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Differenzdrucksensor am Partikelfilter: Sollwerte prüfen

Differenzdrucksensor am Partikelfilter: Sollwerte für Ruhewert, Leerlauf und Volllast, Schwelle für die Regenerationssperre, Symptome und Prüfschritte.

Differenzdrucksensor am Partikelfilter: Sollwerte prüfen
Illustration: mit KI-Werkzeugen erstellt · KI-Transparenz

Der Sensor, der den Filterstand kennt

TL;DR
  • Der Differenzdrucksensor misst den Druckabfall vor und nach dem [DPF](https://kfz-dietrich.com/glossar/#dpf) und steuert die Regeneration
  • Sollwerte: 0 mbar ± 2 mbar bei stehendem Motor, 0–15 mbar im warmen Leerlauf, 30–60 mbar unter Volllast bei freiem Filter
  • Ab 150–200 mbar unter Last sperrt das Steuergerät die Regeneration zum Eigenschutz
  • Schwachstelle sind nicht der Sensor selbst, sondern die dünnen Druckleitungen (Ruß, Kondenswasser, Risse)
  • Falsche Messwerte verursachen entweder unnötige Regenerationen oder einen überladenen Filter
  • Diagnose mit [XENTRY](https://kfz-dietrich.com/glossar/#xentry), [ODIS](https://kfz-dietrich.com/glossar/#odis) oder [ISTA](https://kfz-dietrich.com/glossar/#ista) vergleicht gemessenen Differenzdruck mit dem Rußmodell

Kurz gesagt: Der Differenzdrucksensor ist ein kleiner Druckaufnehmer, der über zwei dünne Schläuche den Abgasdruck vor und hinter dem Dieselpartikelfilter abgreift. Verbaut ist er nicht im heißen Abgasstrom, sondern abgesetzt an Spritzwand, Federbeindom oder Motorträger. Aus der Druckdifferenz zwischen beiden Messpunkten leitet das Motorsteuergerät ab, wie stark der Filter mit Ruß zugesetzt ist – und wann regeneriert werden muss. Bei VW, Audi, Skoda und Seat läuft das Bauteil unter der Bezeichnung G450, bei Mercedes ist häufig ein Bosch DS-S3 verbaut; der Messbereich liegt üblicherweise bei 0 bis 500 mbar.

Welche Werte der Differenzdrucksensor liefern muss

BetriebspunktDrehzahlFreier FilterBeladener FilterAuffällig ab
Zündung ein, Motor aus0 mbar ± 2 mbar0 mbar ± 2 mbarüber 5 mbar
Leerlauf, warm750–900 U/min0–15 mbar5–25 mbarüber 40 mbar
Teillast2.000 U/min15–40 mbar40–90 mbarüber 90 mbar
Volllast3.000 U/min30–60 mbar80–130 mbarüber 130 mbar
Konstantfahrt 120 km/h15–25 mbar40–80 mbar

Als Analogsignal gelesen entspricht das etwa 0,5 V Ruhepegel bei stehendem Motor, 0,5–0,7 V im Leerlauf, 0,8–1,8 V bei Teillast und 1,2–3,0 V unter Volllast. Wichtiger als der absolute Wert ist, ob das Signal der Last folgt: 0 mbar bei 3.000 U/min unter Volllast ist physikalisch nicht möglich, denn ein durchströmter Filter erzeugt immer Gegendruck. Ein eingefrorener Wert, der sich bei Drehzahlsprüngen nicht bewegt, ist genauso unplausibel.

Diese Werte sind Erfahrungsbereiche über die gängigen Diesel-Baureihen hinweg. Sie streuen mit Filtervolumen, Motorleistung und Softwarestand – verbindlich ist der über die FIN abgerufene Herstellerdatensatz im Diagnosesystem, nicht eine allgemeine Tabelle.

Ab welchem Differenzdruck der Partikelfilter regeneriert

Der Differenzdruck allein löst keine Regeneration aus. Das Steuergerät führt parallel ein Rußmassenmodell und startet die aktive Regeneration im Normalbetrieb alle 500 bis 800 km. Der gemessene Druck ist die Kontrollgröße, die dieses Modell bestätigt oder widerlegt.

