- Service A ist der kleinere Service (Öl, Filter, Sichtprüfung) – typischerweise nach rund einem Jahr.
- Service B ist der umfangreichere Service mit zusätzlichen Posten wie Innenraumfilter und Bremsflüssigkeit – etwa alle zwei Jahre.
- ASSYST PLUS berechnet das Intervall flexibel aus Zeit, Strecke und Fahrprofil – maßgeblich ist, was zuerst eintritt.
- Zusatzposten wie Zündkerzen, Luft- und Kraftstofffilter oder Getriebeölservice folgen eigenen, längeren Intervallen.
- XENTRY-Zugang: Wir lesen den exakten Bedarf aus und tragen den Service in den digitalen Servicenachweis (DSB) ein.
- Garantieerhalt nach GVO: herstellerkonformer Service in der freien Fachwerkstatt, ohne Verlust der Mercedes-Garantie.
Wer einen Mercedes fährt, begegnet früher oder später der Frage im Kombiinstrument: „Service A in 14 Tagen” oder „Service B fällig”. Viele Halterinnen und Halter fragen sich an dieser Stelle, was genau hinter den beiden Buchstaben steht – und ob der Unterschied wirklich relevant ist. Die kurze Antwort: Ja, er ist relevant. Service A und Service B beschreiben zwei unterschiedlich umfangreiche Wartungspakete, die sich im Lauf der Fahrzeugjahre abwechseln. Wer den Unterschied kennt, versteht, warum ein Service mehr Positionen enthält als der andere – und warum beide ihren festen Platz im Werterhalt haben.
In unserer Werkstatt in Hardegsen-Gladebeck (Südniedersachsen) führen wir den Mercedes-Service exakt nach dem herstellerseitigen Serviceplan durch. Den maßgeblichen Bedarf lesen wir nicht aus dem Gedächtnis ab, sondern über XENTRY direkt aus dem Fahrzeug – derselben Diagnose, die auch in der Mercedes-Vertragswerkstatt zum Einsatz kommt. Dieser Beitrag erklärt, was Service A und Service B jeweils umfassen, welche Zusatzarbeiten nach Laufleistung und Zeit hinzukommen, wie das Wartungssystem ASSYST PLUS die Intervalle berechnet und warum Sie diesen herstellerkonformen Service mit digitalem Servicenachweis und vollem Garantieerhalt auch bei uns erhalten.
ASSYST und ASSYST PLUS: das Mercedes-Wartungssystem
Bevor wir Service A und Service B trennen, lohnt der Blick auf das System dahinter. Mercedes-Benz steuert den Wartungsbedarf über ASSYST, das „Aktive Service System”. In den neueren Ausbaustufen heißt es ASSYST PLUS. Die Grundidee ist immer dieselbe: Das Fahrzeug ermittelt selbst, wann und in welchem Umfang gewartet werden soll, und meldet dies über die Serviceanzeige im Kombiinstrument.
Dabei berechnet das System nicht einfach starr „alle 25.000 Kilometer”. Es bezieht das tatsächliche Fahrprofil ein – also etwa Kurzstreckenanteil, Kaltstarts, Drehzahlen und die Belastung des Motoröls. Daraus leitet ASSYST PLUS ab, ob der nächste Termin ein kleiner Service A oder ein großer Service B ist und wie viele Tage oder Kilometer noch bis dahin verbleiben. Das ist der entscheidende Punkt: Service A und Service B sind keine willkürlichen Pakete, sondern das Ergebnis einer fahrzeugindividuellen Berechnung.
Wie genau diese Berechnung funktioniert und was beim Auslesen passiert, erklären wir ausführlich im Beitrag Mercedes ASSYST & ASSYST PLUS: Serviceanzeige verstehen. Für die Unterscheidung A gegen B genügt zunächst: Das Fahrzeug sagt Ihnen, was es braucht – wir lesen es präzise aus.
Service A: der kleinere Wartungsumfang
Service A ist der kleinere der beiden Mercedes-Services. Er wird in der Regel nach rund einem Jahr fällig – oder früher, wenn das Fahrzeug die berechnete Strecke schneller zurücklegt. Im Mittelpunkt steht die Erhaltung der Schmierfähigkeit des Motors und die Kontrolle der sicherheitsrelevanten Grundfunktionen.
