- Datenbasis: anonymisierte Auswertung unseres Werkstattsystems — über 2.000 Aufträge pro Jahr, dokumentiert seit 1978.
- Marken-Mix 2025: VW-Konzern (627 Aufträge) und Mercedes-Benz (605) liegen fast gleichauf an der Spitze — zusammen über die Hälfte der markenzuordenbaren Aufträge.
- Dahinter: Stellantis (215), BMW Group (113), Ford (92), Renault (47), Toyota (37).
- Wiederkehrquote 58,7 %: 591 von 1.007 Kunden des Vorjahres kamen 2025 wieder — dazu 386 Neukunden.
- Mercedes-Fahrzeuge kommen im Schnitt 1,8-mal pro Jahr zu uns — Werkstatt-Treue statt Einmalbesuch.
- Häufigste Arbeiten 2025: Räder/Reifen (30 %), Inspektion (26 %), Bremsen (26 %), HU/AU (25 %) — Diagnose-Arbeiten stecken in 17 % aller Aufträge.
- Saisonverlauf: Die Spitzen liegen im Mai (209 Aufträge) und November (213) — wer flexibel ist, bekommt im Februar oder August die kürzesten Wartezeiten.
- Keine Hochglanz-Studie, sondern echte Zahlen aus einer echten Werkstatt — Methodik am Ende des Beitrags.
Wer wissen will, welche Autos in einer Region wirklich gefahren — und repariert — werden, braucht keine Verkaufsstatistik. Er braucht den Blick auf die Hebebühne. Genau diesen Blick öffnen wir mit diesem Report: eine Auswertung unserer eigenen Auftragsdaten aus den Jahren 2024 und 2025. Keine Schätzung, keine Branchenumfrage — Werkstattrealität aus Südniedersachsen.
Der Marken-Mix: Wer steht bei uns auf der Bühne?
Die Verteilung der Aufträge nach Markengruppen im Jahr 2025:
| Markengruppe | Aufträge 2025 | Aufträge 2024 | Fahrzeuge 2025 | Aufträge je Fahrzeug |
|---|---|---|---|---|
| VW-Konzern (VW, Audi, Skoda, Seat) | 627 | 606 | 341 | 1,84 |
| Mercedes-Benz | 605 | 595 | 340 | 1,78 |
| Stellantis (Opel, Peugeot, Citroën, Fiat …) | 215 | 212 | 134 | 1,60 |
| BMW Group (BMW, Mini) | 113 | 114 | 60 | 1,88 |
| Ford | 92 | – | 52 | 1,77 |
| Renault | 47 | – | 26 | 1,81 |
| Toyota | 37 | – | 26 | 1,42 |
Drei Beobachtungen stechen heraus:
Erstens: Die Spitze ist ein Zweikampf. VW-Konzern und Mercedes-Benz liegen mit 627 zu 605 Aufträgen fast gleichauf — und beide Gruppen wachsen gegenüber 2024 leicht. Das deckt sich mit unserer Ausrichtung: Für beide Welten arbeiten wir mit den Original-Diagnosesystemen der Hersteller (ODIS beziehungsweise XENTRY). Komplexe Fälle dieser Marken finden deshalb überdurchschnittlich oft den Weg zu uns — häufig nach Stationen in anderen Werkstätten.
Zweitens: Die Werkstatt-Treue ist messbar. Im Schnitt kommt ein Mercedes 1,78-mal, ein Fahrzeug des VW-Konzerns 1,84-mal pro Jahr zu uns — also nicht nur zur einmaligen Panne, sondern für Wartung, Saisonarbeiten und Folgetermine. Fahrzeuge, deren Halter uns einmal getestet haben, bleiben in aller Regel im Haus.
Drittens: Die Breite gehört dazu. Stellantis, BMW, Ford, Renault, Toyota — ein freier Meisterbetrieb auf dem Land kann sich keine Markenbrille leisten, und will es auch nicht. Die Spezialisierung auf drei Herstellersysteme schließt die übrigen Marken nicht aus; sie profitieren von derselben Diagnose-Systematik.
