- Bei modernen Benzinern erfolgt die AU überwiegend als OBD-Abfrage des Motorsteuergeräts.
- Geprüft werden gespeicherte Emissionsfehler, der Status der Überwachungssysteme und – wo vorgesehen – die Endrohrwerte.
- Häufige Durchfallgründe: gespeicherter Fehler trotz erloschener Lampe, nicht bereite Readiness-Systeme, träge Lambdasonde, Katalysator-Alterung.
- Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.
- Ein Vorab-Auslesen über XENTRY, ODIS oder ISTA verhindert die unnötige Nachprüfung.
Viele Fahrzeughalter glauben, ein ruhig laufender Benziner besteht die Abgasuntersuchung automatisch. Das stimmt nicht. Die AU beim Benziner ist heute zu großen Teilen eine Frage der Elektronik – und genau dort entstehen die häufigsten Durchfallgründe. Wir erklären, worauf es ankommt.
OBD-AU statt klassische Endrohrmessung
Früher wurde der Auspuff direkt vermessen: Eine Sonde im Endrohr maß CO, HC und den Lambdawert bei verschiedenen Drehzahlen. Bei jüngeren Benzinern hat die OBD-gestützte Untersuchung diesen Schritt weitgehend abgelöst. Der Prüfer steckt ein Interface auf die genormte Diagnose-Schnittstelle und fragt das Motorsteuergerät ab:
- Sind emissionsrelevante Fehler gespeichert?
- Melden alle Überwachungssysteme (Readiness-Monitore) „bereit”?
- Ist die Motorkontrollleuchte aktiv?
Das Fahrzeug bestraft sich hier praktisch selbst: Erkennt die Bordelektronik einen Fehler im Emissionssystem, legt sie ihn ab – und der Prüfer liest ihn aus.
Wann zusätzlich am Endrohr gemessen wird
Die Endrohrmessung ist nicht verschwunden. Sie ist weiterhin vorgesehen, wenn das Fahrzeug bestimmte Voraussetzungen erfüllt oder die OBD-Auslesung kein eindeutiges Ergebnis liefert. Dann werden die tatsächlichen Abgaswerte am Auspuff gemessen und mit den Herstellervorgaben verglichen. Welches Verfahren für Ihr Fahrzeug gilt, hängt vom Baujahr und der Abgasnorm ab. Wir klären das vor dem Termin anhand der Fahrzeugdaten, damit es keine Überraschung gibt.
Die Rolle der Lambdaregelung
Im Zentrum der Benziner-Abgasreinigung steht die Lambdaregelung. Die Lambdasonde misst den Restsauerstoff im Abgas, das Steuergerät korrigiert daraufhin die Gemischbildung. Funktioniert dieser Regelkreis sauber, arbeitet der Katalysator im optimalen Fenster und die Emissionen bleiben niedrig.
Wird die Lambdasonde mit den Jahren träge, gerät die Regelung aus dem Takt. Das Steuergerät erkennt die verzögerte Reaktion und legt einen Fehler ab – ein typischer Befund, der zum Nichtbestehen führt, lange bevor der Fahrer im Alltag etwas bemerkt. Eine träge Sonde verschlechtert zudem den Verbrauch und belastet den Katalysator zusätzlich. Wann ein Austausch fachlich geboten ist und welche Sonde wir verbauen, beschreiben wir unter Lambdasonde wechseln – fachgerechte Auswahl.
Die häufigsten Durchfallgründe beim Benziner
Aus unserer Werkstattpraxis sehen wir immer wieder dieselben Ursachen:
1. Gespeicherter Fehler trotz erloschener Lampe. Eine Motorkontrollleuchte kann nach sporadischem Auftreten wieder ausgehen, der Fehler bleibt aber gespeichert. Bei der OBD-AU wird er sichtbar. Was die Kontrollleuchte bedeutet und wie wir sie auslesen, lesen Sie unter Motorkontrollleuchte richtig deuten.
2. Nicht bereite Überwachungssysteme. Nach einem Batteriewechsel oder einem gelöschten Fehlerspeicher werden die Readiness-Monitore zurückgesetzt. Sie brauchen definierte Fahrzyklen, bis sie wieder „bereit” melden. Wer direkt danach zur AU fährt, fällt durch – nicht wegen eines Defekts, sondern wegen fehlender Bereitschaft.
3. Träge oder defekte Lambdasonde. Ein klassischer Verschleißbefund, besonders bei höherer Laufleistung.
4. Katalysator-Alterung. Ein gealterter Katalysator wandelt die Schadstoffe nicht mehr vollständig um. Der Katalysator-Monitor erkennt die nachlassende Wirkung und legt einen Fehler ab.