Typischerweise umfasst Service A folgende Arbeiten:
- Motoröl erneuern nach Mercedes-Freigabe (z. B. MB 229.x je nach Motor)
- Ölfilter wechseln
- Flüssigkeitsstände prüfen und korrigieren – Kühlmittel, Scheibenwaschanlage, Bremsflüssigkeit (Stand)
- Sichtprüfung sicherheitsrelevanter Komponenten – Reifen, Bremsen, Beleuchtung, Wischer
- Funktionsprüfung wesentlicher Systeme
- Serviceanzeige zurücksetzen über XENTRY mit korrekter Kennzeichnung als Service A
Service A ist damit der „Zwischenservice”, der dafür sorgt, dass das Herzstück des Fahrzeugs – der Motor mit frischem, freigegebenem Öl – zuverlässig läuft, und der zugleich einen ehrlichen Blick auf den Zustand von Bremsen, Reifen und Beleuchtung wirft.
Der Ölservice als Kern von Service A
Das Herzstück von Service A ist der Ölservice. Dabei kommt es nicht allein auf den Wechsel an sich an, sondern auf die korrekte Spezifikation. Mercedes-Benz gibt für jeden Motor eine bestimmte Ölfreigabe vor – etwa eine MB-229er-Norm in der für den jeweiligen Motor passenden Ausprägung. Diese Freigaben unterscheiden sich in Viskosität, Additivierung und Eignung für Partikelfilter-Systeme. Ein Öl, das die geforderte Freigabe nicht trägt, kann die Lebensdauer von Motor, Turbolader und Partikelfilter beeinträchtigen – selbst wenn es auf dem Datenblatt ähnlich aussieht.
Wir verwenden ausschließlich Motoröl mit nativer Mercedes-Freigabe für Ihren Motor und tauschen den Ölfilter grundsätzlich mit. Ein neuer Filter ohne frisches Öl oder frisches Öl in einem alten Filter ergibt keinen vollwertigen Service. Warum die korrekte Ölspezifikation so entscheidend ist, vertiefen wir im Beitrag Ölspezifikationen: warum die Freigabe zählt.
Sichtprüfungen, die mehr leisten als ein Blick
Die im Service A enthaltene Sichtprüfung ist kein flüchtiges Drüberschauen. Sie folgt einer festen Reihenfolge und erfasst Reifen (Profiltiefe, Alter, Schäden), Bremsbeläge und -scheiben im sichtbaren Bereich, Beleuchtung, Wischerblätter, Keilrippenriemen, sichtbare Leitungen und Schläuche sowie offensichtliche Undichtigkeiten an Motor und Getriebe. Ergänzt wird dieser mechanische Blick bei uns durch das elektronische Auslesen aller relevanten Steuergeräte. So werden auch stille Befunde sichtbar, die noch keine Warnleuchte ausgelöst haben – etwa ein sich anbahnender Sensorfehler oder ein hinterlegter Fehlerspeichereintrag.
Service B: der umfangreichere Service
Service B ist der größere Wartungsumfang und wird in der Regel nach rund zwei Jahren fällig. Er enthält alle Positionen aus Service A – und ergänzt sie um Posten, die einem längeren Intervall folgen oder eine tiefere Prüfung erfordern.
Typischerweise kommen bei Service B unter anderem hinzu:
- Innenraumfilter (Pollen- bzw. Kombifilter) erneuern
- Bremsflüssigkeit erneuern – sie ist hygroskopisch, zieht also über die Zeit Wasser und verliert an Siedepunkt
- Erweiterte Prüfung der Bremsanlage – Beläge, Scheiben, Leitungen
- Erweiterte Prüfung von Fahrwerk und Lenkung – Manschetten, Spiel, Dämpfer
- Prüfung des Unterbodens und sichtbarer Komponenten auf Korrosion und Undichtigkeiten
Der größere Umfang von Service B erklärt sich aus der Logik der Intervalle: Manche Komponenten und Flüssigkeiten altern über die Zeit, nicht nur über die gefahrenen Kilometer. Die Bremsflüssigkeit ist das beste Beispiel – ihr Wassergehalt steigt schleichend und muss unabhängig von der Laufleistung in einem festen Zeitfenster erneuert werden. Genau deshalb sitzt sie im Service B und nicht im jährlichen Service A.