ZustandWoran erkennbarWas daraus folgt
NormalbetriebWerte innerhalb der Sollwert-TabelleAktive Regeneration alle 500–800 km, 15–30 Minuten, meist unbemerkt
Erhöhte BeladungLeerlaufwert deutlich über 25 mbar, Lastwerte am oberen RandRegenerationsabstände werden kürzer, Verbrauch steigt
Automatische Regeneration nicht mehr möglichRußmasse um 40–45 g (Schwelle je nach Filtergröße)Warnmeldung, Leistungsreduzierung, Zwangsregeneration in der Werkstatt nötig
Regenerationsfreigabe gesperrtDifferenzdruck 150–200 mbar unter LastSteuergerät sperrt zum Eigenschutz gegen thermische Schäden, Notlauf
Stationäre Regeneration nicht mehr sicherüber etwa 80 g RußmasseAusbau mit externer Reinigung oder Ersatz statt Regeneration
Instandsetzung erfolgreichLeerlaufwert unter 25 mbar, Rußmasse mindestens halbiertModellwert und Messwert nähern sich wieder an

Wann eine Zwangsregeneration fachlich vertretbar ist und wann nicht, ordnet der Beitrag DPF-Zwangsregeneration: Wann nötig und wie der Ablauf ist ein.

Wenn die Messwerte abweichen: die häufigsten Ursachen

Bevor ein Wert als Filterbefund gedeutet wird, muss die Messkette selbst sauber sein. Diese sechs Ursachen decken die Praxis weitgehend ab:

Mögliche UrsacheErkennungsmerkmalPrüfschritt/DruckbildDiagnose-Befund
Verstopfte Druckleitung (Ruß)Schwankende, unplausible Werte, teils NotlaufSchläuche (Innendurchmesser 3–4 mm) abziehen, mit Druckluft auf Durchgang prüfenVerengter/blockierter Querschnitt – häufigster Defekt, Sensor selbst meist intakt
Kondenswasser in der LeitungSporadisch, bevorzugt im Winter/bei FrostLeitungen auf Wasser bzw. Eis prüfenGefrorenes Kondenswasser blockiert die Messung
Verstopfter Entnahmestutzen am DPFGleiche Symptome wie ein defekter SensorStutzen mit dünner Nadel oder Draht von Ruß befreienRuß im Druckabnahmestutzen
Sensor meldet zu niedrigen dPKeine Regeneration trotz voller Beladung, Leistungsverlust, NotlaufLive-Wert gegen berechnetes Rußmodell vergleichenFilter überlädt sich, thermische Zerstörung droht
Sensor meldet zu hohen dPHäufige unnötige Regenerationen, Ölverdünnung, steigender ÖlstandNullpunkt im Leerlauf prüfen: 0 mbar ± 2 mbarSensordefekt oder blockierte Leitung
Fehlende Grundeinstellung nach TauschNeuer Sensor liefert systematisch falsche BeladungdP-Offset/Adaptionswerte prüfen (Fehlercodes P2452–P2455)Alte Korrekturwerte übernommen

Funktionsprinzip

Der Differenzdrucksensor ist über zwei dünne Schläuche (Druckleitungen) mit dem Abgasstrang verbunden: einer vor dem DPF und einer danach. Der Sensor misst den Druckunterschied (Delta P) zwischen beiden Messpunkten.

Physikalisches Prinzip: Je mehr Ruß im Filter eingelagert ist, desto höher der Strömungswiderstand und desto größer der Druckunterschied. Bei einem sauberen Filter beträgt der Differenzdruck im Leerlauf wenige Millibar. Bei einem vollbeladenen Filter kann er auf 100–200 mbar steigen (abhängig von Motordrehzahl und -last).

Berechnung der Rußbeladung: Das Steuergerät berechnet die Beladung nicht allein aus dem Differenzdruck, sondern berücksichtigt zusätzlich:

  • Abgasvolumenstrom (berechnet aus Motordrehzahl, Last und Luftmasse)
  • Abgastemperatur (beeinflusst die Gasdichte)
  • Kraftstoffverbrauch seit der letzten Regeneration (Rußproduktionsmodell)

Der Differenzdruck ist die Kontrollgröße, die das berechnete Modell verifiziert. Stimmen Modell und Messwert nicht überein, setzt das Steuergerät einen Plausibilitätsfehler.

Aufbau und Schwachstellen

Der Sensor selbst

Ein piezoresistives oder kapazitives Element misst den Druckunterschied. Der Messbereich der verbreiteten Typen liegt bei 0–500 mbar, bei einzelnen Ausführungen bei 0–300 mbar, die Auflösung bei 1–2 mbar. Die Elektronik ist robust, aber empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Kondenswasser.

