KFZ-Glossar

Werkstatt-Begriffe aus Diagnose, Steuergeräten, Antriebsstrang und Abgastechnik — kurz und präzise erklärt vom Spezialisten für komplexe Fahrzeug-Elektronik.

Diagnose-Tools

XENTRY

auch: XENTRY Diagnostics, Star Diagnosis

XENTRY ist das offizielle Diagnose- und Programmiersystem von Mercedes-Benz für alle Baureihen.

XENTRY arbeitet über Multiplexer (PassThru-Adapter) direkt mit dem Mercedes-Backend. Vollständiger Zugriff auf alle 60-90 Steuergeräte eines modernen Fahrzeugs, SCN-Online-Codierung nach Steuergeräte-Tausch, Geführte Fehlersuchen, Variantencodierung. Aftermarket-OBD-II-Scanner sehen typischerweise nur 5-10% der Steuergeräte und können keine SCN-Codierung.

ODIS

auch: Offboard Diagnostic Information System

ODIS ist das offizielle Diagnose-System der Volkswagen-Gruppe (VW, Audi, Skoda, Seat, Cupra).

ODIS unterstützt geführte Fehlersuchen (GFF), Online-Codierung über das VW-FAZIT-Backend, SVM (Software-Versions-Management) und Component Protection ab Immo V (MQB-Plattform). Schlüssel-Anlernen, Steuergerät-Tausch und ADAS-Kalibrierung erfordern aktiven ODIS-Online-Zugang.

ISTA

auch: Integrated Service Technical Application

ISTA ist das offizielle Diagnose-System für BMW und Mini.

Vollzugriff auf alle E-, F-, G-Baureihen. ISTA Diagnostic + ISTA Programming. CAFD-Codierung, FA-Datensatz-Verwaltung, ISN-Synchronisation für CAS/FEM/BDC. Online-Backend-Zugriff für Schlüssel-Anlernen und Steuergerät-Tausch ab F-Baureihe.

AVDI

auch: Abrites Vehicle Diagnostic Interface

AVDI ist ein professionelles Multi-Marken-Diagnose-Tool von Abrites mit Fokus auf Wegfahrsperren und Schlüssel-Anlernen.

Unterstützt Mercedes FBS3/FBS4, BMW EWS/CAS/FEM, VW Immo III/IV/V, Renault UCH, Opel BCM und viele weitere. Besondere Stärke: Schlüssel-Anlernen bei Totalverlust ohne OEM-Backend.

UDS

auch: Unified Diagnostic Services, ISO 14229

UDS ist der ISO-14229-Standard für Diagnose-Kommunikation auf CAN, FlexRay, Ethernet und K-Line.

Definiert SIDs (Service Identifier) wie 0x10 (DiagnosticSessionControl), 0x27 (SecurityAccess), 0x2E (WriteDataByIdentifier), 0x31 (RoutineControl), 0x34/0x36 (RequestDownload/TransferData). Basis für alle modernen Diagnose-Protokolle inkl. XENTRY, ODIS, ISTA, AVDI.

DoIP

auch: Diagnostics over Internet Protocol, ISO 13400

DoIP transportiert UDS-Diagnose über Ethernet (TCP/IP) statt klassischem CAN — Pflicht-Standard ab ca. 2017.

Ethernet-basierte Diagnose mit 100 Mbit/s oder 1 Gbit/s. Fahrzeug-Adresse via UDP-Discovery, Routing über logische Adressen je Steuergerät. Vorteil: massive Geschwindigkeit für Software-Updates (mehrere GB statt MB möglich). Erfordert dedizierte DoIP-fähige PassThru-Adapter.

CAN-FD

auch: CAN with Flexible Data Rate

CAN-FD ist die nächste CAN-Generation mit bis zu 8 Mbit/s Datenrate (klassisch: 500 kbit/s) und 64 Byte Nutzdaten pro Frame (klassisch: 8).

Eingeführt ab ca. 2017 in MQB Evo, MEB, Mercedes MMA. Backward-kompatibel auf physikalischer Ebene, aber Logic-Layer separat. Erlaubt Software-Updates innerhalb Sekunden statt Minuten und unterstützt komplexe ADAS-Datenströme.

DTC

auch: Diagnostic Trouble Code, Fehlercode

DTC ist der standardisierte 5-stellige Fehlercode aus dem OBD-Speicher eines Fahrzeugs.

Aufbau: Buchstabe (P=Powertrain, B=Body, C=Chassis, U=Network) + 4 Ziffern. Beispiel: P0299 = Ladedruck zu niedrig. Hersteller-spezifische Codes beginnen meist mit Px2xxx-Px3xxx oder herstellereigenen Bereichen wie B1xxx (Mercedes), 16xxx (VAG-Hex). DTCs werden gespeichert mit Freeze-Frame-Daten (Drehzahl, Last, Temperatur zum Zeitpunkt des Fehlers).

OBD-PID

auch: Parameter Identifier, Mode 01 PID

OBD-PIDs sind standardisierte Parameter-Identifier zum Auslesen von Live-Werten via OBD2.

Mode 01 (Live-Daten) + 1-2 Byte PID. Beispiele: 0C (Drehzahl), 0D (Geschwindigkeit), 11 (Drosselklappenstellung), 14-1B (Lambda-Werte). Mode 03 = gespeicherte DTCs, Mode 04 = DTC löschen, Mode 09 = VIN/Kalibrier-IDs. Hersteller-erweiterte PIDs ab Mode 22 (gehen über die ISO 15031-5 hinaus).

PassThru

auch: SAE J2534 Adapter, J2534-1, J2534-2

PassThru ist der ISO-Standard SAE J2534 für universelle Diagnose-Adapter, die mit Hersteller-Software (XENTRY/ODIS/ISTA) kommunizieren.

