Wer zur Hauptuntersuchung fährt ohne sein Fahrzeug vorzubereiten, riskiert teure Nachprüfungen oder sofortige Stilllegung. Eine systematische Vorbereitung spart Zeit, Geld und Nerven.
Was der HU-Prüfer zuerst kontrolliert
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Motorwarnleuchte oder andere Warnleuchten im Armaturenbrett: Jede aktive Warnleuchte ist ein erheblicher Mangel. Das gilt für MKL (Motorkontrollleuchte), ABS-Leuchte, ESP-Leuchte, Airbag-Leuchte und Reifendruck-Warnleuchte. Seit 2018 ist die OBD-Prüfung Pflichtbestandteil der HU – das Diagnosegerät des Prüfers liest alle emissionsrelevanten Fehlercodes aus. Selbst wenn keine Warnleuchte aktiv ist, können gespeicherte Fehlercodes zum Nichtbestehen führen.
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Beleuchtung: Funktion aller Lichter (Abblendlicht, Fernlicht, Bremslicht, Blinker, Nebelschlussleuchte, Kennzeichenbeleuchtung, Rückfahrlicht), Leuchtweitenregulierung, Lichtstärke, Scheinwerfer-Einstellung. Ein zu hoch eingestellter Scheinwerfer blendet Gegenverkehr – das ist ein erheblicher Mangel. LED-Scheinwerfer müssen die automatische Leuchtweitenregulierung funktionsfähig haben.
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Bremsen: Bremsflüssigkeit (Alter und Wassergehalt), Bremsweg auf der Bremsprüfanlage, Unterschied links/rechts (Bremskraftdifferenz über 30% ist erheblicher Mangel), Feststellbremse muss das Fahrzeug auf der Prüfanlage halten.
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Reifen: Profiltiefe (min. 1,6 mm gesetzlich – wir empfehlen Tausch ab 2–3 mm), Reifenzustand (Risse, Beulen, Alterungserscheinungen), Gleichheit der Achsen (keine Mischbereifung auf einer Achse), DOT-Alter (über 10 Jahre alte Reifen werden von manchen Prüfern beanstandet).
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Sicherheitssysteme: ABS, ESP, Airbag – keine Warnleuchten erlaubt. Fehlende oder manipulierte Systeme sind ein gefährlicher Mangel mit sofortiger Stilllegung.
Häufige Gründe für Nichtbestehen
- Bremsanlage: Einseitiges Bremsen (verschlissene Bremssättel, klemmende Führungsbolzen), gerissene Bremsschläuche (besonders bei Fahrzeugen über 10 Jahre), zu geringe Restbelagstärke (unter 2 mm)
- Beleuchtung: Defekte Lampen, Scheinwerfer falsch eingestellt, vergilbte Streuscheiben (besonders bei Fahrzeugen ab Baujahr 2005 mit Polycarbonat-Linsen), defekte Rückleuchten-Dichtungen (Kondenswasser in der Leuchte)
- Motorwarnleuchte aktiv: Fehlercodes im Steuergerät – besonders emissionsrelevante Codes (P0420 Katalysator-Effizienz, P0171/P0172 Gemischfehler) führen direkt zum Nichtbestehen
- Ölverlust: Sichtbarer Ölverlust am Unterboden mit Tropfenbildung ist ein erheblicher Mangel. Feuchte Stellen ohne Tropfen werden als geringer Mangel eingestuft
- Fahrwerk: Lenkungsspiel über 2 Grad, defekte Spurstangen (Spiel am Kugelgelenk), ausgeschlagene Traggelenke, undichte Stoßdämpfer
- Korrosion: Durchrostungen an tragenden Teilen (Schweller, Längsträger, Federbeinaufnahme) sind erhebliche bis gefährliche Mängel
Diagnose vor der HU – was das bringt
Eine XENTRY/ODIS/ISTA-Diagnose vor der HU liest alle Steuergeräte aus. Fehlercodes die bei der HU-OBD-Prüfung erscheinen – Abgasanlage, Motorelektronik, ABS/ESP – werden vorab erkannt und können behoben werden. Die Adaptionswerte zeigen, ob das Fahrzeug im Normbereich arbeitet oder ob Kompensationen auf schleichende Defekte hindeuten.
Zusätzlich empfehlen wir einen Sichtcheck des Unterbodens auf einer Hebebühne: Rost, Ölverlust, Fahrwerksspiel – alles was der Prüfer auf der HU-Grube sehen wird, sehen wir vorher und können es beheben.
Kosten einer Diagnose plus Sichtcheck: deutlich unter den Kosten einer Nachprüfung (ca. 30 Euro für die Nachprüfung plus erneuter Werkstattbesuch plus erneute Anfahrt). Und: Eine HU-Überziehung über 2 Monate hinaus verdoppelt die Prüfgebühr durch die vertiefte HU.
HU steht an? Fahrzeug per Diagnose vorbereiten lassen – Termin per WhatsApp. Wir nennen vorab alle offenen Mängel.
Weiterführende Informationen: