BMW CAS3 klonen – Zuordnung, ISN und Tausch-Hinweise

BMW CAS3 (Car Access System) klonen beim E90, E60 oder X5: ISN-Abgleich, Schlüsselzuordnung und warum ein falscher CAS-Tausch das Fahrzeug unfahrbar macht.

BMW CAS3 klonen – Zuordnung, ISN und Tausch-Hinweise
TL;DR
  • Das [CAS3](https://kfz-dietrich.com/glossar/#cas) ist beim BMW E90/E60/E70 das zentrale Steuergerät für Wegfahrsperre, Schlüssel und Startfreigabe – ein Defekt blockiert den Start vollständig oder lässt den Motor nach wenigen Sekunden absterben.
  • Die ISN (Individual Serial Number) ist der kryptographische Schlüssel zwischen CAS3 und DME – ein gebrauchtes CAS3 ohne Klonierung trägt eine fremde ISN und blockiert den Motor.
  • Klonen überträgt ISN, Schlüssel-Codes, Kilometerstand, ELV-Zuordnung und Konfiguration 1:1; Schlüssel funktionieren sofort, kein erneutes Anlernen nötig.
  • Wichtig: CAS3 und CAS3+ sind hardwareseitig unterschiedlich und nicht kreuzkompatibel – das Zielgerät muss exakt die gleiche Version haben.
  • Empfehlung: Bei sporadischem Startverhalten oder Schlüsselverlust nach Batterietausch zuerst auf Feuchtigkeit am CAS-Stecker und auf Kondensator-Alterung prüfen – das sind die häufigsten Vorboten eines Totalausfalls.

Das CAS3 (Car Access System 3) beim BMW E90, E60 oder E70 X5 ist das zentrale Steuergerät für Wegfahrsperre, Schlüsselerkennung und Startfreigabe. Ein Defekt führt zu: Fahrzeug startet nicht, Schlüssel wird nicht erkannt, oder der Motor läuft zwar an aber stirbt sofort wieder. Da das CAS3 im Zentrum der gesamten Sicherheitsarchitektur steht, hat ein Ausfall weitreichende Konsequenzen für die Fahrzeugnutzung.

Was das CAS3 macht

Das CAS3 kommuniziert mit:

  • Schlüsseltransponder: Erkennt den codierten Schlüssel per NFC über die Ringantenne am Zündschloss (bei Modellen mit Schlüsseleinführung) oder per Funkabfrage (bei Comfort Access / Keyless Go)
  • DME/MSV (Motorsteuergerät): Übermittelt die ISN (Individual Serial Number) als Startfreigabe. Die ISN ist ein kryptographischer Schlüssel, der zwischen CAS3 und DME ausgetauscht wird
  • Kombi-Instrument: Zeigt Kilometerstand an, synchronisiert Daten und verifiziert die Fahrzeug-Identität
  • Zündschloss: Erfasst Zündstellungen (Position 0, 1, 2, Start) und leitet die jeweiligen Maßnahmen ein
  • ELV (Elektronische Lenksäulenverriegelung): Gibt die Lenkung frei, sobald ein gültiger Schlüssel erkannt wird

Ohne gültige ISN-Kommunikation zwischen CAS3 und DME: Motor startet nicht oder läuft ohne Last an (Wegfahrsperre aktiv). Die ISN-Verifikation erfolgt bei jedem Startvorgang in Millisekunden – beide Steuergeräte tauschen verschlüsselte Challenges aus und verifizieren die Antwort. Stimmt die ISN nicht überein, unterbindet das DME die Einspritzung nach wenigen Sekunden.

Warum Klonen statt einfach tauschen

Ein gebrauchtes CAS3 aus einem anderen BMW ist NICHT einfach einsteckbar. Es enthält die ISN des Spenderfahrzeugs. Das DME des Zielfahrzeugs erwartet eine andere ISN und die Wegfahrsperre bleibt aktiv. Zusätzlich enthält das CAS3 die gespeicherten Schlüsselcodes – die Schlüssel des Spenderfahrzeugs passen nicht zum Zielfahrzeug und umgekehrt.

Beim Klonen wird das defekte CAS3 ausgebaut, der Speicherinhalt (ISN, Schlüssel-Codes, Kilometerdaten, ELV-Zuordnung, Fahrzeugkonfiguration) 1:1 auf ein identisches Ersatz-CAS3 übertragen. Das Ersatz-CAS3 verhält sich exakt wie das Original. Die vorhandenen Schlüssel funktionieren sofort, der Kilometerstand ist korrekt und die Kommunikation mit DME und Kombiinstrument läuft ohne Anpassung.