Die Druckleitungen

Die eigentliche Schwachstelle. Zwei dünne Schläuche (Innendurchmesser 3–4 mm) verbinden den Sensor mit dem Abgasstrang. Diese Schläuche sind der Witterung ausgesetzt und neigen zu:

  • Verstopfung durch Ruß: Rußpartikel setzen sich in den Schläuchen ab und verengen oder blockieren den Querschnitt
  • Verstopfung durch Kondenswasser: Im Winter kann Kondenswasser in den Schläuchen gefrieren
  • Risse und Abbrüche: Die Schläuche werden durch Vibrationen und Hitze spröde
  • Abrutschende Verbindungen: Die Steckverbindungen an den Abgas-Entnahmestutzen können sich lösen

Symptome eines defekten Differenzdrucksensors

Szenario 1: Sensor meldet zu hohen Differenzdruck

Das Steuergerät interpretiert dies als volle Beladung und leitet eine Regeneration ein – obwohl der Filter noch nicht voll ist.

Folgen:

  • Häufige, unnötige Regenerationen
  • Erhöhter Kraftstoffverbrauch (jede Regeneration kostet Kraftstoff durch Nacheinspritzung)
  • Ölverdünnung: Die Nacheinspritzung lässt Kraftstoff an der Zylinderwand vorbei ins Motoröl gelangen
  • Motorölstand steigt (Kraftstoff im Öl)
  • Thermische Belastung des DPF und des nachfolgenden Katalysators

Szenario 2: Sensor meldet zu niedrigen Differenzdruck

Das Steuergerät erkennt die tatsächliche Beladung nicht und initiiert keine Regeneration.

Folgen:

  • DPF überlädt sich mit Ruß
  • Steigende Abgasgegendruckwerte (Leistungsverlust, erhöhter Verbrauch)
  • Motorkontrollleuchte: DPF-Beladung kritisch
  • Leistungsreduzierung (Notlauf)
  • Im Extremfall: Thermische Zerstörung des Filters, wenn die Regeneration schließlich doch einsetzt und die große Rußmasse unkontrolliert verbrennt

Szenario 3: Sensor liefert schwankende Werte

Eine verstopfte oder teilweise blockierte Druckleitung liefert unplausible Werte. Das Steuergerät erkennt die Inkonsistenz und setzt einen Plausibilitätsfehlercode.

Folgen:

  • Fehlercode P2452/P2453/P2454/P2455 (Differenzdrucksensor)
  • Motorkontrollleuchte leuchtet
  • Regeneration wird möglicherweise blockiert
  • Je nach Hersteller: Notlauf oder eingeschränkte Leistung

Welcher der vier Codes gespeichert ist, sagt bereits viel über die Ursache. Steht ein Plausibilitätsfehler im Speicher, arbeitet der Beitrag Fehlercode P2453: DPF-Differenzdrucksensor unplausibel die Prüfkette dazu auf; liegt das Signal dauerhaft am unteren Anschlag, gehört Fehlercode P2454: DPF-Differenzdruck Signal niedrig dazu. Die Abgrenzung zwischen elektrischem Stromkreisfehler und unplausiblem Signal erklärt P2452 vs. P2453: DPF-Differenzdrucksensoren im Vergleich. Dieser Beitrag hier bleibt beim Bauteil selbst, seinen Sollwerten und der Frage, ob die Messkette überhaupt stimmt.

Diagnose mit Herstellertools

Die Unterscheidung zwischen einem defekten Sensor, einer verstopften Druckleitung und einem tatsächlich überladenen DPF ist nur mit dem Herstellerdiagnosetool möglich:

Echtzeit-Messwerte:

  • Differenzdruck bei verschiedenen Betriebspunkten (Leerlauf, 2.000 U/min, 3.000 U/min)
  • Vergleich mit dem berechneten Modellwert: Weicht der gemessene Wert systematisch vom Modell ab, ist der Sensor oder die Leitung defekt
  • Abgastemperatur und Volumenstrom: Plausibilitätsprüfung

Komponentenprüfung:

  • XENTRY/ODIS/ISTA können die Druckleitungen über die Entnahmestutzen mit definiertem Druck beaufschlagen und die Sensorantwort messen
  • Reaktionszeit des Sensors: Ein verstopfter Schlauch zeigt eine verzögerte Reaktion
  • Nullpunkt-Kalibrierung: Bei stehendem Motor muss der Differenzdruck 0 sein – ist er das nicht, ist der Sensor defekt oder die Leitung blockiert

Rußbeladungs-Verifikation: Das Herstellertool zeigt sowohl den gemessenen (aus Differenzdruck) als auch den berechneten (aus Modell) Beladungswert. Bei großer Diskrepanz ist der Sensor verdächtig.

