- 90 % Werkstattbindung: Neun von zehn Deutschen bleiben ihrer Stammwerkstatt treu – persönliches Vertrauen wiegt schwerer als der Stundensatz.
- Markenwerkstätten 45 %, freie Werkstätten 35 %: Spezialbetriebe mit Herstellerdiagnose-Zugang (XENTRY, ODIS, ISTA) besetzen die strategische Lücke dazwischen.
- 13.140 km Jahresfahrleistung: Zweiter Anstieg in Folge – Zeitfaktor bei Wartungsintervallen gewinnt an Bedeutung.
- Gebrauchte E-Autos unter Druck: Kaufbereitschaft sank von 51 % auf 37 % – Batteriezustandsdiagnose (SoH) wird zum Kaufargument.
- Datenbasis: 4.666 repräsentative Interviews, 52. Auflage seit 1974 – Standardreferenz für die Branche.
Der DAT-Report 2026 ist die Standardquelle für die Werkstatt- und Aftermarket-Branche in Deutschland. Auf Basis von 4.666 repräsentativen Interviews liefert die 52. Auflage konkrete Zahlen zu Kundenverhalten, Marktanteilen und Trends. Wir haben die wichtigsten Erkenntnisse für KFZ-Halter und Werkstattbetriebe aufbereitet – mit Fokus darauf, was diese Zahlen für Ihre Fahrzeugpflege und Werkstattwahl tatsächlich bedeuten.
Werkstatt und Service: Vertrauen schlägt Stundensatz
90 % Werkstattbindung – das wichtigste Signal der Studie
Die bedeutendste Kennzahl des DAT-Report 2026 für die Werkstattlandschaft: 90 % der Halter lassen Arbeiten konsequent in derselben Werkstatt durchführen. Diese Bindungsquote ist über mehrere Jahre stabil und bestätigt eine strukturelle Eigenheit des deutschen Aftermarkts:
- Persönliches Vertrauen ist das entscheidende Kriterium – wichtiger als der reine Stundensatz
- Die Wahl der Stammwerkstatt ist eine langfristige Entscheidung, die sich über viele Jahre auswirkt
- Einmal gewonnenes Vertrauen wird selten aufgekündigt – Wechsel entstehen fast ausschließlich durch Umzug oder konkreten Vertrauensverlust
Für Halter folgt daraus: Die sorgfältige Erstauswahl der Stammwerkstatt amortisiert sich vielfach, da die Beziehung typischerweise ein Jahrzehnt oder länger anhält. Für Werkstätten bedeutet die Zahl, dass Erstqualität und Kommunikation beim ersten Kontakt über Jahresumsätze entscheiden.
Markenwerkstatt 45 % vs. freie Werkstatt 35 %
Bei den Auftragsanteilen 2025 zeigt der DAT-Report folgende Verteilung:
| Segment | Anteil 2025 | Tendenz |
|---|---|---|
| Markenwerkstätten | 45 % | leicht zulegend |
| Freie Werkstätten | 35 % | leicht rückläufig |
| Sonstige (Ketten, Spezialbetriebe) | 20 % | stabil |
Besonders aufschlussreich ist die strategische Lücke zwischen beiden Hauptsegmenten: Freie Werkstätten mit offiziellem Zugang zu Herstellerdiagnose-Systemen – XENTRY für Mercedes-Benz, ODIS für die VAG-Gruppe, ISTA für BMW und Mini – positionieren sich genau in diesem Zwischenraum. Sie bieten die Diagnosetiefe eines Vertragshändlers kombiniert mit der persönlichen Betreuung und den kürzeren Reaktionszeiten eines inhabergeführten Betriebs.
Diese Positionierung beantwortet die in Verbraucherstudien wiederkehrende Frage “Vertragshändler oder freie Werkstatt?” mit einer dritten Option, die beide Vorteile vereint.
KFZ Dietrich gehört zu dieser Kategorie – Meisterbetrieb seit 1978, mit offiziell lizenziertem XENTRY, ODIS und ISTA.
Mobilität: 13.140 km pro Jahr und steigende Tendenz
Die durchschnittliche Jahresfahrleistung stieg zum zweiten Mal in Folge auf 13.140 km. Das verändert die Relevanz der verschiedenen Wartungsintervall-Faktoren.
Konsequenzen für Wartungsintervalle
| Service-Intervall (Hersteller-Vorgabe) | Bei 13.140 km/Jahr fällig nach |
|---|---|
| 15.000 km / 1 Jahr Ölwechsel | jährlich (Zeitfaktor dominiert) |
| 30.000 km / 2 Jahre Inspektion | 2,3 Jahre |
| 60.000 km / 4 Jahre große Inspektion | 4,6 Jahre |
| 60.000 km Zahnriemen | 4,6 Jahre |
| Bremsflüssigkeit alle 2 Jahre | zeitabhängig, nicht km-abhängig |
Für Halter bedeutet das: Auch bei vermeintlich niedriger Laufleistung darf der Zeitfaktor nicht ignoriert werden. Motoröl, Bremsflüssigkeit und Kühlmittel altern unabhängig vom Kilometerstand. Ein Fahrzeug mit 13.140 km Jahresleistung und einem 30.000-km-Intervall benötigt trotzdem alle zwei Jahre einen vollständigen Inspektionsdurchgang – und alle zwei Jahre frische Bremsflüssigkeit, deren Siededepression durch Wasseraufnahme entsteht, nicht durch Laufleistung.
