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Marderschaden am Auto: Werkstatt-Prüfung und Vorbeugung

Werkstatt-Wissen zu Marderschäden: Top-7-Befunde, Diagnose mit XENTRY/ODIS/ISTA, Ultraschall vs. Hochspannung, Kostenrahmen und Versicherungs-Hinweise.

Marderschaden am Auto: Werkstatt-Prüfung und Vorbeugung

Marderschaden am Auto: Werkstatt-Prüfung, Diagnose und wirksame Vorbeugung

TL;DR
  • Marder beißen Kabel, Faltenbälge und Kühlschläuche an – typische Symptome sind unrunder Kaltstart, sporadische Fehlermeldungen, Kühlmittelgeruch und Flüssigkeitsflecken unter dem Fahrzeug.
  • Rund 40 % der Bissstellen sind verdeckt: Neben der Sichtprüfung setzen wir Endoskopie sowie herstellertiefe Diagnose mit XENTRY, ODIS und ISTA ein, um auch elektrische Wackelkontakte sicher zu lokalisieren.
  • Zur Vorbeugung empfehlen wir Ultraschallgeräte (20–65 kHz) in Kombination mit regelmäßiger Motorwäsche, die den anziehenden Fremdgeruch aus dem Motorraum entfernt.
  • Die Teilkasko übernimmt den direkten Bissschaden; Folgeschäden wie ein überhitzter Motor oder ein zerstörtes Steuergerät sind je nach Tarif nur eingeschränkt gedeckt – Dokumentation vor der Demontage ist daher Pflicht.
  • Nach der Instandsetzung führen wir einen Druckverlust-Test mit 1,5 bar am Kühlsystem durch und schließen mit einer abschließenden Fahrzeugdiagnose, damit keine verdeckten Folgeschäden übersehen werden.

Warum Marder Autos angreifen – das Verhalten verstehen

Der Steinmarder ist ein territoriales Raubtier. Er markiert seine Reviere mit Drüsensekret an festen Wegmarken – Garageneinfahrten, Carports, Hofflächen. Sobald ein anderes Tier diesen Duft hinterlässt, entsteht ein Reviermarkierungs-Konflikt. Das Tier reagiert mit massiver Aggression auf alles, was diesen fremden Geruch trägt. Wenn ein Fahrzeug nach einer Tour in einer fremden Region nachts auf dem heimischen Stellplatz steht, transportiert es den Fremdduft direkt in das Revier des heimischen Marders. Das Resultat sind die zerbissenen Schläuche und Kabel, die wir in unserer Werkstatt in Hardegsen-Gladebeck regelmäßig dokumentieren.

Saisonale Häufungen: Frühjahr und Spätsommer

Aus unserer Auftragsanalyse ergeben sich zwei klare Spitzen im Jahresverlauf. Der erste Höhepunkt liegt zwischen März und Mai, wenn die Reviere für die Paarungszeit neu abgesteckt werden. Der zweite Schub kommt zwischen Juli und September, wenn die Jungtiere abwandern und neue Territorien suchen. In beiden Phasen ist der Konkurrenzdruck unter den Tieren am höchsten – und genau dann ist auch das Risiko für Bissschäden am Fahrzeug am größten. Wer also im Frühjahr aus dem Urlaub zurückkehrt oder im Spätsommer Tagesfahrten in fremde Reviere unternimmt, sollte den Motorraum vor der nächsten Fahrt prüfen lassen.

Der Drüsenduft als Auslöser

Das Sekret aus der Analdrüse des Steinmarders bleibt auch nach dem Verdunsten als unsichtbarer chemischer Fingerabdruck auf Oberflächen. Für den Menschen ist der Duft kaum wahrnehmbar, für ein anderes Marder-Männchen aber eine direkte Provokation. Bei der Werkstatt-Befundung achten wir deshalb nicht nur auf sichtbare Bissspuren, sondern auch auf Kotreste, Haare und Futterreste – alles Hinweise auf wiederkehrende Besuche.


Werkstatt-Erkenntnis 1: Marder bevorzugen weiche Materialien

Silikonschläuche, EPDM-Dichtungen und Faltenbälge aus TPE-V haben eine ähnliche Härte wie Beutetiere. Das löst beim Marder einen instinktiven Beißreflex aus. Harte Kunststoffe und Metalle werden in der Regel verschont.

