Fachlich geprüft · Kfz-Meisterbetrieb Dietrich · So prüfen wir Inhalte

Fehlercode P0335: Kurbelwellensensor + Diagnose-Anleitung

P0335 'Kurbelwellensensor Schaltkreisfehler': Symptome (Motor stirbt ab, springt nicht an), Diagnose mit XENTRY/ODIS/ISTA und Reparatur-Schritte.

Fehlercode P0335: Kurbelwellensensor + Diagnose-Anleitung
Illustration: mit KI-Werkzeugen erstellt · KI-Transparenz
TL;DR
  • P0335 = "Kurbelwellensensor liefert kein plausibles Signal" – ohne dieses Signal startet der Motor nicht oder stirbt im Betrieb ab. Sicherheitsrelevant.
  • Am häufigsten ist der Sensor selbst defekt, danach folgen Verkabelung und Steckverbinder; Geberscheibe, Steuertrieb und Motorsteuergerät sind seltene Befunde. In dieser Reihenfolge arbeiten wir die Diagnose ab.
  • Sicherer Test: Oszilloskop am Sensor-Stecker bei Startversuch. Ein intaktes Sinus- oder Rechtecksignal schließt den Sensor als Ursache aus.
  • Der Begleitfehler P0340 betrifft den Signalkreis des Nockenwellensensors und spricht für Geber oder Verkabelung. Auf den Steuertrieb verweist P0016 (je nach Bank P0017/P0018) – dort ist die Kettenlängung der Verdacht.
  • Nach Sensor-Tausch ist die Grundeinstellung Pflicht: bei Mercedes mit XENTRY, bei der VW-Gruppe mit ODIS, bei BMW mit ISTA, bei allen weiteren Marken über die Mehrmarken-Diagnose mit tiefem Datenbestand. Ohne Adaption setzt das Steuergerät den Fehler oft erneut.

Der Fehlercode P0335 ist einer der kritischsten OBD2-Codes überhaupt. Wenn der Kurbelwellensensor kein Signal mehr liefert, kann das Motorsteuergerät keine Zündung und keine Einspritzung mehr steuern – der Motor läuft nicht. Für den Halter zeigt sich das als klassisches Bild, bei dem das Auto nicht anspringt, obwohl der Anlasser durchdreht; der Sensor gehört dort zu den ersten Prüfpunkten. Was zunächst wie ein katastrophaler Defekt aussieht, ist meist mit überschaubarem Aufwand zu beheben – wenn die Diagnose korrekt durchgeführt wird.

Mögliche UrsacheAnzeichen/SymptomPrüfschrittDiagnose-Befund
Defekter Sensor durch Alterung (häufigster Befund)Sporadische Aussetzer bei Kälte, dann TotalausfallOszilloskop am Sensor-Stecker beim StartversuchAussetzer oder Amplitudenabfall in der Wellenform
Verkabelungsproblem – korrodierte Stecker, Marderbiss (zweithäufigster Befund)Intermittierender SignalverlustÜbergangswiderstand messen (< 0,5 Ohm), Pins sichtenKorrodierte Pins oder Kabelbruch
Defekte oder verschmutzte Geberscheibe (seltener)Aussetzer im SensorsignalSensor demontieren, Sichtprüfung auf Metallspäne und ZahnbildMetallspäne oder beschädigte Zähne an der Geberscheibe
Steuerketten-Längung mit Folgesymptom (selten)Begleitcode P0016 (je nach Bank P0017/P0018), Sensor selbst intaktNockenwellen-Kurbelwellenkorrelation prüfenDeutliche Soll-Ist-Abweichung des Winkels – richtungsweisend für den Steuertrieb, Bewertung nach Reparaturleitfaden
Defektes Motorsteuergerät (Ausnahme)Kein Signal trotz intaktem Sensor, oft nach WassereintrittAusschluss aller anderen UrsachenDefekter Eingangskreis am Steuergerät

Was P0335 wirklich bedeutet

P0335 steht für “Crankshaft Position Sensor A Circuit Malfunction”. Der Kurbelwellen-Positionssensor (CKP, KW-Sensor, Kurbelwellengeber) ist der wichtigste Sensor moderner Motoren. Er liefert dem Motorsteuergerät bei jeder Umdrehung der Kurbelwelle Hunderte von Positionsimpulsen – die Grundlage für:

  • Zündzeitpunkt (wann zünden Zylinder 1, 2, 3, 4?)
  • Einspritzdauer und -zeitpunkt (wann öffnen die Injektoren?)
  • Drehzahlmessung (Tachoanzeige, Motorlauf-Erkennung)
  • Erkennung von Zündaussetzern (zu langsame Beschleunigung einzelner Zylinder)

Ohne diesen Sensor ist der Motor blind. Das Steuergerät reagiert mit Notlauf oder Komplettausfall.