Was beim CAS3-Klonen zu beachten ist

CAS-Version exakt prüfen: CAS3 und CAS3+ sind unterschiedliche Hardware-Revisionen. Die Flash-Inhalte sind nicht direkt kompatibel. Das CAS3 wurde in Fahrzeugen bis ca. 2009 verbaut, das CAS3+ in Fahrzeugen ab ca. 2009. Die Platinenlayouts unterscheiden sich, und die Prozessorarchitektur ist beim CAS3+ erweitert. Eine Klonierung zwischen CAS3 und CAS3+ ist nicht möglich – das Zielgerät muss exakt die gleiche Hardware-Version aufweisen.

Kilometerstand: Der im CAS3 gespeicherte Kilometerstand muss mit Kombiinstrument und DME übereinstimmen. Abweichungen erzeugen Fehlermeldungen im Fehlerspeicher und können bei der Hauptuntersuchung zu Rückfragen führen. Bei der Klonierung wird der Kilometerstand automatisch korrekt übertragen, da er Teil des Flash-Images ist.

Schlüsselanzahl: Alle zum Fahrzeug gehörenden Schlüssel müssen nach dem Klonvorgang erneut angemeldet sein – oder der geklonte Inhalt enthält sie bereits. Beim vollständigen Klonen sind die Schlüsseldaten im Speicherabbild enthalten. Wurden vor dem Defekt Schlüssel hinzugefügt oder gesperrt, spiegelt das geklonte CAS3 den letzten Zustand wider.

ELV-Synchronisation: Die elektronische Lenksäulenverriegelung ist mit dem CAS3 gekoppelt. Nach dem Klonen muss die ELV-Kommunikation überprüft werden. In seltenen Fällen ist eine Neusynchronisation über ISTA erforderlich, insbesondere wenn das CAS3 während eines Startvorgangs ausgefallen ist und die ELV in verriegeltem Zustand steckengeblieben ist.

Typische CAS3-Defekte im Überblick: Häufigste Ausfallursache ist Feuchtigkeit im Bereich der CAS-Steckverbinder. Wasser gelangt über undichte Windschutzscheibendichtungen oder verstopfte Ablaufkanäle an die Platine. Korrosion an den internen Lötstellen führt zunächst zu sporadischen Startproblemen und schließlich zum Totalausfall. Ein zweiter häufiger Defekt: Der interne Kondensator auf der CAS-Platine altert und verliert Kapazität – das CAS3 “vergisst” gelernte Schlüssel nach dem Abklemmen der Batterie.

CAS3 im Einsende-Service: Was mitgeschickt werden sollte

Das Klonen des CAS3 ist bundesweit per Einsende-Service möglich. Für eine fehlerfreie Durchführung sind folgende Informationen und Materialien hilfreich:

  • Fahrzeugbrief (Kopie): Bestätigt die Fahrzeug-VIN und erleichtert die Zuordnung des CAS3-Inhalts zum Fahrzeug.
  • Alle vorhandenen Schlüssel: Wenn noch Schlüssel vorhanden sind, können diese im Klonvorgang berücksichtigt werden. Schlüssel, die vor dem CAS-Defekt aktiv waren, werden im geklonten Gerät korrekt hinterlegt.
  • Kilometerstand: Zur Dokumentation und Plausibilitätsprüfung gegen den gespeicherten Wert im CAS3.
  • Defektbeschreibung: Wann und wie trat der Ausfall auf? Sporadisch oder abrupt? Hatte das Fahrzeug vorher Kontakt mit Wasser oder wurde die Batterie kürzlich abgeklemmt? Diese Informationen helfen, den Schädigungsgrad zu beurteilen.

Das defekte CAS3 wird ausgebaut (in der Regel unter der Lenksäulenverkleidung, Einbauzeit 15 bis 30 Minuten je Modell), sicher verpackt und eingeschickt. Nach dem Klonvorgang – typisch 1 bis 3 Werktage – erhalten Sie das geklonte Gerät zurück, einbaufertig. Die vorhandenen Schlüssel funktionieren sofort, ein erneutes Anlernen ist nicht erforderlich.

Für Techniker: ISN-Hex-Layout, Motorola MC9S12-EEPROM und CAS3-Schlüssel-Tabelle

Das CAS3 basiert auf einem Freescale/Motorola MC9S12XEP100-Mikrocontroller mit integriertem 4 KB EEPROM und 1 MB Flash. Die ISN (Individual Serial Number, 16 Byte = 32 Hex-Zeichen) liegt im EEPROM ab Adresse 0x0EE0 in einem geschützten Bereich, der mit einem 8-Byte-CRC und einem zusätzlichen XOR-Schutz versehen ist. Das BMW-Gateway-Tool und ISTA/P können die ISN über UDS-Routine 0x31 mit Subfunction 0xCD01 anfordern – aber nur, wenn der korrekte Sicherheits-Login zuvor durchlaufen wurde. Am Bench wird das EEPROM per BDM-Adapter (12-Pin-Stecker auf der Platine, KT200II oder Yanhua ACDP) ausgelesen, Lesegeschwindigkeit typisch 16 KB/s, Backup-Zeit unter einer Minute.