Werkstatt-Erkenntnis 2: Junge Fahrzeuge sind anfälliger

Neue Schläuche und Dichtungen geben mehr Weichmacher ab und riechen intensiver. Fahrzeuge unter fünf Jahren sind nach unserer Statistik überproportional häufig betroffen.

Werkstatt-Erkenntnis 3: Garagen sind kein verlässlicher Schutz

Steinmarder klettern, springen und passen durch Spalten ab fünf Zentimeter. Wir haben Schäden in verschlossenen Garagen ebenso dokumentiert wie auf offenen Stellplätzen.

Werkstatt-Erkenntnis 4: Wärmestau begünstigt Besuche

Ein noch warmer Motorraum nach Feierabend ist für den Marder ein idealer Aufenthaltsort. Die Aufenthaltszeit auf dem Fahrzeug steigt – damit auch das Schadensrisiko.

Werkstatt-Erkenntnis 5: Wiederholungstäter sind die Regel

Ein einmal markiertes Fahrzeug bleibt Ziel. Ohne Motorraum-Reinigung mit Geruchsmilderung folgt der zweite Schaden meist innerhalb von vier bis acht Wochen.

Werkstatt-Erkenntnis 6: Versteckte Bissstellen sind häufig

Rund 40 Prozent der von uns dokumentierten Schäden liegen hinter Verkleidungen, Hitzeschilden oder Dämmmatten. Reine Sichtprüfung übersieht sie.

Werkstatt-Erkenntnis 7: Elektrische Schäden zeigen sich zeitverzögert

Ein angebissener Kabelschuh kann tagelang funktionieren, bevor Korrosion und Vibration den Wackelkontakt zur Störung machen. Sporadische Fehler im OBD-Speicher sind ein klarer Hinweis.

Werkstatt-Erkenntnis 8: Tankdeckelbereich ist neue Risikozone

Bei Hybrid- und Plug-in-Fahrzeugen liegen zusätzliche Kabel im Bereich Tankdeckel und Ladeklappe. Diese Stellen prüfen wir gezielt mit.

Werkstatt-Erkenntnis 9: Kühlmittelschläuche brauchen Druckprüfung

Ein Haarriss durch einen Eckzahn ist optisch unauffällig. Erst der Druckverlust-Test mit 1,5 bar bringt ihn zuverlässig ans Licht.

Werkstatt-Erkenntnis 10: Marder-Spray hat begrenzte Wirkdauer

Sprays übertünchen den Reviergeruch nur wenige Wochen. Bei Regen und hohen Temperaturen sinkt die Wirkdauer weiter. Ohne Kombination mit Geräten unzureichend.

Werkstatt-Erkenntnis 11: Hochspannung schlägt Ultraschall

In unserer Werkstatt-Praxis zeigen kombinierte Hochspannungs-Geräte bessere Langzeitergebnisse als reine Ultraschall-Lösungen. Die elektrische Berührung wirkt unmittelbar abschreckend.

Werkstatt-Erkenntnis 12: Versicherungsdokumentation lohnt sich

Eine saubere Fotodokumentation mit Datum und Bauteilbezeichnung beschleunigt die Schadensregulierung erheblich. Wir liefern dieses Protokoll als Standardleistung mit.


Die Top-7-Werkstatt-Befunde im Detail

1. Zündkabel und Zündspulenstecker

Klassiker Nummer eins – besonders bei Fahrzeugen mit längsliegenden Zündkabeln entlang des Zylinderkopfs. Die Kabel liegen frei, sind weich isoliert und tragen oft Restwärme. Symptom: Aussetzer beim Kaltstart, Ruckeln im Leerlauf, Motorkontrollleuchte. In der Werkstatt prüfen wir mit XENTRY, ODIS oder ISTA die zylinderspezifischen Aussetzerzähler. Auffällige Werte führen direkt zur Sichtprüfung am Kabel. Welche Symptome einen Marderbiss am Fahrzeug verraten und wie die Reparatur abläuft, fassen wir kompakt zusammen.

2. Faltenbalg der Antriebswelle

Der TPE-V- oder TPC-EE-Faltenbalg arbeitet im Temperaturbereich von -40 bis +120 Grad Celsius und ist äußerst flexibel. Genau diese Flexibilität macht ihn zur bevorzugten Beißfläche. Sobald der Balg gerissen ist, tritt Fett aus, Schmutz dringt ein, das Gleichlaufgelenk verschleißt. Symptom: knackendes Geräusch beim Lenken in engen Kurven, Fettspritzer am Radkasten.

