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P0420 vs P0440: Katalysator oder Tankentlüftung?

P0420 Katalysator-Wirkungsgrad gegen P0440 Tankentlüftung: zwei AU-relevante Fehlercodes, zwei grundverschiedene Diagnose-Pfade mit XENTRY, ODIS und ISTA.

P0420 vs P0440: Katalysator oder Tankentlüftung?
TL;DR – P0420 vs P0440 in 60 Sekunden
  • P0420 = Katalysator-Wirkungsgrad unter Schwellwert (Bank 1). Tiefliegende Ursache, schwerwiegender, teurer.
  • P0440 = Tankentlüftungs-System undicht oder fehlerhaft. Meist mechanisch, gut planbar zu beheben.
  • Beide Codes sind AU-relevant und führen ohne Behebung zum HU-Mangel.
  • P0420 erfordert immer Ursachen-Analyse (Lambda-Sonden, Falschluft, Ölverbrauch) – nie Kat allein tauschen.
  • P0440 lokalisieren wir per Smoke-Test und geführter Dichtheitsprüfung mit XENTRY/ODIS/ISTA.
  • Bereitschaftscodes (Readiness) müssen nach Instandsetzung neu gesetzt werden – sonst keine bestandene AU.
  • Diagnosetermin: 05505 5236 oder WhatsApp – schriftlicher Befund mit Messprotokoll.

Zwei Codes, zwei Welten – warum die Verwechslung teuer wird

In der Werkstatt sehen wir es regelmäßig: Ein Fahrzeug kommt mit aufleuchtender Motorkontrollleuchte, der Halter berichtet von einem ausgelesenen Fehlercode aus einem Generik-Diagnose-Gerät. Mal ist es P0420, mal P0440, manchmal beides. In Online-Foren wird beides gerne unter „Abgas-Problem” subsumiert – und entsprechend pauschal mit Sonden- oder Tankdeckel-Tausch beantwortet. Das ist nicht unsere Auffassung von Diagnose.

Beide Codes entstammen der gleichen normierten OBD-II-Logik, doch sie beschreiben grundverschiedene Phänomene. P0420 ist ein chemischer Wirkungsgrad-Befund am Katalysator. P0440 ist ein mechanischer Dichtheits-Befund am Tankentlüftungs-System. Wer die Unterscheidung sauber führt, spart Zeit, Geld und vermeidet Folgeschäden. Wer beide Codes als „das Gleiche” behandelt, tauscht im schlimmsten Fall einen intakten Katalysator und übersieht die Falschluft, die ihn ursprünglich geschädigt hat.

Dieser Beitrag liefert die belastbare Differenzierung – aus Sicht eines Meisterbetriebs mit offiziellem Zugang zu XENTRY, ODIS und ISTA.

P0420 im Detail – Catalyst System Efficiency Below Threshold (Bank 1)

Was der Code physikalisch bedeutet

Der Drei-Wege-Katalysator hat im Wesentlichen drei Aufgaben: Er oxidiert Kohlenmonoxid (CO) zu Kohlendioxid (CO₂), oxidiert unverbrannte Kohlenwasserstoffe (HC) zu CO₂ und Wasser und reduziert gleichzeitig Stickoxide (NOₓ) zu Stickstoff und Sauerstoff. Diese Reaktionen laufen nur, wenn das Lambda-Verhältnis sehr eng um den stöchiometrischen Wert (Lambda = 1) pendelt – und genau dieses Pendeln ist die Voraussetzung für die Sauerstoff-Speicherfähigkeit der Cer-/Zirkon-Beschichtung im Substrat.

Das Motorsteuergerät erkennt die Wirksamkeit nicht durch Messung der eigentlichen Schadstoffe, sondern indirekt über die Sauerstoff-Speicherkapazität (Oxygen Storage Capacity, OSC). Es vergleicht das Signal der Vorkat-Lambda-Sonde – die schnell, breit und magere/fettige Wechsel anzeigt – mit dem Signal der Nachkat-Sonde, die bei intaktem Kat ein nahezu glattes Signal bei rund 0,6–0,8 Volt liefert. Je stärker die Nachkat-Sonde den Wechseln der Vorkat-Sonde folgt, desto schwächer ist der Sauerstoff-Puffer im Substrat. Sinkt die OSC unter einen modellspezifischen Schwellwert, wird P0420 eingetragen.