Reparatur und Prüfung

Druckleitungen prüfen und reinigen

Bevor der Sensor getauscht wird: Druckleitungen abziehen und auf Durchgängigkeit prüfen. Druckluft durch die Leitungen blasen. Verstopfte Leitungen reinigen oder tauschen.

Entnahmestutzen prüfen

Die Abgas-Entnahmestutzen am DPF-Gehäuse können durch Ruß verstopfen. Reinigung mit einer dünnen Nadel oder Draht.

Sensor tauschen

Nach dem Tausch: Grundeinstellung über das Herstellerdiagnosetool. Der neue Sensor wird kalibriert, Adaptionswerte werden zurückgesetzt.

Probefahrt mit Monitoring

Nach der Reparatur: Probefahrt mit angeschlossenem Herstellertool. Der Differenzdruck wird bei verschiedenen Betriebspunkten überprüft und mit den Sollwerten verglichen.

Nerd-Box: Zwei-Punkt-Messung und das Rußmassen-Modell im Steuergerät

Der Differenzdrucksensor ist technisch ein piezoresistiver oder kapazitiver Druckwandler mit Keramik- oder Silizium-Membran, Messbereich der verbreiteten Typen 0–500 mbar, Auflösung 1–2 mbar, Versorgungsspannung 5 V, Ausgangssignal analog 0,5–4,5 V oder über SENT-Protokoll digital an das Motorsteuergerät. Die eigentliche Intelligenz liegt jedoch nicht im Sensor, sondern in der Rechenlogik des Steuergeräts. Moderne Diesel-Steuergeräte (etwa Bosch EDC17 oder Delphi DCM6.2) führen parallel zwei Rußbeladungs-Modelle: das Differenzdruck-Modell (aus Sensorwert, Abgasvolumenstrom und -temperatur) und das Rußmassen-Modell (aus Einspritzmenge, Luftmasse, AGR-Rate, Last und Drehzahl). Ein kalibriertes Kennfeld mit bis zu 16×16 Stützstellen ordnet jedem Betriebspunkt einen erwarteten Differenzdruck zu. Adaptionswerte gleichen die Exemplarstreuung aus, sichtbar in XENTRY und ODIS als „dP-Offset” oder „Korrekturwert Differenzdrucksensor”. Querkanäle-Kontamination der Entnahmestutzen am DPF-Gehäuse führt zu verzögerten Reaktionen – der Sensor folgt Lastsprüngen nur gedämpft: Bei einer Volllastbeschleunigung steigt der Messwert flacher und verzögert an, statt der Laständerung unmittelbar zu folgen. Bei stehendem Motor muss der Nullpunkt innerhalb von 2 mbar liegen; im Fahrbetrieb hält die Plausibilitätsprüfung die reale Telemetrie gegen das hinterlegte Modell: Weicht die Realität vom Modell ab, setzt das Steuergerät den Plausibilitätscode P2452 bis P2455. Nach Sensortausch ist eine Grundanpassung Pflicht, sonst übernimmt der neue Sensor die alten Adaptionswerte und liefert systematisch falsche Rußbeladungen.

DPF-Differenzdrucksensor-Diagnose bei KFZ Dietrich

Ein defekter Differenzdrucksensor kann teuer werden – durch unnötige Regenerationen oder einen überladenen Filter. Mit XENTRY, ODIS und ISTA diagnostizieren wir den Sensor, die Druckleitungen und den DPF als System. Wir unterscheiden zwischen Sensor-, Leitungs- und Filterproblem und reparieren gezielt.

DPF-Probleme? Stellen Sie Ihre Anfrage über die Warteliste – wir finden die Ursache mit Herstellerdiagnose.

Weiterführende Informationen

Haben Sie technische Fragen zu Ihrem Fahrzeug? Schreiben Sie unserer Werkstatt direkt über die Warteliste für eine fachliche Ersteinschätzung.


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Häufig gestellte Fragen

Was macht der DPF-Differenzdrucksensor?

