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OBD2-Fehlercodes: Liste & Bedeutung aller Code-Gruppen

Fehlercode am Auto ausgelesen? Was P, B, C und U bedeuten, wofür die Nummernbereiche stehen und wo Sie Ihren Code nachschlagen – mit Liste.

OBD2-Fehlercodes: Liste & Bedeutung aller Code-Gruppen
Illustration: mit KI-Werkzeugen erstellt · KI-Transparenz
TL;DR
  • OBD2-Fehlercodes sind standardisierte Hinweise auf erkannte Abweichungen – aber nur Ausgangspunkt, nicht Diagnose-Ergebnis.
  • Code-Aufbau: Buchstabe (P = Antrieb, B = Karosserie, C = Fahrwerk, U = Kommunikation) + Ziffer für die Herkunft (0 genormt, 1 herstellereigen) + drei Zeichen für Funktionsbereich und Fehler.
  • Der Nummernbereich verrät die Richtung: P01xx Gemischmessung, P03xx Zündaussetzer, P04xx Abgas, P06xx Steuergerät, P07xx Getriebe.
  • Konsumenten-Scanner lesen nur generische Codes; herstellerspezifische Codes (P1xxx ff.) erfordern XENTRY, ODIS, ISTA oder vergleichbare Profi-Systeme.
  • Häufigste Codes mit eigenen Detail-Artikeln: P0011, P0102, P0171, P0172, P0299, P0300, P0335, P0420, P0571, P0606, P0700, P2002, P2096, P20EE u.v.m.
  • Bei gelber Motorkontrollleuchte zeitnah zur Diagnose; bei blinkender Leuchte oder roten Warnleuchten sofort anhalten – sicherheitsrelevante Codes wie P0335 erfordern Abholservice.

Ein Fehlercode besteht aus fünf Zeichen, und jedes Zeichen hat eine feste Aufgabe. Der Buchstabe nennt das System, die erste Ziffer sagt, wer den Code definiert hat, die restlichen drei benennen Funktionsbereich und konkrete Abweichung. Wer diese drei Ebenen liest, ordnet einen unbekannten Code in Sekunden ein – auch ohne Nachschlagewerk.

P0420 zerlegt: P = Antriebsstrang, 0 = weltweit genormt, 4 = Abgasbereich, 20 = Katalysator-Wirkungsgrad unter Schwelle, Bank 1.

Was der Buchstabe P, B, C oder U bedeutet

BuchstabeSystemWas dazugehörtBeispiel
PPowertrain (Antriebsstrang)Motor, Getriebe, Kraftstoff- und AbgasanlageP0420 Katalysator-Wirkungsgrad
BBody (Karosserie)Innenraum, Klimaanlage, Beleuchtung, RückhaltesystemeB1xxx Airbag- und Komfortelektronik
CChassis (Fahrwerk)Bremse, ABS/ESP, Lenkung, NiveauregulierungC0035 Raddrehzahlfühler vorne links
UNetwork (Kommunikation)CAN- und LIN-Bus, Verbindung der SteuergeräteU0100 keine Verbindung zum Motorsteuergerät

Die überwiegende Zahl der Codes, die eine Motorkontrollleuchte auslösen, sind P-Codes. B-, C- und U-Codes tauchen meist erst auf, wenn alle Steuergeräte ausgelesen werden – ein Konsumenten-Adapter am OBD-Stecker sieht sie in der Regel nicht.

Was die erste Ziffer verrät

ZifferHerkunft der DefinitionBedeutung für die Diagnose
0Weltweit genormt (SAE/ISO)Überall identisch definiert, jedes Auslesegerät übersetzt ihn
1Herstellereigene DefinitionNur mit dem Diagnosesystem des Herstellers eindeutig
2Bei P-Codes wieder genormt, bei B/C/U herstellereigenP2002 oder P2096 bedeuten markenübergreifend dasselbe
3Gemischt: P3000 bis P33FF herstellereigen, ab P3400 genormtIm Zweifel Herstellersystem nötig

Die verbreitete Faustregel, alles außer der Null sei herstellerspezifisch, greift also zu kurz. Und die Zeichen müssen nicht immer Ziffern sein: Codes werden hexadezimal gezählt, deshalb existieren Codes wie P20EE oder P2BAC. Das E steht dort für den Zahlenwert 14, nicht für einen Buchstaben-Sonderfall.