Spezifikation J2534-1 für Reprogrammierung, J2534-2 für ältere Protokolle. Bekannte Geräte: VAS6154 (VW-zertifiziert), Bosch Mercedes Diagnose-Multiplexer, SDP3 Scania, openport 2.0. Kommunikation USB oder WLAN ans PC-Tool. Wichtig: Tool muss für die jeweilige OEM-Suite zertifiziert sein, sonst erkennt das Backend den Adapter nicht.

OBD Mode 6

auch: Mode $06, On-Board-Monitoring-Ergebnisse

OBD Mode 6 liefert die Roh-Testergebnisse der On-Board-Diagnose — Messwerte samt Grenzwerten für jeden überwachten Baustein, noch bevor ein Fehlercode gesetzt wird.

Während Mode 03 nur fertige DTCs zeigt, stehen in Mode 6 die zugrundeliegenden Monitor-Resultate: Katalysator-Wirkungsgrad, Zündaussetzer-Zähler je Zylinder, Lambdasonden-Reaktionszeit — jeweils mit Min/Max-Grenzwert und aktuellem Messwert. Ideal, um sich anbahnende Fehler früh zu erkennen oder nach einer Instandsetzung zu belegen, dass alle Werte wieder im Sollbereich liegen.

ECU-Tools

KTAG / KTM

KTAG ist ein BDM/JTAG-Programmieradapter für Bosch EDC17/MED17 und ähnliche Tricore-basierte Steuergeräte.

Lese- und Schreibzugriff auf Flash-Speicher außerhalb des CAN-Busses, ideal für Bench-Programmierung und Steuergerät-Klonen. Spannungs-Logic 5,0 V / Core 3,3 V, Lesegeschwindigkeit 8-12 KB/s. Kombiniert mit WinOLS für Map-Bearbeitung und CRC32-Checksum-Korrektur.

Magic Motorsport Flex

Magic Motorsport Flex ist ein modulares ECU-Programmiergerät für Bench, BDM und OBD-Modi.

Tricore-Adapter, BDM-Pinbelegung 12-Pin und 21-Pin, Online-Cloud-Datenbank mit verifizierten Files. AutoTOS-Backend für BMW CAS Service-Klonen.

Steuergeräte

CAS

auch: Car Access System

CAS ist das BMW-Wegfahrsperren-Steuergerät — koordiniert Schlüssel-Authentifizierung, Lenkungsverriegelung und Motorstart.

CAS-Generationen: CAS1 (E46), CAS2 (E60/65), CAS3 (E60/E90 ab 2007), CAS3+ mit verbesserter Verschlüsselung, CAS4 (F-Baureihe), CAS4+ mit AES-128. Klonen je nach Generation: 1:1-Klonung (CAS3 per BDM) oder Service-Klon (CAS3+/CAS4 mit Backend).

EIS / EZS

auch: Electronic Ignition Switch / Elektronisches Zündschloss

EIS (Mercedes-Bezeichnung) bzw. EZS ist das elektronische Zündschloss + Wegfahrsperren-Modul von Mercedes-Benz.

Speichert kryptographisch-verknüpfte Schlüssel-Hashes (3DES für FBS3, RSA-2048 + AES-128 für FBS4). Kommuniziert mit Motorsteuergerät (ME), Getriebesteuergerät (ETC) und Schlüssel-Transponder. Bei Tausch: SCN-Codierung über XENTRY-Online-Backend zwingend.

MED17 / EDC17

auch: Bosch MEDC17, Bosch EDC17, Tricore-ECU

Bosch MED17 (Benziner-Direkteinspritzer) und EDC17 (Diesel) sind die Tricore-basierte Steuergeräte-Plattform ab ca. 2007.

Infineon Tricore TC1796/TC1797 (32-bit), Flash-Speicher 2-8 MB, RAM 144-208 KB. CRC32-Checksum-geschützt, ab Variante CP/CR mit Anti-Tuning-Mechanismen. Klonen via BDM (KTAG/Magic Flex) oder Boot-Mode möglich, OBD-Schreibzugriff je Variante gesperrt.

ECM / TCM / PCM

auch: Engine Control Module, Transmission Control Module, Powertrain Control Module

ECM steuert den Motor, TCM das Getriebe, PCM beide kombiniert.

In modernen Fahrzeugen meist getrennt (separater MED17/EDC17 + ZF/Aisin/Getrag-TCU mit eigener Software). PCM (kombiniert) findet sich häufiger bei US-Fahrzeugen und einigen Asiaten. Bei Tausch ist Variantencodierung über XENTRY/ODIS/ISTA + ggf. Getriebe-Adaption (DSG/Wandler) zwingend.

IMMO5

auch: Wegfahrsperre 5, MQB-Immobilizer

IMMO5 ist die fünfte Wegfahrsperren-Generation der VW-Gruppe ab MQB-Plattform (2012).

AES-128-verschlüsselt, Component-Protection-gekoppelt mit allen sicherheitsrelevanten Steuergeräten. Schlüssel-Anlernen nur mit aktivem ODIS-Online + FAZIT-Backend (Online-Slot freigeben, Schlüssel anlernen, Component-Protection aktivieren). AVDI deckt einige IMMO5-Fälle ohne Backend ab.

SAM

auch: Signal Acquisition Module

SAM ist das Mercedes-Modul für Lichtsteuerung, Wischer, Komfort-Funktionen und Sensorik-Bündelung – getrennt für vorne und hinten.

