Fallstudie R107: Wenn das Zündschloss am SL klemmt

Fallstudie Mercedes R107 (SL): klemmendes Zündschloss und blockierte Lenkradsperre – Befund, behutsame Zerlegung und originalgetreue Instandsetzung im Detail.

Fallstudie R107: Wenn das Zündschloss am SL klemmt
TL;DR
  • Fahrzeug: Mercedes SL der Baureihe R107 (klassischer Roadster, gepflegter Bestand), Zündschlüssel zunehmend schwergängig.
  • Symptome: Schlüssel dreht schwer und klemmt, die Lenkradsperre löst nur widerwillig, zuletzt steckt der Schlüssel fast fest.
  • Drei-Ebenen-Befund: Wir unterscheiden sauber zwischen verschlissenem oder verharztem Schließzylinder, schwergängiger Lenkschloss-Mechanik und gealtertem elektrischem Zündanlassschalter.
  • Behutsame Zerlegung: Lenkstockverkleidung ab, Schließzylinder über die vorgesehene Notentriegelung gelöst, Mechanik freigelegt – ohne Gewalt am Schlüssel.
  • Ursache: Verharztes Altfett und abgenutzte Zuhaltungen im Zylinder, dazu ermüdete Kontakte am Zündanlassschalter.
  • Lösung: Schließzylinder originalgetreu überholt, Zündanlassschalter erneuert, korrekt geschmiert – ein Schlüssel für die gesamte Schließung erhalten.
  • Werkstatt-Erkenntnis: Niemals mit Gewalt drehen, Originalität wahren, gezielt das betroffene Bauteil instand setzen statt alles zu ersetzen.

Ein klemmendes Zündschloss am Mercedes R107 ist kein dramatischer Motorschaden, sondern eine stille, schleichende Schwachstelle – und genau deshalb tückisch. Die solide Mechanik dieser Baureihe vermittelt über Jahrzehnte den Eindruck der Unverwüstlichkeit, und so wird ein erstes Haken beim Schlüsseldrehen gerne als Eigenheit abgetan. Doch der Verschleiß im Inneren des Schließzylinders schreitet voran, bis sich der Schlüssel eines Morgens keinen Millimeter mehr bewegen lässt. Die folgende Fallstudie zeigt Schritt für Schritt, wie wir bei KFZ Dietrich in Hardegsen-Gladebeck einen solchen Fall behutsam und originalgetreu gelöst haben – mit dem Anspruch, die Substanz und den Bedienkomfort dieses Klassikers zu erhalten.

Schritt 1: Anamnese – was der Halter berichtet

In unsere Werkstatt kam ein Mercedes SL der Baureihe R107, ein gepflegter Roadster mit gewachsener Patina und einer ungebrochenen Liebe seines Halters. Sein Bericht war präzise und half uns bereits bei der Eingrenzung:

  • Der Schlüssel ließ sich seit einigen Wochen zunehmend schwerer drehen, anfangs nur im kalten Zustand am Morgen.
  • Beim Einschalten der Zündung musste er das Lenkrad leicht hin und her bewegen, damit die Lenkradsperre freigab.
  • Zuletzt klemmte der Schlüssel beim Übergang von der Nullstellung in die erste Raststufe und ließ sich nur mit spürbarem Widerstand weiterdrehen.
  • Einmal hatte er den Eindruck, der Schlüssel stecke fest und lasse sich kaum mehr abziehen.

Wir nehmen einen solchen Bericht ernst. Das Muster „zunehmend schwergängig, am Morgen am schlimmsten, Lenkrad muss entlastet werden” ist klassisch für eine Kombination aus verharztem Schmierfett und beginnendem Verschleiß im Schließzylinder. Wichtig war uns vor allem eines: Der Halter hatte bisher nicht mit Gewalt nachgeholfen. Genau das ist die beste Voraussetzung für eine schonende Instandsetzung – ein abgebrochener Schlüssel oder ein verbogener Zylinder hätte die Arbeit erheblich aufwendiger gemacht.

Schritt 2: Befund und Diagnose – die drei Ebenen sauber trennen

Bevor wir auch nur eine Schraube lösen, klären wir, wo die Ursache liegt. Das Zündschloss des R107 ist kein einzelnes Bauteil, sondern eine Baugruppe aus drei voneinander unabhängigen Ebenen, die jeweils eigene Schwachstellen mit sich bringen. Diese Unterscheidung ist der Kern jeder seriösen Diagnose – sie verhindert, dass man auf Verdacht das Falsche tauscht.

