Das Wichtigste in Kürze:
- Das MBUX-System (NTG7) erlaubt über XENTRY-Codierung das Aktivieren werksseitig angelegter, aber nicht freigeschalteter Funktionen
- Aktivierbare Funktionen umfassen Displayanpassungen, Fahrassistenz-Einstellungen und länderspezifische Varianten
- Die Codierung erfolgt über SA-Codes (Sonderausstattungscodes) im Vehicle Order – nicht per Adapter-Tool
- Nicht jede im Netz genannte Funktion ist für jede Baureihe oder jedes Baujahr verfügbar – SA-Code-Prüfung ist Pflicht
- KFZ Dietrich prüft Kompatibilität vorab und führt die Codierung mit vollständiger Dokumentation durch
TL;DR
- MBUX (seit 2018) enthält in der Software zahlreiche Funktionen, die ab Werk nicht aktiviert sind – aus regulatorischen, marktspezifischen oder Ausstattungs-Gründen.
- Per [XENTRY](https://kfz-dietrich.com/glossar/#xentry) codierbar sind unter anderem Ambientelicht-Konfiguration, Kameraoptionen, Startmenü-Belegung, Fahrerassistenz-Schwellenwerte (innerhalb Hersteller-Vorgaben) und AMG-Klangprofile bei aktivem Klappenauspuff.
- Voraussetzung ist immer vorhandene Hardware – fehlt das Bauteil, bringt auch die Software-Aktivierung nichts; emissionsrelevante Parameter sind herstellerseitig geschützt.
- MBUX 1 (ab 2018), MBUX 2 (ab 2020) und MBUX Hyperscreen (ab 2021 EQS) unterscheiden sich erheblich in Umfang und Zugriff – wir lesen vorab den realen Ausstattungsstand aus.
- Wir nennen ehrlich, was technisch und rechtlich möglich ist – ohne Versprechungen, die das Fahrzeug nicht einlösen kann.
Das Mercedes MBUX-System (Mercedes-Benz User Experience), eingeführt 2018 im A-Klasse-Facelift und seitdem in allen Baureihen verbreitet, ist die umfangreichste Infotainment- und Fahrzeugsteuerungsplattform, die Mercedes bis dato entwickelt hat. Es koordiniert Infotainment, Sprachsteuerung, Navigationssystem, Komfortfunktionen und – je nach Fahrzeugausstattung – auch Fahrerassistenzsysteme.
Was viele Fahrzeughalter nicht wissen: MBUX enthält in der Software eine Vielzahl von Funktionen, die ab Werk nicht aktiviert sind. Teils aus regulatorischen Gründen, teils weil die Funktion zu einem höheren Ausstattungspaket gehört und die Hardware dennoch verbaut ist, teils weil Märkte unterschiedliche Einstellungen erhalten.
Was Codierung im MBUX-Kontext bedeutet
Beim Entheiraten oder der XENTRY-Codierung werden Parameter in den Steuergeräten des Fahrzeugs verändert. Das sind keine Einstellungen im Benutzermenü – es handelt sich um Konfigurationswerte, die im Steuergerät-Speicher hinterlegt sind und die das Fahrzeugverhalten auf Systemebene festlegen. XENTRY hat für Mercedes-Fahrzeuge den vollständigen Zugang zu diesen Parametern.
Eine solche Änderung ist dauerhaft gespeichert und bleibt auch nach einem Software-Update erhalten, sofern das Update die betreffenden Parameter nicht überschreibt.
Funktionen, die per XENTRY codiert werden können
Ambientelicht-Konfiguration
Fahrzeuge mit serienrelevanter Ambientelicht-Hardware, aber nicht vollständig aktivierter Konfiguration, lassen sich häufig auf eine erweiterte Farbpalette oder zusätzliche Leuchtzonen anpassen. Die Änderung erfolgt im Komfort-Steuergerät.
Kameraoptionen und Parkassistenz
Je nach Fahrzeuggeneration lässt sich die 360-Grad-Kameradarstellung anpassen, Richtlinien einblenden oder die Aktivierungsschwelle der Rückfahrkamera verändern. Bei einigen Modellen können Einparklinien-Einstellungen, die in der Werkskonfiguration für bestimmte Märkte deaktiviert sind, freigeschaltet werden.
Startmenü und Favoriten-Anpassungen
Die Standardbelegung des MBUX-Startbildschirms lässt sich in der werkseitigen Konfiguration von außerhalb des Nutzermenüs über XENTRY anpassen – relevant bei Fahrzeugen, die für andere Märkte konfiguriert wurden und mit abweichender Sprach- oder Menü-Standardkonfiguration ausgeliefert wurden.
Fahrerassistenz-Schwellenwerte
Einige Fahrerassistenzsysteme haben länderspezifische Konfigurationen. Spurhalteassistenz-Intensität, Abstandswarner-Schwellen und Geschwindigkeitslimit-Warnung können innerhalb der technischen Vorgaben von Mercedes angepasst werden.
