- Rauch und Inertgas machen Undichtigkeiten im Ansaug-, Abgas- und Tankentlüftungssystem direkt sichtbar oder messbar.
- Der Rauchgenerator füllt das abgedichtete System mit Nebel unter leichtem Überdruck – die Leckstelle zeigt sich am austretenden Rauch.
- Inertgas wie Formiergas spürt feinste Lecks dort auf, wo Nebel nicht mehr sichtbar ist.
- Das Ergebnis ist ein sichtbarer, dokumentierter Befund statt einer Vermutung.
Warum Undichtigkeiten so schwer zu finden sind
Falschluft, ein undichtes Tankentlüftungssystem oder eine Leckage im Ladeluft- oder Abgasweg gehören zu den hartnäckigsten Ursachen in der Diagnose. Der Fehlerspeicher meldet häufig nur die Folge – ein zu mageres Gemisch, eine erkannte Tankleckage oder einen Ladedruckverlust. Wo genau die Luft ein- oder austritt, sagt der Code nicht. Eine Undichtigkeit kann an einer porösen Schlauchschelle, einer gealterten Dichtung oder einem haarfeinen Riss sitzen, der im eingebauten Zustand kaum zu sehen ist.
Die Suche durch Abtasten und Sichtprüfung allein führt selten zum Ziel und kostet viel Zeit. Deshalb arbeiten wir mit Verfahren, die die Leckstelle aktiv sichtbar machen.
Der Rauchtest: das Leck wird sichtbar
Beim Rauchtest dichten wir das zu prüfende System ab und füllen es mit einem feinen, ungiftigen Nebel unter leichtem Überdruck. Das Prüfgas verteilt sich im gesamten System und tritt an jeder Undichtigkeit sichtbar aus. So orten wir die Leckstelle direkt – an der aufsteigenden Rauchfahne, oft unterstützt durch eine UV-Komponente und Lampe.
Typische Anwendungsfälle:
- Ansaug- und Ladeluftstrecke: Falschluft hinter dem Luftmassenmesser, undichte Schläuche, poröse Faltenbälge und Übergänge am Turbolader. Wie sich Falschluft in den Messwerten äußert, beschreiben wir im Beitrag zur Falschluft-Diagnose mit dem Rauchgenerator.
- Tankentlüftungssystem (EVAP): Kleinste Undichtigkeiten, die das Steuergerät als Leckage erkennt. Den Ablauf dazu zeigen wir im Beitrag zum Tankentlüftungs-Rauchtest.
- Abgasanlage: Undichte Verbindungen vor der Lambdasonde, die die Gemischregelung verfälschen.
Den genauen Ablauf eines Rauchtests beschreiben wir Schritt für Schritt in unserer Anleitung zur Lecksuche mit dem Rauchgenerator.
Inertgas: für die feinsten Lecks
Manche Undichtigkeiten sind so klein, dass austretender Nebel nicht mehr zuverlässig zu erkennen ist. Hier setzen wir auf Inertgas. Formiergas, ein Gemisch aus Stickstoff und einem geringen Wasserstoffanteil, ist nicht brennbar und reaktionsträge. Wir füllen das System damit und fahren mit einem hochempfindlichen Sensor die verdächtigen Bereiche ab. Der Sensor schlägt selbst an winzigen Austrittsstellen an, an denen ein Rauchtest an seine Grenze käme.
Das Verfahren eignet sich besonders für sehr feine oder schwer zugängliche Lecks, etwa im Kältekreis der Klimaanlage. Den Einsatz im Klimasystem vertiefen wir im Beitrag zur Lecksuche mit Formiergas an der Klimaanlage.
Sichtbarer Befund statt Vermutung
Der entscheidende Vorteil beider Verfahren ist derselbe: Wir ersetzen die Vermutung durch einen sichtbaren oder messbaren Nachweis. Statt eine Dichtung “vorsorglich” zu tauschen und zu hoffen, dass das Symptom verschwindet, zeigen wir die exakte Leckstelle. Das ist nicht nur effizienter, sondern auch ehrlicher – Sie sehen selbst, wo der Rauch austritt.
Diese Verfahren ergänzen die elektronische Diagnose. Erst der Soll-Ist-Vergleich der Live-Daten liefert den Hinweis, in welchem System eine Undichtigkeit zu suchen ist; der Rauch- oder Inertgastest liefert dann den präzisen Ort. So setzen wir gezielt genau das instand, was tatsächlich undicht ist, und erhalten die Substanz Ihres Fahrzeugs.
Das Ergebnis dokumentieren wir für Sie nachvollziehbar – ein Befund, den Sie mit eigenen Augen sehen können.
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