W204 und W212 gehören zu den am häufigsten codierten Mercedes-Baureihen – gute Grundlage mit NTG4.5 oder NTG5, viele Komfort-Optionen zugänglich. Beide Baureihen teilen sich eine ähnliche Steuergeräte-Architektur, haben aber je nach Baujahr und Modellpflege-Stand unterschiedliche Codierungs-Möglichkeiten.
W204 C-Klasse (2007–2014)
Baujahre bis ca. 2011: COMAND NTG4.5. Ab 2011 Facelift (Mopf): NTG4.7 (W204 II). Dieser Unterschied ist relevant für verfügbare Codierungs-Optionen – die Steuergerätesoftware-Versionen unterscheiden sich, und nicht alle Codierungs-Parameter sind auf beiden Versionen identisch.
Häufige Codierungen:
- Komfortschließung: Alle Fenster und Schiebedach schließen beim langen Druck auf die Verriegelungstaste per Fernbedienung. Das ZV-Steuergerät (SAM) erkennt die Tastendruck-Dauer und steuert die Fensterheber und den Schiebedachmotor an. Hardware ist bei nahezu allen W204 vorhanden, Funktion aber oft ab Werk deaktiviert
- Spiegelklappen automatisch beim Verriegeln: Die Außenspiegel klappen beim Verriegeln per Schlüssel ein und beim Entriegeln wieder aus. Voraussetzung: elektrisch anklappbare Spiegel müssen verbaut sein (Sonderausstattung, ab Ausstattungslinie Elegance/Avantgarde meist serienmäßig)
- Coming-Home: Außenlicht (Abblendlicht oder Tagfahrlicht) bleibt nach dem Aussteigen für eine einstellbare Dauer aktiv und beleuchtet den Weg. Dauer konfigurierbar: 15, 30, 60 oder 90 Sekunden. Benötigt verbautes Lichtmodul mit Coming-Home-Funktion
- Sitzheizungs-Automatik nach Motorstart: Die Sitzheizung aktiviert sich automatisch beim Motorstart, wenn die Außentemperatur unter einem einstellbaren Schwellwert liegt (z.B. unter 10°C). Voraussetzung: Sitzheizung verbaut
- AMG-Menü im COMAND: Optische Anzeigeerweiterung im Infotainment-System mit Performance-Daten (Öltemperatur, Ladedruck, G-Kräfte bei AMG-Modellen). Kein Einfluss auf Fahrdynamik, rein informativ
Was baureihenabhängig ist: Keyless-Go nachrüsten per Codierung: nur wenn die Hardware (Türgriff-Sensoren mit kapazitivem Näherungssensor, LF-Antennen in den Türen, Innenraum-Antennen) verbaut aber software-seitig deaktiviert ist. Ohne Hardware keine Software-Aktivierung. XENTRY prüft beim Codierungsvorgang automatisch die verbauten Komponenten und verhindert die Aktivierung bei fehlender Hardware.
W212 E-Klasse (2009–2016)
Ähnliches Codierungs-Spektrum wie W204, aber mit erweitertem Funktionsumfang durch die höherwertige Ausstattungsbasis. Ab W212 Facelift (2013): NTG5 mit erweiterten Multimedia-Optionen und veränderter Codierungs-Struktur.
Zusätzlich möglich (wenn Hardware verbaut):
- Augmented-Reality-Navi im COMAND: Wenn das AR-Kameramodul in der Frontscheibe verbaut aber im COMAND-System deaktiviert ist, kann XENTRY die AR-Darstellung aktivieren. Die Kamera-Bilder werden mit Navigationshinweisen überlagert und auf dem COMAND-Display angezeigt
- Fondbildschirm-Konfiguration: Bei Fahrzeugen mit Rear-Seat-Entertainment lassen sich die Fonddisplays individuell konfigurieren – Helligkeit, Aktivierung über COMAND, automatische Abschaltung
- 360°-Kamera Aktivierung: Bei Fahrzeugen mit verbautem Kamera-System (vier Kameras: Front, Heck, links, rechts) kann die 360°-Vogelperspektive aktiviert werden, wenn sie werksseitig deaktiviert war
- Geschwindigkeitswarnung anpassen: Die Schwellwerte für akustische und visuelle Geschwindigkeitswarnungen lassen sich per XENTRY anpassen oder deaktivieren
Was vom Ausstattungscode abhängt
Nicht jeder W204/W212 hat identische Hardware. Der Ausstattungscode (auf dem Aufkleber an der B-Säule oder aus dem digitalen Fahrzeugpass über XENTRY auslesbar) zeigt welche Optionen ab Werk bestellt wurden. Jede Sonderausstattung hat einen eigenen SA-Code (z.B. SA 889 für Keyless-Go, SA 810 für Soundsystem, SA 580 für Klimaautomatik).
XENTRY prüft automatisch welche Codierungen für diese spezifische Fahrzeugkonfiguration verfügbar sind. Codierungs-Parameter, die Hardware erfordern die nicht verbaut ist, werden von XENTRY gar nicht erst angeboten. Das verhindert Fehlkonfigurationen, die bei der Verwendung von Drittanbieter-Tools durchaus auftreten können und im schlimmsten Fall zu Steuergeräte-Fehlern führen.
Wir empfehlen vor jeder Codierung einen vollständigen XENTRY-Fahrzeugscan, der alle verbauten Steuergeräte und deren Software-Versionen erfasst. Auf dieser Basis können wir präzise mitteilen, welche Funktionen bei Ihrem spezifischen Fahrzeug freischaltbar sind.
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