Was 2025 am häufigsten auf der Bühne stand
Für diesen Teil des Reports haben wir alle 2.032 abgeschlossenen Aufträge des Jahres 2025 Position für Position ausgewertet — über 6.000 dokumentierte Arbeitsschritte, zugeordnet zu zwölf Gewerken. Wichtig fürs Lesen der Tabelle: Ein Auftrag umfasst häufig mehrere Gewerke (Räderwechsel plus Bremsenprüfung plus HU-Vorbereitung in einem Termin), die Anteile addieren sich deshalb bewusst nicht auf 100 Prozent.
| Gewerk | Aufträge mit diesem Gewerk | Anteil |
|---|---|---|
| Räder & Reifen (Wechsel, Wuchten, Einlagerung, RDKS) | 601 | 29,6 % |
| Inspektion & Wartung | 529 | 26,0 % |
| Bremsanlage | 520 | 25,6 % |
| HU/AU & Prüfdienste (inkl. DGUV) | 515 | 25,3 % |
| Elektrik & Elektronik | 466 | 22,9 % |
| Karosserie & Glas | 439 | 21,6 % |
| Motor & Antrieb | 433 | 21,3 % |
| Diagnose & Fehlersuche | 354 | 17,4 % |
| Fahrwerk & Achsen | 349 | 17,2 % |
| Abgasanlage | 121 | 6,0 % |
| Getriebe & Kupplung | 112 | 5,5 % |
| Klimaservice | 64 | 3,1 % |
Was diese Verteilung erzählt:
Das Fundament ist klassische Werkstattarbeit. Räder, Wartung, Bremsen, HU/AU — die vier größten Blöcke sind das, was ein Fahrzeug Jahr für Jahr braucht. Auffällig im Detail: Die Abgasuntersuchung führen wir in über 400 Fällen selbst durch, dazu kamen 2025 unter anderem 19 DGUV-Prüfungen für Unternehmer — beides Teil unseres Prüfangebots: Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.
Diagnose ist kein Nischenthema, sondern Alltag. In 354 Aufträgen — gut jedem sechsten — steckt dokumentierte Fehlersuche: Fehlerspeicher-Gesamtauslese, geführte Diagnose, Messungen. Dieser Anteil ist für einen freien Betrieb ungewöhnlich hoch und der messbare Kern unserer Ausrichtung auf Systemanalyse mit XENTRY, ODIS und ISTA.
Elektrik schlägt Mechanik. Mit 466 Aufträgen liegt das Gewerk Elektrik/Elektronik vor Motor, Fahrwerk und Getriebe — vom Batterietest über Sensorik und Beleuchtung bis zur Steuergeräte-Codierung. Das moderne Auto ist ein rollender Rechnerverbund; die Auftragsstatistik bildet das nüchtern ab.
Für Interessierte: Moneyball auf der Hebebühne — wie diese Auswertung entstand
In „Moneyball” baut Billy Beane ein Baseballteam nicht nach Bauchgefühl, sondern nach Daten auf, die jeder hätte haben können — die aber niemand auswertet. Genau dieses Prinzip steckt hinter diesem Report: Jede Werkstatt besitzt ihre Auftragsdaten, kaum eine wertet sie aus.
Technisch lief die Auswertung so: Unser Werkstattsystem dokumentiert jeden Auftrag mit einzelnen Positionen, getrennt nach Lohn (Arbeitszeit), Ersatzteilen und Texten. Für den Report haben wir sämtliche Lohn-Positionen der 2.032 abgeschlossenen Aufträge 2025 maschinell extrahiert — knapp 2.000 Aufträge enthielten mindestens eine dokumentierte Arbeitsposition — und über Muster-Erkennung zwölf Gewerken zugeordnet. Stornierte und gelöschte Aufträge (249 Datensätze) wurden vorher ausgefiltert, damit nur real ausgeführte Arbeit zählt. Die Mehrfachzuordnung ist dabei kein Fehler, sondern Abbild der Realität: Ein Wartungstermin mit Bremsflüssigkeitswechsel und Räderwechsel ist ein Auftrag mit drei Gewerken. Wer Statistiken liest, sollte immer fragen, was die Bezugsgröße ist — bei uns steht sie deshalb über der Tabelle.
Der Takt des Jahres: zwei Wellen, zwei Täler
Die Auftragszahlen pro Monat zeichnen ein klares Muster:
| Monat | Aufträge | Monat | Aufträge | |
|---|---|---|---|---|
| Januar | 143 | Juli | 205 | |
| Februar | 130 | August | 136 | |
| März | 134 | September | 158 | |
| April | 189 | Oktober | 197 | |
| Mai | 209 | November | 213 | |
| Juni | 179 | Dezember | 139 |
Zwei Wellen prägen das Jahr: April/Mai und Oktober/November — die Räderwechsel-Saison, in der zusätzlich Inspektionen und HU-Termine gebündelt werden. Dazu kommt ein Juli-Hoch vor der Urlaubsreise: Durchsichten, Klimaservice, lange Autobahnetappen im Blick. Die Täler liegen im Februar, August und Dezember.