Eingeführt ab W211/W221. SAM front (vorne) sammelt Signale aller vorderen Sensoren und steuert Frontlicht, Wischer, Hupe, Kondensator-Lüfter. SAM rear (hinten) für Rücklichter, Heckklappe, RDKS-Empfänger. Kommuniziert über CAN-Bus. Tausch erfordert SCN-Codierung über XENTRY.

FRM

auch: Footwell Module, Fußraum-Modul BMW

FRM ist das BMW-Modul für Außenbeleuchtung und Türfunktionen, verbaut im Fußraum hinter der Lenksäule.

Verbaut in BMW E60/E65/E81-E93/E70 und Nachfolgern. Häufiger Defekt: Boot-Sektor-Korruption durch Spannungsabfall beim Anlassen — FRM "tot", kein CAN-Verkehr. Reparierbar via JTAG: EEPROM auslesen, Boot-Sektor neu schreiben. Tausch erfordert FA-Datensatz aus ISTA und CAFD-Codierung.

TCU

auch: Transmission Control Unit, Getriebesteuergerät

TCU ist das Steuergerät, das Schaltvorgänge, Wandler-Lockup und Adaptionen einer Automatik regelt.

Bei DSG (DQ200, DQ250 etc.) ist TCU integriert in der Mechatronik-Einheit. Bei ZF 8HP separates Modul mit eigenem Software-Stack. Adaptionswerte (STFT für Getriebe) lernen Kupplungs-Friktion, Druck-Schwellen und Schaltpunkte. Bei Tausch: neue Adaption über Herstellertool zwingend.

ISN

auch: Individual Serial Number BMW

ISN ist die geheime Seriennummer für BMW-Wegfahrsperren-Synchronisation zwischen DME (Motor-SG) und CAS/FEM/BDC.

Die ISN wird beim Anlernen einmal zwischen DME und CAS/FEM/BDC ausgetauscht und in beiden Steuergeräten gespeichert. Bei DME-Tausch muss die alte ISN ausgelesen und ins neue DME geschrieben werden — sonst kein Motorstart. ISTA + Token-Backend zwingend für DME-Tausch ab E60. AVDI kann ISN auch ohne Backend lesen (forensisch).

CAS3 / CAS4

auch: Car Access System 3, Car Access System 4

CAS3 ist das BMW-Wegfahrsperren-Steuergerät E60/E90 ab 2007, CAS4 ist die F-Baureihen-Variante mit AES-128.

CAS3 (5WK48xxx) klonbar 1:1 via BDM. CAS3+ ab 2010 mit verbesserter Verschlüsselung — nur Service-Klon möglich. CAS4 (F-Baureihen) mit AES-128, Online-Backend zwingend für Schlüssel-Anlernen. CAS4+ in F-LCI-Modellen weiter verschärft. Verbaut hinter dem Lenksäulenverkleidung, Demontage 15-20 Min.

Mercedes Baureihen-Codes

auch: W-Codes, S-Codes, X-Codes, V-Codes

Mercedes verwendet Werks-Codes (W=Limousine, S=T-Modell, C=Coupé, X=SUV, V=Van) gefolgt von einer dreistelligen Zahl für jede Baureihe.

Beispiele: W211 = E-Klasse Limousine 2002-2009, S211 = T-Modell, W204 = C-Klasse 2007-2014. SUV: X253 = GLC 2015+, X156 = GLA. Vans: V639 = Vito 2003-2014, W447 = Vito 2014+, V906 = Sprinter 2006-2018. Wichtig für Ersatzteil- und Diagnose-Auswahl — der Code identifiziert exakt das Generationen-Modell.

SBC

auch: Sensotronic Brake Control Mercedes

SBC ist das elektrohydraulische Bremssystem von Mercedes (W211 E-Klasse, R230 SL, W219 CLS) — 2001-2006 verbaut.

Hochdruckpumpe baut 140 bar Vordruck auf, Magnetventile dosieren je Rad. Verschleiß-Zähler im SG zählt Zyklen — bei Erreichen Software-seitige Sperre und Notlauf-Modus. Reparatur: Pumpen-Tausch oder Steuergerät-Reset (SCN-Coding über XENTRY). Mercedes-Werkstatt-Aufruf damals 1.500-2.500 € — wir reparieren ab ca. 600 €.

MQB

auch: Modularer Querbaukasten VW

MQB ist die VW-Konzern-Plattform für quer eingebaute Motoren — Basis von Golf 7, Passat B8, Audi A3 8V, Skoda Octavia 3, Seat Leon 5F und Nachfolgern.

Eingeführt 2012. Charakterisiert durch IMMO V (Component Protection ab MQB), zentrale Gateway-Steuergeräte (BCM2), CAN-FD-Bus ab MQB Evo (2018). Schlüssel-Anlernen, Steuergerät-Tausch und ADAS-Kalibrierung erfordern aktiven ODIS-Online + FAZIT-Backend + ggf. SFD-Token (ab 2020).

Wegfahrsperren

FBS3 / FBS4

auch: Fahrberechtigungssystem 3 / 4

FBS3 und FBS4 sind die zwei aktuellen Wegfahrsperren-Generationen von Mercedes-Benz.

FBS3 (W211/W204/W212/W221/W906): symmetrisches 3DES-Challenge-Response-Protokoll, 128-Bit-Schlüssel im EIS-EEPROM. FBS4 (W205/W213/W222 Mopf+): asymmetrische RSA-2048-Signierung + Online-Verifikation über Mercedes-Backend mit FlashAuthorization-Token.

Wegfahrsperre

auch: Immobilizer, elektronische Wegfahrsperre

Die elektronische Wegfahrsperre verhindert den Motorstart ohne berechtigten Schlüssel — Transponder, Zündschloss-Modul und Motorsteuergerät tauschen dafür kryptographische Codes aus.