Warum die Bremsflüssigkeit zum Service B gehört
Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch: Sie nimmt über Dichtungen und Belüftungen kontinuierlich Wasser aus der Umgebungsluft auf. Mit steigendem Wassergehalt sinkt der Siedepunkt. Im Extremfall – etwa bei starker, anhaltender Bremsbelastung auf einer Passabfahrt oder im beladenen Zustand – kann die wasserhaltige Flüssigkeit lokal verdampfen. Es bilden sich Dampfblasen, das Pedal wird weich und der Druckpunkt verschwindet. Aus diesem Grund schreibt Mercedes die Erneuerung der Bremsflüssigkeit in einem festen Zeitintervall vor, das sich am B-Service-Rhythmus orientiert. Wir messen den Wassergehalt vor dem Wechsel und entlüften das System anschließend fachgerecht. Die Hintergründe dazu lesen Sie im Beitrag Bremsflüssigkeit: warum der Wechsel sicherheitsrelevant ist.
Der Innenraumfilter – oft unterschätzt
Der Innenraumfilter (Pollen- bzw. Aktivkohle-Kombifilter) hält Staub, Pollen, Ruß und teilweise Gerüche aus der einströmenden Luft zurück. Ist er gesättigt, sinkt nicht nur die Luftqualität im Innenraum spürbar – auch der Luftdurchsatz der Klimaanlage geht zurück, die Scheiben beschlagen schneller und der Verdampfer kann veralgen. Gerade für Allergiker und für Familien mit Kindern ist ein frischer Filter ein konkreter Komfort- und Gesundheitsgewinn. Mehr dazu im Beitrag Innenraumfilter: Pollenschutz und Luftqualität.
Service A vs. Service B im direkten Vergleich
Die folgende Übersicht stellt die beiden Services Position für Position gegenüber. Bitte beachten Sie: Der exakte Umfang ist modell-, motor- und baujahrabhängig und ergibt sich verbindlich aus dem Mercedes-Serviceplan für Ihr Fahrzeug. Die Tabelle dient der grundsätzlichen Orientierung.
| Position | Service A | Service B |
|---|---|---|
| Charakter | Kleiner Zwischenservice | Umfangreicher Hauptservice |
| Intervall (Orientierung) | ca. 1 Jahr | ca. 2 Jahre |
| Motoröl erneuern (MB-Freigabe) | Ja | Ja |
| Ölfilter wechseln | Ja | Ja |
| Flüssigkeitsstände prüfen/korrigieren | Ja | Ja |
| Sicht- und Funktionsprüfung | Ja | Ja (erweitert) |
| Steuergeräte elektronisch auslesen | Ja | Ja |
| Innenraumfilter erneuern | Nein (i. d. R.) | Ja |
| Bremsflüssigkeit erneuern | Nein | Ja |
| Erweiterte Bremsanlagenprüfung | Grundprüfung | Ja |
| Erweiterte Fahrwerks-/Lenkungsprüfung | Grundprüfung | Ja |
| Unterboden-/Korrosionsprüfung | Sichtprüfung | Ja (erweitert) |
| Serviceanzeige-Reset (XENTRY) | Ja, als „A” | Ja, als „B” |
| Eintrag digitaler Servicenachweis (DSB) | Ja | Ja |
Wichtig zum Verständnis: Service B baut auf Service A auf. Es ist also kein „entweder/oder” im Sinne zweier konkurrierender Angebote, sondern eine abwechselnde Folge. Nach einem Service A folgt – ein Intervall später – ein Service B, danach wieder ein Service A, und so fort. Über die Jahre entsteht so eine vollständige, lückenlose Wartungshistorie.
Zusatzarbeiten nach Laufleistung und Zeit
Neben dem festen Wechselzyklus aus A- und B-Service gibt es Wartungsposten mit eigenem, längerem Intervall. Sie werden nicht in jedem Service fällig, sondern erst bei Erreichen einer bestimmten Laufleistung oder eines bestimmten Alters – und treffen dann oft mit einem A- oder B-Service zusammen. Genau diese Posten werden in der Praxis am häufigsten übersehen, weil sie nicht im Jahres- oder Zweijahrestakt mitlaufen.