Nummernbereiche bei P-Codes: wo der Fehler sitzt

Die letzten drei Zeichen sind nicht zufällig vergeben. Sie ordnen den Fehler einem Funktionsbereich zu – daran erkennen Sie die Richtung, bevor Sie den einzelnen Code nachschlagen.

BereichFunktionsbereichTypische Vertreter
P0001–P0099Kraftstoff- und Luftzumessung, Nockenwellenverstellung, Lambdasonden-Heizkreise, KraftstoffdruckP0011, P0016, P0030, P0087
P0100–P0199Luftmassen- und Gemischmessung, Lambdasonden-Signale, TemperaturfühlerP0102, P0131, P0171, P0172
P0200–P0299Einspritzdüsen-Ansteuerung, LadedruckregelungP0234, P0299
P0300–P0399Zündanlage, Verbrennungsaussetzer, Kurbel- und NockenwellensensorikP0300, P0327, P0335, P0341
P0400–P0499Abgasrückführung, Katalysator, Tankentlüftung, Sekundärluft, KühlerlüfterP0401, P0420, P0440, P0480
P0500–P0599Geschwindigkeit, Leerlaufregelung, Bordnetzspannung, Klima, TempomatP0500, P0506, P0562, P0571
P0600–P0699Steuergerät selbst: Rechner, Speicher, Ausgänge, SpannungsversorgungP0606
P0700–P0899Getriebesteuerung, Schaltmagnete, GetriebesensorikP0700, P0715, P0741, P0750
P0900–P0999Aktuatorik automatisierter Getriebe, Kupplungs- und Schaltstellermeist Doppelkupplungsgetriebe
P2000–P2FFFGenormte Ergänzungen, überwiegend Abgas und GemischP2002, P2096

Bei U-Codes lohnt derselbe Blick auf den Bereich: U0100 bis U0299 bedeutet, dass ein Steuergerät gar nicht mehr antwortet, während U0400 aufwärts heißt, dass die empfangenen Daten unplausibel sind. Das ist ein grundlegender Unterschied – einmal fehlt die Leitung, einmal stimmt der Inhalt nicht.

Wo Sie Ihren konkreten Code nachschlagen

Für die gängigsten Codes finden Sie in der Liste weiter unten jeweils einen eigenen Artikel mit Symptomen, Messwerten und Instandsetzungswegen. Steht Ihr Code nicht darin, ordnen Sie ihn zuerst über die Tabellen oben ein: System, Herkunft, Funktionsbereich. Damit wissen Sie, ob es um Gemischbildung, Abgasnachbehandlung, Getriebe oder Bordnetz geht – und ob ein Auslesegerät aus dem Handel den Code überhaupt vollständig übersetzen kann.

Ebenso wichtig: Der Code allein ist nur die halbe Wahrheit. Er gibt eine Richtung, aber selten die exakte Ursache. Ein P0171 (Gemisch zu mager) kann von einem defekten Luftmassenmesser, einer undichten Ansaugleitung, einer schwachen Kraftstoffpumpe oder einer falschen Lambdasonde stammen. Wer auf Basis des Codes tauscht, ohne die Ursache zu messen, riskiert eine wiederholte Instandsetzung.

Warum Konsumenten-Scanner nicht ausreichen

OBD2-Scanner aus dem Handel lesen die genormten Codes, also P0xxx und P2xxx, und meist auch nur die des Motorsteuergeräts. Die herstellereigenen Codes der 1er-Gruppe bleiben verborgen – und gerade die sind oft präziser und führen direkter zur Ursache, weil der Hersteller dort seine eigenen Überwachungen ablegt.

Was professionelle Diagnosesysteme zusätzlich liefern:

  • Alle Steuergeräte auslesen (Motor, Getriebe, ABS, Airbag, Klima, Karosserie)
  • Live-Datenwerte in Echtzeit (Lambdaspannungen, Drücke, Temperaturen)
  • Stellgliedtest (Bauteile direkt ansteuern)
  • Geführte Diagnose (schrittweise Fehlersuche nach Herstellerlogik)
  • Codierung und Adaption nach Bauteil-Tausch
  • Grundeinstellung für Sensoren und Steuergeräte
  • Software-Updates vom Hersteller

Bei KFZ Dietrich setzen wir XENTRY (Mercedes-Benz), ODIS (VW/Audi/Skoda/Seat) und ISTA (BMW/Mini) ein – die offiziellen Hersteller-Diagnosesysteme. Dieselbe Technik, die der Vertragshändler verwendet.