Seit 1995 in der EU vorgeschrieben (Richtlinie 74/61/EWG). Herstellersysteme: Mercedes FBS3/FBS4, BMW EWS/CAS/FEM, VW IMMO I-V. Typische Defekte: gestörte Transponder-Antenne am Zündschloss, verlorene Synchronisation nach Steuergerät-Tausch oder Batterie-Tiefentladung. Diagnose und Instandsetzung aller gängigen Wegfahrsperren-Generationen führen wir im Haus durch.

Komfortsysteme

KESSY

auch: Keyless Entry & Start System

KESSY ist das schlüssellose Zugangs- und Startsystem der VW-Gruppe (Audi, Bentley, Porsche, VW Touareg).

LF-Antennen (125 kHz) im Türgriff + Stoßfänger, UWB für hochgenaue Distanzmessung in Premium-Modellen. ID48 oder Megamos AES-Transponder. Bei Komfortzugang-Problemen: oft defekte Antenne, nicht das CAS-Modul.

Getriebe

DSG

auch: Direktschaltgetriebe, DCT, S-Tronic

DSG ist die Doppelkupplungsgetriebe-Familie der VW-Gruppe (Audi: S-Tronic).

DQ200 (Trockenkupplung, 7-Gang, bis ~250 Nm), DQ250 (Naßkupplung, 6-Gang, ~350 Nm), DQ381 (Naßkupplung, 7-Gang neueste Generation), DQ500 (Hochlast, ~600 Nm), DL382 (Audi, längs eingebaut). Mechatronik mit Tricore-Prozessor steuert hydraulische Druckregelung 4-18 bar.

Mechatronik

Mechatronik ist die elektrohydraulische Steuerung von Automatikgetrieben — Solenoid-Ventile + Steuergerät in einem Baukasten.

Steuert Kupplungsdruck und Schaltvorgänge über PWM-angesteuerte Magnetventile. Adaptionsmatrix lernt Schalt-Sollwerte über die Lebenszeit. Vor jedem Mechatronik-Tausch (1.500-3.500 €) ist Spülung + Adaptions-Reset zwingend — rettet in 70-80% der Fälle die Mechatronik.

ZF 8HP

ZF 8HP ist das meistverbreitete Automatik-Wandlergetriebe in Europa (BMW, Audi, Jaguar, Land Rover, Maserati).

8 Gangstufen, hydraulische Mechatronik mit Bosch GS19 32-Bit-Tricore, 8 Solenoid-Ventile mit PWM 250 Hz, Kupplungsdrücke 5-18 bar. ATF-Spec ZF Lifeguard 8 / MB 236.17 / BMW M-1375.4. „Lifetime Fill" ist Fehlinformation — ZF empfiehlt Wechsel alle 80.000-100.000 km.

Wandlerüberbrückung

auch: WÜK, Lock-up-Kupplung, TCC

Die Wandlerüberbrückungskupplung verbindet bei Wandlerautomatik Motor und Getriebe ab mittlerer Geschwindigkeit mechanisch — sie eliminiert den Wandlerschlupf und senkt den Verbrauch.

Geregelte Überbrückungskupplungen arbeiten zusätzlich mit kontrolliertem Mikroschlupf (20-120 U/min) für Komfort. Verschleißt der Reibbelag, gelangt Abrieb ins ATF — typisches Symptom: Rupfen/Vibrieren bei 1.200-1.500 U/min unter Teillast („Shudder"). Eine Getriebeölspülung mit frischem ATF behebt beginnendes Überbrückungs-Rupfen in vielen Fällen, bevor die Kupplung Schaden nimmt.

Abgas-System

AdBlue

auch: AUS32, DEF

AdBlue ist eine 32,5%-ige Harnstofflösung zur SCR-Stickoxid-Reduktion bei Diesel-Fahrzeugen.

Wird in den Abgasstrom dosiert, dort thermisch zu Ammoniak hydrolysiert, der dann am SCR-Kat NOx zu N2 + H2O reduziert. Druckaufbau in der Pumpe 5 bar warm. Sensor-Defekte (NOx-Sensor 2 nach SCR) sind häufigste Ursache für AdBlue-Fehler.

SCR

auch: Selective Catalytic Reduction

SCR ist das selektive katalytische NOx-Reduktionsverfahren mit AdBlue/Harnstoff.

NOx-Wirkungsgrad muss bei modernen Euro-6-Fahrzeugen über 90% liegen (gemessen über 200-Sekunden-Fenster). Sensoren vor und nach dem SCR-Kat erfassen NOx-Differenz. Bei Wirkungsgrad unter 60% wird Restkilometer-Sperre aktiviert.

DPF

auch: Dieselpartikelfilter

DPF ist der Filter im Abgasstrang von Diesel-Fahrzeugen, der Rußpartikel zurückhält.

Cordierit- oder Siliziumkarbid-Wabenkörper. Regeneration ab 24 g Rußmasse durch späte Nacheinspritzung (Abgas auf 580-620 °C). Asche aus Motoröl-Additiven (Calcium, Magnesium, Zink) akkumuliert irreversibel — Limit 80 g bei 3-Liter-Filter.

AGR

auch: EGR, Abgasrückführung

AGR führt einen Teil der Abgase zurück in den Ansaugtrakt, um Verbrennungstemperatur und NOx zu senken.

Stellweg 0-100% linear normiert, intern 8-12 mm Ventilkegel-Hub. Steuerstrom 0,3-1,2 A im Regelbetrieb. Verkokt nach 100.000 km — Symptom P0401/P0402, Notlauf, Leistungsverlust. H2-Reinigung kann reinigen — bei festsitzender Mechanik aber Tausch nötig.

Sensorik

Lambdasonde

auch: O2-Sensor, LSU 4.9

Die Lambdasonde misst den Restsauerstoffgehalt im Abgas — Grundlage für die Gemischregelung.

