- Beide Codes betreffen die Erfassung der Kurbelwellenposition. Sie bestimmen noch nicht das defekte Bauteil.
- P0336 bedeutet nicht automatisch, dass ein Signal vorhanden oder das Geberrad beschädigt ist.
- Zur Diagnose gehören Fahrzeugzuordnung, Fehlerumstände und die gezielte Prüfung von Signalweg und Sensorbauart.
- Bei Motorstillstand oder wiederholten Aussetzern steht die sichere Klärung der weiteren Mobilität vor einer erneuten Fahrt.
Der Motor braucht lange zum Starten, geht unvermittelt aus oder hinterlegt eine Motorkontrollmeldung: P0335 und P0336 liefern eine Richtung für die Fehlersuche, aber keine fertige Sensordiagnose. Gerade nach einem erfolglosen Teilewechsel lohnt der Blick darauf, was die Motorsteuerung tatsächlich erkannt hat. Für Familien und Unternehmer zählt, ob die Ursache nachvollziehbar eingegrenzt ist und welche Prüfung als Nächstes benötigt wird.
P0335 und P0336: Was die Codes aussagen
| Eintrag | Allgemeine Bezeichnung | Was daraus nicht folgt |
|---|---|---|
| P0335 | Crankshaft Position Sensor A Circuit: Störung im Stromkreis des Kurbelwellenpositionssensors A | Dass der Sensor selbst defekt oder eine bestimmte Leitung unterbrochen ist |
| P0336 | Crankshaft Position Sensor A Circuit Range/Performance: Bereichs- oder Funktionsabweichung | Dass immer ein verwertbares Signal ankommt oder zwingend ein Geberradschaden vorliegt |
Der Zusatz A gehört zur Codebezeichnung. Einbauort, Steckerbelegung und genaue Überwachungsbedingungen ergeben sich erst aus der Fahrzeug- und Motorzuordnung. Auch der Zusatztext des Diagnosesystems und weitere gespeicherte Einträge sind wichtig.
Ein konkretes Herstellerbeispiel zeigt die Grenze der üblichen Kurzformel: In Fords OBD-Beschreibung für den Fiesta des Modelljahres 2011 kann P0336 unter anderem dann erkannt werden, wenn das Nockenwellensignal einen drehenden Motor erkennen lässt, das Kurbelwellensignal aber fehlt. Weitere dort beschriebene Bedingungen betreffen Impulsanzahl und Impulsabstände. Das ist keine markenübergreifende Prüfanweisung, widerlegt aber die pauschale Aussage „P0336 bedeutet immer Signal vorhanden“.
Die Physik der Drehzahlerfassung
Der Kurbelwellensensor erfasst Drehzahl und Position über ein zugehöriges Geberrad. Diese Information nutzt die Motorsteuerung für ihre Steuerungsaufgaben. Bei der elektrischen Prüfung ist die Bauart entscheidend:
- Induktivgeber erzeugen beim Vorbeilaufen der Geberstruktur eine Wechselspannung. Signalhöhe und Verlauf hängen unter anderem von Drehzahl und Einbaubedingungen ab.
- Hallgeber liefern ein schaltendes Signal und benötigen eine passende Versorgung. Deren Höhe und die zulässigen Signalpegel müssen aus den fahrzeugspezifischen Unterlagen stammen.
HELLA weist darauf hin, dass selbst drei Anschlusskontakte die Bauart nicht eindeutig bestimmen. Deshalb sind weder eine allgemeine Widerstandstabelle noch eine pauschale Fünf-Volt-Prüfung geeignet, jeden Sensor zu beurteilen. Eine Widerstandsmessung an einem unbekannten Hallgeber kann diesen beschädigen.
Auch eine Lücke im Signal ist nicht automatisch ein Fehler. Viele Geberstrukturen enthalten bewusst eine Referenzlücke. Erst der Vergleich mit dem vorgesehenen Muster zeigt, ob ein Impuls fehlt, zusätzlich auftritt oder unter bestimmten Bedingungen nicht erkannt wird. Die Referenzmarke ist dabei nicht ohne Motorunterlagen mit dem oberen Totpunkt gleichzusetzen.
Warum ist die Diagnose zeitkritisch?
Ein gestörtes Kurbelwellensignal kann mit Startproblemen oder Motorstillstand verbunden sein. Bei einem während der Fahrt ausgehenden Motor oder wiederholten Aussetzern sollten Sie keine eigene Testfahrt zur Fehlersuche unternehmen. Bringen Sie das Fahrzeug, soweit die Situation es erlaubt, sicher zum Stillstand und stimmen Sie die weitere Hilfe ab. Warnmeldungen und Hinweise der Betriebsanleitung haben Vorrang.
Läuft das Fahrzeug beim Auslesen unauffällig, ist damit weder eine aktuelle Störung bestätigt noch eine Entwarnung gegeben. Wichtig sind Fehlerstatus und Begleitumstände. Notieren Sie, ob die Beanstandung kalt, warm, nach einer Standzeit oder nach einer Reparatur auftritt. Wiederholtes Löschen nimmt der Diagnose Informationen. Eine feste Abkühlzeit beweist keinen thermischen Sensorbruch. Zur gesonderten Einordnung hilft unser Beitrag zum schlechten Warmstart des Autos.