Die wahren Ursachen – Substrat-Tausch ist meist Symptom-Bekämpfung

Ein moderner Katalysator hält bei sachgemäßem Betrieb 200.000 km und mehr aus. Wenn er vorher degeneriert, hat das fast immer eine vorgelagerte Ursache:

  • Vorkat-Lambda-Sonde langsam oder driftend: Die Sonde meldet falsche Werte, das Steuergerät regelt zu fett oder zu mager, das Substrat wird thermisch oder chemisch überlastet.
  • Falschluft im Abgastrakt vor dem Kat: Undichte Krümmer-Verschraubung, gerissener Hosenrohr-Flansch, defekte Lambda-Sonden-Dichtringe – jeder Nebenluftpfad verfälscht die Regelung.
  • Zündaussetzer: Unverbranntes Gemisch erreicht den Kat, entzündet sich dort, das Substrat überhitzt und sintert.
  • Ölverbrauch: Phosphor und Zink aus Motoröl vergiften die Beschichtung dauerhaft.
  • Bleihaltige Kraftstoffe oder falsche Additive: Klassischer Katalysator-Killer, in Deutschland selten, im Auslandsbetrieb relevant.
  • Mechanisches Substrat-Versagen: Vibration, Schlag (Bordstein-Kontakt), Wärmeschock nach Wasserkontakt – Substrat bricht, Zellen kollabieren.

Wer in dieser Konstellation lediglich den Kat tauscht, wird in wenigen Tausend Kilometern denselben Code wieder sehen. Unsere Vorgehensweise ist deshalb klar: Erst der vollständige Befund, dann die Instandsetzung – nicht umgekehrt.

Diagnose-Werkzeuge bei P0420

Mit XENTRY rufen wir an Mercedes-Modellen den herstellerspezifischen Kat-Wirkungsgrad-Test auf und sehen Soll- und Ist-OSC im direkten Vergleich. Bei VW/Audi/Skoda/Seat liefert ODIS im geführten Funktionsumfang den entsprechenden Mess- und Stellgliedtests. Bei BMW und Mini greifen wir auf ISTA auf den ablaufgesteuerten Funktionsumfang zurück. Ergänzend nutzen wir OBD Mode 6 (On-Board Monitoring Test Results) – hier liefern die TID/MID-Werte den exakten OSC-Quotienten, den auch ein guter Generik-Tester anzeigen kann, sofern er Mode 6 unterstützt.

Parallel zur Software-Analyse erfolgt die akustische und thermische Sichtprüfung am Katalysator: Innenleben rasselt? Substrat hat sich gelöst. Temperaturverteilung vor und nach Kat per Pyrometer? Bei intaktem Kat liegt die Auslasstemperatur höher als die Eintrittstemperatur, weil die Reaktion exotherm verläuft.

P0440 im Detail – Evaporative Emission Control System Malfunction

Was das EVAP-System leistet

Benzin verdampft auch im stillstehenden Fahrzeug. Damit diese Dämpfe nicht in die Umwelt gelangen, ist jeder moderne Ottomotor mit einem geschlossenen Tankentlüftungs-System ausgestattet. Es besteht aus:

  • Tank mit dichtem Einfüllverschluss: der vielzitierte Tankdeckel mit Druckventil.
  • Aktivkohlebehälter (Carbon Canister): speichert Kraftstoffdämpfe.
  • Tankentlüftungsventil (Purge Valve, Magnetventil): öffnet bei laufendem Motor und spült die Dämpfe ins Saugrohr.
  • Tankdrucksensor (FTP-Sensor): überwacht den Unter-/Überdruck.
  • Diagnose-Pumpe (Leak Detection Pump, LDP) oder Vakuum-Methode: prüft das System aktiv auf Dichtheit.

Der Selbsttest läuft typischerweise nach dem Kaltstart oder im Schubbetrieb. Das Steuergerät baut entweder ein Vakuum auf (motor-induziert) oder einen Überdruck (per LDP-Pumpe) und beobachtet den Druckverlauf über die Zeit. Verliert das System schneller Druck als modellspezifisch zulässig, schlägt der Code P0440 an.

Typische Ursachen für P0440

  • Tankdeckel nicht oder nicht vollständig geschlossen / Dichtring spröde: häufigste Einzelursache.
  • Aktivkohlebehälter intern undicht oder mit Wasser/Kraftstoff geflutet: vor allem bei Fahrzeugen, die im Sommer überfüllt betankt wurden.
  • Tankentlüftungsventil festsitzend (offen oder geschlossen): die elektromechanische Komponente verkokt mit der Zeit.
  • Schläuche porös, abgeknickt oder marderverbissen: der Klassiker im ländlichen Raum.
  • FTP-Sensor defekt oder undicht: der Sensor selbst kann ein Leck sein.
  • LDP-Pumpe defekt: kein Druckaufbau, Diagnose-System meldet pauschal Undichtigkeit.