Bosch LSU 4.9 (Wideband) liefert Pumpstrom 0-2,5 mA, Heizung 750-800 °C bei 12 W. Sollspannung Regelbereich 0,1-0,9 V (bei Sprung-Sonden). Lambda-Wert 0,97-1,03 im Stationärbetrieb mit Trim ±5%. Drift im LTFT > +10% deutet auf Falschluft, < -10% auf zu reiches Gemisch.

NOx-Sensor

Der NOx-Sensor misst den Stickoxid-Gehalt im Abgas vor und nach dem SCR-Kat.

Amperometrische Doppelkammer-Zelle (Continental SmartNOx, NGK ZFAS): innere Pumpzelle für O2-Referenz, äußere für NOx-Reduktion. Sollspannung 425 mV. Lebensdauer 100.000-150.000 km. Bei Drift: P229F/P204F, AdBlue-Restkilometer-Sperre.

RDKS

auch: Reifendruckkontrollsystem, TPMS

RDKS ist die EU-weit seit November 2014 verpflichtende Reifendruckkontrolle in allen Neufahrzeugen.

Direkt: Sensor im Ventil mit Funk-Modul (433 MHz Europa, 315 MHz USA), Lebensdauer Batterie 5-10 Jahre. Indirekt: ABS-basiert über Raddrehzahl-Vergleich. Bei Reifenwechsel müssen direkte Sensoren neu angelernt werden (per Reset-Routine, OBD oder automatisch über Fahrleistung).

TWI

auch: Tread Wear Indicator, Verschleißindikator

TWI sind kleine Stege in den Hauptprofilrillen eines Reifens, die bei 1,6 mm Restprofil bündig mit der Lauffläche werden — gesetzliche Mindestgrenze.

Sechs bis acht TWI-Stege gleichmäßig über den Reifenumfang verteilt, Position markiert mit "TWI" oder Hersteller-Symbol auf der Seitenwand. Bei sichtbarem Bündig-Werden ist der gesetzliche Mindestwert erreicht — wir empfehlen Tausch deutlich vorher (Winter 4 mm, Sommer 3 mm).

Kalibrierfläche

auch: ADAS-Kalibrierplatz, Target-Setup

Eine Kalibrierfläche ist der definierte Werkstatt-Bereich für die statische ADAS-Kalibrierung von Kameras und Radaren.

Anforderungen: ebener Boden (max 0,2 % Neigung), gleichmäßige diffuse Beleuchtung ohne Reflexe, mindestens 8 × 6 m freie Fläche, Sichtkontakt zum Target ohne Hindernisse. Hersteller-Targets (Schachbrett, Stern, ChArUco-Muster) im definierten Abstand 1,50–3,50 m vor dem Fahrzeug, exakte Höhenausrichtung nach Kameraposition. Kalibrierung schlägt fehl bei Reifendruck-Abweichung, Tankfüllung unter 50 %, Beladung außerhalb Werksvorgabe.

MAF / LMM

auch: Mass Air Flow Sensor, Luftmassenmesser

MAF/LMM misst die angesaugte Luftmasse über einen beheizten Hitzdraht oder Heißfilm.

Sollwerte je Lastpunkt: Leerlauf ca. 8-15 kg/h, Volllast 600-1200 kg/h (je Hubraum). Verschmutzung durch Ölnebel aus Kurbelgehäuseentlüftung führt zu Drift nach unten — Folge: zu wenig Einspritzung, P0101/P0102. Reinigung mit speziellem MAF-Cleaner möglich, Sensor-Element nicht berühren.

MAP

auch: Manifold Absolute Pressure, Saugrohrdrucksensor

MAP misst den absoluten Druck im Saugrohr — Basis für Motormanagement bei MAP-Systemen (statt Luftmassenmessung).

Typische Werte: Leerlauf 25-40 kPa, Volllast bei Saugmotor 95-105 kPa, Turbo bis 250 kPa. Häufiger Defekt: Drift durch Ölnebel oder Wasserdampf am Sensor-Element. Diagnose über Live-Daten-Vergleich mit Außendruck-Sensor bei Zündung an, Motor aus.

KRS

auch: Kurbelwellen-Sensor, Crankshaft Position Sensor

Der Kurbelwellensensor liefert Drehzahl und Position der Kurbelwelle als primäres Synchronisations-Signal.

Hall-Sensor oder Induktivsensor an Kurbelwelle/Schwungrad mit Zahnrad (60-2 Geberrad). Ausfall = Motor läuft nicht oder bricht plötzlich ab. Diagnose: Spannungssignal mit Oszilloskop bei Anlasser-Drehzahl prüfen, Frequenz und Amplitude müssen sauber sein. Bei Schwingungen Riss am Zahnrad oder loses Schwungrad prüfen.

ADAS

auch: Advanced Driver Assistance Systems

ADAS ist der Sammelbegriff für alle Fahrerassistenz-Systeme: Spurhalter, ACC, Notbremsassistent, Totwinkel, Verkehrszeichenerkennung.

Jede Reparatur, die ADAS-Sensoren betrifft (Frontscheibe, Stoßstange, Spiegel, Heckklappe, Achsvermessung), erfordert anschließend eine Kalibrierung mit Herstellerdiagnose. Toleranzen: Mercedes ±0,3°, BMW ±0,25°, VW ±0,2° (Gier-/Nick-Achse). Ohne Kalibrierung bleibt das System inaktiv oder reagiert falsch.

ACC

auch: Adaptive Cruise Control, Distronic, AdaptiveCruise

ACC ist der abstandsregelnde Tempomat — Radar- oder Kamera-basiert, hält Sicherheitsabstand zum Vordermann automatisch.