Zu den wichtigsten intervallgebundenen Zusatzarbeiten zählen:
- Zündkerzen (Benziner): je nach Motor und Kerzentyp in einem festen Kilometer- oder Zeitintervall. Verschlissene Kerzen führen zu Zündaussetzern, Mehrverbrauch und können den Katalysator belasten. Details im Beitrag Zündkerzen und Zündspulen: Verschleiß erkennen und wechseln.
- Luftfilter: verschmutzte Filter drosseln die Luftzufuhr und beeinträchtigen Leistung und Verbrauch. Der Wechsel folgt einem eigenen Intervall, das je nach Einsatzbedingungen variieren kann.
- Kraftstofffilter (vor allem Diesel): ein gesättigter Dieselfilter gefährdet die Hochdruckpumpe und die Einspritztechnik. Hier ist das vorgeschriebene Intervall besonders ernst zu nehmen.
- Getriebeölservice: viele Automatikgetriebe benötigen entgegen alter Werbeversprechen sehr wohl einen Ölservice in einem definierten Intervall. Frisches Getriebeöl erhält Schaltkomfort und schützt vor Verschleiß.
- Zahnriemen (nur bei Motoren mit Zahnriemen): bei kettengetriebenen Mercedes-Motoren entfällt dieser Posten; bei Zahnriemenmotoren ist die Erneuerung nach Vorgabe zwingend, da ein gerissener Riemen kapitale Motorschäden verursacht.
- Kühlmittel und weitere Betriebsstoffe: nach langjährigem Intervall, abhängig von Spezifikation und Modell.
Welche dieser Arbeiten bei welchem Kilometerstand oder welchem Alter anstehen, ist nicht von A oder B abhängig, sondern im Serviceplan für Ihr konkretes Fahrzeug hinterlegt. Wir gleichen den ausgelesenen ASSYST-PLUS-Datensatz mit diesem Plan ab und nennen Ihnen vorab transparent, was zusätzlich zum jeweiligen A- oder B-Service ansteht. So entstehen keine Überraschungen – und keine Lücke im Wartungsplan.
Wie das Intervall zustande kommt
Viele Halterinnen und Halter gehen davon aus, dass der Service nach einer festen Kilometerzahl ruft. Bei modernen Mercedes-Modellen mit ASSYST PLUS ist das nicht der Fall. Das System rechnet flexibel – und zwar nach zwei Kriterien gleichzeitig: nach Zeit und nach Strecke. Maßgeblich ist stets, was zuerst eintritt.
Ein Fahrzeug mit geringer jährlicher Laufleistung erreicht das Zeitintervall, bevor es das Kilometerintervall erreicht – und braucht trotzdem seinen Service. Der Grund liegt in der Materialalterung: Bremsflüssigkeit zieht über die Zeit Wasser, Öl verliert auch im Stand seine Eigenschaften, Gummiteile werden spröde. Umgekehrt erreicht ein viel gefahrenes Fahrzeug das Kilometerintervall zuerst. ASSYST PLUS bildet beide Wege ab und meldet den jeweils früheren Termin.
Hinzu kommt das Fahrprofil: Ein überwiegend im Kurzstreckenbetrieb bewegtes Fahrzeug belastet das Motoröl stärker als ein Fahrzeug auf langen Strecken, weil Kraftstoffeintrag und Kondenswasser das Öl schneller altern lassen. Das Wartungssystem berücksichtigt diese Belastung und verkürzt das Intervall entsprechend. Genau diese fahrzeugindividuelle Wahrheit lesen wir mit XENTRY aus – statt pauschal nach Kalender oder Bauchgefühl zu warten.
Für Technikinteressierte: Wie ASSYST PLUS das Intervall berechnet, die A/B-Logik und der digitale Servicenachweis
ASSYST PLUS ist kein simpler Kilometerzähler, sondern ein im Motor- bzw. Wartungssteuergerät hinterlegtes Berechnungsmodell. Es führt fortlaufend Betriebsdaten zusammen und leitet daraus eine Restlaufzeit bis zur nächsten Wartung ab. Zu den wesentlichen Eingangsgrößen gehören die gefahrene Strecke, die verstrichene Zeit seit dem letzten Service, der Kaltstartanteil, das Drehzahl- und Lastkollektiv, die Öltemperaturverläufe sowie – je nach Ausbaustufe und Motor – Informationen über die thermische Belastung des Öls. Aus diesen Faktoren errechnet das System sowohl den Zeitpunkt als auch die Art des nächsten Services.
