Getriebe-Instandsetzung im Werkstatt-Auftrag (AT, DSG)

Wie freie Werkstätten Automatik- und DSG-Getriebe zur Instandsetzung übergeben – Ablauf, Abgrenzung und Gewährleistungsdokumentation.

Getriebe-Instandsetzung im Werkstatt-Auftrag (AT, DSG)

TL;DR: Als freie Werkstatt diagnostizieren Sie das Getriebeproblem – die Instandsetzung selbst übernimmt KFZ Dietrich als Fachbetrieb im Unterauftrag. Ihr Kunde bleibt Ihr Kunde. Sie erhalten ein vollständiges Prüfprotokoll mit OEM-Teilenummern und Gewährleistungsdokument zur Weitergabe.


Spezialisierung statt Kompromiss

Ein Automatikgetriebe mit Drehmomentwandlerschaden, eine DSG-Mechatronik mit internem Kurzschluss, ein CVT-Ölkreislauf mit drucklosem Hydraulikpfad – das sind Schadensbilder, bei denen selbst erfahrene Allround-Werkstätten an eine wirtschaftliche Grenze stoßen. Die Instandsetzung solcher Aggregate erfordert spezialisiertes Prüfequipment, herstellerspezifische Teileversorgung und – im Fall von DSG- und Direktschaltgetrieben – Zugang zu ODIS-Adaptionen nach der Mechatronik-Reparatur.

KFZ Dietrich hat sich auf genau dieses Segment spezialisiert. Als Fachbetrieb für Getriebetechnik übernehmen wir die Instandsetzung im Werkstatt-Auftrag: Sie bauen aus, wir reparieren, Sie bauen ein. Ihr Kunde erfährt von dieser Aufgabenteilung nichts, sofern Sie das nicht wünschen – er bleibt in Ihrer Werkstatt und erhält das fertige Fahrzeug von Ihnen zurück.

Einen Überblick über das gesamte Leistungsspektrum für Fachpartner finden Sie auf unserer Seite Für Werkstätten & Fachbetriebe.


Was wir übernehmen – und was bei Ihnen bleibt

Die Aufgabenteilung ist klar definiert und wird vor jedem Auftrag schriftlich vereinbart.

Ihre Seite:

  • Erstgespräch mit dem Endkunden und Fahrzeugannahme
  • Ausbau des Getriebeaggregats oder der Mechatronik-Einheit
  • Versand oder Anlieferung an unseren Standort in Hardegsen-Gladebeck
  • Einbau des instandgesetzten Aggregats nach Rücklieferung
  • Abschlussrechnung und Übergabe an den Endkunden

Unsere Seite:

  • Technische Eingangsprüfung nach Eingang des Aggregats
  • Vollständige Zerlegung, Sichtprüfung und Schadensdokumentation
  • Instandsetzung mit OEM-Teilen oder technisch gleichwertigen Komponenten
  • Hydraulischer und elektronischer Prüflauf auf dem Getriebe-Prüfstand
  • Erstellung des Prüfprotokolls mit allen Maßnahmen und Teilenummern
  • Ausstellung des Gewährleistungsdokuments
  • Versandfertige Rücklieferung

Diese Abgrenzung schützt beide Seiten: Sie tragen keine Verantwortung für die Instandsetzungsqualität, wir tragen keine Verantwortung für Ein- und Ausbauschäden oder fahrzeugseitige Folgeprobleme.


Welche Aggregate wir instandsetzen

Unser Schwerpunkt liegt auf hydraulisch-elektronischen Getriebesystemen, die ohne spezialisiertes Equipment nicht wirtschaftlich instandzusetzen sind:

DSG-Getriebe (Direktschaltgetriebe / Doppelkupplungsgetriebe)

Das DQ250, DQ200 und die PDK-Einheiten im VAG- und Porsche-Bereich zählen zu den häufigsten Einsendungen. Der kritische Verschleißpunkt ist in den meisten Fällen die Mechatronik: Druckregelventile, Kupplungssteller und Temperatursensoren innerhalb der Hydraulikeinheit. Eine Instandsetzung der Mechatronik – statt Austausch gegen eine neue Einheit – ist in der Regel die wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung und technisch gleichwertig, wenn sie fachgerecht durchgeführt wird.

Nach der Reparatur ist eine Grundadaption über ODIS zwingend. Diesen Schritt führen wir vor Rücklieferung durch, sofern ein Testfahrzeug verfügbar ist – alternativ senden wir Ihnen die konkrete Adaptionsvorschrift für Ihre Werkstatt mit.

Mehr zu DSG-Spülung und Ölpflege als vorbeugender Maßnahme finden Sie auf getriebeoelspuelung.kfz-dietrich.com.

Automatikgetriebe mit Drehmomentwandler (Wandlerautomatik)

Beim klassischen Wandlerautomatgetriebe – etwa die 722.9-Reihe von Mercedes-Benz oder ZF-Aggregate im BMW-Bereich – liegt der Schaden häufig im Wandler selbst, im Ventilkörper oder in der Lamellenkupplung. Die Instandsetzung setzt eine vollständige Zerlegung und hydraulische Druckprüfung voraus. Wir dokumentieren Messwerte vor und nach der Maßnahme und legen diese dem Prüfprotokoll bei.

Für weiterführende technische Informationen zu Getriebetypen und Schadensbildern besuchen Sie auch getriebe.biz.

CVT-Getriebe (stufenlose Automatik)

Multitronic-Einheiten (Audi) und Xtronic-Getriebe (Nissan, Renault) mit Öldruckproblemen oder Schubgliederband-Verschleiß nehmen wir ebenfalls im Werkstatt-Auftrag entgegen. Die Diagnose des Hydraulikkreislaufs erfordert hier besondere Sorgfalt, da Druckabfälle im Primär- und Sekundärkreis unterschiedliche Ursachen haben können.