Mercedes nennt es DISTRONIC, BMW Active Cruise Control. Sensorik: 76-77 GHz Radar (Bosch ACC4, Continental ARS4xx) und/oder Mono/Stereo-Kamera. Funktionsbereich typisch 0-200 km/h, Stop&Go ab 2014. Kalibrierung statisch + dynamisch nach jeder Sensor-Demontage erforderlich.

ADAS-Kalibrierung

auch: Statische Kalibrierung, Dynamische Kalibrierung

Die ADAS-Kalibrierung richtet Kameras und Radarsensoren der Fahrerassistenzsysteme nach einem Eingriff neu aus — statisch an Targets in der Werkstatt oder dynamisch per Kalibrierfahrt.

Statisch: Hersteller-Targets auf ebener Kalibrierfläche, exakte Abstände und Höhen vom Diagnosesystem vorgegeben. Dynamisch: definierte Messfahrt (typisch 30-60 km/h, klare Fahrbahnmarkierung) mit angeschlossenem Herstellertool. Viele Fahrzeuge benötigen beide Verfahren nacheinander. Pflicht nach Frontscheibentausch, Achsvermessung, Stoßfänger- oder Sensor-Arbeiten — sonst bleibt das System inaktiv oder reagiert falsch.

Software

SCN-Codierung

auch: Software Calibration Number Coding

SCN-Codierung ist die fahrzeugspezifische Software-Konfiguration von Mercedes-Steuergeräten über das Werksbackend.

Eingeführt ab 2010/2011. Jedes neu verbaute Steuergerät benötigt eine SCN-Code-Generierung über XENTRY-Online und das Mercedes-Backend. Ohne SCN-Codierung läuft das Steuergerät nicht oder nur eingeschränkt.

Component Protection

Component Protection ist der kryptographische Diebstahlschutz der VW-Gruppe ab Immobilizer-Generation V (MQB-Plattform).

Jedes sicherheitsrelevante Steuergerät tauscht authentisierte Botschaften mit anderen Steuergeräten aus, gebunden an die Fahrzeug-VIN. Bei Tausch: Online-Verbindung zu ODIS-Service + gültiges SFD-Token zwingend.

SFD

auch: Schutz fahrzeugfremder Diagnose, FAZIT-Token

SFD ist die zusätzliche Berechtigungsprüfung des VW-Konzerns für sicherheitskritische Diagnose- und Codier-Funktionen ab MQB Evo.

Eingeführt 2020. Tester-Authentifizierung über das FAZIT-Backend mit personalisierten Tokens (Geräte- und Personen-Bindung). Ohne aktive SFD-Sitzung sind Schreibzugriffe gesperrt — auch bei voll funktionsfähigem ODIS-Online.

FAZIT

auch: VW-Backend-Service

FAZIT ist das zentrale Backend des VW-Konzerns für ODIS-Online-Zugriffe, Schlüssel-Anlernen, SVM-Updates und SFD-Token-Vergabe.

Werkstätten erhalten FAZIT-Zugang über offiziellen ODIS-Service-Vertrag mit VW. Authentifizierung via persönlicher Tester-PIN + Geräte-Bindung. Ohne FAZIT-Verbindung sind alle sicherheitsrelevanten Codierungen ab Immo V (MQB) gesperrt — auch bei voll funktionsfähigem ODIS lokal.

CAFD

auch: Coding Function Data BMW

CAFD sind die fahrzeugspezifischen Codier-Datensätze in BMW-Steuergeräten ab F-Baureihe.

Jede CAFD enthält die aktiven Funktionen eines Steuergeräts (z.B. Komfort-Optionen, Fernlichtassistent, ACC-Aktivierung). Bei Codier-Änderungen wird die CAFD modifiziert und über ISTA/E-Sys ins Steuergerät geflasht. FA-Datensatz steuert welche CAFDs aktiv sind. Falsche CAFD = Fahrzeug startet nicht oder bestimmte Funktionen tot.

SVM

auch: Software-Versions-Management VW

SVM ist das VW-Konzern-System zur zentralen Verwaltung von Steuergeräte-Software-Versionen über das FAZIT-Backend.

Bei jedem ODIS-Tester-Anschluss prüft SVM ob Software-Updates verfügbar sind. Werkstattbedingte Updates (Hersteller-Rückrufe, TSB) werden automatisch im Hintergrund gemeldet. Manueller SVM-Aufruf für gezielte Software-Anpassungen (z.B. Mediasystem-Update). Erfordert aktive ODIS-Online-Sitzung mit FAZIT-Backend-Verbindung.

Adaptionswerte

auch: Lernwerte, Anpassungswerte

Adaptionswerte sind gelernte Korrekturwerte, mit denen Steuergeräte Bauteiltoleranzen und Verschleiß über die Lebensdauer ausgleichen.

Motorsteuergeräte adaptieren u.a. Gemisch (LTFT), Drosselklappen-Anschläge und Injektor-Mengenabweichungen; Getriebesteuergeräte lernen Kupplungs-Greifpunkte und Schaltdrücke. Nach Bauteiltausch (Kupplung, Drosselklappe, Mechatronik) müssen die Adaptionswerte über XENTRY/ODIS/ISTA zurückgesetzt und neu angelernt werden — sonst ruckelt das System oder geht in den Notlauf.

Lange Codierung

auch: Long Coding, Langcodierung

Die Lange Codierung ist die bit-genaue Funktionskonfiguration von Steuergeräten der VW-Gruppe — jedes Bit schaltet eine Funktion an oder aus.

