Mercedes W213 MBUX – Codierungen und Anpassungen mit XENTRY

Mercedes E-Klasse W213 mit MBUX: Welche Einstellungen per XENTRY codierbar sind, was MBUX von älteren COMAND-Systemen unterscheidet.

Mercedes W213 MBUX – Codierungen und Anpassungen mit XENTRY

MBUX (Mercedes-Benz User Experience) im W213 ist ein anderes System als das ältere COMAND NTG5. Andere Architektur, andere Codierungsmethoden – und neue Möglichkeiten, die bei älteren Systemen nicht existierten.

Was MBUX von COMAND unterscheidet

COMAND (NTG5/NTG5.5): Infotainment-Steuergerät mit separater Karten-SD-Karte. Software-Updates über SD-Karte oder OTA (bei NTG5.5). Codierungen werden direkt im Steuergerät auf Parameter-Ebene vorgenommen – jeder Parameter hat eine definierte Speicheradresse und einen Wertebereich. Das System ist modular aufgebaut, Infotainment und Fahrzeugsysteme sind relativ unabhängig voneinander.

MBUX (W213 ab Facelift, W222, GLC ab 2017): Vollintegriertes System mit eigenem Linux-basiertem Betriebssystem und einem leistungsfähigen Multimedia-Prozessor (NVIDIA Tegra). Over-the-Air-Updates werden direkt vom Mercedes-Server eingespielt, ohne dass das Fahrzeug in eine Werkstatt muss. Codierungen sind tiefer in die Fahrzeugarchitektur integriert – MBUX kommuniziert über das zentrale Kommunikations-Gateway mit nahezu allen Steuergeräten im Fahrzeug. Eine Änderung im MBUX-System kann daher Auswirkungen auf andere Fahrzeugfunktionen haben, was eine sorgfältige Analyse vor jeder Codierung erfordert.

Die Kommunikation zwischen MBUX und den Fahrzeugsteuergeräten erfolgt über den MOST-150-Bus (für Multimedia-Daten) und den CAN-Bus (für Fahrzeugfunktionen). Das MBUX-Head-Unit fungiert als zentrales Gateway für Benutzerinteraktionen – Einstellungen die der Fahrer im MBUX-Display vornimmt (Ambientebeleuchtung, Sitzeinstellungen, Fahrprogramm-Auswahl), werden an die jeweiligen Steuergeräte weitergeleitet.

Was per XENTRY beim W213 MBUX codiert werden kann

  • Spracheinstellungen und Regionalisierung: Menüsprache, Einheitensystem (km/h vs. mph, Celsius vs. Fahrenheit), Datumsformat. Bei Import-Fahrzeugen aus dem Ausland oft die erste Codierung
  • Hey Mercedes Aktivierungswort aktivieren/deaktivieren: Die Sprachsteuerung reagiert auf das Aktivierungswort dauerhaft oder nur bei gedrückter Sprechtaste. Einige Fahrzeughalter bevorzugen die manuelle Aktivierung, um unbeabsichtigte Sprachbefehle zu vermeiden
  • Augmented Reality Navi Aktivierung: Wenn das AR-Kameramodul verbaut aber im System deaktiviert ist. Die Kamera hinter der Frontscheibe erfasst das Vorausfeld, und das MBUX-System überlagert Navigationshinweise (Abbiegepfeile, Hausnummern) auf dem Kamerabild. XENTRY aktiviert die Funktion und kalibriert die Kamera auf den MBUX-Bildschirm
  • Navigation POI-Kategorien anpassen: Welche Point-of-Interest-Kategorien auf der Karte angezeigt werden, Darstellungsgröße und Priorität der POI-Symbole
  • Anzeige-Konfiguration im Kombiinstrument: Beim digitalen Widescreen-Cockpit lassen sich die Anzeige-Layouts erweitern. Zusätzliche Darstellungen (Performance-Anzeige, Kompass, erweiterte Verbrauchsanzeige) können freigeschaltet werden, wenn die Hardware das unterstützt
  • Warnmeldungs-Schwellwerte anpassen: Geschwindigkeitswarnungen (akustisch/visuell), Tankwarnung-Schwellwert, Reifendruck-Warnschwellen innerhalb des zulässigen Bereichs
  • Apple CarPlay/Android Auto: Wenn die Vorbereitung hardwareseitig vorhanden ist (WLAN-Modul, USB-Schnittstelle mit Datenprotokoll). Bei einigen Export-Versionen sind diese Funktionen deaktiviert

Was nicht per einfacher Codierung geht

Funktionen die Hardware erfordern (Kamera-Module, Ultraschallsensoren, Radar-Einheiten, Head-Up-Display-Projektor) lassen sich nicht rein per Software freischalten. XENTRY prüft beim Codieren automatisch über den MOST- und CAN-Bus, ob die nötige Hardware verbaut ist und im Netzwerk antwortet. Wenn ein Steuergerät nicht im Kommunikationsnetzwerk erkannt wird, blockiert XENTRY die zugehörige Codierung.

Nachrüstung von AR-Navi oder Head-up-Display: Technisch möglich, aber aufwändig. Das AR-Navi erfordert eine Kamera hinter der Frontscheibe mit spezifischem Blickwinkel und eine Datenverbindung zum MBUX-Prozessor. Das Head-Up-Display erfordert einen Projektor im Armaturenbrett, eine spezielle Frontscheibe mit Reflexionsschicht und ein eigenes Steuergerät. Beide Nachrüstungen umfassen Kabelbaum-Erweiterungen und anschließende XENTRY-Konfiguration aller beteiligten Steuergeräte.

Unterschied zwischen Codierung und Update

Codierung: Parameter in vorhandenen Steuergeräten ändern. Die Software bleibt auf dem gleichen Stand, nur die Konfiguration wird angepasst. Vergleichbar mit dem Ändern von Einstellungen in einem Programm, ohne das Programm selbst zu aktualisieren. Codierungen sind innerhalb weniger Minuten durchführbar und reversibel – der Originalzustand kann jederzeit wiederhergestellt werden.

Update: Software auf einen neuen Stand bringen. Neue Firmware wird auf das Steuergerät übertragen, die neue Funktionen freischalten kann. Updates erfordern eine stabile Stromversorgung (Ladegerät am Fahrzeug) und können 30–90 Minuten pro Steuergerät dauern. Nach einem Update können sich die verfügbaren Codierungs-Parameter ändern. Bei manchen Funktionen gilt daher: erst Update durchführen, um die neue Software-Basis zu schaffen, dann Codierung durchführen, um die neuen Funktionen zu konfigurieren.


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Weiterführende Informationen:

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Mercedes entheiraten?

Entheiraten bedeutet, werkseitig gesperrte Funktionen eines Mercedes-Benz freizuschalten – zum Beispiel Apple CarPlay, AMG-Menüs oder Komfortfunktionen. Wir nutzen das offizielle XENTRY-System.

Ist Entheiraten legal?

Ja, das Freischalten vorhandener Hardware-Funktionen ist legal. Es handelt sich um eine Konfigurationsänderung, nicht um einen Eingriff in sicherheitsrelevante Systeme.

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