3. Kühlmittel- und Servoschläuche

Silikonbasierte Schläuche werden besonders gern angegriffen. Ein vollständig durchtrennter Schlauch fällt sofort auf – ein angebissener mit Haarriss bleibt tagelang unbemerkt, bis bei Belastung der Druck steigt. Symptom: Kühlmittelverlust ohne sichtbare Pfütze, süßlicher Geruch nach Glykol, schwergängige Servolenkung.

4. Kabelbaum am Motorsteuergerät

Der Hauptkabelbaum führt in einem Bündel mehrere Dutzend Adern. Wenn der Marder hier zubeißt, sind oft mehrere Signalleitungen gleichzeitig betroffen. Symptom: kombinierte Fehlermeldungen mehrerer Sensoren, Notlauf des Motors, sporadische Lampen-Choreografie im Kombiinstrument. Diese Schäden gehören zu den aufwändigsten – einzelne Adern werden nach Möglichkeit gespleißt, nicht der ganze Strang getauscht. Wann beim Marderschaden am Kabelbaum die Instandsetzung der Erneuerung vorzuziehen ist, entscheiden wir nach Schadenstiefe und Zugänglichkeit.

5. Dämmmatten unter der Motorhaube

Die schaumstoffartigen Matten werden nicht zerbissen, sondern als Nestmaterial zerrupft. Die losen Fasern setzen sich in Lüfterrädern und Riemenscheiben fest. Symptom: pfeifende Geräusche, erhöhter Stromverbrauch des Lüfters, im Extremfall Riemenabwurf.

6. Servo-Stecker und Lenksensorik

Der elektrische Stecker an der Servopumpe oder am Lenkwinkelsensor sitzt oft an gut zugänglicher Stelle. Korrosion an den Pins entsteht schon nach einem einzigen Biss, der die Isolierung verletzt hat. Symptom: schwere Lenkung beim Anfahren, Fehler im Lenkwinkel-Steuergerät.

7. Lambda-Sondenkabel

Die Lambda-Sonde sitzt im heißen Bereich des Abgaskrümmers, ihr Anschlusskabel führt jedoch durch den Motorraum. Genau dieses Kabel ist gut erreichbar und wird häufig beschädigt. Symptom: erhöhter Verbrauch, Motorkontrollleuchte, im Diagnosegerät Fehler zur Gemischadaption oder Sondensignalspannung.


Werkstatt-Schadens-Diagnose: So gehen wir vor

Schritt 1: Strukturierte Sichtprüfung

Wir öffnen die Motorhaube und arbeiten nach einem festen Schema – im Uhrzeigersinn beginnend am Wasserausgleichsbehälter. Jede Schlauchverbindung, jeder sichtbare Kabelstrang, jede Dichtfläche wird inspiziert. Auffällige Stellen werden fotografiert und protokolliert.

Schritt 2: Endoskopie schwer zugänglicher Bereiche

Mit dem flexiblen Videoendoskop prüfen wir Bereiche hinter Hitzeschilden, unter Ansaugbrücken und entlang des Kabelbaums in Richtung Bodenblech. Hier finden wir die Schäden, die bei einfacher Sichtprüfung verborgen bleiben.

Schritt 3: OBD2-Diagnose nach Wackelkontakten

Anschluss an die Diagnoseschnittstelle, herstellertiefes Auslesen mit XENTRY für Mercedes-Modelle, ODIS für VW-Audi-Skoda-Seat oder ISTA für BMW und Mini. Wir prüfen nicht nur aktive Fehler, sondern auch sporadische Einträge mit Häufigkeitszähler. Ein Fehler, der mehrfach in den letzten 40 Fahrten aufgetaucht ist und dann wieder gegangen ist, deutet stark auf einen mechanisch gestörten Kontakt hin.

Schritt 4: Druckverlust-Test Kühlsystem

Mit dem Kühlsystem-Tester bauen wir 1,5 bar Prüfdruck auf und beobachten den Druckabfall über 15 Minuten. Ein Druckverlust größer als 0,1 bar führt zur gezielten Suche nach der Leckstelle – meist mit UV-Additiv und Schwarzlicht, um auch kleinste Austrittsstellen sichtbar zu machen.