Diagnose: Signal, Leitung und Geberrad unterscheiden
Zuerst wird der Befund gesichert. Dazu gehören der vollständige Fehlerspeicher, verfügbare Umgebungsdaten und die genaue Beanstandung. Ein OBD-Adapter kann Codes und je nach Gerät weitere Daten liefern. Diese Informationen sind nützlich; eine alleinige Codenummer kann jedoch keine elektrische oder mechanische Ursache beweisen.
Danach wird der zugehörige Stromkreis geprüft. Sensorbauart, Anschlüsse und Leitungsverlauf müssen zum Fahrzeug passen. Sichtbare Scheuerstellen, beschädigte Steckverbindungen oder Verschmutzungen geben konkrete Prüfhinweise. Eine Versorgung wird elektrisch am vorgesehenen Messpunkt beurteilt; die Anzeige eines Diagnoseprogramms ersetzt diese Messung nicht automatisch.
Ein begrenztes Praxisbeispiel aus einer Herstellerinformation: General Motors beschreibt im Bulletin 17-NA-175 bei bestimmten Chevrolet Cruze der Modelljahre 2016–2017 mit Motor LE2 einen Kabelstrang, der an der Antriebswelle scheuern kann. Als mögliche Einträge nennt das Dokument P0335 und P0336. Es belegt einen Leitungsfehler als Ursache beider Codes bei diesen Fahrzeugen, keine allgemeine Schwachstelle aller Motoren.
Eine Signalmessung beantwortet anschließend eine konkrete Frage. Ist das Signal während des beanstandeten Startvorgangs vorhanden? Bleibt die Impulsfolge nachvollziehbar? Unterscheidet sich der Verlauf am Sensor von dem am Steuergerät? Der Messaufbau muss zur Schaltung passen. Ein unauffälliges Signal im kalten Zustand schließt einen sporadischen Fehler unter anderen Bedingungen nicht aus.
Ergibt sich ein Hinweis auf ein mechanisches Problem, werden Einbauzustand, Geberstruktur und gegebenenfalls die Zuordnung zu weiteren Positionssignalen untersucht. Ein auffälliges Bild allein entscheidet noch nicht zwischen Sensor, Leitung, Geberrad und einer fehlerhaften Messanordnung.
Für Techniker: Referenzsignal und Kurbel-/Nockenwellenkorrelation
Pico beschreibt die gemeinsame Aufzeichnung von Kurbel- und Nockenwellensignalen zur Bewertung ihrer zeitlichen Zuordnung. Dafür muss das Referenzbild zur Motorvariante und zu den Messbedingungen passen. Eine verstellbare Nockenwelle erfordert zusätzlich die Berücksichtigung ihres Betriebszustands und der Herstellervorgaben.
Eine abweichende Phasenlage ist deshalb kein automatischer Nachweis einer verschlissenen Steuerkette. Signalqualität und mechanische Zuordnung müssen zusammen bewertet werden. Die Winkel und Impulsmuster eines Anwendungsbeispiels sind keine universellen Grenzwerte. Dieser Beitrag enthält bewusst keine Pinbelegung, Hochspannungs-Isolationsprüfung oder Anweisung zum Abstecken laufender Systeme.
Werterhalt durch hochwertige Sensorik
Ein Ersatzteil muss zur konkreten Motor- und Sensorausführung passen. Eine bekannte Marke oder ein neuer Sensor beseitigt jedoch keine Scheuerstelle im Kabelstrang. Repariert wird der belegte Fehler; danach sind die betroffenen Funktionen und die ursprüngliche Beanstandung nachvollziehbar zu kontrollieren. Erforderliche Lern- oder Prüfabläufe richten sich nach Fahrzeug und Eingriff.
Bei wiederkehrenden Einträgen sollte der bisherige Reparaturverlauf einbezogen werden: Welches Teil wurde eingebaut, welche Messung begründete den Austausch, und tritt der Fehler unter denselben Bedingungen auf? Das schützt vor einer Wiederholung desselben unbelegten Eingriffs. Weitere Grundlagen zum einzelnen Code finden Sie unter P0335: Kurbelwellensignal und mögliche Ursachen.
Fahrzeuganfrage und weitere Abstimmung
Für eine Anfrage bei KFZ Dietrich in Hardegsen-Gladebeck benötigen wir Fahrzeugdaten, Motorisierung, den genauen Code mit Zusatztext und Ihre Beobachtung: Dreht der Anlasser normal? Startet der Motor kalt anders als warm? Ging er während der Fahrt aus? Bitte beschreiben Sie auch bereits ausgeführte Reparaturen und halten Sie vorhandene Protokolle bereit.
Neukunden stellen ihre Fahrzeuganfrage bitte schriftlich über das Kontaktformular. Diagnoseumfang, Annahme und weitere Schritte werden vorab abgestimmt. Falls das Fahrzeug nicht zuverlässig fahrbereit ist, muss auch die Transportfrage geklärt werden; aus der Anfrage entsteht keine Transport- oder Terminzusage. Telefonische Abstimmung steht Bestandskunden zur Verfügung.
Die verwendeten Herstellerbeispiele und ihre Grenzen finden Sie im Quellen-Dossier zu P0335 und P0336.