Die A/B-Logik funktioniert dabei als Wechselzyklus: Das System weiß, welcher Service zuletzt durchgeführt wurde, und plant den nächsten als das jeweils andere Paket. Nach einem als „A” zurückgesetzten Service folgt rechnerisch der nächste als „B” – und umgekehrt. Bestimmte Zusatzleistungen mit eigenem, längerem Intervall (etwa die Bremsflüssigkeit) werden dem B-Service zugeordnet, weil dessen Zeitfenster zum Erneuerungsrhythmus dieser Komponenten passt. Deshalb ist die saubere Kennzeichnung beim Reset entscheidend: Wird ein Service fälschlich als „A” statt als „B” hinterlegt, verschiebt sich die Logik der nachgelagerten Posten.
Der digitale Servicenachweis (DSB) ist die zweite Hälfte eines korrekt abgeschlossenen Services. Statt eines Stempels im Papierheft wird die durchgeführte Wartung mit Datum, Laufleistung und Art (A oder B) über das Mercedes-Onlinesystem fahrzeuggebunden hinterlegt. Dieser Nachweis ist herstellerseitig abrufbar und damit beim Wiederverkauf oder bei einer Garantie- bzw. Kulanzfrage ein belastbares Argument. Beim Zurücksetzen der Serviceanzeige über XENTRY geschehen also zwei Dinge in der richtigen Reihenfolge: Erstens wird die Anzeige korrekt – als A oder B – zurückgesetzt und das nächste Intervall auf Basis des realen Fahrzeugzustands neu berechnet; zweitens wird der Service im digitalen Nachweis dokumentiert. Ein universelles OBD-Gerät kann die Anzeige zwar zurücksetzen, hinterlegt aber weder die saubere A/B-Unterscheidung noch den digitalen Servicenachweis – und genau das ist der Unterschied zwischen „Anzeige gelöscht” und „Service ordnungsgemäß abgeschlossen und dokumentiert”.
Eine vertiefte Darstellung zum korrekten Auslesen, zur Bewertung von Ölzustand und Restkilometern sowie zum sauberen Zurücksetzen finden Sie im Beitrag Mercedes ASSYST PLUS: korrekt auslesen & zurücksetzen.
Für Technikinteressierte: Ölzustands-Modellrechnung und wie XENTRY den Service-A/B-Reset im Steuergerät durchführt
Hinter der schlichten Anzeige „Service A in X Tagen” steht bei ASSYST PLUS eine fortlaufende Modellrechnung zur verbleibenden Ölgüte. Das Steuergerät führt keinen physikalischen Sensor allein, sondern verknüpft mehrere Größen zu einem Ölalterungsmodell: aufsummierte Betriebsstunden, Anzahl und Charakter der Kaltstarts, das Drehzahl-Last-Kollektiv, die kumulierten Öltemperaturverläufe und – je nach Motor – modellierte Einträge wie Kraftstoffverdünnung im Kurzstreckenbetrieb. Aus diesem Modell ergibt sich ein laufend aktualisierter Restwert, der in „Resttage” und „Restkilometer” umgerechnet und im Kombiinstrument angezeigt wird. Sinkt einer der beiden Werte gegen null, meldet das System den Service – und zwar als A oder B, je nachdem, welches Paket im Wechselzyklus als Nächstes ansteht.
Beim Reset über XENTRY geschieht mehr als ein Löschen eines Zählers. XENTRY adressiert das zuständige Wartungssteuergerät, übergibt die Service-Art (A oder B), die aktuelle Laufleistung und das Servicedatum und stößt damit eine Neuinitialisierung des Ölalterungsmodells an. Die internen Akkumulatoren für Betriebsstunden, Kaltstarts und Temperaturverläufe werden auf den Ausgangszustand zurückgesetzt, sodass die Restlaufberechnung sauber von vorn beginnt – auf Basis des tatsächlichen Fahrzeugzustands, nicht eines pauschalen Standardwerts. Wird im selben Vorgang die falsche Service-Art übergeben, beginnt der Wechselzyklus auf dem falschen Fuß: Der nächste turnusgemäße Termin wäre dann das falsche Paket, und intervallgebundene Posten wie die Bremsflüssigkeit könnten in den falschen Service rutschen. Genau deshalb verwenden wir XENTRY und keinen pauschalen OBD-Reset – und dokumentieren den Vorgang anschließend im digitalen Servicenachweis. Wie diese Logik im weiteren Mercedes-Wartungssystem zusammenspielt, beschreiben wir im Beitrag Mercedes ASSYST & ASSYST PLUS: Serviceanzeige verstehen.
