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Auto-Pflege Mai: Werkstatt-Checkliste Frühjahr 2026

Mai-Checkliste aus der Werkstatt: Klima-Service, Sommerräder-Termin, Salzreste am Unterboden und Lackpflege nach Winter. Erfahrungen aus Hardegsen.

Auto-Pflege Mai: Werkstatt-Checkliste Frühjahr 2026
TL;DR
  • Sommerräder spätestens zur zweiten Maiwoche aufziehen lassen – Reifendruck im Sommer 0,2 bis 0,3 bar über dem Türaufkleber-Wert einstellen, weil Wärme den Luftdruck erhöht und das Profil flacher aufsteht.
  • Klima-Service vor den ersten Hitzetagen sichert die volle Kühlleistung und schützt den Verdampfer vor Schimmel – UV-Tracer-Befüllung deckt Kondensator-Undichtigkeiten zuverlässig auf.
  • Salzreste sind Mitte Mai noch in jeder Schwellernaht aktiv: Nur die Sichtkontrolle auf der Hebebühne zeigt, wo Korrosion bereits begonnen hat und wo Unterbodenversiegelung die Substanz erhält.
  • Lackpflege im Mai folgt einer festen Reihenfolge – gründliche Wäsche, Politur gegen UV-Verwitterung, Versiegelung mit Carnauba- oder Keramik-Anteil – weil der Klarlack nach dem Winter die erste starke UV-Belastung des Jahres bekommt.
  • Vor der Urlaubssaison lohnt der vollständige Diagnose-Check: Wischblätter nach Frost und Streusalz, Innenraumfilter nach Pollenflug und ein Systemscan identifizieren Folgeschäden, bevor sie auf der Autobahn zur Beeinträchtigung werden.

Mai 2026 – Wetterübergang in Südniedersachsen

Der Mai ist in unserer Region kein gleichmäßiger Monat. In Hardegsen-Gladebeck und am Rand des Sollings haben wir Wettermuster, die ein Fahrzeug mehrfach durchgehen muss, bevor der echte Sommer beginnt. Wer das ignoriert, fährt mit der falschen Konfiguration durch die Übergangswochen.

Pollenflug und seine Auswirkungen auf das Fahrzeug

Mitte Mai 2026 sind in Südniedersachsen Birkenpollen am Abklingen, Gräserpollen am Steigen. Das ist nicht nur ein Thema für Allergiker – Pollen sind feinste organische Partikel, die sich in jede Lüftungsöffnung und auf jede lackierte Fläche legen. Der Innenraumfilter setzt sich zu, die Lüftungsleistung sinkt, das Gebläse muss härter arbeiten. Auf der Motorhaube und der Heckklappe bilden Pollen in Verbindung mit Tau am Morgen eine klebrige Schicht, die nach dem Trocknen mikroskopische Krater in den Klarlack ätzen kann, wenn sie zu lange liegt.

Temperaturwechsel zwischen Tag und Nacht

Anfang Mai hatten wir in der Werkstatt mehrfach Tagesgänge von zwei Grad nachts auf zweiundzwanzig Grad mittags. Das sind zwanzig Grad Differenz auf zwölf Stunden. Für eine Autoscheibe bedeutet das thermische Spannung, für Steinschlag-Mikrorisse ist das die Belastung, die einen Riss wachsen lässt. Für Reifen heißt es, dass der morgens gemessene Druck am Mittag drei bis vier Prozent höher liegt – der Türaufkleber gilt für eine Referenztemperatur, nicht für Ihren Pendlertag.

Erste echte UV-Belastung des Jahres

Die UV-Intensität klettert im Mai sprunghaft. Ein Fahrzeug, das den Winter im Freien gestanden hat, bekommt jetzt die erste richtige Belastung. Klarlack-Verwitterung, ausgetrocknete Türdichtungen, Armaturenbrett-Materialien, die nicht UV-stabilisiert sind – all das zeigt sich erst, wenn die Sonne wieder steil steht. Auch Wischgummi hat den Winter überstanden, aber die ersten heißen Mittage geben den Rest.

Wassergewitter und kurze Starkregen-Ereignisse

Im Mai sind Wärmegewitter typisch. In Hardegsen hatten wir 2025 ein Starkregen-Ereignis Mitte Mai mit über vierzig Litern in einer Stunde. Für ein Fahrzeug bedeutet das nicht nur Schmutz – Wasser drückt in jede Falz, in jeden Kabelbaum-Stecker, in jede Türdichtung. Wer im Winter ohnehin schon Salzwasser in den Schweller bekommen hat, bekommt jetzt die zweite Salzlösung-Phase, weil Restsalz mit dem frischen Regen reaktiviert wird.