Diagnose-Werkzeuge bei P0440

Hier ist der EVAP-Smoke-Test das Werkzeug der Wahl. Wir leiten unter geringem Druck weißen, ungiftigen Nebel in das geschlossene Tank-Entlüftungs-System und beobachten visuell, wo der Nebel austritt. Mit XENTRY/ODIS/ISTA aktivieren wir parallel die jeweilige geführte Dichtheitsprüfung – bei VW ist das der LDP-Test, bei Mercedes der EVAP-Funktionstest, bei BMW die Leck-Diagnose-Funktion. Der FTP-Sensor wird per Live-Daten überwacht, das Tankentlüftungsventil per Stellglied-Test angesteuert.

Ein gut geführter Smoke-Test braucht zwischen 30 und 60 Minuten und liefert in über 90 % der Fälle die exakte Leckage-Position. Wir dokumentieren mit Foto und Befundbericht.

Die Vergleichs-Matrix – P0420 vs P0440 auf einen Blick

AspektP0420P0440
SystemDrei-Wege-KatalysatorEVAP / Tankentlüftung
LokalisationAbgastrakt, motornahTank, Aktivkohlebehälter, Verbindungsleitungen
Diagnose-LogikSauerstoff-Speicherkapazität (OSC-Test)Dichtheitsprüfung (Druck/Vakuum)
Häufigste PrimärursacheVorkat-Lambda-Sonde defekt, FalschluftTankdeckel, Aktivkohlebehälter, Schläuche
Folgeschaden-Potenzialhoch (Substrat-Sinterung, Folgekat-Schaden)gering (kein Antriebsstrang-Risiko)
Notlaufmeist kein direkter Notlaufkein Notlauf
Fahrbarkeitbleibt erhalten, Leistung kann sinkenbleibt vollständig erhalten
Diagnose-WerkzeugXENTRY/ODIS/ISTA Mode 6, OSC-Test, PyrometerSmoke-Tester, LDP-Test, FTP-Live-Daten
Instandsetzungs-Aufwandmittlerer dreistelliger bis hoher vierstelliger Bereichniedriger bis mittlerer dreistelliger Bereich
HU/AU-Relevanzja – Mangel ohne Behebungja – Mangel ohne Behebung
Bereitschaftscode nach Reparaturmehrere Fahrzyklen nötigmeist ein vollständiger Fahrzyklus
Für Interessierte: Der Kat als „Schwammmagier" – warum eine Szene aus „Doctor Strange" das OSC-Prinzip perfekt erklärt

In „Doctor Strange” lernt der Hauptdarsteller die mystischen Künste, indem er das Wechselspiel zwischen Aufnehmen und Abgeben von Energie meistert – ein Pendeln zwischen zwei Zuständen, das nur funktioniert, wenn der Speicher in der Mitte aufnahmefähig ist. Genau dieses Bild beschreibt einen Drei-Wege-Katalysator erstalich exakt.

Die Beschichtung des Katalysator-Substrats besteht im Wesentlichen aus Cer-Oxid (CeO₂) und Zirkon-Dioxid (ZrO₂) – kombiniert mit Edelmetall-Partikeln aus Platin, Palladium und Rhodium. Cer kann zwei Oxidationsstufen einnehmen: Ce³⁺ und Ce⁴⁺. Wenn der Motor kurzzeitig mager läuft (Lambda > 1, also Sauerstoffüberschuss), nimmt Cer Sauerstoff auf: 2 Ce³⁺ + ½ O₂ → 2 Ce⁴⁺ + O²⁻. Läuft der Motor anschließend fett (Lambda < 1), gibt Cer den gespeicherten Sauerstoff wieder ab, um CO und HC zu oxidieren: 2 Ce⁴⁺ + CO → 2 Ce³⁺ + CO₂. Der Kat „atmet” – und genau diese Atmung ist seine Wirksamkeit.

Die Lambda-Regelung des Motorsteuergeräts erzeugt absichtlich ein hochfrequentes Pendeln um Lambda = 1, typischerweise mit etwa 1–2 Hz. Die Vorkat-Lambda-Sonde meldet dieses Pendeln zuverlässig. Die Nachkat-Sonde dagegen sollte – bei intaktem Kat – ein nahezu glattes Signal liefern, weil der Sauerstoff-Speicher die kurzfristigen Überschüsse und Defizite ausgleicht.