Was angeliefert wird: komplettes Aggregat oder nur Mechatronik

Sie haben die Wahl, wie Sie das Getriebe einsenden:

Option 1 – Komplettes Aggregat

Das gesamte Getriebe wird ausgebaut, von anhaftenden Anbauteilen gereinigt und auf einer Holzpalette gesichert versandt. Diese Option empfehlen wir bei unklarem Schadensbild oder wenn Sie sich nicht sicher sind, ob der Schaden in der Mechatronik oder im mechanischen Teil liegt. Wir führen die vollständige Diagnose intern durch.

Option 2 – Mechatronik-Einheit

Falls Sie bereits durch Fehlerspeicher-Auswertung oder Druckmessung festgestellt haben, dass der Schaden auf die Mechatronik beschränkt ist, können Sie diese als Einheit ausbauen und einsenden. Das reduziert Transportaufwand und Ausfallzeit. Wichtig: Bitte die Hydraulikleitungen an den Steckern sichern und die Einheit trocken und stoßgeschützt verpacken.


ODIS-Vorbefund: hilfreich, aber nicht Pflicht

Wir wissen, dass nicht jede freie Werkstatt Zugang zu ODIS, ISTA oder XENTRY hat. Ein Vorbefund aus dem herstellerspezifischen Diagnosesystem ist deshalb keine Voraussetzung für eine Einsendung.

Wenn Sie jedoch einen Fehlerspeicher-Auszug oder einen Diagnosebericht exportieren können – etwa aus einem OBD-System mit erweiterten Hersteller-Diagnosen – senden Sie diesen bitte mit. Die Information verkürzt unsere Eingangsprüfung und damit die Gesamtdurchlaufzeit. In manchen Fällen lässt sich dadurch auch vermeiden, dass das Aggregat vollständig zerlegt werden muss, weil sich der Schaden bereits durch den Bericht eindeutig lokalisieren lässt.

Falls kein Vorbefund vorliegt, beginnen wir nach Eingang mit einer eigenen Erstdiagnose und informieren Sie vor Beginn der eigentlichen Instandsetzung über das Schadensbild und die voraussichtlichen Kosten.


Prüfprotokoll und Gewährleistungsdokument bei Rückgabe

Jedes instandgesetzte Aggregat verlässt unseren Betrieb mit zwei Dokumenten:

Prüfprotokoll mit:

  • Schadensdiagnose bei Eingang (Befund)
  • Durchgeführte Maßnahmen in technischer Sprache
  • Verwendete Teile mit OEM-Teilenummern oder Angabe gleichwertiger Komponentenhersteller
  • Messwerte vor und nach der Instandsetzung (Hydraulikdruck, Prüfstand-Testergebnis)

Gewährleistungsdokument mit:

  • Gewährleistungszeitraum und -umfang
  • Bedingungen (sachgerechter Einbau, korrekter Ölstand, kein Eingriff durch Dritte)
  • Kontaktdaten für Gewährleistungsfall

Diese Unterlagen sind so formuliert, dass Sie sie unverändert an Ihren Endkunden weitergeben können. Sie müssen dafür keine eigene Gewährleistung auf die Instandsetzungsleistung übernehmen – das obliegt KFZ Dietrich als ausführendem Fachbetrieb.


Nächster Schritt: Auftrag besprechen

Wenn Sie ein Getriebeproblem diagnostiziert haben und die Instandsetzung im Unterauftrag abwickeln möchten, sprechen Sie uns direkt an. Wir besprechen das Schadensbild, die logistische Abwicklung und den Zeitrahmen – bevor das Aggregat ausgebaut wird.

Kontakt für Fachpartner: Telefon oder WhatsApp – Sie finden die Kontaktdaten auf unserer Fachpartner-Übersichtsseite.

Wir arbeiten auf Wunsch auch mit Rahmenvereinbarungen für Betriebe, die regelmäßig Getriebeaufträge übergeben möchten – mit festen Ansprechpartnern und definierten Durchlaufzeiten.

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Häufig gestellte Fragen

Kann ich ein ausgebautes DSG-Getriebe zur Instandsetzung einsenden?

Ja, das ist der bevorzugte Weg. Sie bauen das Aggregat in Ihrer Werkstatt aus und senden es uns zu – entweder per Spedition auf einer Palette oder Sie bringen es selbst vorbei. Wir übernehmen ab Eingang die vollständige Instandsetzung inklusive Prüfprotokoll und stellen das Getriebe wieder versandfertig für Sie bereit.

Müssen Sie selbst eine ODIS-Diagnose vor dem Einsenden durchführen?

Nein, eine ODIS-Vorbefundung ist nicht zwingend erforderlich. Hilfreich ist sie dennoch: Ein exportierter Fehlerspeicher-Auszug verkürzt unsere Diagnosezeit und damit die Ausfallzeit Ihres Kunden. Falls Sie keinen Zugang zu ODIS oder einem gleichwertigen Herstellersystem haben, führen wir die vollständige Erstdiagnose nach Eingang selbst durch.

Wie läuft die Übergabe nach der Instandsetzung ab?

Nach abgeschlossener Instandsetzung erhalten Sie per E-Mail ein detailliertes Prüfprotokoll mit allen durchgeführten Maßnahmen, den verwendeten OEM-Teilenummern sowie das Gewährleistungsdokument. Das Getriebe wird entsprechend verpackt und versandfertig bereitgestellt oder Sie holen es in Hardegsen-Gladebeck ab. Die Gewährleistungsdokumentation können Sie unverändert an Ihren Kunden weitergeben.

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