Garantieerhalt und digitaler Servicenachweis in der freien Werkstatt
Ein hartnäckiger Irrtum lautet, man verliere die Mercedes-Garantie, sobald man den Service nicht in der Vertragswerkstatt durchführen lässt. Das ist nicht zutreffend. Die EU-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) regelt eindeutig, dass Wartung und Inspektion auch in einer freien Fachwerkstatt erfolgen dürfen, ohne dass die Herstellergarantie erlischt. Drei Bedingungen müssen erfüllt sein: Es wird nach Herstellervorgabe gearbeitet, es wird qualitativ gleichwertiges Material verwendet, und alles wird lückenlos dokumentiert.
Genau das ist unser Standard. Wir warten Ihren Mercedes nach dem herstellerseitigen Serviceplan, verwenden Motoröl mit nativer Mercedes-Freigabe sowie Originalteile oder gleichwertige Identteile ausgewiesener Hersteller, und wir tragen jeden Service mit XENTRY in den digitalen Servicenachweis ein. So behalten Sie die volle Garantie und erhalten zugleich die persönliche Betreuung eines inhabergeführten Meisterbetriebs. Mehr dazu, wie der Garantieerhalt rechtlich und praktisch funktioniert, lesen Sie im Beitrag Inspektion in der freien Werkstatt und Garantie.
Was der digitale Servicenachweis für den Werterhalt bedeutet
Der digitale Servicenachweis ist beim Wiederverkauf bares Werterhalt. Ein Mercedes mit lückenloser, herstellerseitig hinterlegter Servicehistorie lässt sich nachweisbar besser und sicherer veräußern als ein Fahrzeug mit unklarer Wartungslage. Käufer und Händler können die Historie abrufen; ein vollständiger Nachweis belegt, dass das Fahrzeug regelmäßig und nach Vorgabe gewartet wurde. Eine Lücke dagegen – ein ausgelassener oder nicht dokumentierter Service – wirft Fragen auf und drückt den erzielbaren Preis. Wie sich eine saubere Dokumentation konkret auf den Wiederverkaufswert auswirkt, beschreiben wir im Beitrag Servicehistorie und Wiederverkaufswert.
Modell- und Motorunterschiede beachten
So klar die A/B-Systematik ist – der konkrete Umfang variiert. Bei einem Dieselmotor gewinnen Kraftstofffilter und – je nach Generation – die Abgasnachbehandlung an Gewicht; bei einem Benziner stehen Zündkerzen im Vordergrund. Ein viel genutztes Nutzfahrzeug auf Sprinter- oder Vito-Basis folgt mitunter engeren Intervallen als eine selten bewegte Limousine. Auch zwischen den Baureihen gibt es Unterschiede: Eine ältere E-Klasse (W211) ist anders konfiguriert als eine aktuelle Generation, und Motoren mit Steuerkette behandeln wir anders als die wenigen Mercedes-Varianten mit Zahnriemen.
Aus diesem Grund ist die pauschale Frage „Was kostet Service B?” ohne Fahrzeugbezug nicht seriös zu beantworten. Verbindlich wird der Umfang erst, wenn wir Modell, Baujahr, Motor und Laufleistung kennen und den ASSYST-PLUS-Datensatz ausgelesen haben. Genau deshalb beginnt bei uns jeder Service mit der Diagnose – nicht mit einer Schätzung. Eine übergreifende Einordnung, wie sich Inspektionsumfänge zwischen den Marken unterscheiden, finden Sie im Beitrag Inspektion bei Mercedes, BMW und VW im Vergleich.