Eingeführt mit den CAN-Steuergeräten ab ca. 2003. Aufbau als Byte/Bit-Matrix, dokumentiert je Steuergerät. Beispiele: Anzahl Komfort-Blinker-Impulse, Tagfahrlicht-Verhalten, Anhänger-Funktionen, Coming-Home-Licht. Falsch gesetzte Bits können Funktionen stilllegen — Codier-Änderungen gehören in fachkundige Hand, immer mit Sicherung der Original-Codierung.

Abgastechnik

OPF / GPF

auch: Ottopartikelfilter, Gasoline Particulate Filter

OPF/GPF ist ein Partikelfilter für Direkteinspritzer-Benziner, gesetzlich vorgeschrieben ab Euro 6d-Temp (2017).

Wabenkörper aus Cordierit oder Siliziumcarbid, ähnlich DPF aber kleiner (typisch 1-2 Liter). Regeneration passiv im Hochlast-Bereich (>650 °C Abgastemperatur). Beladung wird via Differenzdruck und Streckenmodell überwacht. Aschegrenze 80-100 g — anschließend Tausch oder Reinigung im Bench-Verfahren nötig.

STFT / LTFT

auch: Short Term Fuel Trim, Long Term Fuel Trim, Lambda-Korrektur

STFT/LTFT sind die kurz- und langfristigen Gemisch-Korrekturwerte des Motorsteuergeräts auf Basis der Lambdasonde.

Sollwert ±0 % (perfekte Stöchiometrie). STFT reagiert in Sekunden auf Lambda-Sprünge, LTFT lernt langsam dauerhafte Abweichungen. Werte über +20 % bei beiden weisen auf Falschluft, defekte Lambdasonde oder magere Einspritzdüsen hin. Werte unter −20 % auf zu fettes Gemisch (defekte Lambdasonde, undichter Tankentlüftungs-Magnetventil).

DPF-Regeneration

auch: Aktive Regeneration, Diesel Particulate Filter Burn

DPF-Regeneration verbrennt eingelagerte Rußpartikel im Dieselpartikelfilter zu CO2 — passiv oder aktiv.

Passiv: ab 350-450 °C Abgastemperatur (Autobahn-Fahrt > 30 Min). Aktiv: ECU spritzt Nacheinspritzung, hebt Abgastemperatur auf 600-650 °C. Erfordert mindestens 20-30 Min Last-Fahrt. Bei abgebrochener Regeneration: P2002, MIL, später DPF-Sperre. Erzwungene Regeneration über XENTRY/ODIS/ISTA möglich.

OSC

auch: Oxygen Storage Capacity, Sauerstoffspeicherkapazität

OSC bezeichnet die Sauerstoffspeicherkapazität des Katalysators — das zentrale Maß für seine Alterung.

Die Cer-Beschichtung des Kats speichert Sauerstoff bei magerem Gemisch und gibt ihn bei fettem Gemisch wieder ab. Das Motorsteuergerät misst die OSC über den Signalvergleich der Lambdasonden vor und nach dem Kat. Sinkt die Speicherfähigkeit unter den Grenzwert, setzt die OBD P0420/P0430 — nicht jeder P0420 bedeutet aber einen defekten Kat: Auch eine träge Nachkat-Sonde oder Falschluft verfälscht die Messung.

Recht

GVO

auch: Gruppenfreistellungsverordnung, EU 461/2010

Die GVO ist die EU-Verordnung, die Garantieerhalt auch bei freier Werkstatt-Inspektion sichert — solange Hersteller-Vorgaben eingehalten werden.

Verordnung (EU) Nr. 461/2010 Kfz-GVO. Bedeutung: Kunden dürfen Inspektion in jeder qualifizierten Werkstatt machen lassen, ohne Garantie zu verlieren. Voraussetzungen: nach Hersteller-Wartungsplan, Herstellerteile oder OE-Qualität, dokumentiertes Serviceheft. KFZ Dietrich ist GVO-konform und arbeitet mit allen drei Hersteller-Diagnosesystemen.

BIV

auch: Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks

BIV erteilt die Berechtigung zur Abgasuntersuchung (AU) für freie Werkstätten.

Voraussetzung für AU-Berechtigung: Kfz-Meisterbetrieb, anerkannte AU-Schulung, geeignete Ausstattung (Abgasanalysegerät, OBD-Schnittstelle). KFZ Dietrich führt die AU über BIV durch, die HU über die Partner TÜV Nord und Dekra im Haus.

DGUV V70

auch: DGUV Vorschrift 70, BGV D29

DGUV Vorschrift 70 schreibt für gewerbliche Fahrzeuge eine jährliche sicherheitstechnische Prüfung vor.

Pflicht für alle Fahrzeuge eines Gewerbebetriebs (auch wenn nicht TÜV-pflichtig). Prüfumfang: Bremsen, Lenkung, Fahrwerk, Beleuchtung, Reifen, Sicherheitsausrüstung. Geprüft durch befähigte Person (Kfz-Meister mit DGUV-Schulung). KFZ Dietrich bietet DGUV V70 für Fuhrparks und Einzelfahrzeuge.

H-Kennzeichen

auch: Oldtimer-Zulassung, §23 StVZO

Das H-Kennzeichen erhalten Fahrzeuge ab 30 Jahren in erhaltungswürdigem Originalzustand — mit pauschaler Kfz-Steuer und freier Einfahrt in Umweltzonen.

Voraussetzung ist ein Oldtimer-Gutachten nach §23 StVZO: weitgehende Originalität (zeitgenössische Umbauten sind zulässig), gepflegter Zustand, keine sicherheitsrelevanten Mängel. Wir bereiten Fahrzeuge gezielt auf die Begutachtung vor und dokumentieren Substanz und Originalität nachvollziehbar.

