigkeit aus dem System – Feuchtigkeit im Kältemittelkreislauf ist schädlich für Kompressor und Expansionsventil.
4. Dichtheitsprüfung: Im Vakuum prüfen ob der Druck stabil bleibt. Druckabfall = Undichtigkeit im System.
5. Befüllung: Neues Kältemittel + Kompressoröl nach Herstellervorgabe einbringen. Exakte Menge wichtig – zu viel ist genauso schädlich wie zu wenig.
6. Funktionsprüfung: Kühlleistung messen, Kompressor-Geräusch prüfen, Kondensatablauf kontrollieren.
Pollenfilter und Innenraumhygiene
Der Pollenfilter (Innenraumluftfilter) gehört beim Klimaservice mit dazu. Ein gesättigter Filter:
- Reduziert den Luftdurchsatz
- Schimmelbildung durch angesammelten Feuchtigkeit und organische Partikel
- Unangenehmer Geruch beim Einschalten der Klimaanlage
Intervall: jährlich oder alle 15.000 km. Bei Pollenallergikern: spätestens jedes Frühjahr.
Desinfektion des Verdampfers: Schimmel und Bakterien am Verdampfer erzeugen den typischen muffigen Geruch beim Klimastart. Spezielle Klimaanlagen-Desinfektionsmittel (Schaum oder Spray) durch die Ansaugöffnung in den Verdampferkasten eingebracht – wirkt gegen Schimmelbildung.
Klimaservice-Intervall
Empfehlung: alle 2 Jahre oder wenn die Kühlleistung nachlässt. Letzteres ist kein guter Maßstab allein – zu dem Zeitpunkt ist der Kältemittelverlust oft schon zu groß. Besser: Präventiv alle 2 Jahre warten lassen.
Klimaanlage kühlt nicht mehr richtig oder unangenehmer Geruch beim Start? Klimaservice inklusive Kältemittel-Befüllung und Desinfektion. Termin per WhatsApp oder 05505 5236.