Schritt 5: Befund-Dokumentation

Jeder identifizierte Schaden wird mit Bauteilbezeichnung, Position am Fahrzeug und Foto dokumentiert. Diese Dokumentation senden wir auf Wunsch direkt an Ihre Versicherung.


Vorbeugung: Was wirklich funktioniert

Ultraschall-Abwehr

Ultraschallgeräte arbeiten im Frequenzbereich von 20 bis 65 Kilohertz und erzeugen Schalldruck zwischen 80 und 130 Dezibel. Der Marder empfindet diesen Bereich als unangenehm, das menschliche Ohr nimmt ihn kaum wahr. Wichtig: Die Geräte sollten unter der Motorhaube montiert sein, mit Festspannungsversorgung über die Bordnetz-Klemme 30, damit auch bei abgestelltem Fahrzeug Schutz besteht.

Hochspannungs-Abwehr

Geräte dieser Klasse erzeugen kurze Spannungsimpulse zwischen 250 und 450 Volt bei einer extrem niedrigen Energie von 0,05 bis 0,5 Joule. Das ist vergleichbar mit einem schwachen Weidezaun – unangenehm bei Berührung, aber ungefährlich. Die Kontaktplatten werden an den bevorzugten Eintrittsstellen platziert. Aus unserer Werkstatt-Praxis ist diese Methode die zuverlässigste Einzellösung. Wie sich Marderschutz fachgerecht nachrüsten lässt, beschreiben wir mit den konkreten Einbau-Erfahrungen.

Mechanische Abwehr: Drahtgitter

Ein engmaschiges Drahtgitter zwischen Motor und Bodenblech verhindert den Aufstieg aus der Unterseite. Diese Lösung ist robust und wartungsfrei, deckt aber nicht alle Zugangswege ab.

Spray und Geruchsmilderung

Marder-Sprays auf Basis von Pfefferextrakten oder synthetischen Bitterstoffen mildern den Drüsenduft eines Rivalen. Ihre Wirkdauer liegt bei zwei bis vier Wochen, bei Regen kürzer. Sinnvoll als Ergänzung, nicht als Alleinmaßnahme.

Motorraum-Reinigung als Schlüsselmaßnahme

Nach einem nachgewiesenen Marderbesuch ist die Reinigung des Motorraums entscheidend. Ohne diese Maßnahme bleibt das Reviersignal des Tieres erhalten – und der nächste Marder, der vorbeikommt, sieht das Fahrzeug als markiertes Konfliktterritorium. Wir reinigen mit speziellen Mitteln, die Drüsenduft chemisch binden, und setzen anschließend einen geruchsneutralen Schutzfilm auf die kritischen Stellen.


Versicherungs-Aspekt: Was die Teilkasko leistet

Die Teilkasko-Versicherung deckt den direkten Bissschaden ab. Das bedeutet: durchtrennte Kabel, zerrissene Schläuche, beschädigte Faltenbälge – alles, was unmittelbar durch den Biss entstanden ist. Folgeschäden sind die kritische Stelle. Wenn beispielsweise ein angebissener Kühlerschlauch unter Last platzt und der Motor durch Überhitzung Schaden nimmt, dann ist dieser Folgeschaden je nach Police nur eingeschränkt oder gar nicht versichert. Manche Tarife enthalten eine Folgeschaden-Klausel mit Deckungssummen bis 3.000 oder 5.000 Euro. Wir empfehlen, die Police vor der Beauftragung der Reparatur zu prüfen und das Schadensbild vor jeder Demontage fotografisch festzuhalten. Unser Befund-Protokoll mit Bauteilliste und Positionsangaben dient als Belegunterlage für Ihre Versicherung.


Marken-Klassiker: Wo welche Marke schwächelt

VW, Audi, Skoda, Seat: Faltenbälge an Antriebs- und Schaltwellen

Bei der VW-Gruppe treten Faltenbälge an Antriebswellen, Schaltwelle und Lenkmanschette in unserer Statistik am häufigsten als Schadensbild auf. Die Materialwahl ist robust, aber die Geometrie liegt freier als bei anderen Herstellern. Für tiefergehende Modellanalysen siehe die VW-Diagnose-Sektion mit ODIS.