Mehr zu Inspektions-Intervallen und was wirklich gemacht werden sollte.
81 % halten ihr Auto für unverzichtbar
81 % der Halter sehen das eigene Fahrzeug als unverzichtbar an, über 90 % sehen aktuell keine echte Alternative im öffentlichen Nahverkehr. Diese strukturelle Abhängigkeit verändert die Investitionsbereitschaft: Wer das Auto nicht ersetzen will oder kann, investiert in Werterhalt durch konsequente Wartung statt in einen Neukauf.
Pkw-Markt 2025 / 2026: Aufgeschobene Käufe holen auf
Durchschnittliche Neuwagenpreise 2025
| Kategorie | Preis 2025 | Veränderung |
|---|---|---|
| Neuwagen gesamt | 44.560 € | +2,4 % zum Vorjahr |
| Benziner | 33.150 € | preiswerterer Markteinstieg |
| Elektroauto (BEV) | 47.160 € | +5 % über Gesamtschnitt |
| Plug-in-Hybrid (PHEV) | 64.570 € | Premium-Segment |
Kaufgründe: Notwendigkeit dominiert
- 80 % der Gebrauchtwagenkäufer sahen den Kauf als notwendig an, nicht als Wunsch
- 70 % der Neuwagenkäufer ebenso
- Aufgeschobene Käufe aus den Vorjahren (Halbleitermangel, wirtschaftliche Unsicherheit 2022–2024) entladen sich 2025/26 als Nachholeffekt
Die Preisentwicklung unterstreicht: Fahrzeuge sind langfristige Investitionsgüter. Wer sein bestehendes Fahrzeug durch konsequente Wartung und vorausschauende Instandsetzung in einem guten Zustand hält, spart gegenüber einem vorzeitigen Neukauf erheblich.
Elektromobilität: Differenziertes Bild nach Erfahrungsgruppen
Erfahrung wächst, aber Skepsis bei Gebrauchten steigt
- 30 % der Halter sind bereits ein E-Auto gefahren (Anstieg gegenüber Vorjahr)
- 20 % haben eigene Lade-Erfahrung an einer öffentlichen Ladestation gemacht
- 72 % lehnen einen Kauf ohne Heimladung ab – die private Lademöglichkeit bleibt das wichtigste Kaufkriterium
Gebrauchte E-Autos: Kaufbereitschaft sinkt deutlich
Eine der auffälligsten Zahlen des DAT-Report 2026: Die Bereitschaft, einen jungen Gebraucht-BEV zu kaufen, sank von 51 % auf 37 %. Dieser Rückgang um 14 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres ist substanziell. Hauptgründe:
- Unklarer Batteriezustand (SoH): Käufer können ohne technische Diagnose nicht beurteilen, wie viel Kapazität die Hochvoltbatterie noch hat. Schnelle Modell-Generationswechsel erhöhen die Unsicherheit.
- Restwert-Risiko: Neue Akkutechnologien und sinkende BEV-Neupreise lassen die Restwerte älterer Modelle schwer kalkulierbar erscheinen.
Lösung aus Werkstattsicht: Eine professionelle Hochvolt-Batterie-Diagnose mit SoH-Messung (State of Health) vor dem Kauf gibt objektive Klarheit über die Restkapazität. Mehr zur HV-Batterie-Diagnose.
Reichweiten-Erwartung: 433 km Mindest-Schwelle
Käufer erwarten im Schnitt 433 km Mindestreichweite. Das ist die psychologische Schwelle, ab der ein Elektroauto als alltagstauglich gilt. Aktuelle Modelle der mittleren Preisklasse erreichen diese Schwelle zunehmend – ältere Gebrauchtmodelle mit 250–350 km WLTP-Reichweite haben es deutlich schwerer am Markt.
Chinesische Marken: 40 % Wahrnehmungsquote
40 % der Befragten nehmen chinesische Automarken inzwischen aktiv im Straßenverkehr wahr (Vorjahr 37 %). Bei intensiven Neuwagenkäufern ist die Quote noch höher. Vorbehalte bestehen weiterhin – besonders zur Datenverarbeitung und zu Softwaresicherheit chinesischer Fahrzeuge.
Werkstattrelevant: Chinesische Modelle (BYD, MG, NIO, Xpeng) erfordern eigene Diagnose-Tools und Ersatzteilketten, die bei vielen europäischen freien Werkstätten noch nicht etabliert sind. Bei der Werkstattwahl für ein chinesisches Modell lohnt die gezielte Nachfrage nach verfügbaren Diagnose-Tools.