Die Schlüssel-Tabelle des CAS3 speichert bis zu 8 Schlüsseldatensätze ab Adresse 0x0F00. Jeder Schlüssel-Slot ist 16 Byte groß und enthält: Schlüssel-ID (4 Byte), Rolling Code Counter (4 Byte), Verwendungs-Flag (1 Byte: 0xFF = nicht zugewiesen, 0x01 bis 0x08 = aktiver Slot), Crypto-Hash (7 Byte). Das DME (Bosch MSV70/MSV80, MSD80/MSD81 oder MEVD17.2) enthält dieselbe ISN, die bei jedem Startversuch über CAN-FlexRay ausgetauscht wird. Bei abweichender ISN sendet das DME den Status „Wegfahrsperre aktiv” über CAN-ID 0x130 mit Datenfeld 0x40, und das Kombiinstrument zeigt das durchgestrichene Schlüsselsymbol.

Mess-Sequenz CAS3-Klonen: 1) Visuelle Inspektion auf Korrosion und Lötstellen-Risse, vor allem an den Stützkondensatoren (typisch 100 µF / 16 V Tantalum). 2) Vollständiges EEPROM- und Flash-Backup mit MD5-Prüfsumme, drei Kopien archivieren. 3) Spender-CAS3 mit identischer Hardware-Revision (CAS3 Boot-Mode 0x18 vs CAS3+ Boot-Mode 0x1C – per Reset-Pin abfragbar) bestücken. 4) Klonen mit Übernahme von ISN, Schlüsseltabelle, Kilometerstand und Fahrzeug-Konfiguration. 5) Einbau, Zündung an, Selbsttest abwarten. ISTA/D Vollscan: keine Fehlercodes in CAS, DME, EME, Kombi, EWS-Funktion „Wegfahrsperre aktiv” muss FALSCH liefern. 6) Probestart mit allen vorhandenen Schlüsseln einzeln testen.

Wer wie in Ronin ohne Hintergrundprüfung neue Mitspieler aufnimmt, riskiert die ganze Operation. Wir prüfen ISN bitgenau.


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Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Steuergerät klonen?

Beim Klonen wird die komplette Software eines defekten Steuergeräts auf ein Ersatzgerät übertragen – inklusive aller fahrzeugspezifischen Codierungen und Wegfahrsperren-Daten. Das Fahrzeug erkennt das geklonte Gerät als Original.

Wie lange dauert das Klonen eines Steuergeräts?

In der Regel 1-3 Werktage ab Eingang. Bei Einsendung: Gerät an uns schicken, wir klonen und senden zurück. Vor Ort in Hardegsen oft am selben Tag.

Kann ein gebrauchtes CAS3 aus einem Schrottfahrzeug einfach eingebaut werden?

Nein. Ein gebrauchtes CAS3 trägt die ISN des Spenderfahrzeugs – das Motorsteuergerät des Zielfahrzeugs erwartet eine andere ISN und blockiert den Start. Zudem sind die gespeicherten Schlüsselcodes des Spenders nicht auf Ihr Fahrzeug übertragbar. Erst durch die Klonierung wird der Speicherinhalt des defekten Original-CAS3 auf das Ersatzgerät übertragen, sodass ISN, Schlüssel und Konfiguration exakt übereinstimmen.

Was ist der Unterschied zwischen CAS3 und CAS3+?

CAS3 und CAS3+ sind unterschiedliche Hardware-Revisionen mit verschiedenen Prozessorarchitekturen. Das CAS3 wurde in BMW-Fahrzeugen bis etwa 2009 verbaut, das CAS3+ ab 2009. Die Flash-Inhalte sind nicht direkt kompatibel und eine Klonierung zwischen den beiden Versionen ist nicht möglich. Das Ersatz-CAS3 muss exakt dieselbe Hardware-Revision aufweisen wie das defekte Original.

Was sind typische Frühwarnzeichen eines beginnenden CAS3-Defekts?

Sporadisches Startverhalten – der Motor startet einmal problemlos, beim nächsten Versuch bleibt er stumm – ist das häufigste Anzeichen. Ebenso: Schlüssel wird nach Batterietausch plötzlich nicht mehr erkannt, oder der Motor läuft kurz an und stirbt sofort wieder ab. Häufigste Ursache ist Feuchtigkeit am CAS-Stecker oder Kondensator-Alterung auf der Platine. Wir empfehlen, bei diesen Symptomen zeitnah eine ISTA-Diagnose durchführen zu lassen, bevor ein Totalausfall das Fahrzeug vollständig blockiert.

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