Werkstatt-Mai-Checkliste – Acht Punkte aus der Praxis

Die folgenden acht Punkte arbeiten wir in der Werkstatt routinemäßig ab, wenn ein Fahrzeug zur Sommerräder-Umrüstung kommt. Sie sind die destillierte Erfahrung aus dreitausend Mai-Aufträgen.

Punkt 1 – Sommerräder, Spätesttermin Maiwoche zwei

Der Volksmund sagt “Ostern bis Oktober”. Für unsere Höhenlage ist das ungenau. Ostern lag 2026 am 5. April – da hatten wir nachts noch minus drei Grad. Realistisch ziehen wir Sommerräder ab der ersten Maiwoche auf, der absolute Spätesttermin ist Mitte Mai. Wer Winterreifen länger fährt, verbraucht das Profil überproportional schnell, weil die weiche Gummimischung bei Temperaturen über fünfzehn Grad nicht für die hohen Bodentemperaturen ausgelegt ist.

Punkt 2 – Reifendruck Sommer plus 0,2 bar

Der Wert auf dem Türaufkleber gilt für Referenzbedingungen. Bei sommerlicher Wärme erhöhen wir den Luftdruck um 0,2 bis 0,3 bar gegenüber dem Aufkleber-Wert. Der Grund ist nicht die Sicherheit gegen Reifenschaden, sondern die Lebensdauer: Ein zu weicher Reifen walkt an den Flanken, der Rollwiderstand steigt, der Verbrauch steigt um drei bis fünf Prozent. Wir prüfen den Druck immer kalt – ein Reifen, der gerade fünfzig Kilometer Autobahn hinter sich hat, ist innen schon zwanzig Grad wärmer als die Außenluft.

Punkt 3 – Klima-Service vor dem Sommer

Die Klimaanlage ist im Mai der häufigste Auftrag. Wir prüfen Kältemittelfüllung, Verdampfertemperatur, Druckseite und Saugseite. Mehr dazu im nächsten Hauptabschnitt – das Thema verdient eine eigene Tiefe.

Punkt 4 – Wischblätter prüfen und meist tauschen

In neun von zehn Fällen tauschen wir die Wischblätter im Mai. Das ist kein Schätzwert, das ist die Quote aus unserer Werkstatt. Frost, Streusalz und sechs Monate UV haben die Gummilippe spröde gemacht. Pollen und Insektenreste zeigen das sofort: Wo gestern noch ein sauberer Wischzug war, sind heute Schlieren in der Hauptsicht-Zone. Die Schlieren liegen genau dort, wo die Morgensonne flach durch die Scheibe blendet.

Punkt 5 – Salzreste am Unterboden, Sichtkontrolle Hebebühne

Eine Portalwaschanlage erreicht die Unterboden-Hauptflächen, aber nicht die Falzen. Wir setzen das Fahrzeug auf die Hebebühne, prüfen Schweller-Unterkanten, Federbeindome, Wagenheberaufnahmen, Bremsleitungen, Achsmanschetten. Wo Salzreste sichtbar sind, reinigen wir punktuell. Wo Rost bereits angefangen hat, dokumentieren wir und besprechen mit Ihnen, ob eine Behandlung jetzt oder zur HU im Herbst sinnvoller ist.

Punkt 6 – Wachs- und Lackschutz nach dem Winter

Sechs Monate Streusalz, Splitt-Steinschlag und UV-arme Feuchte haben dem Klarlack zugesetzt. Wir empfehlen eine Politur, die die oberen Mikrometer des Klarlacks abträgt und Verwitterung entfernt, gefolgt von einer Versiegelung. Carnauba-Wachs ist die klassische Variante, Keramik-Beschichtungen sind die haltbare Variante. Welche Lösung passt, hängt vom Fahrzeugalter und der Nutzung ab.

Punkt 7 – Frostschutz prüfen, auch im Mai

Klingt seltsam, ist aber wichtig. Wir messen den Gefrierpunkt des Kühlmittels mit dem Refraktometer. Wer im Herbst nur Wasser nachgefüllt hat, hat einen verdünnten Frostschutz – und damit auch einen verringerten Korrosionsschutz für die Aluminium-Komponenten im Kühlkreis. Frostschutz ist nicht nur Frostschutz, sondern auch Korrosionsschutz und Siedepunktanhebung. Das wird im Sommer wieder relevant.