BMW: Kraftstoffleitung im Bereich Saugrohr

BMW-Modelle der Baureihen E46, E90 und E91 zeigen überdurchschnittlich oft Schäden an der Kraftstoff-Vor- oder Rücklaufleitung. Das Material ist relativ weich, die Leitung verläuft sichtbar oberhalb des Saugrohrs. Detail-Diagnose mit ISTA – Hintergrund unter BMW-Diagnose.

Mercedes-Benz: Aluminium-Kabel im Hauptkabelbaum

Bei Mercedes-Modellen, insbesondere W211 und W212, finden sich verstärkt Aluminium-Adern im Kabelbaum. Diese sind dünn isoliert und werden vergleichsweise leicht durchtrennt. Eine herstellertiefe Auslesung mit XENTRY identifiziert die betroffenen Stromkreise – mehr unter Mercedes-Diagnose.


Werkstatt-Kosten-Tabelle (Richtwerte)

LeistungAufwandKostenrahmen
Systematische Sichtprüfung + Endoskopie + Foto-Protokollca. 1 Stunde80 - 140 €
OBD2-Diagnose mit XENTRY/ODIS/ISTA inkl. Auswertung0,5 - 1 Stunde60 - 110 €
Druckverlust-Test Kühlsystem mit Leckage-Suche0,5 - 1 Stunde50 - 90 €
Zündkabel-Tausch (Vierzylinder)1 - 2 Stunden130 - 260 €
Faltenbalg Antriebswelle inkl. Fett-Erneuerung2 - 3 Stunden220 - 380 €
Kühlmittelschlauch-Tausch (1 Position)1 - 1,5 Stunden130 - 220 €
Kabelbaum-Reparatur mit Spleißen (Einzeladern)2 - 4 Stunden260 - 580 €
Motorraum-Reinigung mit Geruchsmilderung1 - 2 Stunden100 - 180 €
Hochspannungs-Abwehr inkl. Einbau und Verkabelung2 - 3 Stunden280 - 450 €
Ultraschall-Gerät inkl. Einbau1 - 2 Stunden180 - 320 €

Alle Werte sind unverbindliche Richtwerte und hängen vom Fahrzeugmodell, der Zugänglichkeit der Bauteile und der Schadenstiefe ab. Ein verbindliches Angebot erstellen wir nach der Befundung.


Für Techniker: Materialdaten, Frequenzen, Spleißtechnik

Ultraschall-Abwehr:

  • Frequenzbereich: 20 - 65 kHz (oberhalb der menschlichen Hörgrenze von ca. 18 kHz)
  • Schalldruckpegel: 80 - 130 dB
  • Klasse-D-Verstärker mit Piezokristall-Wandlern
  • EMV-Konformität: ECE R10 für den Einbau im Kraftfahrzeug erforderlich

Hochspannungs-Abwehr:

  • Spannung: 250 - 450 V
  • Energie pro Impuls: 0,05 - 0,5 J (vergleichbar mit Weidezaun-Niedrigenergie-Stufe)
  • Impulsdauer: typischerweise 50 - 300 µs
  • Impulsabstand: 1 - 3 Sekunden
  • Kondensator-basierte Entladung, galvanisch getrennte Niederspannungs-Versorgung
  • EMV-Konformität: ECE R10, ggf. zusätzliche EMV-Prüfung bei Fahrzeug-Funkdiensten

Faltenbalg-Materialien:

  • TPE-V (thermoplastisches Vulkanisat): Shore-Härte 50 - 70 A, Temperaturbereich -40 °C bis +120 °C, ozonbeständig
  • TPC-EE (thermoplastisches Copolyester-Elastomer): höhere Dauergebrauchstemperatur bis +130 °C, gute Beständigkeit gegen Fette und Öle
  • Klassische Gummibälge aus NR oder CR: einfacher in der Verarbeitung, aber empfindlicher gegen Ozon und UV

Spleiß vs. Crimp:

  • Spleißverbindung (gelötet oder mit Lötschrumpfschlauch): geringer Übergangswiderstand, sehr gute Langzeitstabilität, aber arbeitsintensiv
  • Crimpverbindung mit Stoßverbinder: schnell, mit kalibrierter Crimpzange reproduzierbar, jedoch höherer Übergangswiderstand
  • Vorzugsverfahren bei Marder-Kabelbaum-Reparatur: Lötschrumpfschlauch mit eingelegtem Lotring – dichter, mechanisch stabil, korrosionsfest
  • Bei Hochstromleitungen (über 30 A): hochwertige Crimpverbindung mit Hexagon-Crimp, weil gelötete Stellen unter Vibration ermüden können