Warum P0335 entsteht: Die fünf häufigsten Ursachen

1. Defekter Sensor durch Alterung – der häufigste Befund

Der häufigste Auslöser. Kurbelwellensensoren sitzen in der Nähe des Motorblocks und sind permanent thermisch und vibrationsmäßig belastet. Nach 150.000 km werden die Kunststoffgehäuse spröde, Mikrorisse lassen Feuchtigkeit eindringen, das Sensorelement driftet oder versagt komplett.

Typisches Verschlechterungs-Muster:

  • Zuerst sporadische Aussetzer bei Kälte oder Nässe
  • Dann intermittierende Liegenbleiber, die sich nach Abkühlen wieder beheben
  • Schließlich Totalausfall – Motor startet nicht mehr

2. Verkabelungsprobleme – der zweithäufigste Befund

Korrodierte Stecker, durchgescheuerte Kabel an Karosseriekanten oder defekte Pins führen zu intermittierenden Signalverlusten. Marderbisse sind ebenfalls eine häufige Ursache.

Diagnose: Steckdose abziehen, Kabel und Pins sichten, Übergangswiderstand messen. Bei intaktem Sensor und intakter Verkabelung: Signal direkt am Stecker mit Oszilloskop messen.

3. Defekte oder verschmutzte Geberscheibe – seltener

Die Geberscheibe (Impulsrad) sitzt auf der Kurbelwelle und ist üblicherweise als 60-2-Rad ausgeführt: 60 Zahnteilungen, von denen zwei für die Synchronisierung fehlen. Bei Ford-Motoren ist die Ausführung 36-1 verbreitet. Beschädigte Zähne (durch Stöße, schlechte Montage oder Verschleiß) erzeugen Aussetzer im Sensor-Signal.

Diagnose: Sensor demontieren, Sichtprüfung. Metallspäne am Sensor weisen auf Geberscheiben-Schaden oder Lagerverschleiß hin.

4. Steuerketten-Längung mit Folgesymptom – selten

Bei stark gelängter Steuerkette weichen Kurbel- und Nockenwellenposition voneinander ab. Das Steuergerät erkennt eine Plausibilitätsabweichung – häufig mit Begleitcode P0016, je nach Bank auch P0017 oder P0018. Der Sensor selbst ist intakt.

Instandsetzung: Steuerkette plus Spanner und Führungen ersetzen.

5. Defektes Motorsteuergerät – die Ausnahme

Selten, aber möglich: der Eingangskreis am Steuergerät ist defekt. Tritt typischerweise nach Wassereintritt oder Spannungsspitzen auf. Diagnose erfolgt durch Ausschluss aller anderen Ursachen.

Symptome bei P0335 im Detail

  • Motor startet nicht oder nur schwer: Anlasser dreht, aber kein Anspringen
  • Plötzliches Absterben während der Fahrt: Wiederholbares Phänomen, oft bei Wärme
  • Unruhiger Leerlauf mit Zündaussetzern (begleitende Codes P0300–P0308)
  • Aussetzer bei höheren Drehzahlen: Motor “stottert” bei 3000+ U/min
  • Motorkontrollleuchte permanent an, bei intermittierenden Fällen auch sporadisch

Diagnose-Sequenz: Sicher zum richtigen Bauteil

Eine professionelle P0335-Diagnose folgt einer logischen Sequenz:

Schritt 1: Fehlerspeicher komplett auslesen. Begleitcodes liefern die Richtung. P0335 + P0340 → beides Signalkreis-Codes der Geber, meist Sensor oder Verkabelung; P0335 + P0016 (je nach Bank P0017/P0018) → Steuertrieb verdächtig.

Schritt 2: Sensor-Sichtprüfung. Stecker abziehen, Sensor demontieren, Sichtkontrolle. Sind Metallspäne dran? Korrosion? Beschädigung?

Schritt 3: Widerstandsmessung. Bei induktiven Sensoren: Widerstand zwischen den Pins prüfen (Sollwert je nach Hersteller, typisch 200–1000 Ohm bei kaltem Motor).