Punkt 8 – Bremsen-Test nach Streusalz-Saison

Streusalz greift Bremsscheiben und Bremsleitungen an. Wir prüfen Scheibendicke mit dem Mikrometer, kontrollieren Belagstärke, sichten Bremsleitungen auf Korrosionsblasen und testen die Bremsflüssigkeit auf Wassergehalt. Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch – sie zieht Feuchtigkeit aus der Umgebungsluft. Über zwei Prozent Wassergehalt sinkt der Siedepunkt deutlich, bei langer Bergabfahrt mit Anhänger ein echtes Risiko.

Werkstatt-Klima-Service – Was im Mai an der Klimaanlage passiert

Klima-Service ist nicht “Gas nachfüllen”. Eine ordentliche Klima-Wartung in der Werkstatt umfasst Lecksuche, Trockner-Beurteilung, Verdampferprüfung und Hygiene-Behandlung. Wir nehmen uns dafür eine Stunde Zeit, manchmal länger.

Kältemittel R134a und R1234yf – zwei Welten in einer Werkstatt

Fahrzeuge bis Modelljahr 2017 fahren in der Regel mit R134a. Ab 2017 ist für die meisten Neufahrzeuge R1234yf vorgeschrieben. Die beiden Kältemittel haben unterschiedliche Eigenschaften, unterschiedliche Servicegeräte und unterschiedliche Sicherheitsanforderungen. R1234yf ist brennbar, das Servicegerät hat einen separaten Sicherheitskreis. Wir haben beide Kältemittel und die passenden Geräte in der Werkstatt.

Lecksuche mit UV-Tracer

Bei der Befüllung mischen wir einen fluoreszierenden Tracer ins Kältemittel. Nach einer Probefahrt suchen wir mit einer UV-Lampe im Wellenlängenbereich um 365 Nanometer das System ab. Lecks zeigen sich als grünlich leuchtende Spuren – meistens am Kondensator vor dem Kühler, an den Schraderventilen oder an der Schlauchquetschung des Trocknerausgangs. Eine Lecksuche dauert in der Werkstatt zwischen zwanzig Minuten und einer Stunde, je nach Fahrzeug.

Verdampfer-Hygiene gegen Schimmel

Der Verdampfer sitzt im Lüftungskasten und ist immer feucht – Kondenswasser läuft hier ab. Bei stehendem Fahrzeug bildet sich auf der Verdampferoberfläche schnell ein Biofilm aus Bakterien und Schimmelsporen. Das ist der Grund für den modrigen Geruch beim Einschalten der Klimaanlage. Wir behandeln den Verdampfer mit einem Aerosol-Verfahren, das die Oberfläche desinfiziert und einen schwach hydrophoben Film hinterlässt, der die Wiederansiedlung verzögert.

Innenraumfilter – der vergessene Filter

Der Innenraumfilter sitzt meistens hinter dem Handschuhfach oder unter der Windschutzscheibe. Im Mai ist er nach einer Pollensaison oft so dicht, dass die Gebläseleistung spürbar abnimmt. Wir tauschen ihn routinemäßig, weil er für die Leistung der Klimaanlage so wichtig ist wie das Kältemittel selbst. Ein zugesetzter Filter führt zu vereisten Verdampfern, weil die Luftmenge nicht stimmt.

Werkstatt-Lackpflege – Reihenfolge entscheidet

Lackpflege ist eine Frage der Reihenfolge. Wer poliert, ohne vorher gründlich zu waschen, schmirgelt sich Splitt-Reste in den Klarlack. Wer versiegelt, ohne vorher zu polieren, versiegelt die Verwitterungsspuren mit. Wir arbeiten in vier Schritten.

Schritt eins – Vorwäsche mit Schaum

Bevor die Mikrofaser den Lack berührt, weichen wir den Schmutz mit einem alkalischen Schaum auf. Das löst Insektenreste, Pollen und Verwitterungsschleier. Die Vorwäsche dauert zehn Minuten, in denen der Schaum arbeitet und mit Wasser abgespült wird.

Schritt zwei – Zwei-Eimer-Wäsche

Die eigentliche Wäsche erfolgt mit zwei Eimern – einer mit Shampoo, einer mit klarem Wasser zum Auswaschen des Mikrofaser-Handschuhs. So tragen wir keinen Schmutz zurück auf den Lack. Wir arbeiten von oben nach unten, zuletzt die unteren Rocker-Panel-Bereiche, wo der meiste Schmutz sitzt.

