- MBUX (seit 2018) enthält in der Software Funktionen, die ab Werk nicht aktiviert sind – aus regulatorischen, marktspezifischen oder Ausstattungs-Gründen.
- Per XENTRY anpassbar sind unter anderem Ambientelicht-Konfiguration, Kameraoptionen und die Startmenü-Belegung – im Rahmen dessen, was der Hersteller für die Baureihe vorsieht.
- Die Aktivierung läuft über die Ausstattungscodes des Fahrzeugs und die Konfiguration im Steuergerät – nicht per Adapter-Tool.
- Voraussetzung ist immer vorhandene Hardware – fehlt das Bauteil, bringt auch die Software-Aktivierung nichts; emissionsrelevante Parameter sind herstellerseitig geschützt.
- MBUX 1 (ab 2018), MBUX 2 (ab 2020) und MBUX Hyperscreen (ab 2021 EQS) unterscheiden sich erheblich in Umfang und Zugriff – wir lesen vorab den realen Ausstattungsstand aus.
- Wir nennen ehrlich, was technisch und rechtlich möglich ist – ohne Versprechungen, die das Fahrzeug nicht einlösen kann.
Das Mercedes MBUX-System (Mercedes-Benz User Experience) debütierte im Januar 2018 in der komplett neuen A-Klasse der Baureihe W177 – nicht in einer Modellpflege des Vorgängers. Von dort wanderte es schrittweise in weitere Baureihen, und zwar keineswegs lückenlos: Der W205 erhielt nie MBUX, der W213 kam erst mit der Modellpflege 2020 dazu. MBUX ist die umfangreichste Infotainment- und Fahrzeugsteuerungsplattform, die Mercedes bis dato entwickelt hat. Es koordiniert Infotainment, Sprachsteuerung, Navigationssystem, Komfortfunktionen und – je nach Fahrzeugausstattung – die Bedienoberfläche der Fahrerassistenzsysteme.
Was viele Fahrzeughalter nicht wissen: MBUX enthält in der Software eine Vielzahl von Funktionen, die ab Werk nicht aktiviert sind. Teils aus regulatorischen Gründen, teils weil die Funktion zu einem höheren Ausstattungspaket gehört und die Hardware dennoch verbaut ist, teils weil Märkte unterschiedliche Einstellungen erhalten.
Was Codierung im MBUX-Kontext bedeutet
Bei der XENTRY-Codierung werden Konfigurationsparameter in den Steuergeräten des Fahrzeugs verändert. Das sind keine Einstellungen im Benutzermenü – es handelt sich um Werte, die im Steuergerät-Speicher hinterlegt sind und die das Fahrzeugverhalten auf Systemebene festlegen. XENTRY hat für Mercedes-Fahrzeuge den Zugang zu diesen Parametern, soweit der Hersteller sie für die jeweilige Baureihe freigibt.
Davon klar zu unterscheiden ist das Entheiraten. Dabei wird die Verheiratung eines Steuergeräts mit der Wegfahrsperre und dem Fahrzeug gelöst – ein diebstahlschutzrelevanter Vorgang rund um Steuergerätetausch und Instandsetzung. Komfortcodierung und Entheiraten haben technisch nichts miteinander zu tun, auch wenn beides über XENTRY läuft.
Eine Codierung ist dauerhaft gespeichert und bleibt auch nach einem Software-Update erhalten, sofern das Update die betreffenden Parameter nicht überschreibt.
Funktionen, die per XENTRY codiert werden können
Ambientelicht-Konfiguration
Fahrzeuge mit serienrelevanter Ambientelicht-Hardware, aber nicht vollständig aktivierter Konfiguration, lassen sich häufig auf eine erweiterte Farbpalette oder zusätzliche Leuchtzonen anpassen. Die Änderung erfolgt im Komfort-Steuergerät.
Kameraoptionen und Parkassistenz
Je nach Fahrzeuggeneration lässt sich die 360-Grad-Kameradarstellung anpassen, Richtlinien einblenden oder die Aktivierungsschwelle der Rückfahrkamera verändern. Bei einigen Modellen können Einparklinien-Einstellungen, die in der Werkskonfiguration für bestimmte Märkte deaktiviert sind, freigeschaltet werden.
Startmenü und Favoriten-Anpassungen
Die Standardbelegung des MBUX-Startbildschirms lässt sich in der werkseitigen Konfiguration von außerhalb des Nutzermenüs über XENTRY anpassen – relevant bei Fahrzeugen, die für andere Märkte konfiguriert wurden und mit abweichender Sprach- oder Menü-Standardkonfiguration ausgeliefert wurden.