EbeneFunktionTypische R107-Schwachstelle
SchließzylinderMechanische Codierung über Schlüsselprofil und ZuhaltungenVerharztes Altfett, abgenutzte Zuhaltungen, ausgeschlagene Bohrung
Lenkschloss-MechanikSperrbolzen verriegelt das Lenkrohr (Diebstahlsicherung)Schwergängiger oder ausgeschlagener Sperrbolzen, ermüdete Feder
ZündanlassschalterElektrischer Schaltteil hinter der Mechanik (Zündung, Anlasser)Abgenutzte Kontakte, erhöhter Übergangswiderstand, Wackelkontakt

Durch eine ruhige Tastprüfung in jeder Schlüsselstellung grenzten wir ein: Der größte Widerstand trat bereits beim Drehen aus der Nullstellung auf, also rein mechanisch – ein deutlicher Hinweis auf den Schließzylinder und die Lenkschloss-Mechanik. Zusätzlich flackerte beim langsamen Durchdrehen die Bordspannung in der Zündungsstellung, was auf alternde Kontakte im dahinterliegenden Zündanlassschalter hindeutete. Damit hatten wir einen begründeten Verdacht auf zwei der drei Ebenen, ohne dass wir bereits ein Teil festgelegt hätten. Der endgültige Befund kommt erst nach der Zerlegung.

Für Interessierte: Der Schließzylinder als Türsteher mit Geheimcode wie in „Mission: Impossible"

Stellen Sie sich den Schließzylinder wie eine Reihe akribischer Türsteher vor, die nur dann gemeinsam zur Seite treten, wenn ein Besucher exakt das richtige Codewort in der richtigen Höhe ausspricht – wie der Tresor-Mechanismus in einem Heist-Film, bei dem erst alle Stifte präzise auf einer Linie liegen müssen, ehe sich die Tür öffnet.

In einem Schließzylinder dieser Bauart sitzen mehrere kleine, gefederte Plättchen aus Messing, die sogenannten Zuhaltungen. Im Ruhezustand ragen sie unter Federdruck teilweise aus dem drehbaren Zylinderkern heraus und greifen in Nuten des feststehenden Gehäuses – der Kern ist blockiert, der „Tresor” verriegelt. Führen Sie den passenden Schlüssel ein, drücken dessen Profilhöhen jede Zuhaltung exakt so weit zurück, dass sämtliche Plättchen bündig mit dem Kern abschließen. Erst wenn alle auf einer Linie stehen, gibt der Kern frei und lässt sich drehen.

Über Jahrzehnte passiert nun zweierlei. Erstens runden sich die feinen Profilhöhen des oft täglich genutzten Schlüssels ab, und die Kontaktflächen der Zuhaltungen verschleißen – die Plättchen werden nicht mehr exakt bündig gedrückt und verhaken sich am Rand der Gehäusenut. Zweitens verharzt das ursprüngliche Schmierfett zu einer zähen, klebrigen Masse, die jede Bewegung bremst. Beides zusammen erzeugt genau jenes „Haken”, das der Halter beschreibt.

Hinter dem Zylinder schließt sich die eigentliche Diebstahlsicherung an: Steht der Schlüssel in der Nullstellung, schiebt eine kräftige Feder einen gehärteten Sperrbolzen in eine Aussparung des Lenkrohrs – die Lenkung ist blockiert. Genau deshalb muss man das Lenkrad oft leicht entlasten, damit der Bolzen reibungsfrei zurückgleiten kann. Und ganz hinten sitzt der elektrische Zündanlassschalter, ein simples, aber belastetes Bauteil, dessen Schleifkontakte über Tausende Startvorgänge altern. Drei Ebenen, drei Verschleißmechanismen – und genau deshalb diagnostizieren wir sie getrennt, statt vorschnell „das Zündschloss” zu tauschen.

Schritt 3: Behutsame Zerlegung – Zugang ohne Gewalt

Mit dem begründeten Verdacht ging es an die Zerlegung. Hier zählt jeder Handgriff, denn die Kunststoffteile der Lenkstockverkleidung sind über die Jahre spröde geworden und ein gebrochenes Originalteil ist nur schwer zu ersetzen.