Der Differenzdrucksensor misst den Druckunterschied vor und nach dem Dieselpartikelfilter. Aus diesem Druckunterschied berechnet das Steuergerät die Rußbeladung des Filters. Ein hoher Differenzdruck bedeutet hohe Beladung, ein niedriger Druck zeigt einen sauberen Filter an.

Kann ein defekter Differenzdrucksensor den DPF zerstören?

Ja. Wenn der Sensor einen zu niedrigen Differenzdruck meldet, leitet das Steuergerät keine Regeneration ein – obwohl der Filter voll ist. Die Folge: Der Filter überlädt sich und kann thermisch zerstört werden. Umgekehrt führt ein zu hoher Messwert zu unnötig häufigen Regenerationen, die den Filter und das Motoröl belasten.

Was sind die häufigsten Ursachen für eine Fehlfunktion des DPF-Differenzdrucksensors?

Die Elektronik des Sensors selbst ist in der Regel robust. Die Hauptursache für Fehlfunktionen sind die dünnen Druckleitungen, die den Sensor mit dem Abgasstrang verbinden. Diese können durch Ruß, Kondenswasser oder Risse verstopfen oder undicht werden, was zu falschen Messwerten führt. Auch Korrosion an den Anschlüssen ist eine bekannte Ursache.

Welche Fehlercodes deuten auf den DPF-Differenzdrucksensor hin?

Typisch sind die Codes P2452, P2453, P2454 und P2455. Sie werden gesetzt, wenn das Steuergerät eine Unplausibilität zwischen dem gemessenen Differenzdruck und dem berechneten Rußmodell erkennt. Die Motorkontrollleuchte leuchtet, die Regeneration wird gegebenenfalls blockiert, und je nach Hersteller folgt Notlauf oder eingeschränkte Leistung. Wir werten zusätzlich die Freeze-Frame-Daten zum Fehlerzeitpunkt mit dem Differenzdruck-Rohwert aus.

Woran erkenne ich einen defekten Differenzdrucksensor im Alltag?

Auffällig sind ungewöhnlich häufige Regenerationen mit erhöhtem Kraftstoffverbrauch, ein steigender Motorölstand durch Ölverdünnung, Leistungsverlust oder Notlauf – oder umgekehrt eine ausbleibende Regeneration trotz hoher Beladung. Zu viel Verbrauch deutet auf einen zu hohen Messwert, ausbleibende Regeneration auf einen zu niedrigen Messwert oder eine blockierte Leitung.

Warum steigt der Ölstand, wenn der Sensor zu hohe Werte meldet?

Meldet der Sensor zu hohen Differenzdruck, leitet das Steuergerät unnötige Regenerationen ein. Bei jeder Regeneration gelangt durch die Nacheinspritzung Kraftstoff an der Zylinderwand vorbei ins Motoröl – die sogenannte Ölverdünnung. Der Ölstand steigt, weil sich Kraftstoff im Öl sammelt, und zusätzlich werden DPF und der nachfolgende Katalysator thermisch belastet.

Welche Differenzdruck-Sollwerte gelten am Partikelfilter?

Bei stehendem Motor muss der Sensor 0 mbar mit einer Toleranz von 2 mbar anzeigen – Abweichungen über 5 mbar deuten auf Sensordrift. Im warmen Leerlauf liegen die Sollwerte bei 0 bis 15 mbar mit freiem Filter und 5 bis 25 mbar mit beladenem Filter, bei 2.000 U/min Teillast bei 15 bis 40 beziehungsweise 40 bis 90 mbar, unter Volllast bei 3.000 U/min bei 30 bis 60 beziehungsweise 80 bis 130 mbar. Ab 150 bis 200 mbar unter Last sperrt das Steuergerät die Regeneration zum Eigenschutz. Die exakten Werte sind baureihenabhängig – verbindlich ist der über die FIN abgerufene Herstellerdatensatz im Diagnosesystem.

Sollte ich den Differenzdrucksensor bei Fehlercodes sofort tauschen lassen?

Nein. Die Elektronik des Sensors ist in der Regel robust – der häufigste Defekt sind die dünnen Druckleitungen mit 3 bis 4 mm Innendurchmesser und die Entnahmestutzen am DPF-Gehäuse, die durch Ruß oder Kondenswasser zusetzen. Wir prüfen deshalb zuerst die Leitungen mit Druckluft auf Durchgang und reinigen die Stutzen, bevor über einen Sensortausch entschieden wird.