Schritt 4: Oszilloskop-Messung. Das ist der Königsweg. Bei laufendem Motor (oder Startversuch) wird das Sensor-Signal direkt am Stecker mit dem Oszilloskop aufgezeichnet. Ein intakter Sensor liefert eine saubere Wellenform – Aussetzer oder Amplitudenabfall bestätigen den Defekt.

Schritt 5: Geberscheibe-Prüfung. Bei intaktem Sensor und Signal Sichtprüfung der Geberscheibe auf Beschädigung.

Für Techniker: Oszilloskop-Auswertung, Sensor-Typen und herstellerspezifische Besonderheiten bei P0335

Sensor-Typen und ihre Signal-Charakteristika

Induktiver Sensor (VR-Sensor): Erzeugt eine Wechselspannung durch Spuleninduktion. Bei steigender Drehzahl nimmt die Amplitude zu (typisch 0,5–8 V bei 800 U/min, bis 50 V bei hoher Drehzahl). Auf dem Oszilloskop sichtbar: Sinuskurve mit einer ausgeprägten Lücke (Synchronisierungslücke, 2 fehlende Zähne bei 60-2-Geberscheibe; bei Ford-Motoren 36-1). Fehlertyp: Amplitude zu niedrig (zu großer Luftspalt zwischen Sensor und Geberrad, Sensor gealtert) oder Aussetzer in der Kurve (Geberscheibe beschädigt, Kabelbruch). Ob der Luftspalt überhaupt eine einstellbare Prüfgröße ist, hängt vom Motor ab – viele Kurbelwellengeber sitzen fest verschraubt ohne Einstellmöglichkeit.

Hall-Sensor (digitaler Sensor): Erzeugt ein Rechtecksignal (0 V / 5 V oder 0 V / 12 V). Benötigt Versorgungsspannung und Masse; die Pinbelegung ist herstellerspezifisch und wird dem Stromlaufplan des Fahrzeugs entnommen. Prüfung: Versorgung vorhanden? Signal bei Kurbelwellenbewegung vorhanden? Typischer Fehlertyp: Versorgungsspannung fehlt (Kabelbruch), Signal klemmt dauerhaft auf HIGH oder LOW.

Herstellerspezifische Werte und Diagnose-Hinweise

Mercedes M271 / OM651 (XENTRY): Über XENTRY die Istwerte des Kurbelwellengebers und die Nockenwellen-Kurbelwellen-Korrelation auslesen. Der Kurbelwellengeber ist bei diesen Motoren fest verschraubt – ein einstellbarer Luftspalt und damit ein Soll-Abstand als Prüfgröße existieren dort nicht; beurteilt werden Signalbild und Korrelation. Eine deutliche Soll-Ist-Abweichung des Winkels ist richtungsweisend für den Steuertrieb; die Freigabegrenze entnehmen wir dem Reparaturleitfaden zum jeweiligen Motor.

VAG TDI EA189 / EA288 (ODIS): Häufige Begleitung P0335 + P0016 durch Zahnriemen-Verschleiß am Steuertrieb – der 2.0 TDI läuft mit Zahnriemen, nicht mit Steuerkette. Über ODIS beurteilen wir die Geberradadaptionswerte und die Laufunruhewerte im Zusammenhang. Wandern die Adaptionswerte des Kurbelwellengeberrads aus dem Lernbereich oder passt die Korrelation nicht, ist der Steuertrieb (Zahnriemen) und nicht der Sensor ursächlich.

BMW N47 (ISTA): Berüchtigte Steuerketten-Problematik – P0335 kann Begleitsymptom eines gerissenen Kettenspanners sein. In ISTA die Nockenwellensteuerung prüfen; eine deutliche Soll-Ist-Abweichung ist ein starkes Indiz für den Kettentrieb, die Bewertung erfolgt anhand der hinterlegten Prüfvorgaben.

Oszilloskop-Prüfung am Sensor-Stecker: Vorgehen

  1. Fahrzeug sicher sichern, Zündung aus, Stecker abziehen
  2. Oszilloskop-Messkanal: DC-Kopplung, Zeitbasis 10–20 ms/div, Amplitude 2 V/div (induktiv) oder 5 V/div (Hall)
  3. Stecker wieder aufstecken, Klemme über Y-Adapter
  4. Motor starten (oder durchdrehen lassen)
  5. Kurve aufzeichnen: Vollständige Rotation = eine Periode der Synchronisierungslücke sichtbar?
  6. Aussetzer in der Kurve = Geberscheibe oder Kabelbaum. Dauerhaft kein Signal = Sensor oder Steuergerät.