Für Techniker: Freeze-Frame-Daten, Readiness-Monitor & Diagnose-Strategie

Freeze-Frame-Daten (Einfrierrahmen)

Beim ersten Auftreten eines Fehlers speichert das Steuergerät einen Datensatz der aktuellen Messwerte – den Freeze Frame. Dieser enthält:

  • Motordrehzahl (U/min)
  • Motorlast (%)
  • Kühlmitteltemperatur (°C)
  • Kraftstofftrimm kurz- und langfristig (%, Bank 1/2)
  • Fahrzeuggeschwindigkeit (km/h)
  • MAP/MAF-Sensorwert

Der Freeze Frame ist der erste analytische Einstieg: Bei welcher Betriebssituation ist der Fehler aufgetreten? Kalt? Warm? Teillast? Volllast? Diese Daten schränken die Diagnose erheblich ein.

OBD2 Readiness-Monitor (Bereitschaftsstatus)

Vor einer Hauptuntersuchung prüft der Prüfer den Readiness-Status. Folgende Monitore müssen auf “fertig” stehen:

MonitorFunktion
KatalysatorEffizienz-Überwachung Lambda-Sonden
LambdasondeHeizzeit, Schaltverhalten
DPF/EGRBeladung, Effizienz
TankentlüftungLecktest
SekundärluftDurchfluss beim Kaltstart

Achtung: Fehlerspeicher löschen vor der HU ist keine Lösung – die Monitore stehen dann auf “nicht fertig” und die HU muss vertagt werden.

Diagnosestrategie nach Code-Typ

Code-KategorieVorgehen
P0xxx (generisch)Freeze Frame lesen, Live-Daten messen, Ursache eingrenzen
P1xxx (herstellerspezifisch)Herstellerspezifisches System (XENTRY/ODIS/ISTA) zwingend
U-Codes (Kommunikation)CAN-Bus-Topologie prüfen, Leitungsunterbrechung suchen
B/C-CodesHerstellerspezifische Diagnose, oft Kalibrierung nötig

Liste der häufigsten Fehlercodes, nach Bereichen sortiert

Die folgende Übersicht zeigt die in deutschen Werkstätten am häufigsten gesetzten Codes. Jeder verlinkt zu einem ausführlichen Artikel mit Symptomen, Diagnose-Anleitung und Instandsetzungsoptionen.

Nockenwellen-/Kurbelwellen-Steuerung

Gemisch- und Lambdamessung

Zündung und Verbrennung

Abgas und Katalysator

Kraftstoffsystem

Steuerungs- und Stromversorgung

Getriebe und Antriebsstrang

Wie ernst sind Fehlercodes wirklich?

Die Schwere eines Codes lässt sich an der Reaktion des Fahrzeugs ablesen:

Gelbe Motorkontrollleuchte (Dauerleuchten)

Nicht akut, aber nicht ignorieren. Das Fahrzeug erkennt eine Abweichung, kann aber weiterfahren. Diagnose innerhalb von 2–4 Wochen empfohlen. Beispiele: P0420, P0171, P0011, P2096.

Blinkende gelbe Motorkontrollleuchte

Akut. Häufig Zündaussetzer mit Katalysator-Schaden-Gefahr. Schonend zur nächsten Werkstatt fahren oder das Fahrzeug abstellen. Beispiele: P0300, P0301, P0302.

Rote Warnleuchten (Öldruck, Kühlmittel)

Sofort anhalten. Weiterfahrt kann zum Motorschaden führen.

Notlauf-Modus

Leistung begrenzt, oft mit gelber Motorkontrollleuchte. Werkstatt zeitnah aufsuchen. Beispiele: P0299, P0102, P0606.

Motor startet nicht oder stirbt ab

Abholservice. Häufig P0335 (Kurbelwellensensor) oder Wegfahrsperre-Probleme.