Schritt drei – Politur gegen Verwitterung

Nach der Wäsche prüfen wir den Klarlack im Streiflicht. Wenn Verwitterungsschleier sichtbar sind, polieren wir mit einer mittelharten Politur. Die Politur trägt zwei bis drei Mikrometer Klarlack ab – das ist nicht viel, der Klarlack hat in der Regel vierzig bis fünfzig Mikrometer. Bei älteren Fahrzeugen lassen wir die Politur vorsichtiger arbeiten, weil der Klarlack durch UV bereits dünner ist.

Schritt vier – Versiegelung mit Carnauba oder Keramik

Carnauba ist ein natürliches Wachs aus den Blättern der Carnauba-Palme. Die T1-Sorte hat einen Schmelzpunkt zwischen zweiundachtzig und fünfundachtzig Grad – das ist hoch genug, dass die Versiegelung auf der schwarzen Motorhaube auch bei Sommerwärme nicht abläuft. Carnauba gibt einen warmen, tiefen Glanz und hält drei bis sechs Monate. Keramische Beschichtungen auf Siliziumdioxid-Basis sind chemisch deutlich härter und halten je nach Produkt ein bis zwei Jahre, brauchen aber eine längere Aushärtezeit – das Fahrzeug bleibt einen Tag in der Werkstatt.

Werkstatt-Reifenservice – Mehr als nur Umrüstung

Reifenwechsel ist Routine, aber die Details machen den Unterschied. Wir prüfen bei jeder Umrüstung mehr als nur die Profiltiefe.

Profiltiefe – gesetzlich 1,6 Millimeter, Werkstattempfehlung 3 Millimeter

Der Gesetzgeber sagt 1,6 Millimeter Restprofil. Unsere Werkstattempfehlung für Sommerreifen liegt bei drei Millimetern – darunter wird die Aquaplaning-Reserve so klein, dass die ersten Mai-Wärmegewitter zur ernsten Gefahr werden. Wer schon bei 2,5 Millimetern ist, kommt mit den Sommerreifen vermutlich nicht durch die Saison.

Reifenlagerung und Anlieferung

Wer keinen Lagerplatz für seine Winterräder hat, kann sie bei uns einlagern. Wir lagern hängend, klimatisiert, mit Luftdruck-Kontrolle zum Saisonstart. Vor der Umrüstung prüfen wir, ob die Reifen einseitig abgefahren sind – das ist der erste Hinweis auf Spureinstellung oder Stoßdämpfer-Probleme.

Auswuchten und Spurprüfung

Nach der Umrüstung wuchten wir die Räder auf der Maschine. Bei Fahrzeugen, die ab Werk auf Spurmessung empfindlich reagieren – viele Mercedes der Baureihe W211, BMW E60, VW Golf 7 mit Multilenker-Hinterachse – empfehlen wir alle zwei Jahre eine Spurprüfung mit der Achsvermessungsanlage. Das ist nicht jedes Mal nötig, aber Schlaglöcher und Bordsteinkontakte verstellen die Spur stärker, als die meisten denken.

Werkstatt-Diagnose-Check vor der Urlaubssaison

Wer im Juli oder August in den Urlaub fährt, sollte im Mai die Werkstatt aufsuchen – nicht im Juni, wenn die Termine knapp werden. Wir empfehlen einen Diagnose-Check mit unseren Systemen XENTRY für Mercedes-Fahrzeuge, ODIS für die VW-Gruppe und ISTA für BMW. Das sind die gleichen Diagnose-Systeme wie bei den Vertragswerkstätten – wir lesen damit nicht nur Fehlercodes aus, sondern auch Steuergeräte-Live-Daten, Anpassungswerte und Software-Stände. Wer ein Update braucht, bekommt es bei uns, ohne in die Vertragswerkstatt fahren zu müssen.

Bei der Diagnose prüfen wir Motorsteuerung, Getriebesteuerung, ABS, Airbag und Komfortsysteme. Häufige Funde im Mai sind Klimakompressor-Sensoren, die nach dem Winter sporadisch ausfallen, Lambdasonden-Werte am Driften und Batterien, die nach dem Winter unter der Reservegrenze liegen. Jede dieser Befunde lässt sich im Mai entspannt klären, im Juli auf der Autobahn nicht.

Werkstatt-Kosten-Übersicht – Was kostet was im Mai

Die folgenden Werte sind Erfahrungswerte aus unserer Werkstatt für 2026. Die genaue Position hängt vom Fahrzeug, Aufwand und Materialeinsatz ab – die Tabelle ist ein Kostenrahmen, kein Festpreis.

