Zahnriemen oder Steuerkette – Wartung und Risiken

Zahnriemen alle 4–6 Jahre wechseln, Steuerkette hält lebenslang – so die Faustregel. Was wirklich stimmt, welche Kettenprobleme es gibt und was bei vernachlässigtem Zahnriemen droht.

Zahnriemen oder Steuerkette – beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Und beide können bei Vernachlässigung teuer werden.

Zahnriemen: Intervall ist Pflicht

Zahnriemen haben feste Wechselintervalle (Hersteller-Angabe beachten!): typisch alle 60.000–120.000 km oder 4–8 Jahre – je nachdem was zuerst eintritt. Das Alter ist oft entscheidender als die Laufleistung: ein 8 Jahre alter Zahnriemen mit 50.000 km ist risikoreich.

Was bei Zahnriemen-Riss passiert: Bei Motoren mit Interferenz-Geometrie (die meisten modernen Motoren) kollidieren Kolben und Ventile. Ergebnis: Zylinderkopf-Reparatur oder Totalschaden. Kosten: 2.000–5.000 € je nach Motor.

Vorbeugung: Beim Zahnriemen-Wechsel immer Spannrolle, Umlenkrolle und Wasserpumpe mitbestellen wenn diese im Zahnriemen-Antrieb hängt – Mehrkosten 80–150 €, aber alles gleich neu.

Steuerkette: Nicht wartungsfrei

Steuerketten hängen im Ölkreislauf und werden geschmiert. “Lebenslang” gilt bei regelmäßigen Ölwechseln – bei vernachlässigtem Öl oxidiert die Kette, Spanner und Gleitschienen verschleißen.

Symptome verschlissener Steuerkette: Rasseln beim Kaltstart (Kette schlägt auf Gleitschiene), Timing-Abweichung messbar (ISTA/XENTRY/ODIS in Grad).

Bekannte Kettenprobleme: BMW N47 (hinten verbaut, hoher Austauschaufwand), BMW N20 (vorne, Spanner-Schwäche), VW EA888 Gen 1 (Kettenspanner), GM Ecotec-Reihe.

Woran erkennt man welches System?

Steuerkette: oft lauteres Motorrauschen, Öleinfülldeckel hat Kettenrad-Symbol, kein Wechselintervall im Service-Heft eingetragen. Zahnriemen: Wechselintervall im Serviceheft, Riemenscheibe oft aus Kunststoff.


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