  1. Lenkstockverkleidung demontiert. Die obere und untere Verkleidungsschale wurden vorsichtig gelöst, die Halteschrauben dokumentiert und die spröden Kunststofflaschen behutsam entlastet, um Bruch zu vermeiden.
  2. Lenkrad und Schaltergruppe gesichert. Die elektrischen Anschlüsse von Blinker- und Wischerhebel sowie der Zündungskabelbaum wurden beschriftet abgesteckt, damit beim Zusammenbau keine Verwechslung entsteht.
  3. Schließzylinder über die Notentriegelung gelöst. Solange sich der Schlüssel noch in die erste Stellung bringen ließ, konnten wir die vorgesehene Notentriegelung nutzen: Über eine kleine Bohrung am Lenkschlossgehäuse wird der federnde Haltestift des Zylinders niedergedrückt, anschließend lässt sich der Schließzylinder mitsamt Schlüssel nach vorne herausziehen – zerstörungsfrei und originalgetreu.
  4. Lenkschloss-Mechanik freigelegt. Mit entnommenem Zylinder lag der Sperrbolzen samt Feder offen vor uns und ließ sich auf Gängigkeit und Verschleiß prüfen.
  5. Zündanlassschalter zugänglich gemacht. Der dahinterliegende elektrische Schaltteil wurde von der Mechanik getrennt und einzeln auf den Prüfstand der Sichtprüfung gelegt.

Entscheidend war, dass wir den Zylinder über die vorgesehene Entriegelung gewinnen konnten und nicht den gehärteten Haltestift ausbohren mussten. Das ist der große Vorteil des rechtzeitigen Eingriffs: Solange sich der Schlüssel überhaupt noch dreht, bleibt die Arbeit planbar und schonend für die Substanz.

Schritt 4: Ursachen-Befund – was die Bauteile zeigen

Auf der Werkbank bestätigte sich der Verdacht aus der Tastprüfung, und der genaue Zustand jedes Bauteils wurde sichtbar.

  • Schließzylinder: Das ursprüngliche Schmierfett war zu einer zähen, dunklen Masse verharzt, die jede Zuhaltung am freien Spiel hinderte. Zwei der Zuhaltungen zeigten an den Kontaktflächen einen sichtbaren Materialabtrag und federten nicht mehr sauber zurück. Die Zylinderbohrung selbst war jedoch maßhaltig und nicht ausgeschlagen.
  • Schlüssel: Der Bart des täglich genutzten Schlüssels war im Vergleich zum selten benutzten Reserveschlüssel an den Profilhöhen erkennbar abgerundet – ein typisches Bild und ein Mitverursacher des Hakens.
  • Lenkschloss-Mechanik: Der Sperrbolzen lief nach Reinigung wieder gängig, die Feder war intakt. Hier lag kein Austauschgrund vor, lediglich altes Fett behinderte die Bewegung.
  • Zündanlassschalter: Die Schleifkontakte waren angebrannt und wiesen einen erhöhten Übergangswiderstand auf – das erklärte das Spannungsflackern in der Zündungsstellung. Ein klarer Befund für die Erneuerung dieses elektrischen Bauteils.

Damit war die Diagnose abgeschlossen, und wir konnten dem Halter einen sauberen Befund vorlegen: ein überholbarer Schließzylinder, eine gesunde Lenkschloss-Mechanik und ein verschlissener Zündanlassschalter. Genau diese Differenzierung trennt fachgerechte Instandsetzung vom pauschalen Tausch der kompletten Schlosseinheit.

Schritt 5: Instandsetzung – gezielt und originalgetreu

Die Befunde besprachen wir gemeinsam mit dem Halter auf Augenhöhe. Auf dieser Grundlage legten wir die Maßnahmen fest – jede einzelne richtet sich nach dem Befund, nicht nach einer Pauschalregel.