Instandsetzung: Was wir bei KFZ Dietrich tun

P0335 ist ein Code, bei dem der Sensor-Tausch am häufigsten die richtige Lösung ist – aber niemals ohne vorherige Sichtprüfung und Signalmessung. Pauschal-Tausch ist ein Risiko: Wenn die wirkliche Ursache die Verkabelung ist, kehrt der Fehler nach wenigen Tagen zurück.

Unser Vorgehen:

  1. Fehlerspeicher und Begleitcodes auslesen und dokumentieren
  2. Oszilloskop-Messung am Sensor-Stecker
  3. Verkabelungsprüfung mit Multimeter, Übergangswiderstand < 0,5 Ohm
  4. Geberscheibe sichten
  5. Erst dann Sensor-Tausch mit korrektem Anzugsdrehmoment
  6. Grundeinstellung mit XENTRY (Mercedes), ODIS (VW-Gruppe) oder ISTA (BMW), bei allen weiteren Marken über unsere Mehrmarken-Diagnose mit tiefem Datenbestand – bei VAG-Motoren zusätzlich die Geberradadaption auf der Probefahrt

Häufig betroffene Modelle

  • Mercedes M271 (C-/E-Klasse 1.8 Kompressor): Sensor-Alterung typisch ab 150.000 km
  • Mercedes OM651 (Sprinter, Vito, C-/E-Klasse Diesel): Sensor häufig nach 200.000 km
  • VAG 1.6 TDI / 2.0 TDI (Golf, Passat, A4, A6): Begleit mit P0016 häufig (Zahnriemen-Steuertrieb, nicht Steuerkette)
  • BMW N47 (1er, 3er Diesel): Steuerkette berüchtigt, P0335 oft als Folgesymptom
  • Opel 1.6/1.9 CDTI: Sensor-Defekte häufig bei feuchten Wintern
  • Ford 2.0 TDCi (Mondeo, Galaxy, S-Max): Kabelbaum-Schäden am Sensor häufig

Motor startet nicht? P0335 im Fehlerspeicher? Wir liefern eine professionelle Diagnose mit Oszilloskop-Messung – kein pauschaler Sensor-Tausch ohne Befund. Kontakt: 05505 5236 oder über die Warteliste.


Verwandte Fehlercodes:


Das könnte Sie auch interessieren

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet der Fehlercode P0335 genau?

P0335 steht für 'Crankshaft Position Sensor A Circuit Malfunction' – der Kurbelwellen-Positionssensor liefert kein plausibles Signal an das Motorsteuergerät. Ohne dieses Signal kann das Steuergerät weder Zündzeitpunkt noch Einspritzdauer berechnen. Der Motor läuft entweder gar nicht oder sehr unruhig. Am häufigsten ist der Sensor selbst defekt, danach folgen Verkabelung und Steckverbinder; Geberscheibe, Steuertrieb und Motorsteuergerät sind seltene Befunde.

Welche Symptome zeigt mein Fahrzeug bei P0335?

Typische Symptome sind: Motor startet nicht oder schwer, stirbt während der Fahrt plötzlich ab, springt erst nach mehreren Versuchen an, läuft sehr unruhig (besonders im Kaltzustand), zeigt Aussetzer bei höheren Drehzahlen. In schweren Fällen startet der Motor überhaupt nicht mehr. Die Motorkontrollleuchte ist meist permanent an. Begleitend können Zündaussetzer-Codes (P0300-P0308) auftreten.

Kann ich mit P0335 weiterfahren?

Nur bedingt – und nicht empfehlenswert. Der Motor kann jederzeit plötzlich absterben, was bei höherer Geschwindigkeit oder in Verkehrssituationen gefährlich ist. Bei intermittierendem Fehler ist die Wahrscheinlichkeit eines Liegenbleibens hoch. Wir empfehlen den nächsten möglichen Werkstatt-Termin, idealerweise mit Abholservice bei akuten Symptomen.

Warum ist eine Oszilloskop-Messung wichtig und reicht nicht ein einfacher Widerstandstest?

Ein Widerstandstest prüft den statischen Zustand des Sensors – er erkennt keinen Defekt, der nur unter thermischer Belastung oder bei Vibration auftritt. Das Oszilloskop zeigt das Signal in Echtzeit unter Betriebsbedingungen: Aussetzer, Amplitudenabfälle oder Signalverzerrungen, die nur bei laufendem Motor auftreten. Ein erheblicher Teil der Sensordefekte tritt in der Praxis nur zeitweise auf – diese Fälle würden beim reinen Widerstandstest als 'in Ordnung' durchgehen.