5. Falschluft und Gemischabweichung. Undichtigkeiten im Ansaugtrakt führen zu einem zu mageren Gemisch. Das Steuergerät steuert dagegen, bis die Korrekturgrenze erreicht ist – dann folgt der Eintrag.
Was bei der Endrohrmessung gemessen wird
Kommt die Endrohrmessung zum Einsatz, prüft das Messgerät die Konzentration mehrerer Stoffe im Abgas. Im Mittelpunkt stehen der Kohlenmonoxid-Anteil (CO), der unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC) sowie der Lambdawert, der das Verhältnis von Luft zu Kraftstoff beschreibt. Die Messung erfolgt bei erhöhter Leerlaufdrehzahl und im Leerlauf, das Fahrzeug muss dafür betriebswarm sein.
Ein kalter Motor und ein nicht erreichter Katalysator-Betriebspunkt verfälschen das Ergebnis. Deshalb fahren wir das Fahrzeug vor der Messung warm und prüfen, ob die Lambdaregelung im geschlossenen Regelkreis arbeitet. Liegen die Werte außerhalb der Herstellervorgaben, deutet das auf einen gealterten Katalysator, eine fehlerhafte Lambdaregelung oder ein Gemischproblem hin – Befunde, die wir vorab klären, bevor das Fahrzeug zur Prüforganisation geht.
So bereiten Sie die AU sauber vor
Der wichtigste Schritt ist das Vorab-Auslesen. Wir lesen mit dem markenspezifischen Herstellersystem alle emissionsrelevanten Speicher aus und prüfen den Readiness-Status. So sehen wir vor dem Prüftermin, ob ein Fehler ansteht und ob die Überwachungssysteme bereit sind.
Ebenso wichtig ist die thermische Vorbereitung: Wir fahren das Fahrzeug vor jeder Messung betriebswarm, damit Katalysator und Lambdaregelung im geschlossenen Regelkreis arbeiten. Ein kalter Motor liefert weder bei der Endrohrmessung verwertbare Werte noch durchläuft er zuverlässig die Readiness-Tests. Leuchtet die Motorkontrollleuchte, klären wir die Ursache grundsätzlich vor dem Prüftermin – nie danach. Eine aktive Leuchte bedeutet bei der AU ein sicheres Nichtbestehen, unabhängig davon, wie sauber das Fahrzeug tatsächlich verbrennt.
Wichtig: Den Fehlerspeicher kurz vor der AU einfach zu löschen, ist keine Lösung. Die Readiness-Monitore sind dann nicht bereit, und das Fahrzeug fällt durch. Nach einem Eingriff in den Speicher braucht es eine Einlernfahrt über mehrere Hundert Kilometer, bis alle Überwachungssysteme wieder „bereit” melden. Welche Fehlercodes konkret kritisch sind, beschreiben wir unter HU vorbereiten und kritische Fehlercodes.
Die Arbeitsteilung ist dabei klar: Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.
Die AU als Teil des Werterhalts
Die Abgasuntersuchung ist mehr als eine gesetzliche Pflicht. Sie liefert einen präzisen Befund über den Zustand des Emissionssystems – und damit über einen der teuersten Bereiche eines Benziners. Ein Befund, der eine nachlassende Katalysator-Wirkung früh sichtbar macht, eröffnet die Möglichkeit zur gezielten Instandsetzung, bevor Folgeschäden entstehen. Was die Symptome eines gealterten Katalysators sind und wann ein Austausch wirtschaftlich sinnvoll ist, vertiefen wir unter Katalysator defekt: Symptome, Kosten und TÜV.
Für Sie zählt vor allem die Planbarkeit. Wer den Status seines Fahrzeugs vor dem Prüftermin kennt, vermeidet die unnötige Nachprüfung mit ihren zusätzlichen Wegen und Kosten. Wir liefern Ihnen einen klaren, dokumentierten Befund: Welche Systeme melden „bereit”, liegt ein emissionsrelevanter Fehler vor und welche Instandsetzung ist gegebenenfalls erforderlich. So entscheiden Sie auf einer belastbaren Grundlage – und Ihr Fahrzeug behält seine Substanz und seine Zulassung ohne Überraschungen.
Gerade bei Fahrzeugen mit höherer Laufleistung lohnt sich dieser vorausschauende Blick. Ein sauber arbeitendes Emissionssystem schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Verbrauch und den langfristigen Wert des Fahrzeugs. Die regelmäßige AU wird so vom Pflichttermin zum festen Bestandteil eines durchdachten Werterhalts.
Kontakt
Lassen Sie Ihren Benziner vor der AU bei uns auslesen – wir liefern Ihnen einen klaren Befund, bevor der Prüftermin ansteht.
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