Warum der volle Umfang sich lohnt
Es mag verlockend erscheinen, den Serviceumfang zu reduzieren und nur das offensichtlich Fällige zu warten. Doch diese Rechnung geht selten auf. Wird etwa die zum Service B gehörende Bremsflüssigkeitserneuerung ausgelassen, sinkt der Siedepunkt der Flüssigkeit durch Wasseraufnahme – das gefährdet die Bremsleistung und kann Folgeschäden an der Bremsanlage nach sich ziehen. Ein ausgelassener Innenraumfilter belastet wiederum die Klimatisierung und die Luftqualität im Innenraum.
Eine Wartung nach vollem Mercedes-Umfang ist deshalb keine Mehrausgabe, sondern Risikominimierung und Werterhalt. Sie sichert die Betriebssicherheit Ihres Fahrzeugs und – durch den lückenlosen digitalen Servicenachweis – seinen Wert beim späteren Verkauf. Wir empfehlen dabei nichts, was nicht fällig ist: Was XENTRY und die Sichtprüfung als anstehend ausweisen, besprechen wir nachvollziehbar mit Ihnen, bevor gearbeitet wird.
Checkliste: Diese Punkte gehören zum Mercedes-Service
Die folgende Checkliste fasst zusammen, woran Sie einen vollständig und korrekt durchgeführten Service erkennen – und welche Fragen Sie stellen können:
- ASSYST-PLUS-Datensatz ausgelesen? Service A oder B sollte aus dem Fahrzeug bestimmt werden, nicht geschätzt.
- Motoröl mit nativer MB-Freigabe? Die Freigabe muss zum Motor passen, nicht nur „ähnlich” sein.
- Ölfilter mitgewechselt? Ein Ölservice ohne Filterwechsel ist unvollständig.
- Bei Service B: Bremsflüssigkeit erneuert und Wassergehalt geprüft?
- Bei Service B: Innenraumfilter erneuert?
- Intervallgebundene Zusatzposten geprüft? Zündkerzen, Luftfilter, Kraftstofffilter, Getriebeölservice je nach Laufleistung und Modell.
- Steuergeräte elektronisch ausgelesen? Stille Fehlerspeichereinträge sollten sichtbar gemacht werden.
- Serviceanzeige korrekt zurückgesetzt – als A oder B?
- Digitaler Servicenachweis (DSB) eingetragen? Erst damit ist der Service dokumentiert und werterhaltend.
- Befunde verständlich erklärt und priorisiert? Sicherheitsrelevant vs. planbar – nachvollziehbar besprochen.
So führen wir den Mercedes-Service durch
Bei der Annahme identifizieren wir Ihr Fahrzeug und lesen über XENTRY den ASSYST-PLUS-Datensatz aus: Welcher Service ist fällig – A oder B –, wie steht es um Ölzustand, Rest-Strecke und Rest-Zeit. Bevor mechanische Arbeiten beginnen, erfassen wir den elektronischen Status über alle relevanten Steuergeräte, damit stille Befunde sichtbar werden, die noch keine Warnleuchte ausgelöst haben.
Anschließend setzen wir den vorgesehenen Umfang um – beim Service A den Ölservice mit Sichtprüfung, beim Service B zusätzlich die intervallgebundenen Posten wie Innenraumfilter und Bremsflüssigkeit, dazu die nach Laufleistung fälligen Zusatzarbeiten. Jeder Befund wird festgehalten, und Sie erhalten eine klare, priorisierte Empfehlung: Was ist jetzt sicherheitsrelevant, was sollte vorausschauend erledigt werden, was kann planbar warten. Zum Abschluss setzen wir die Serviceanzeige über XENTRY korrekt – als A oder B – zurück und hinterlegen den digitalen Servicenachweis. So ist der Service nicht nur durchgeführt, sondern sauber abgeschlossen und dokumentiert. Eine vertiefte Übersicht zu Wartungsinhalten und Intervallen finden Sie auf inspektion.kfz-dietrich.com sowie zur markenspezifischen Diagnose auf mercedes-diagnose.kfz-dietrich.com.
Kontakt
Steht bei Ihrem Mercedes der nächste Service an und Sie sind unsicher, ob Service A oder Service B fällig ist? Nennen Sie uns Modell, Baujahr und Laufleistung. Wir lesen den exakten Bedarf mit XENTRY aus, warten nach Herstellervorgabe und tragen den Service in den digitalen Servicenachweis ein – unter vollem Erhalt Ihrer Mercedes-Garantie.
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