Welche Motoren sind bekannt für P0335?

Häufig betroffen: Mercedes M271 (C-/E-Klasse 1.8 Kompressor) ab 150.000 km durch Sensor-Alterung, Mercedes OM651 (Sprinter, Vito) ab 200.000 km, VAG 1.6/2.0 TDI mit Begleitcode P0016 (Zahnriemen-Verschleiß am Steuertrieb), BMW N47 (1er, 3er Diesel) durch die bekannte Steuerketten-Problematik sowie Ford 2.0 TDCi durch Kabelbaum-Schäden am Sensor.

Welche Begleitcodes bei P0335 deuten auf den Steuertrieb statt auf den Sensor hin?

P0335 gemeinsam mit P0016 (Nockenwellen-Kurbelwellen-Korrelation), je nach Bank auch P0017 oder P0018, verweist auf eine gelängte Steuerkette oder einen verschlissenen Steuertrieb – der Sensor selbst ist dann intakt. P0340 dagegen ist ein Signalkreis-Code des Nockenwellensensors und spricht für den Geber oder dessen Verkabelung. Wir prüfen die Korrelation bei Mercedes mit XENTRY, bei der VW-Gruppe mit ODIS, bei BMW mit ISTA und bei allen weiteren Marken über unsere Mehrmarken-Diagnose mit tiefem Datenbestand. Deutliche Abweichungen des Ist- vom Sollwinkel sind richtungsweisend und rücken den Steuertrieb in den Vordergrund; die Bewertung erfolgt nach dem Reparaturleitfaden des jeweiligen Herstellers.

Welche Widerstandswerte muss ein Kurbelwellensensor liefern?

Bei induktiven Sensoren messen wir den Widerstand zwischen den Pins am kalten Motor; der Sollwert liegt je nach Hersteller zwischen 200 und 1000 Ohm. Werte außerhalb dieser Toleranz bestätigen den Sensor-Defekt. Hall-Sensoren werden anders geprüft: Wir kontrollieren die Versorgungsspannung von 5 V und das Signal bei Kurbelwellenbewegung. Ein Widerstandstest allein reicht jedoch nie aus – die Oszilloskop-Messung bleibt der Königsweg.

Was bedeuten Metallspäne am ausgebauten Kurbelwellensensor?

Metallspäne am Sensor weisen auf einen Schaden an der Geberscheibe oder auf Lagerverschleiß im Motor hin. Die Geberscheibe sitzt auf der Kurbelwelle und ist üblicherweise als 60-2-Rad ausgeführt: 60 Zahnteilungen, von denen zwei zur Synchronisierung fehlen. Bei Ford-Motoren ist die Ausführung 36-1 verbreitet. Beschädigte Zähne erzeugen Aussetzer im Sensorsignal. Wir demontieren den Sensor deshalb grundsätzlich und beurteilen Zahnbild, Korrosion und Beschädigungen, bevor ein Neuteil verbaut wird.

Ist nach dem Tausch des Kurbelwellensensors eine Adaption nötig?

Ja. Der neue Sensor wird mit dem vorgeschriebenen Drehmoment von typisch 8 bis 12 Nm montiert, anschließend führen wir die Grundeinstellung und Adaption durch – bei Mercedes mit XENTRY, bei der VW-Gruppe mit ODIS, bei BMW mit ISTA und bei allen weiteren Marken über unsere Mehrmarken-Diagnose mit tiefem Datenbestand. Bei VAG-Motoren ist zusätzlich die Geberradadaption (Kurbelwellengeberrad-Adaption) erforderlich, die auf der Probefahrt im Schubbetrieb über 40 km/h automatisch gelernt wird. Ohne Adaption setzt das Steuergerät den Fehler häufig erneut.

Woran erkennt man die Verkabelung als Ursache für P0335?

Verkabelungsprobleme sind nach dem Sensor selbst der zweithäufigste Befund und zeigen sich typischerweise als intermittierender Signalverlust. Wir klingeln das Sensorkabel vom Stecker bis zum Motorsteuergerät durch – der Übergangswiderstand darf maximal 0,5 Ohm betragen. Korrodierte Pins, durchgescheuerte Isolation an Karosseriekanten und Marderbisse sind die häufigsten Fundstellen. Wird nur der Sensor pauschal getauscht, kehrt der Fehler nach wenigen Tagen zurück.