Was wir bei KFZ Dietrich tun

Wir folgen einer strikten Diagnose-Reihenfolge:

  1. Fehlerspeicher vollständig auslesen – alle Steuergeräte, alle Codes mit Häufigkeit und Freeze-Frame-Daten
  2. Live-Datenanalyse – Messwerte mit Sollwerten vergleichen
  3. Stellgliedtest – wenn nötig, Bauteile direkt ansteuern
  4. Visuelle Sichtprüfung – häufig löst das die Diagnose ohne weiteres Werkzeug
  5. Schriftlicher Befund – mit verbindlichen Festpreisen für die Instandsetzung

Das Ergebnis: Sie wissen vor dem Tausch, was wirklich defekt ist – und was nicht. Kein Raten, kein Ausprobieren, kein zweiter Werkstattbesuch für dieselbe Ursache.

Fehlercode im Fahrzeug? Motorkontrollleuchte an? Wir liefern den Befund mit XENTRY, ODIS oder ISTA – auf Vertragswerkstatt-Niveau in Hardegsen-Gladebeck. Kontakt: 05505 5236 oder über die Warteliste.

Weitere Ressourcen

Häufig gestellte Fragen

Was sind OBD2-Fehlercodes?

OBD2-Fehlercodes (Diagnostic Trouble Codes, DTC) sind standardisierte 5-stellige Codes, die das Motorsteuergerät und andere Steuergeräte bei erkannten Abweichungen vom Sollzustand speichern. Jedes Auto ab Baujahr 2001 (Benziner) bzw. 2004 (Diesel) liefert diese Codes über die genormte OBD2-Schnittstelle. Der Code allein liefert eine Richtung – die Ursachen-Diagnose erfordert aber Live-Werte und Stellgliedtests mit professionellem Diagnosesystem.

Wie sind OBD2-Fehlercodes aufgebaut?

Jeder Code beginnt mit einem Buchstaben für das System: P = Powertrain (Motor/Getriebe), B = Body (Karosserie), C = Chassis (Fahrwerk), U = Network (Kommunikation). Danach folgt eine Ziffer für die Herkunft der Definition: 0 steht für weltweit genormt, 1 für herstellereigen. Die letzten drei Zeichen benennen Funktionsbereich und konkrete Abweichung. P0420 bedeutet: Powertrain, genormt, Abgasbereich, Katalysator-Wirkungsgrad unter Schwelle Bank 1. Begleitcodes liefern oft die wirkliche Ursache.

Was bedeuten die Nummernbereiche bei P-Codes?

Die Zahl hinter dem Buchstaben ordnet den Fehler einem Funktionsbereich zu. P0001 bis P0099 umfasst Kraftstoff- und Luftzumessung, Nockenwellenverstellung und Lambdasonden-Heizkreise, P0100 bis P0199 die Gemisch- und Luftmassenmessung, P0200 bis P0299 Einspritzung und Ladedruck, P0300 bis P0399 Zündung und Verbrennungsaussetzer, P0400 bis P0499 Abgasrückführung, Katalysator und Tankentlüftung, P0500 bis P0599 Geschwindigkeit, Leerlauf und Bordnetz, P0600 bis P0699 das Steuergerät selbst und P0700 bis P0999 den Getriebebereich.

Wo kann ich meinen Fehlercode nachschlagen?

Ordnen Sie den Code zuerst über Buchstabe, erste Ziffer und Nummernbereich ein – damit steht die Richtung fest. Für die gängigen Codes finden Sie in der Liste in diesem Artikel jeweils einen eigenen Beitrag mit Symptomen, Messwerten und Instandsetzungswegen. Herstellereigene Codes mit einer 1 an zweiter Stelle sind in allgemeinen Verzeichnissen häufig falsch übersetzt, weil dieselbe Nummer je nach Marke etwas anderes bedeutet.

Sind P2-Codes herstellerspezifisch?

Nein. Bei P-Codes ist auch der Bereich P2000 bis P2FFF genormt und markenübergreifend gleich definiert – P2002 für den Wirkungsgrad des Dieselpartikelfilters oder P2096 für ein zu mageres Gemisch nach dem Katalysator bedeuten bei jedem Hersteller dasselbe. Herstellereigen ist bei P-Codes der Bereich P1000 bis P1FFF sowie P3000 bis P33FF. Bei B-, C- und U-Codes dagegen sind die Gruppen 1 und 2 herstellereigen.

Warum enthalten manche Fehlercodes Buchstaben, etwa P20EE?

Fehlercodes werden hexadezimal gezählt, also mit den Zeichen 0 bis 9 und A bis F. Das E in P20EE steht damit für den Zahlenwert 14 und ist kein Sonderfall, sondern schlicht die Fortsetzung der Zählung über die 9 hinaus. Solche Codes sind besonders im Abgasbereich moderner Diesel verbreitet, etwa P20EE für einen unzureichenden Wirkungsgrad des SCR-Katalysators.