Für Techniker: DAT-Methodologie und Marktstruktur-Interpretation
Methodologie DAT-Report 2026
Stichprobengröße: 4.666 repräsentative Interviews (CATI-Methode). Grundgesamtheit: Pkw-Halter in Deutschland (ca. 50 Mio.). Gewichtung: nach Alter, Geschlecht, Region, Fahrzeugtyp. Betrachtungszeitraum: Autojahr 2025 (Jan–Dez 2025). Präsentation: 27. Januar 2026 in Berlin, ca. 1.000 Branchenvertreter.
Marktanteil-Interpretation: Methodischer Hinweis
Die Auftragsanteile (Markenwerkstatt 45 % / freie Werkstatt 35 %) beziehen sich auf Auftragsvolumen, nicht auf Umsatz. Markenwerkstätten erzielen typischerweise höhere Stundensätze bei Neufahrzeugwartungen; freie Werkstätten sind bei älteren Fahrzeugen (über 4 Jahre) überproportional vertreten. Der „Loyalitätsknick” tritt statistisch bei 4–5 Jahren Fahrzeugalter auf: Halter wechseln nach Ablauf der Herstellergarantie häufiger zur freien Werkstatt.
Bremsflüssigkeit: Zeitfaktor vs. Kilometerstand
Ein technischer Hintergrund zur Wartungsintervall-Thematik: DOT-4-Bremsflüssigkeit (Nass-Siedepunkt: 155 °C, Trocken-Siedepunkt: 230 °C) absorbiert Feuchtigkeit hygroskopisch aus der Umgebungsluft – unabhängig vom Fahrprofil. Bei einem Wassergehalt von 3,5 % sinkt der Nass-Siedepunkt auf 155 °C, was bei intensiver Bremsbeanspruchung (Bergabfahrt, Anhängerbetrieb) zur Dampfblasenbildung führen kann. Faustregel: Bremsflüssigkeit alle 2 Jahre wechseln – der Kilometerstand ist irrelevant. Bei 13.140 km/Jahr ist der Bremsflüssigkeitswechsel damit rein zeitlich indiziert, nicht durch die Laufleistung.
Leasing BEV/PHEV: Finanzierungsstruktur dahinter
Die hohe Leasingquote bei BEV (45 %) und PHEV (47 %) im Vergleich zu Verbrennern (23 %) erklärt sich durch Risikoverteilung: Der Leasinggeber trägt das Restwert-Risiko des schnellen technologischen Wandels. Für Werkstätten bedeutet das: Leasingfahrzeuge sind häufiger innerhalb der Fabrikgarantie und damit öfter an Vertragshändler gebunden. Rücklaufende Leasingfahrzeuge nach 3 Jahren sind dagegen ein attraktives Segment für freie Werkstätten mit Gebrauchtwagen-Ankaufberatung und Hochvolt-Diagnose.
Leasing: Verbrenner-Stiefkind, BEV-Star
| Segment | Leasingquote (privat) |
|---|---|
| Verbrenner gesamt | 23 % |
| BEV (Elektro) | 45 % |
| PHEV | 47 % |
Der Grund für die hohe BEV/PHEV-Leasingquote liegt im Restwert-Risiko der schnellen Modell-Generationswechsel und der Batterietechnologie-Entwicklung: Dieses Risiko wird durch das Leasing auf den Leasinggeber übertragen. Bei Verbrennern mit kalkulierbarem Restwert bleibt der Kauf die häufigere Wahl.
Was diese Zahlen für Sie als Halter bedeuten
- Werkstattwahl ist Vertrauenssache – einmal getroffen, jahrzehntelang gehalten. Sorgfältige Erstauswahl lohnt sich in jeder Dimension.
- Service nach Zeit, nicht nur nach Kilometer – bei 13.140 km/Jahr ist der Zeitfaktor für Bremsflüssigkeit, Motoröl und Inspektionen entscheidend.
- Investition in Substanzerhalt zahlt sich aus – wer das Fahrzeug nicht ersetzen will oder kann, profitiert direkt von konsequenter Wartung.
- E-Auto-Kauf erfordert Heimladung-Klärung – ohne private Lademöglichkeit bleibt das Fahrzeug Belastung statt Entlastung.
- Gebraucht-BEV brauchen professionelle Diagnose – die SoH-Messung der Hochvoltbatterie schützt vor Fehlinvestitionen.
Sie suchen eine langfristige Werkstattpartnerschaft in Südniedersachsen? Wir sind seit 1978 Meisterbetrieb in Hardegsen-Gladebeck – mit XENTRY, ODIS und ISTA für Mercedes, VAG und BMW. Kontakt: 05505 5236 oder per WhatsApp.
Datenquelle: DAT-Report 2026, Betrachtungszeitraum Autojahr 2025. Deutsche Automobil Treuhand (DAT). Repräsentative Befragung von 4.666 Personen. 84 Seiten, 108 Grafiken. 52. Auflage seit 1974. Vorgestellt am 27. Januar 2026 in Berlin. Verfügbar unter dat.de/report.
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