Druckprüfung Kühlsystem:

  • Prüfdruck: 1,5 bar (typischer Soll-Wert bei Pkw-Kühlsystemen mit Verschlussdeckel 1,2 - 1,4 bar)
  • Prüfdauer: 15 Minuten
  • Akzeptanzkriterium: Druckverlust kleiner als 0,1 bar
  • Bei Leckage: UV-Additiv zugeben, mit UV-Lampe und Schutzbrille suchen
  • Wichtig: Druck nur bei abgekühltem Motor aufbauen, sonst Verbrühungsgefahr

OBD2-Frame-Analyse bei Wackelkontakten:

  • Freeze-Frame liefert Drehzahl, Last, Kühlmitteltemperatur zum Fehlerzeitpunkt
  • Mehrfache identische Freeze-Frame-Bedingungen bei unterschiedlichen Fahrten sind starkes Indiz für mechanisch bedingten Kontaktfehler
  • Sporadische Fehler mit Häufigkeitszähler > 5 und Wartungszähler-Reset > 0 priorisieren

Über KFZ Dietrich: Werkstatt mit Diagnose-Schwerpunkt

KFZ Dietrich ist ein Meisterbetrieb in Hardegsen-Gladebeck im Landkreis Northeim. Wir betreuen Kundinnen und Kunden aus dem gesamten südniedersächsischen Raum – von Göttingen über Northeim bis Einbeck. Ich, Nils Dietrich, bin KFZ-Mechatroniker und führe die Diagnose persönlich durch. Die Werkstatt verfügt über offizielle Zugänge zu XENTRY für Mercedes-Benz, ODIS für die VW-Gruppe und ISTA für BMW und Mini.

Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.

Wenn Sie einen Marderverdacht haben oder bereits einen Schaden festgestellt haben, vereinbaren Sie einen Termin zur Befundung. Wir dokumentieren das Schadensbild, erstellen ein Foto-Protokoll für Ihre Versicherung und besprechen mit Ihnen das weitere Vorgehen transparent nach Position.


Weiterführende Themen aus unserem Werkstatt-Cluster


Stand: 18. Mai 2026. Alle technischen Angaben in diesem Beitrag basieren auf der Werkstatt-Praxis von KFZ Dietrich und herstellerseitigen Vorgaben. Für die verbindliche Befundung Ihres Fahrzeugs vereinbaren Sie bitte einen Termin in unserer Werkstatt in Hardegsen-Gladebeck.


Weiterführende Informationen:

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich einen Marderschaden, bevor das Auto liegen bleibt?

Typische Frühindikatoren sind ein unrunder Motorlauf nach dem Kaltstart, sporadische Fehlermeldungen im Display, leicht süßlicher Kühlmittelgeruch im Motorraum, Flüssigkeitsflecken unter dem Fahrzeug und sichtbare Haarspuren oder Kotreste auf der Motorabdeckung. In unserer Werkstatt in Hardegsen prüfen wir den Motorraum bei jeder Inspektion routinemäßig – auffällige Spuren dokumentieren wir mit Fotos für Ihre Unterlagen.

Welche Bauteile werden am häufigsten angegriffen?

Aus unserer Auswertung führen vier Bauteilgruppen die Statistik an: Zündkabel und Zündspulenstecker, Faltenbälge der Antriebswellen, Kühl- und Servoschläuche aus Silikon sowie der Kabelbaum am Motorsteuergerät. Bei Mercedes-Modellen sind zusätzlich Aluminium-Kabel beliebt, bei BMW die Kraftstoffleitung und bei VW-Modellen die Faltenbälge an Antriebs- und Schaltwellen.

Übernimmt die Teilkasko-Versicherung den Schaden?

Die Teilkasko deckt den direkten Bissschaden ab, also Kabel, Schläuche und Faltenbälge selbst. Folgeschäden – etwa ein überhitzter Motor wegen geplatzter Kühlleitung oder ein zerstörtes Steuergerät – sind je nach Tarif nur eingeschränkt versichert. Wir empfehlen, die Police vor der Beauftragung zu prüfen und das Schadensbild vor der Demontage zu dokumentieren. Unser Befund-Protokoll dient als Belegunterlage.

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