Fluid Film Hohlraumversiegelung – wann erneuern?

Fluid Film ist ein jährlich aufzutragendes Kriechöl für Hohlraumschutz. Warum die Erneuerung nötig ist, wie das Auftragen funktioniert.

Fluid Film Hohlraumversiegelung – wann erneuern?

Fluid Film ist das bekannteste kriechfähige Hohlraum-Schutzöl auf dem Markt. Es kriecht in Ritzen, verdrängt Feuchtigkeit und bildet einen schützenden Film auf allen erreichbaren Metalloberflächen. Aber es bleibt nicht ewig – und genau das unterscheidet es von permanenten Beschichtungen.

Warum Fluid Film erneuert werden muss

Fluid Film enthält Lanolin (Wollfett) als Hauptwirkstoff und Trägeröle, die das Lanolin in flüssiger Form halten. Diese Zusammensetzung ermöglicht das hervorragende Kriechverhalten – das Produkt fließt in Falze, Schweißnähte und Überlappungen, die mit dickflüssigeren Produkten nicht erreichbar sind. Der Nachteil: Die Trägeröle verdampfen mit der Zeit, besonders im Sommer wenn Motorwärme und Sonneneinstrahlung auf den Unterboden einwirken.

Schätzung aus der Praxis: 30–50% des aufgetragenen Volumens verdampft im ersten Jahr. Die Verdampfungsrate hängt von der Umgebungstemperatur, der Durchlüftung der Hohlräume und der aufgetragenen Schichtdicke ab. In gut belüfteten Hohlräumen (Schweller mit Ablauföffnungen, Türunterkanten) ist der Verlust höher als in geschlossenen Hohlräumen (A-Säulen, Längsträger ohne Öffnungen).

Nach einem Winter ist die Schichtdicke deutlich reduziert. Nach zwei Jahren ohne Erneuerung ist der Schutz auf vielen Flächen kaum noch vorhanden – besonders in den kritischen, gut belüfteten Hohlräumen, wo Feuchtigkeit am ehesten eindringt. Das verbleibende Lanolin bildet zwar noch einen dünnen Film, die Schutzwirkung gegen Streusalz und Kondenswasser ist aber nicht mehr ausreichend.

Empfehlung: Jährlich erneuern, idealerweise im Herbst vor dem Winter. September bis November ist der optimale Zeitpunkt – das Fahrzeug ist von der Sommerwärme trocken, und der Schutz wirkt ab dem ersten Streusalz-Einsatz.

Auftragen: Worauf es ankommt

Hohlraum-Sonden: Fluid Film muss über Einstecklöcher (Werkslöcher, Gummistopfen, Ablauföffnungen) in die Hohlräume eingesprüht werden. Die Sonde wird in den Hohlraum eingeführt und sprüht das Produkt in einem 360°-Kegel. Einfaches Sprühen von außen auf den Unterboden erreicht die Innenseiten von Schwellern, Trägern und Säulen nicht. Jedes Fahrzeug hat herstellerspezifische Zugangspunkte – ein erfahrener Anwender kennt die Position jedes Stopfens und jeder Öffnung.

Menge: Zu wenig = lückenhafte Abdeckung, ungeschützte Bereiche korrodieren weiter. Zu viel = Tropft am Unterboden, verschmutzt Auspuff (Rauchentwicklung) und Bremsleitungen. Richtige Menge: Hohlraum vollständig benetzt, minimaler Ablauf. Erfahrungswert: 2–4 Liter Fluid Film für einen Mittelklasse-PKW, 4–6 Liter für einen Transporter oder SUV.

Vorarbeit: Rost-Stellen vor der Versiegelung behandeln. Fluid Film schützt und verlangsamt bestehende Korrosion, konserviert aber aktiven Rost nicht dauerhaft. Lose Rostpartikel sollten mechanisch entfernt werden, damit das Fluid Film direkten Kontakt zur Metalloberfläche hat. Bei starkem Rost in Hohlräumen: Zunächst mit Fluid Film NAS (stärker kriechfähige Variante) den Rost durchdringen, dann mit Fluid Film AS-R versiegeln.

Fluid Film vs. Mike-Sanders-Fett

Fluid Film: Kriecht sehr gut in feinste Spalten, dünner Film, Kosten moderat, jährlich erneuern. Ideal als regelmäßige Auffrischung und für Bereiche, die mit Fett nicht erreichbar sind. Verdrängt aktiv Feuchtigkeit durch die kriechfähige Konsistenz.

Mike-Sanders: Dickeres Korrosionsschutzfett auf Paraffin-Basis, bleibt länger (2–4 Jahre), teurer in Material und Arbeitszeit, schwieriger zu verarbeiten (muss auf 60–80°C erwärmt werden). Bildet eine dauerhafte, zähe Schutzschicht. Nachteil: Kriecht nicht so tief in Falze und Schweißnähte wie Fluid Film.

Wer seinen Unterboden dauerhaft schützen will: Mike-Sanders-Fett alle 3–4 Jahre als Basisbehandlung, dann Fluid Film jährlich als Auffrischung zwischen den Sanders-Terminen. Die Kombination vereint die Vorteile beider Produkte – die Langzeitwirkung des Fetts und die Kriechfähigkeit des Fluids.


Hohlraumschutz für Ihr Fahrzeug? Per WhatsApp Fahrzeug und Baujahr nennen – wir empfehlen ob Fluid Film, Mike-Sanders oder Kombination.


Weiterführende Informationen:

Häufig gestellte Fragen

Wie oft sollte die Unterbodenversiegelung erneuert werden?

Wir empfehlen eine Kontrolle alle 2-3 Jahre und eine Auffrischung bei Bedarf. Neufahrzeuge profitieren von einer zusätzlichen Hohlraumversiegelung ab dem ersten Jahr.

Was kostet eine Unterbodenversiegelung?

Die Kosten richten sich nach Fahrzeugklasse und Zustand. Wir erstellen nach einer Sichtprüfung ein individuelles Angebot mit Festpreis – transparent und verbindlich.

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