Teilegutachten / §21 StVZO

auch: ABE, Einzelabnahme, §19 Abs. 3 StVZO

Teilegutachten, ABE und Einzelabnahme nach §21 StVZO sind die drei Wege, Anbauteile und technische Änderungen legal in die Fahrzeugpapiere zu bringen.

ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis): keine Eintragung nötig, Dokument mitführen. Teilegutachten: Anbau muss von einer Prüforganisation abgenommen und eingetragen werden (§19 Abs. 3 StVZO). Einzelabnahme nach §21 StVZO: für Änderungen ohne vorhandenes Gutachten — die aufwendigste Variante mit vollständiger technischer Prüfung. Ohne korrekte Eintragung erlischt die Betriebserlaubnis und der Versicherungsschutz ist gefährdet.

Antriebsstrang

Haldex

auch: Haldex-Kupplung, 4MOTION

Haldex ist eine elektrohydraulische Lamellenkupplung an der Hinterachse für 4MOTION/quattro Allrad bei VW-Konzern-Modellen mit quer eingebautem Motor.

Generationen Haldex 1-5 (heute Gen 5 mit elektrohydraulischem Drucksensor). Wartung: Ölwechsel alle 60.000 km mit speziellem Haldex-Öl + Filter (oft vergessen!). Diagnose über ODIS: Vordruck-Spitzen, Pumpenstrom, Kupplungstemperatur. Ohne Wartung Schäden an Lamellen + Pumpe (~1.500 € Reparatur).

Elektrik

Ruhestrom

auch: Ruhestromaufnahme, Parasitic Draw

Ruhestrom ist der Strom, den ein abgestelltes Fahrzeug nach dem Einschlafen aller Steuergeräte noch aus der Batterie zieht.

Sollwert moderner Fahrzeuge: 20-50 mA nach Ablauf der Bus-Einschlafzeit (15-60 Min). Erhöhter Ruhestrom — etwa 300 mA durch ein nicht einschlafendes Steuergerät — entlädt die Batterie über Nacht. Diagnose: Zangenamperemeter an der Batterieleitung plus systematisches Eingrenzen über den Spannungsfall an den einzelnen Sicherungen, ohne den Stromkreis zu unterbrechen.

Spannungsfall-Messung

auch: Spannungsabfall-Prüfung, Voltage Drop Test

Die Spannungsfall-Messung prüft Leitungen, Masseverbindungen und Steckkontakte unter Last — die präziseste Methode, um Übergangswiderstände zu finden.

Multimeter parallel zum verdächtigen Leitungsabschnitt, Verbraucher einschalten: Mehr als 0,2-0,5 V Spannungsfall zeigt einen korrodierten Kontakt oder eine schlechte Masseverbindung. Vorteil gegenüber der Widerstandsmessung: Der Fehler zeigt sich erst unter Strom. Klassische Befunde: Anlasser dreht schwach trotz guter Batterie, flackernde Beleuchtung, sporadische Steuergeräte-Fehler.

Ladebooster

auch: DC-DC-Ladewandler, Batterie-zu-Batterie-Lader

Ein Ladebooster ist ein DC-DC-Wandler, der die Aufbaubatterie im Wohnmobil während der Fahrt kontrolliert und vollständig lädt.

Moderne Euro-6-Fahrzeuge mit intelligenter Lichtmaschine senken die Bordspannung im Schubbetrieb unter 13 V — eine direkt parallel geschaltete Zweitbatterie wird so nie voll. Der Ladebooster hebt die Spannung auf eine echte IUoU-Ladekennlinie an (Profil für Blei-Säure, AGM oder LiFePO4) und begrenzt den Ladestrom auf das, was Lichtmaschine und Kabelquerschnitt dauerhaft vertragen.

Wartung & Werterhalt

EPB-Service-Modus

auch: Elektrische Parkbremse Wartungsmodus

Der EPB-Service-Modus fährt die Stellmotoren der elektrischen Parkbremse zurück, damit die Bremsbeläge an der Hinterachse gewechselt werden können.

Ohne aktivierten Service-Modus drückt der Stellmotor den Kolben gegen den neuen Belag — Folge: zerstörter Stellmotor oder falsch angelernte Bremse. Aktivierung und anschließendes Anlernen der Belagstärke erfolgen über das Herstellerdiagnosesystem. Bei einigen Modellen ist nach dem Wechsel zusätzlich eine Funktionsprüfung mit definierten Zuspannzyklen vorgeschrieben.

Hohlraumkonservierung

auch: Hohlraumversiegelung

Hohlraumkonservierung ist das Einbringen von kriechfähigem Wachs oder Fett in Schweller, Träger und Türen — Korrosionsschutz von innen, wo Rost zuerst entsteht.

Verarbeitung über vorhandene Stopfen oder gezielt gesetzte Bohrungen mit Hakensonden und 360°-Sprühkopf. Das Material kriecht in Falze und Schweißnähte und verdrängt dort Feuchtigkeit. Die sinnvolle Ergänzung zur Unterbodenversiegelung — besonders bei Fahrzeugen, deren Substanz langfristig erhalten bleiben soll.

DOT-Nummer

auch: Reifen-Herstellungsdatum

Die DOT-Nummer auf der Reifenflanke nennt Produktionswoche und -jahr des Reifens — „2522" bedeutet Woche 25 im Jahr 2022.

Gummi altert auch ohne Laufleistung: Weichmacher entweichen, der Reifen verhärtet, Haftung und Nassbremsweg verschlechtern sich messbar. Empfehlung: Sommerreifen spätestens nach 8-10 Jahren ersetzen, Winterreifen nach 6-8 Jahren. Bei Wohnmobilen und Anhängern mit geringer Laufleistung ist die DOT-Nummer wichtiger als die Profiltiefe.

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