Sinkt nun die Speicherkapazität, etwa weil Phosphor aus Motoröl die Cer-Oberfläche blockiert hat oder weil thermische Sinterung die aktive Oberfläche reduziert hat, folgt das Nachkat-Signal dem Vorkat-Signal immer enger. Das Steuergerät berechnet aus diesem Verhältnis den OSC-Quotienten. Liegt dieser unter dem Schwellwert (typisch 0,5 oder modellspezifisch), wird P0420 eingetragen.

Die OSC ist temperaturabhängig: Unterhalb der Light-Off-Temperatur (etwa 250–300 °C) ist der Kat praktisch wirkungslos. Deshalb läuft der OSC-Test im Steuergerät nur bei warmem Motor und stabilen Betriebsbedingungen. Wer das Auto regelmäßig nur kurze Strecken bewegt, erreicht diese Bedingungen nie – ein Grund, warum Kurzstrecken-Fahrzeuge überproportional häufig P0420 entwickeln.

Beim EVAP-System ist die Physik deutlich profaner, aber nicht weniger elegant. Hier geht es schlicht um das ideale Gasgesetz: pV = nRT. Bei Tank-Temperaturänderungen verschiebt sich der Druck im geschlossenen System, und der FTP-Sensor erfasst diese Verschiebung mit einer Auflösung im Bereich von wenigen Millibar. Ein Leck von etwa 1,0 mm Durchmesser reicht aus, um den Druckaufbau messbar zu stören – das entspricht dem Schwellwert für P0440. Kleinere Lecks lösen die spezifischeren Codes P0442 (small leak) oder P0456 (very small leak) aus.

Wer wirklich tief einsteigen will: Die SAE-Norm J1979 (heute ISO 15031-5) definiert die exakten PIDs (Parameter IDs) und MIDs (Monitor IDs) für beide Tests. Mit einem guten Mode-6-fähigen Tester können wir den OSC-Quotienten und den EVAP-Druckverlauf direkt auslesen – ohne Hersteller-Software. Mit XENTRY, ODIS oder ISTA bekommen wir zusätzlich die geführten Funktionen, die Plausibilitätsprüfungen und die historischen Adaptionswerte. Letztere sind oft der entscheidende Hinweis: Driftet die Lambda-Adaption seit Monaten konstant in eine Richtung, ist die Ursache des P0420 fast immer dort zu finden – nicht am Kat selbst.

Unser Diagnose-Ablauf in der Werkstatt Hardegsen-Gladebeck

Egal ob P0420 oder P0440 – unser Ablauf folgt einem klar definierten Prozess, der für Sie nachvollziehbar bleibt:

  1. Schriftliche Auftragsannahme und Befragung: Wann tritt der Fehler auf? Bei welcher Drehzahl, welcher Temperatur, welchem Beladungszustand? Diese Angaben fließen direkt in die Diagnose ein.
  2. Komplettauslesung aller Steuergeräte mit der herstellereigenen Software (XENTRY, ODIS oder ISTA). Wir lesen nicht nur den aktiven Code, sondern auch Freeze-Frame-Daten, Vorkommen-Häufigkeit und alle Nebenbefunde.
  3. Live-Datenanalyse in den relevanten Modulen: Lambda-Adaption, Vorkat- und Nachkat-Sondensignale, FTP-Druck, Tankentlüftungsventil-Stellung.
  4. Physikalische Prüfung: Bei P0420 Pyrometer-Messung am Kat, Sichtprüfung Krümmer und Hosenrohr, Lambda-Sonden-Innenwiderstand. Bei P0440 Smoke-Test, Tankdeckel-Sichtprüfung, Schlauch-Inspektion.
  5. Befund-Dokumentation mit Messprotokollen und Foto-Belegen.
  6. Transparente Kostenschätzung vor jeder Instandsetzung – ich, Nils Dietrich, gebe die Empfehlung persönlich frei.
  7. Instandsetzung und Adaptions-Reset im jeweiligen Steuergerät, anschließend Fahrzyklus zum Setzen der Bereitschaftscodes.
  8. Abschluss-Auslesung und schriftliche Bestätigung der erfolgreichen Beseitigung.

Das ist unser Anspruch an Werkstatt-Arbeit: Befund vor Vermutung, Beweis vor Behauptung, Wert vor Preis.

HU/AU – warum beide Codes vor dem Termin behoben sein müssen

Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.