Reicht ein OBD2-Scanner aus dem Internet?

Für einen ersten Eindruck ja, für die echte Diagnose nein. OBD2-Scanner lesen die genormten Codes (P0xxx, P2xxx) und meist nur das Motorsteuergerät – aber moderne Fahrzeuge legen Hunderte herstellereigene Codes der 1er-Gruppe ab, die nur mit XENTRY, ODIS, ISTA oder vergleichbaren Profi-Systemen lesbar sind. Außerdem fehlen dem Konsumenten-Scanner Live-Datenanalyse, Stellgliedtest, Codierung und Adaption – die für viele Instandsetzungen zwingend sind.

Was bedeutet eine blinkende Motorkontrollleuchte?

Eine blinkende gelbe Motorkontrollleuchte signalisiert aktive Zündaussetzer – häufig P0300 bis P0304. Dabei besteht die Gefahr eines Katalysator-Schadens durch unverbrannten Kraftstoff im Abgasstrang. Das Fahrzeug sollte schonend zur nächsten Werkstatt gefahren oder stehen gelassen werden. Nicht mit dem Fehler weiterzufahren ist die richtige Entscheidung.

Was kostet eine professionelle OBD2-Diagnose bei KFZ Dietrich?

Unsere Diagnose-Pauschale deckt das vollständige Auslesen aller Steuergeräte, die Live-Datenanalyse und einen schriftlichen Befund ab. Den genauen Betrag nennen wir Ihnen vorab – rufen Sie uns unter 05505 5236 an oder stellen Sie Ihre Anfrage über die Warteliste auf kfz-dietrich.com/kontakt.

Was sind Freeze-Frame-Daten im Fehlerspeicher?

Beim ersten Auftreten eines Fehlers speichert das Steuergerät einen Datensatz der aktuellen Messwerte – den Freeze Frame. Er enthält Motordrehzahl, Motorlast, Kühlmitteltemperatur, kurz- und langfristigen Kraftstofftrimm, Fahrzeuggeschwindigkeit und den MAP/MAF-Sensorwert. Diese Daten zeigen, in welcher Betriebssituation der Fehler aufgetreten ist, und schränken die Diagnose erheblich ein.

Darf ich den Fehlerspeicher vor der Hauptuntersuchung löschen?

Davon raten wir ab. Der Prüfer kontrolliert vor der Hauptuntersuchung den Readiness-Status der Monitore für Katalysator, Lambdasonde, DPF/AGR, Tankentlüftung und Sekundärluft. Nach dem Löschen stehen diese Monitore auf „nicht fertig“ und die Hauptuntersuchung muss vertagt werden. Die richtige Reihenfolge ist Befund, Instandsetzung und erst danach die Prüfung.

Was bedeutet ein U-Code im Fehlerspeicher?

Das U steht für Network, also die Kommunikation zwischen den Steuergeräten. Solche Codes weisen auf gestörte oder unterbrochene Busverbindungen hin, nicht auf ein defektes Einzelbauteil im Motorbereich. Wir prüfen dabei die CAN-Bus-Topologie und suchen gezielt nach Leitungsunterbrechungen.

Warum reicht der Fehlercode allein nicht für die Instandsetzung?

Der Code gibt eine Richtung, aber selten die exakte Ursache. Ein P0171 für ein zu mageres Gemisch kann von einem defekten Luftmassenmesser, einer undichten Ansaugleitung, einer schwachen Kraftstoffpumpe oder einer falschen Lambdasonde stammen. Wer auf Basis des Codes tauscht, ohne die Ursache zu messen, riskiert eine wiederholte Instandsetzung.

Was tun, wenn das Fahrzeug in den Notlauf geht?

Im Notlauf begrenzt das Steuergerät die Leistung, meist begleitet von einer gelben Motorkontrollleuchte. Typische Auslöser sind P0299 (Ladedruck zu niedrig), P0102 (Luftmassenmesser-Signal niedrig) und P0606 (Motorsteuergerät-Prozessor). Das Fahrzeug ist in diesem Zustand fahrbar, gehört aber zeitnah in die Werkstatt – bei rot leuchtenden Warnleuchten für Öldruck oder Kühlmittel dagegen sofort anhalten.