Daraus folgt ein ehrlicher, praktischer Hinweis: Wer planbare Arbeiten — Inspektion, Achsvermessung, Getriebeölspülung — in die ruhigen Monate legt, bekommt die kürzesten Wartezeiten und die größte Terminauswahl. Der Räderwechsel selbst ist saisongebunden, alles andere nicht.
Wiederkehr: die ehrlichste Kennzahl einer Werkstatt
Von den 1.007 Kunden, die 2024 bei uns waren, kamen 591 auch 2025 wieder — eine Wiederkehrquote von 58,7 Prozent. Dazu kamen 386 Neukunden.
Warum wir diese Zahl für die wichtigste des Reports halten: Eine freie Werkstatt hat keine Vertragsbindung, kein Leasing-Rückgabeprozedere, keinen Servicevertrag, der Kunden zurückzwingt. Jeder Wiederkehrer ist eine aktive Entscheidung — getroffen nach der Erfahrung mit Befund, Preis und Ergebnis des letzten Besuchs. Knapp sechs von zehn Kunden treffen diese Entscheidung jedes Jahr aufs Neue für uns.
Die 386 Neukunden zeigen die zweite Seite: Empfehlungen und Sichtbarkeit funktionieren. Beides zusammen — Wiederkehr plus Zulauf — beschreibt ein gesundes Wachstum ohne Lockmittel.
Was die Zahlen für Sie als Halter bedeuten
Wenn Sie Mercedes, VW, Audi, Skoda oder Seat fahren: Sie sind statistisch in der Mehrheit unserer Kunden — und profitieren davon, dass wir die typischen Schwachstellen dieser Baureihen nicht aus dem Lehrbuch kennen, sondern aus hunderten Fällen pro Jahr. Die Erfahrungswerte fließen direkt in unsere Baureihen- und Modellseiten ein.
Wenn Sie eine andere Marke fahren: Die Systematik bleibt dieselbe — Befund vor Reparatur, Messwerte statt Vermutungen. Gut 500 Aufträge pro Jahr entfallen auf Marken jenseits der beiden großen Gruppen.
Wenn Sie eine Werkstatt suchen: Fragen Sie ruhig nach solchen Zahlen. Eine Werkstatt, die ihre Wiederkehrquote kennt (und nennt), beschäftigt sich mit der eigenen Qualität. Mehr dazu, woran Sie seriöse Betriebe erkennen, im Ratgeber werkstattauswahl.kfz-dietrich.com.
Methodik und Grenzen dieser Auswertung
Transparenz gehört zur Beweisführung, deshalb klar benannt:
- Quelle: unser Werkstattverwaltungssystem (WERBAS), in dem jeder Auftrag seit Jahrzehnten dokumentiert wird. Ausgewertet wurden abgeschlossene Aufträge der Kalenderjahre 2024 und 2025, aggregiert nach Markengruppen; für die Gewerke-Auswertung zusätzlich sämtliche Arbeitspositionen aller 2.032 Aufträge des Jahres 2025.
- Bereinigt: Stornierte und gelöschte Aufträge (249 Datensätze) wurden ausgefiltert — gezählt wird nur tatsächlich ausgeführte Arbeit.
- Anonymisiert: Es fließen keine personenbezogenen Daten ein — nur Zähler auf Gruppenebene.
- Keine Repräsentativität: Die Daten beschreiben unsere Werkstatt in Hardegsen, nicht den deutschen Markt. Unsere Spezialisierung auf Mercedes- und VW-Konzern-Diagnose verschiebt den Mix erkennbar — genau das macht die Zahlen für unsere Region aber aussagekräftig.
- Bewusst weggelassen: Umsätze je Auftragsart und Einzelpreise. Strukturdaten ja, Geschäftsinterna nein.
Weiterführende Informationen
- XENTRY, ODIS & ISTA gegen OBD2 – der Unterschied im Detail
- Mercedes E-Klasse W212: typische Probleme aus der XENTRY-Praxis
- Audi A4 B8 2.0 TDI & TFSI: typische Probleme im Überblick
- Verfällt die Garantie bei einer freien Werkstatt? Nein.
- Unser Redaktionsprozess – so entstehen unsere Inhalte
Fragen zu Ihrem Fahrzeug?
Hinter jeder Zahl dieses Reports stehen echte Befunde. Wenn Ihr Fahrzeug ein Anliegen hat, sprechen Sie uns an: Telefon 05505 5236 oder direkt per WhatsApp — wir antworten innerhalb eines Werktags mit einer ehrlichen Einschätzung.