Wie das moderne Diesel-Abgassystem aufgebaut ist

Ein heutiger Diesel reinigt sein Abgas in mehreren Stufen: Die Abgasrückführung (AGR) senkt die Verbrennungstemperatur und damit die Stickoxid-Bildung. Der Dieselpartikelfilter (DPF) fängt den Ruß ab und verbrennt ihn bei der Regeneration. Das SCR-System dosiert AdBlue in den Abgasstrom und wandelt die verbleibenden Stickoxide in Stickstoff und Wasser um. Jede Stufe wird von Sensoren überwacht – und genau deshalb braucht die Fehlersuche ein Herstellersystem statt eines einfachen OBD2-Adapters.

Tritt ein Fehler auf, ist die gemeldete Komponente nicht automatisch die Ursache. Ein als defekt markierter NOx-Sensor kann ein Folgefehler einer SCR-Störung sein, ein hoher Differenzdruck am DPF die Folge unterbrochener Regenerationen. Wir lesen alle relevanten Steuergeräte aus, prüfen die Live-Messwerte und ordnen den Befund ein, bevor wir handeln.

Dieselpartikelfilter (DPF): Beladung, Regeneration, Erhalt

Der DPF reinigt sich im Normalbetrieb selbst – passiv durch heißes Abgas auf der Langstrecke, aktiv durch eine gesteuerte Nacheinspritzung. Wird dieser Vorgang durch überwiegende Kurzstrecke immer wieder unterbrochen, belädt sich der Filter, ohne sich zu reinigen. Die Folge: Leistungsverlust, Notlauf und im schlimmsten Fall ein festgebrannter Filter.

Anzeichen für einen beladenen Dieselpartikelfilter

  • Abgas- oder Motorkontrollleuchte, teils mit DPF-Symbol
  • Spürbarer Leistungsverlust oder Notlauf bei höherer Drehzahl
  • Erhöhter Kraftstoffverbrauch durch häufige Regenerationsversuche
  • Auffälliger Ölstandsanstieg (Kraftstoffeintrag durch Nacheinspritzung)
  • Häufige, nicht abgeschlossene Regenerationen im Fehlerspeicher

Unser Vorgehen ist befundbasiert: Wir messen Differenzdruck und Aschebeladung und stoßen, wenn sinnvoll, eine Zwangsregeneration über die Herstellerdiagnose an. Ist der Filter am Lebensende, beraten wir transparent zwischen fachgerechter Reinigung und Austausch – Substanz erhalten vor pauschalem Ersatz.

AdBlue & SCR: Stickoxide wirksam reduzieren

Das SCR-System dosiert AdBlue über ein Einspritzventil in den Abgasstrom. Ein NOx-Sensor vor und nach dem Katalysator überwacht den Wirkungsgrad. Typische Störungen sind ein verstopftes Dosierventil, ein unterbrochener Förderkreis, ein gealterter NOx-Sensor oder im Winter kristallisiertes AdBlue. Viele Fahrzeuge gehen bei einer SCR-Störung nach einer definierten Reststrecke in einen Startverhinderungs-Modus – die Meldung sollten Sie daher zeitnah abklären lassen.

Wir diagnostizieren das gesamte SCR-System: Dosiermenge, Förderdruck, NOx-Sensorwerte und Plausibilität. So stellen wir sicher, dass ein gemeldeter Sensor wirklich die Ursache ist – und nicht ein intaktes Bauteil getauscht wird.

Abgasrückführung (AGR): kleines Ventil, große Wirkung

Das AGR-Ventil führt einen Teil des Abgases zurück in den Ansaugtrakt und senkt so die Verbrennungs­temperatur. Verkokt das Ventil oder hängt es mechanisch fest, drohen unruhiger Leerlauf, Leistungsverlust und ein erhöhter Schadstoffausstoß. Auch hier gilt: Reinigung und Instandsetzung gehen vor dem Tausch, wo es die Substanz des Bauteils zulässt. Das gesetzeswidrige Stilllegen von AGR, DPF oder SCR führen wir nicht durch – es kostet die Betriebserlaubnis.

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Beiträge zum Abgassystem

Häufige Fragen zu Diesel, DPF & AdBlue

Abgas-Warnleuchte oder Notlauf? Wir finden die Ursache

Eine gemeldete Abgasstörung ist ein Befund, kein Schicksal. Mit Herstellerdiagnose und Live-Messwerten klären wir, was wirklich vorliegt – und beraten Sie transparent zur werterhaltenden Instandsetzung. Rufen Sie uns an unter 05505 5236.

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