Wohnmobile sind Fahrzeuge mit zwei Lebensbereichen: dem Fahrgestell-Antrieb und dem Wohnbereich. Beide erfordern bei der Saisonvorbereitung systematische Aufmerksamkeit – und sprechen für unterschiedliche Prüfkompetenzen.
Fahrgestell und Antrieb
Das Fahrgestell eines Wohnmobils ist ein gewöhnliches Nutzfahrzeug-Fahrgestell (Fiat Ducato, Mercedes Sprinter, VW Crafter, Ford Transit) mit erheblichem Mehrgewicht und angepasstem Fahrwerk.
Reifen: Wohnmobile sind schwerer als ihre Basis-Nutzfahrzeuge. Die Reifen sind mit höherem Lastindex ausgestattet und erfordern höhere Reifendrücke (oft 4,5–5,5 bar). Nach der Winterlagerung: Reifendruck prüfen, Reifenzustand an Seitenwänden und Lauffläche visuell kontrollieren. Reifen älter als 6 Jahre sollten auf Alterungsrisse untersucht werden.
Fahrwerkskomponenten: Mehrgewicht bedeutet erhöhte Belastung von Stoßdämpfern, Blatt- oder Schraubenfedern und Radlagergehäusen. Sichtprüfung auf Ölaustritt, Spiel in Radlagern und Anschlagspuffer-Zustand.
Bremsen: Bremsbeläge und Bremsscheiben auf Corrosionsfrass prüfen – bei Fahrzeugen, die mehrere Monate nicht bewegt wurden, kann Bremsscheiben-Rost zu spürbaren Unrundheiten führen.
Keilriemen / Serpentinenriemen: Riemen altern auch während der Standzeit. Rissbildung, Verhärtung und Fransenbildung sind Zeichen, dass ein Wechsel fällig ist – unabhängig vom Kilometerstand.
Diagnosesystem: Was im Fahrgestell gespeichert sein kann
Wohnmobile mit Fiat Ducato-Fahrgestell werden über Fiat-/Iveco-Diagnosesysteme ausgelesen, Mercedes-Sprinter-Basis über XENTRY, VW Crafter über ODIS. Fehlercodes, die während der Lagerung entstanden sind (Sensorausfälle durch Tiefentladung, Kommunikationsfehler nach Batterie-Trennung), sollten vor dem ersten Ausflug ausgelesen und bewertet werden.
Wohnbereich: Gasanlage
Die Gasanlage ist sicherheitskritisch und unterliegt regelmäßiger Prüfpflicht. Nach der Winterpause:
- Sichtprüfung der Gasleitungen: Keine Knicke, keine Risse an flexiblen Verbindungen
- Drucktest: Abdrücken der Anlage mit Manometer – kein Druckabfall über 10 Minuten
- Regler: Druckregler haben eine begrenzte Lebensdauer (ca. 10 Jahre)
- Gasdetektoren: Batterie-Gaswarner auf Funktion prüfen oder ersetzen
Die Gasprüfung am Wohnmobil ist eine Facharbeit. Bei Unsicherheit: prüfen lassen.
Wohnbereich: Elektrik
Das Bordnetz eines Wohnmobils ist komplexer als das eines PKW. Zwei Batteriesysteme (Starterbatterie + Bordbatterien), Solaranlage, Landstromanschluss, Wechselrichter und diverse 12V/230V-Verbraucher bilden ein Netz, das nach der Standzeit überprüft werden sollte.
Bordbatterien: Tiefentladung während der Winterlagerung schädigt Blei-Gel- und AGM-Batterien dauerhaft. Spannung messen, Kapazitätstest durchführen. Batterien unter 12,0 V nach vollständiger Ladung sind häufig nicht mehr vollständig regenerierbar.
Solarpanel: Anschlusskabel und Stecker auf Oxidation und Korrosion prüfen. MPPT-Laderegler auf korrekte Ladekurve überwachen.
Wasseranlage: Frischwassertank, Leitungen und Pumpe nach dem Entleeren für den Winter: Vor der ersten Nutzung durchspülen, Pumpe auf Funktion prüfen, Leitungsverbindungen auf Undichtigkeiten kontrollieren.
HU und AU: Nicht in letzter Minute
Wohnmobile haben die gleichen HU/AU-Intervalle wie Nutzfahrzeuge (alle 2 Jahre ab Erstzulassung). Die HU bei einem vollbeladenen Wohnmobil umfasst auch die Überprüfung der Beleuchtung am Aufbau, der Anhängerkupplung und der Gasanlage (durch Prüfer die dafür zertifiziert sind).
Wer die Hauptuntersuchung kurz vor dem geplanten Saisonstart terminiert, sollte einen ausreichenden Puffer einplanen – mögliche Mängel brauchen Zeit zur Behebung.
Wohnmobil-Frühjahrs-Check: Fahrgestell, Bordelektrik, Diagnose – komplett bei uns. Rufen Sie uns an: 05505 5236.