BauteilBefundMaßnahme
SchließzylinderVerharztes Fett, zwei verschlissene ZuhaltungenReinigung, Zuhaltungen instand gesetzt, originalgetreu nachgeschmiert
SchlüsselBart abgerundetSchließung mit erhaltenem Reserveschlüssel referenziert
Lenkschloss-MechanikGängig nach ReinigungGereinigt, korrekt geschmiert, kein Tausch nötig
ZündanlassschalterKontakte angebranntErneuert

Wir reinigten den Schließzylinder vollständig von der verharzten Altmasse, prüften jede Zuhaltung einzeln und setzten die beiden verschlissenen Plättchen instand, sodass alle wieder bündig und federnd arbeiten. Anschließend schmierten wir mit einem geeigneten, harzfreien Schließzylinder-Fett nach – nicht zu viel, denn ein Überschuss zieht Staub an und verharzt erneut. Den elektrischen Zündanlassschalter ersetzten wir durch ein passendes Bauteil und stellten so eine saubere Kontaktgabe in allen Stellungen wieder her. Wo es die Substanz erlaubt, ist es uns wichtig, das Schlüsselprofil zu erhalten: Der überholte Zylinder läuft weiter auf dem vorhandenen Schlüssel, sodass Türen, Kofferraum und Zündung mit einem Schlüssel bedient werden – Originalität und Bedienkomfort in einem.

Hätte der Befund eine ausgeschlagene Zylinderbohrung oder unrettbar verschlissene Zuhaltungen gezeigt, hätten wir den Schließzylinder passend zum vorhandenen Schlüsselprofil ersetzt, statt mit Gewalt etwas zu retten, das die Sicherheit der Schließung gefährdet. Diese Entscheidung treffen wir nie auf Verdacht, sondern immer auf Basis des sichtbaren Zustands.

Schritt 6: Schließung erhalten – ein Schlüssel, wo immer möglich

Ein Detail, das den Unterschied zwischen einer beliebigen Reparatur und gelebtem Werterhalt ausmacht: Wir prüfen vor jedem Zylindertausch, ob sich die einheitliche Schließung des Fahrzeugs bewahren lässt. Bei einem Klassiker wie dem R107 ist es Teil der Originalität, dass ein einziger Schlüssel das gesamte Fahrzeug bedient. In diesem Fall blieb der originale Zylinder erhalten, sodass sich die Frage gar nicht erst stellte – die Schließung blieb unverändert. Müssen wir einen Zylinder ersetzen, beziehen wir ihn passend zum Schlüsselprofil und stimmen ihn auf die übrige Schließanlage ab, damit der Halter nicht plötzlich mit zwei Schlüsseln hantieren muss. Diese Sorgfalt kostet etwas mehr Aufwand, erhält aber den authentischen Charakter des Fahrzeugs.

Schritt 7: Funktionsprüfung – der Beweis statt der Behauptung

Eine Arbeit ist für uns erst abgeschlossen, wenn jede Funktion in jeder Stellung sauber arbeitet. Nach dem Zusammenbau prüften wir Schritt für Schritt:

  • Schlüssel einführen und abziehen: leichtgängig, ohne Haken, in jeder Stellung.
  • Schlüsselstellungen durchschalten: Nullstellung, Lenkungsfreigabe, Zündung und Anlasserstellung rasten sauber und mit definiertem Widerstand.
  • Lenkradsperre: Der Sperrbolzen rastet beim Abziehen des Schlüssels zuverlässig ein und gibt beim Einschalten ohne Hängen wieder frei – ohne dass das Lenkrad gewaltsam entlastet werden muss.
  • Elektrik: stabile Bordspannung in der Zündungsstellung, kein Flackern mehr, sicherer Startvorgang.

Erst als alle Funktionen einwandfrei waren, übergaben wir den SL an seinen Halter. Das Drehen des Schlüssels fühlte sich wieder so satt und präzise an, wie es Mercedes-Benz ursprünglich vorgesehen hatte – ein Bedienerlebnis, das zur Würde dieses Fahrzeugs gehört.