Fahrerassistenz: was gilt und was nicht
Einige Fahrerassistenzsysteme haben länderspezifische Konfigurationen, die Mercedes für die jeweilige Baureihe hinterlegt. Diese Systeme greifen in Lenkung und Bremse ein und sind Teil der Sicherheitsauslegung des Fahrzeugs. Wir fassen Parameter dieser Systeme daher nur dort an, wo der Hersteller sie ausdrücklich zur Konfiguration freigibt, und sagen im Zweifel ab. Eine Zusage, welche Schwelle sich in Ihrem Fahrzeug verstellen lässt, machen wir nicht vorab, sondern erst nach dem Auslesen – oft lautet die ehrliche Antwort: gar keine.
Grenzen der Codierung
Codierung hat physikalische Grenzen, die XENTRY nicht überschreiten kann: Ist die entsprechende Hardware nicht verbaut, kann auch die Funktion nicht aktiviert werden. Wer in einem Fahrzeug ohne Standheizungs-Hardware die Standheizung durch Codierung freischalten möchte, wird keinen Erfolg haben. Die Software-Aktivierung setzt immer voraus, dass das Steuergerät und die relevante Hardware physisch vorhanden sind.
Ebenso gibt es Sicherheits- und Homologationsgrenzen: Funktionen, die die Fahrdynamikregelung oder emissionsrelevante Parameter betreffen, können nicht beliebig verändert werden. XENTRY gibt diese Parameter nicht frei – sie sind hersteller- und rechtsseitig geschützt.
Fahrzeugspezifische Beratung vor der Codierung
Welche Funktionen in Ihrem spezifischen Fahrzeug tatsächlich codierbar sind, hängt von Baujahr, Baureihe, Ausstattungslinie und verbautem MBUX-Release ab. MBUX 1 (ab 2018), MBUX 2 (ab 2020) und MBUX Hyperscreen (ab 2021 im EQS) unterscheiden sich erheblich in Umfang und Zugriffsmöglichkeiten.
Wir lesen zunächst den vollständigen Ausstattungsstand Ihres Fahrzeugs via XENTRY aus – inklusive verbautem MBUX-Release und aktiver Parameter. Auf dieser Basis benennen wir, was realistisch und sinnvoll codierbar ist, ohne Versprechungen zu machen, die das Fahrzeug technisch nicht einlösen kann.
Für Techniker: Ausstattungscodes, Datenkarte und das Steuergerät MBUX NTG7
Zu jedem Mercedes gehört eine Datenkarte mit sämtlichen Sonderausstattungs-Codes des Fahrzeugs. Sie liegt in der Fahrzeugdatenbank VeDoc – nicht in DAS; DAS ist die ältere Diagnose-Anwendung, kein Datenbankserver. MBUX-Steuergeräte (NTG6/NTG7 Headunit-Steuergeräte) lesen ihre Ausstattungskonfiguration ein und aktivieren ihre Funktionsbibliothek entsprechend.
Wichtig für die Erwartungshaltung: XENTRY liest die Ausstattungscodes vom Server, ändert die Datenkarte aber nicht. Der Schreibzugriff auf die Datenkarte selbst ist Mercedes-intern. Was in der Werkstatt geschieht, ist die Konfiguration im Steuergerät im Rahmen der herstellerseitig vorgesehenen Pfade. Vorgänge, für die Mercedes eine eigene Freigabe verlangt, umgehen wir nicht – das ist keine Leistung, die wir anbieten.
Die Hardware-Voraussetzung ist unverhandelbar. Funktionen wie Hyperscreen oder erweiterte AR-Navigation benötigen physisch verbaute Anzeigeeinheiten und entsprechende Kameras. Eine Konfigurationsänderung auf “Hyperscreen aktiv” ohne verbaute Hardware führt zu Boot-Loop oder Steuergeräte-Fehler – XENTRY blockiert daher solche Änderungen über die Plausibilitätsprüfung der Hardware-IDs.
Ablauf vor der Codierung: 1) Vollständigen Steuergeräte-Identifikator inkl. Hardware-Version und Software-Stand auslesen (XENTRY → Online-Update-Check), 2) Aktuellen Ausstattungsstand des Fahrzeugs abgleichen, 3) Bordnetzspannung mit Stützgerät absichern, 4) Backup der bestehenden Codierdaten, 5) Codierung im vom Hersteller vorgesehenen Rahmen, 6) Verifikation per Stellgliedtest und sichtbarem Funktionscheck.
Jede Ebene wird verifiziert, bevor sie aktiv wird – wir prüfen jede Code-Ebene vor der Schreibfreigabe.
Mercedes-Codierung mit XENTRY bedeutet: Herstellerdiagnose, ehrliche Einschätzung, dauerhafte Ergebnisse. Teilen Sie uns Ihr Fahrzeug und Ihre Wünsche über die Warteliste mit – wir prüfen, was möglich ist.
Haben Sie Fragen zu Ihrem Mercedes? Schreiben Sie uns direkt über die Warteliste – wir beraten Sie präzise und markenspezifisch.
Weiterführende Informationen
- Spezialisierte Fahrzeugdiagnose
- Mercedes-Benz Diagnose & Programmierung
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