Anlasser-Geräusch und Motorklang-Profil
In Fahrzeugen der AMG-Linie mit aktivem Klappenauspuff-System kann die Startgeräusch-Konfiguration und das Klangprofil je nach Markt aktiviert oder deaktiviert sein. Dies betrifft auch die Steuerung der Auspuffklappen im Komfort- und Sport-Modus.
Grenzen der Codierung
Codierung hat physikalische Grenzen, die XENTRY nicht überschreiten kann: Ist die entsprechende Hardware nicht verbaut, kann auch die Funktion nicht aktiviert werden. Wer in einem Fahrzeug ohne Standheizungs-Hardware die Standheizung durch Codierung freischalten möchte, wird keinen Erfolg haben. Die Software-Aktivierung setzt immer voraus, dass das Steuergerät und die relevante Hardware physisch vorhanden sind.
Ebenso gibt es Sicherheits- und Homologationsgrenzen: Funktionen, die die Fahrdynamikregelung oder emissionsrelevante Parameter betreffen, können nicht beliebig verändert werden. XENTRY gibt diese Parameter nicht frei – sie sind hersteller- und rechtsseitig geschützt.
Fahrzeugspezifische Beratung vor der Codierung
Welche Funktionen in Ihrem spezifischen Fahrzeug tatsächlich codierbar sind, hängt von Baujahr, Baureihe, Ausstattungslinie und verbautem MBUX-Release ab. MBUX 1 (ab 2018), MBUX 2 (ab 2020) und MBUX Hyperscreen (ab 2021 im EQS) unterscheiden sich erheblich in Umfang und Zugriffsmöglichkeiten.
Wir lesen zunächst den vollständigen Ausstattungsstand Ihres Fahrzeugs via XENTRY aus – inklusive verbautem MBUX-Release und aktiver Parameter. Auf dieser Basis benennen wir, was realistisch und sinnvoll codierbar ist, ohne Versprechungen zu machen, die das Fahrzeug technisch nicht einlösen kann.
Für Techniker: SA-Code-Liste, Vehicle Order und HU-Steuergerät MBUX NTG7
Jeder Mercedes hat eine Vehicle Order (VO), die in den DAS-Server beim Werk hinterlegt ist. Die VO listet sämtliche Sonderausstattungs-Codes (SA-Codes, dreistellige Nummern wie 351 für Park-Pilot, 442 für Tempomat oder 351U für Park-Pilot upgrade). MBUX-Steuergeräte (NTG6/NTG7 Headunit-Steuergeräte mit MMC-Modul von Continental oder Bosch) lesen beim Boot die VO ein und aktivieren ihre Funktionsbibliothek entsprechend. Codierung bedeutet: Wir ändern die VO auf dem Mercedes-Backend (über XENTRY/Star-Server), das Fahrzeug zieht beim nächsten Online-Coding die geänderten SA-Codes und passt sich an.
Die Hardware-Voraussetzung ist unverhandelbar. NTG7 mit MBUX 2 hat einen Cortex-A57-basierten Prozessor (NXP i.MX 8 Familie) mit 16 GB eMMC-Speicher und 6 GB DDR4-RAM. Funktionen wie Hyperscreen oder erweiterte AR-Navigation benötigen physisch verbaute Anzeigeeinheiten und entsprechende Kameras. Eine VO-Änderung auf “Hyperscreen aktiv” ohne verbaute Hardware führt zu Boot-Loop oder Steuergeräte-Fehler – XENTRY blockiert daher solche Änderungen über die Plausibilitätsprüfung der Hardware-IDs.
Mess-Sequenz vor Codierung: 1) Vollständigen Steuergeräte-Identifikator inkl. Hardware-Version und Software-Stand auslesen (XENTRY → Online-Update-Check), 2) Aktuelle SA-Code-Liste aus VO ziehen, 3) Bordnetzspannung absichern mit Stützgerät (13,8 V Sollwert), 4) FDOK-Erstellung vor jedem Schreibvorgang, 5) Backup der bestehenden Codierdaten, 6) Online-Coding mit Star-Server-Verbindung, 7) Verifikation per Stellgliedtest und sichtbarem Funktionscheck.
Wie der Architekt in Inception jeden Layer der Realität verifiziert, bevor er aktiv wird – wir prüfen jede Code-Ebene vor der Schreibfreigabe.
Mercedes-Codierung mit XENTRY bedeutet: vollständiger Zugang, ehrliche Einschätzung, dauerhafte Ergebnisse. Teilen Sie uns Ihr Fahrzeug und Ihre Wünsche mit – wir prüfen, was möglich ist. Kontakt: 05505 5236.
Haben Sie Fragen zu Ihrem Mercedes? Schreiben Sie uns direkt per WhatsApp – wir beraten Sie präzise und markenspezifisch.
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