Werkstatt-Erkenntnisse aus diesem Fall

  1. Niemals mit Gewalt drehen. Ein klemmender Schlüssel ist eine Warnung, kein Hindernis, das man wegdrücken sollte. Wer mit Kraft nachhilft, riskiert einen abgebrochenen Schlüsselbart oder einen verbogenen Zylinder – und verwandelt eine planbare Arbeit in einen größeren Eingriff.
  2. Die drei Ebenen sauber trennen. Schließzylinder, Lenkschloss-Mechanik und elektrischer Zündanlassschalter altern unterschiedlich. Nur wer sie getrennt diagnostiziert, tauscht das richtige Bauteil statt der ganzen Einheit auf Verdacht.
  3. Verharztes Altfett ist die halbe Miete. Ein erheblicher Teil der Schwergängigkeit kommt nicht von Verschleiß, sondern von verharztem Schmierfett. Reinigung und originalgetreue Nachschmierung lösen oft mehr, als ein vorschneller Komplettaustausch je leisten könnte.
  4. Rechtzeitigkeit erhält die Originalität. Solange sich der Schlüssel noch dreht, gelingt die Entnahme über die vorgesehene Notentriegelung – zerstörungsfrei. Wartet man bis zur völligen Blockade in der Nullstellung, wird der Eingriff aufwendiger.
  5. Substanz erhalten heißt Schließung erhalten. Wo der Befund es erlaubt, behalten wir den originalen Zylinder und das Schlüsselprofil. Das bewahrt Originalität und Bedienkomfort zugleich.

Werterhalt: Warum die behutsame Instandsetzung die richtige Wahl ist

Ein Mercedes R107 ist mehr als ein Fahrzeug – er ist ein Stück Automobilkultur, dem sein Besitzer ein besonderes, unersetzliches Vertrauen entgegenbringt. Genau deshalb behandeln wir ein vermeintlich kleines Bauteil wie den Schließzylinder mit derselben Sorgfalt wie eine Motorrevision. Die behutsame Instandsetzung erhält nicht nur die Funktion, sondern die Originalität und den Bedienkomfort, die den Wert dieses Klassikers ausmachen. Ein satt drehender Schlüssel und eine sauber ein- und ausrastende Lenkradsperre sind keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis von Handwerkskunst, die die Substanz respektiert.

Wenn Sie tiefer in die Pflege Ihres Klassikers eintauchen möchten, lesen Sie auch unseren ausführlichen Wartungs-Guide für Mercedes W126 und R107, unseren Beitrag zur Oldtimer-Diagnose mit moderner Messtechnik sowie unsere grundsätzliche Haltung im Artikel Oldtimer originalgetreu reparieren. Wer einen elektrisch sensiblen Klassiker fährt, findet im Beitrag Oldtimer-Elektrik behutsam modernisieren weiterführende Gedanken. Für Mercedes-Liebhaber lohnt zudem ein Blick auf die Langzeitpflege des W124 und die häufigen Probleme am W123.

Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung

Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an. Ein Fahrzeug, dessen Zündschloss zuverlässig arbeitet und dessen Lenkradsperre korrekt funktioniert, gehört zur sicheren und vorschriftsmäßigen Beschaffenheit – die fachgerechte Instandsetzung sichert damit auch die Vorführbereitschaft Ihres Klassikers.

Hakt der Zündschlüssel an Ihrem R107 oder einem anderen Mercedes-Klassiker, oder löst die Lenkradsperre nur widerwillig? Warten Sie nicht, bis sich der Schlüssel keinen Millimeter mehr dreht. Rufen Sie uns an unter 05505 5236 oder schreiben Sie uns per WhatsApp für eine fachliche Ersteinschätzung. Ihr Fahrzeug ist bei uns in den besten Händen – wir setzen die Schließmechanik behutsam und originalgetreu instand.



Weiterführende Informationen:


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Häufig gestellte Fragen

Warum klemmt das Zündschloss beim Mercedes R107 zunehmend?

Der häufigste Befund ist nicht ein einzelner Defekt, sondern eine Kombination aus Verschleiß und Verharzung. Im Schließzylinder reiben sich über Jahrzehnte sowohl das Schlüsselprofil als auch die feinen Messing-Zuhaltungen ab, sodass diese nicht mehr bündig im Gehäuse abschließen. Gleichzeitig verharzt das ursprüngliche Schmierfett zu einer zähen Masse, die jede Bewegung schwergängig macht. Dahinter sitzen die Lenkschloss-Mechanik mit dem Sperrbolzen und der elektrische Zündanlassschalter, dessen Kontakte ebenfalls altern. Bei KFZ Dietrich in Hardegsen-Gladebeck unterscheiden wir diese drei Ebenen sauber voneinander, bevor ein Teil bestellt wird – denn nur der tatsächlich verschlissene Bereich wird instand gesetzt.

Was passiert, wenn sich der Schlüssel gar nicht mehr drehen lässt?