LeistungKostenrahmen
Sommerräder aufziehen, auswuchten, Druckkontrolle50 bis 90 Euro
Räder-Einlagerung pro Saison40 bis 70 Euro
Klima-Service R134a inkl. Lecksuche90 bis 150 Euro
Klima-Service R1234yf inkl. Lecksuche180 bis 260 Euro
Verdampfer-Hygiene (Aerosol)50 bis 80 Euro
Innenraumfilter Tausch30 bis 70 Euro
Wischblätter (Paar, Premium)40 bis 90 Euro
Unterbodenreinigung mit Sichtkontrolle60 bis 120 Euro
Politur Hand und Maschine180 bis 350 Euro
Versiegelung Carnauba80 bis 150 Euro
Versiegelung Keramik (Grundbeschichtung)400 bis 900 Euro
Bremsflüssigkeitstausch60 bis 100 Euro
Diagnose-Check umfassend60 bis 120 Euro
Für Techniker: Werte, Normen und Hintergründe

Kältemittel: R134a hat ein Global Warming Potential von 1430 (CO2-Äquivalent über 100 Jahre, IPCC AR4). R1234yf hat ein GWP von 4 – Faktor 357 niedriger. Die EU-Verordnung 517/2014 (F-Gase-Verordnung) treibt den Phaseout von R134a in mobilen Klimaanlagen. R1234yf gehört zu den HFOs (Hydrofluoroolefinen) und ist mild brennbar (A2L-Klassifizierung nach ISO 817).

Druckverhältnisse: Im Klimasystem liegen bei Stillstand und 20°C Umgebung etwa 4 bis 5 bar Systemdruck (Sättigungsdruck). Im Betrieb steigen die Hochdruckseite auf 12 bis 18 bar, die Niederdruckseite arbeitet bei 1,5 bis 3 bar. Abweichungen über 20 Prozent vom Sollwert für die jeweilige Außentemperatur deuten auf Mangelfüllung, Überfüllung oder Komponentenfehler.

Reifendruck Sommer: Erhöhung um 0,2 bis 0,3 bar über dem Aufkleber-Wert kompensiert die Wärmeausdehnung. Faustregel: pro 10 Grad Temperaturerhöhung steigt der Druck um etwa 0,1 bar bei konstantem Volumen (Gay-Lussac). Wer den Druck warm misst, sollte etwa 0,3 bar abziehen, um den kalten Wert zu schätzen.

Profiltiefe: Gesetzlich nach §36 Abs. 2 StVZO mindestens 1,6 mm im Hauptprofil über die gesamte Lauffläche. Werkstattempfehlung Sommerreifen: 3 mm, Winterreifen: 4 mm. Aquaplaning-Schwelle steigt bei Sommerreifen unter 3 mm Profiltiefe signifikant – ADAC-Untersuchungen zeigen Bremswegverlängerungen auf nasser Fahrbahn um über 30 Prozent zwischen 3 mm und 1,6 mm Profil.

UV-Tracer: Lecksuche-Farbstoffe absorbieren UV-Licht im Bereich um 365 nm (UV-A) und emittieren im sichtbaren Grün- bis Gelbbereich (Stokes-Shift). Die Lampe hat typischerweise eine 365-nm-LED-Bestückung mit etwa 3 bis 5 Watt elektrischer Leistung. Bei Tageslicht reicht das nicht, wir arbeiten mit abgeschalteter Hallenbeleuchtung.

Carnauba-Wachs: Klassifizierungen T1 bis T4, wobei T1 die höchste Reinheit hat. T1-Carnauba hat einen Schmelzbereich zwischen 82 und 85°C – relevant für die Beständigkeit auf dunklen Lackflächen, die in der Sonne über 70°C Oberflächentemperatur erreichen können. Carnauba-Anteile in Mischwachsen liegen meist zwischen 3 und 20 Prozent, der Rest sind Trägeröle und Polierhilfsstoffe.

Bremsflüssigkeit: Trockensiedepunkt DOT 4 mindestens 230°C, nasser Siedepunkt mindestens 155°C. Bei 3 Prozent Wassergehalt sinkt der Siedepunkt um etwa 70 bis 90 Grad. Messung über elektrochemisches Verfahren mit Refraktometer-Korrektur oder direkter Leitfähigkeitsmessung. Wechselintervall: alle 2 Jahre, unabhängig von der Laufleistung.