Muss nach dem Sensortausch etwas angelernt werden?

Ja, zwingend. Über XENTRY, ODIS oder ISTA wird die Grundeinstellung durchgeführt: Der dP-Offset wird zurückgesetzt und die Adaptionswerte werden neu gelernt. Ohne diese Grundanpassung übernimmt der neue Sensor die alten Korrekturwerte und liefert systematisch falsche Rußbeladungen. Abschließend folgt eine Probefahrt mit Monitoring, bis Modellwert und Messwert übereinstimmen.

Kann Frost den Differenzdrucksensor stören?

Ja. Kondenswasser in den dünnen Druckleitungen kann im Winter gefrieren und die Messung blockieren. Typisch sind dann sporadische Fehler, die bevorzugt bei Frost auftreten und nach dem Auftauen wieder verschwinden. Bei der Diagnose prüfen wir die Leitungen deshalb gezielt auf Wasser und Eis, bevor ein Bauteil ersetzt wird.

Wo sitzt der Differenzdrucksensor am Fahrzeug?

Der Sensor selbst sitzt nicht im Abgasstrom, sondern abgesetzt im Motorraum – je nach Baureihe an der Spritzwand, am Federbeindom, am Motorträger oder an einem Halter über dem Getriebe. Nur die beiden dünnen Druckleitungen führen zum Abgasstrang: eine zum Entnahmestutzen vor dem Partikelfilter, eine dahinter. Diese Bauweise schützt die Elektronik vor der Abgastemperatur, verlagert die Schwachstelle aber in die Schläuche.

Wie heißt der Differenzdrucksensor bei VW und Mercedes?

Bei VW, Audi, Skoda und Seat trägt das Bauteil die Bezeichnung G450 (Geber für Abgasdruck), im Diagnosesystem ODIS erscheint es unter diesem Kürzel. Bei Mercedes ist häufig ein Bosch DS-S3 verbaut, in XENTRY als Differenzdrucksensor Dieselpartikelfilter geführt. BMW-Fahrzeuge nutzen vergleichbare Aufnehmer, ISTA zeigt den Wert dort in Kilopascal statt Millibar – 10 mbar entsprechen 1 kPa.

Ab welchem Differenzdruck wird der Partikelfilter regeneriert?

Der Differenzdruck allein startet keine Regeneration. Das Steuergerät führt parallel ein Rußmassenmodell aus Einspritzmenge, Luftmasse, AGR-Rate und Last und leitet die aktive Regeneration im Normalbetrieb alle 500 bis 800 km ein. Der gemessene Druck bestätigt oder widerlegt dieses Modell. Erreicht die Rußmasse rund 40 bis 45 Gramm – die genaue Schwelle hängt von der Filtergröße ab –, ist eine selbsttätige Regeneration nicht mehr möglich. Ab 150 bis 200 mbar unter Last sperrt das Steuergerät die Freigabe vollständig, um thermische Schäden am Substrat zu verhindern.

Welche Spannung liefert der Differenzdrucksensor?

Der Sensor wird mit 5 Volt versorgt und gibt je nach Ausführung ein analoges Signal von etwa 0,5 bis 4,5 Volt oder ein digitales SENT-Signal aus. Beim Analogtyp liegt der Ruhepegel bei stehendem Motor um 0,5 Volt, im Leerlauf bei 0,5 bis 0,7 Volt, bei Teillast bei 0,8 bis 1,8 Volt und unter Volllast bei 1,2 bis 3,0 Volt. Bleibt die Spannung trotz Volllast unter etwa 0,2 Volt, liefert die Messkette kein plausibles Signal mehr – dann trennt eine Messung am abgezogenen Stecker Bauteil von Verkabelung.

Lässt sich der Differenzdrucksensor reinigen?

Der Aufnehmer selbst nicht – seine Membran ist gekapselt und verträgt weder Reinigungsmittel noch Druckluft direkt am Anschluss. Reinigen lässt sich dagegen die Peripherie, und genau dort sitzt der Fehler meistens: die beiden Druckleitungen mit 3 bis 4 mm Innendurchmesser und die Entnahmestutzen am Filtergehäuse. Wir prüfen die Leitungen mit Druckluft auf Durchgang und befreien die Stutzen mechanisch von Ruß. Erst wenn die Messkette frei ist und der Sensor in der Komponentenprüfung weiter abweicht, wird das Bauteil ersetzt.