Blockiert das Schloss in der Nullstellung, ist meist die Lenkradsperre eingerastet. Der gehärtete Sperrbolzen greift in das Lenkrohr, die Vorderräder stehen oft eingeschlagen und das Fahrzeug lässt sich weder lenken noch frei rollen. In diesem Zustand ist der SL manövrierunfähig und muss behutsam mit dem Hubkran verladen werden. Auch die Instandsetzung wird aufwendiger, weil der Auslösemechanismus des Schließzylinders in der Nullstellung nicht zugänglich ist. Greifen Sie hier nie zu Gewalt am Schlüssel – ein abgebrochener Schlüsselbart oder ein verbogener Zylinder verwandelt eine planbare Arbeit in einen größeren Eingriff.

Lässt sich der originale Schließzylinder im R107 erhalten oder muss er ersetzt werden?

Das entscheidet der Befund nach der Zerlegung, nicht eine Pauschalregel. Sind die Zuhaltungen noch maßhaltig und ist lediglich das alte Fett verharzt, reinigen wir den Zylinder, prüfen jede Zuhaltung einzeln und schmieren originalgetreu mit einem geeigneten Schließzylinder-Fett nach – der originale Zylinder bleibt erhalten. Sind die Zuhaltungen oder die Zylinderbohrung dagegen ausgeschlagen, ersetzen wir den Zylinder passend zum vorhandenen Schlüsselprofil. Wo es die Substanz erlaubt, behalten wir bewusst einen Schlüssel für die gesamte Schließung, damit Türen, Kofferraum und Zündung weiter mit einem Schlüssel bedient werden. Originalität und Bedienkomfort haben für uns Vorrang vor dem schnellen Komplettaustausch.

Woran erkenne ich ein beginnendes Problem am Zündschloss meines R107 rechtzeitig?

Achten Sie auf die Haptik beim Starten. Hakt der Schlüssel schon beim Einführen, müssen Sie ihn minimal herausziehen oder wackeln, um den Widerstand zu überwinden, oder fühlt sich das Drehen kratzig und ruckartig an, sind das klare Vorboten. Ein weiteres Zeichen ist, wenn Sie das Lenkrad beim Drehen des Schlüssels entlasten müssen, damit der Sperrbolzen freigibt. Solange sich der Schlüssel noch in die Stellungen drehen lässt, ist die Instandsetzung planbar und schonend. Wer diese Signale ignoriert, riskiert den vollständigen Liegenbleiber. Wir prüfen die Gängigkeit der Schließmechanik bei jedem Klassiker-Service mit.

Wie läuft die Instandsetzung eines klemmenden Zündschlosses bei KFZ Dietrich ab?

Wir beginnen mit einer ruhigen Anamnese und einer Tastprüfung in jeder Schlüsselstellung, ohne Gewalt. Anschließend grenzen wir ein, ob der Schließzylinder, die Lenkschloss-Mechanik oder der elektrische Zündanlassschalter die Ursache ist. Erst dann demontieren wir die Lenkstockverkleidung, lösen den Schließzylinder über die vorgesehene Notentriegelung und legen die Mechanik frei. Nach dem Befund reinigen, instand setzen oder ersetzen wir gezielt das betroffene Bauteil, schmieren originalgetreu und prüfen jede Schlüsselstellung sowie das saubere Ein- und Ausrasten der Lenkradsperre. Sie erhalten am Ende ein Fahrzeug, das sich wieder so bedienen lässt, wie es Mercedes-Benz vorgesehen hat.

Warum sollte ich mit einem klemmenden Schloss nicht einfach weiterfahren?

Ein klemmender Zylinder ist ein Verschleißprozess, der sich nicht von selbst zurückbildet, sondern fortschreitet. Aus dem anfänglichen Haken wird der Tag, an dem sich der Schlüssel keinen Millimeter mehr dreht – erfahrungsgemäß im denkbar unpassendsten Moment. Hinzu kommt die Lenkradsperre: Rastet sie ein, während Sie das Schloss mit Kraft bewegen wollen, droht ein Schaden an Bolzen oder Lenkrohr. Frühzeitiges Handeln bewahrt die Originalität, hält die Reparatur planbar und schützt Sie vor einem ärgerlichen Ausfall. Bei einem Fahrzeug mit dem Wert eines R107 ist die rechtzeitige Instandsetzung gelebter Werterhalt.

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