Zwölf Erkenntnisse aus der Werkstatt

  1. Sommerräder spätestens zur zweiten Maiwoche aufziehen, danach Profil-Verlust.
  2. Reifendruck Sommer 0,2 bis 0,3 bar über dem Türaufkleber-Wert.
  3. Klima-Service im Mai vermeidet die Hochsaison-Wartezeit im Juli.
  4. UV-Tracer-Lecksuche findet Kondensator-Lecks, die das Multimeter nicht sieht.
  5. Verdampfer-Hygiene gegen den Schimmel-Geruch wirkt mindestens sechs Monate.
  6. Innenraumfilter nach Pollensaison fast immer reif für den Tausch.
  7. Salzreste am Unterboden sind in jeder Schweller-Falz, nur die Hebebühne zeigt es.
  8. Lackpflege braucht Reihenfolge: Wäsche, Politur, Versiegelung – nicht parallel.
  9. Carnauba für warmen Glanz, Keramik für lange Haltbarkeit – Nutzung entscheidet.
  10. Wischblätter werden in neun von zehn Fällen im Mai getauscht.
  11. Bremsflüssigkeit-Wassergehalt sollte unter zwei Prozent liegen, sonst Tausch.
  12. Diagnose-Check vor dem Urlaub spart Pannen-Kosten auf der Autobahn.

Über unsere Werkstatt

KFZ Dietrich sitzt in Hardegsen-Gladebeck in Südniedersachsen. Wir sind ein Meisterbetrieb mit Spezialisierung auf komplexe Diagnose und Werterhalt. Nils Dietrich ist KFZ-Mechatroniker und führt die Diagnose persönlich durch. In unserer Werkstatt arbeiten wir mit XENTRY für Mercedes, ODIS für die VW-Gruppe und ISTA für BMW – die gleichen Systeme wie in den Vertragswerkstätten.

Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.

Weiterführende Themen aus unserer Werkstatt

Wer die Mai-Checkliste durchgearbeitet hat, findet in den folgenden Artikeln vertiefende Erfahrungen aus unserer Werkstatt zu einzelnen Themenfeldern:

Wenn Sie Ihren Mai-Termin in unserer Werkstatt buchen möchten – Klima-Service, Räder-Umrüstung oder die komplette Frühjahrs-Checkliste – erreichen Sie uns telefonisch, per WhatsApp oder über unser Kontaktformular. Wir nehmen uns die Zeit, die Ihr Fahrzeug im Mai braucht.


Weiterführende Informationen:

Häufig gestellte Fragen

Wann ist der späteste Termin, die Sommerräder aufziehen zu lassen?

Die Faustregel 'Ostern bis Oktober' ist in unserer Region 2026 zu unscharf. In Hardegsen-Gladebeck hatten wir bis Mitte April noch Nachtfröste, in den Höhenlagen Richtung Solling sogar Anfang Mai. Spätesttermin in der Werkstatt ist für uns die zweite Maiwoche, sobald die Nächte stabil über fünf Grad bleiben. Wer Pendlerstrecken über Land fährt, sollte morgens prüfen, ob noch Raureif auf den Wiesen liegt – das ist der bessere Indikator als der Kalender.

Warum bringt der Klima-Service ausgerechnet im Mai am meisten?

Die Klimaanlage verliert pro Jahr etwa fünf bis zehn Prozent Kältemittel über die Dichtungen – das ist physikalisch unvermeidbar. Wer den Service im Mai macht, hat die volle Kühlleistung, bevor die ersten richtigen Hitzetage kommen. Wer im Juli kommt, wartet zwei Wochen auf einen Termin und schwitzt in der Zwischenzeit. Außerdem prüfen wir bei der Befüllung mit UV-Tracer auf Lecks – kleine Undichtigkeiten am Kondensator vor dem Kühler sind nach dem Winter überraschend häufig.

Reicht es, das Auto im Frühjahr einmal gründlich zu waschen, oder muss mehr passieren?

Eine Wäsche reicht für die sichtbaren Schichten, aber nicht für das, was wir in der Werkstatt sehen. Salz kriecht in jede Falz – Schwellerunterkanten, Federbeindome, Wagenheberaufnahmen, Achsmanschetten. Wir empfehlen nach dem Winter eine Unterbodenreinigung mit anschließender Sichtkontrolle auf der Hebebühne. Erst dort sieht man, ob der Schweller einen Rostnest-Anfang hat oder die Bremsleitungen nach Streusalz aussehen wie ein altes Stück Brot.

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