Ein gespeicherter P0420 oder P0440 führt – sofern nicht zwischenzeitlich gelöscht und über einen vollständigen Fahrzyklus mit positivem Selbsttest verifiziert – zwingend zum AU-Mangel. Selbst ein gerade gelöschter Code ohne gesetzte Bereitschaftscodes bedeutet „nicht prüffähig”. Wir empfehlen daher: Diagnose und Instandsetzung mindestens 5–7 Tage vor dem AU-Termin durchführen, sodass die Bereitschaftscodes im Normalbetrieb gesetzt werden können. Für Unternehmer mit Fuhrpark planen wir das gerne im Voraus mit Ihnen ab.

Weiterführende Informationen

Diagnosetermin bei KFZ Dietrich

Wenn Ihre Motorkontrollleuchte einen dieser Codes meldet, ist der nächste Schritt kein Tausch-Vorschlag aus dem Forum, sondern ein belastbarer Befund. Wir nehmen uns die Zeit, die Sie für eine fundierte Entscheidung benötigen – mit XENTRY, ODIS oder ISTA, mit Smoke-Tester und Pyrometer, mit schriftlichem Messprotokoll.

Telefonisch: 05505 5236 WhatsApp: Schreiben Sie uns kurz Marke, Modell, Baujahr und den gespeicherten Code – wir melden uns innerhalb eines Werktages mit einem konkreten Terminvorschlag.

Ich, Nils Dietrich, führe die Diagnose persönlich durch oder übergebe sie an einen meiner Meister-Kollegen mit identischem Qualitätsanspruch. Sie bekommen den Befund, die Empfehlung und die Kostenklarheit – bevor irgendetwas geschraubt wird. Das ist unser Verständnis von Partnerschaft auf Augenhöhe.



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Häufig gestellte Fragen

Was ist der grundlegende Unterschied zwischen P0420 und P0440?

P0420 (Catalyst System Efficiency Below Threshold Bank 1) betrifft den Drei-Wege-Katalysator im Abgastrakt. Das Motorsteuergerät vergleicht über die Vor- und Nachkat-Lambda-Sonde die Sauerstoff-Speicherkapazität (Oxygen Storage Capacity, OSC). Sinkt diese unter einen Schwellwert, wird der Wirkungsgrad als unzureichend bewertet. P0440 (Evaporative Emission Control System Malfunction) hingegen betrifft das Tankentlüftungs-System (EVAP). Hier prüft das Steuergerät über Druck- oder Vakuum-Verlauf, ob das geschlossene Kraftstoffsystem dicht ist. Der eine Code beschreibt also eine chemische Wandlungsschwäche, der andere eine mechanische Undichtigkeit. Beide sind AU-relevant, aber Diagnose und Instandsetzung folgen vollkommen verschiedenen Pfaden.

Welcher Code ist sicherheitsrelevanter und teurer?

P0420 ist technisch der schwerwiegendere Befund. Ein degenerierter Katalysator entsteht selten aus sich selbst heraus – meist liegen eine defekte Vorkat-Lambda-Sonde, Falschluft am Ansaugtrakt, Zündaussetzer oder Ölverbrauch zugrunde. Wird die eigentliche Ursache nicht beseitigt, schädigt sie den nachfolgenden Kat weiter. Der Substrat-Tausch bei Premium-Fahrzeugen bewegt sich im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich. P0440 bleibt in der Regel ein mechanisches Thema: undichter Tankdeckel, gealterter Aktivkohlebehälter, Tankentlüftungsventil festsitzend, porös gewordene Schläuche. Die Instandsetzung liegt typischerweise im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. Beide Codes führen jedoch zum HU-Mangel, sobald die Bereitschaftscodes (Readiness) ohne Beseitigung nicht erfüllt werden.

Wie diagnostiziert KFZ Dietrich die Codes mit XENTRY, ODIS oder ISTA?

Bei Mercedes-Modellen lesen wir mit XENTRY den OSC-Test live im Bereich Wartung & Prüfungen aus und sehen die Soll-/Ist-Werte der Sauerstoff-Speicherkapazität. Bei VW/Audi/Skoda/Seat liefert ODIS im geführten Funktionsumfang den geführten Tankentlüftungs-Dichtheitstest mit aktiver Pumpe (LDP) – ein Werkstatt-Test, den Generikgeräte nicht aufrufen können. Bei BMW und Mini greifen wir auf ISTA mit dem ablaufgesteuerten Kat-Wirkungsgrad-Test und der EVAP-Smoke-Funktion zurück. Parallel nutzen wir OBD Mode 6 für Komponenten-Monitor-Daten (TID/MID), den Smoke-Tester für die EVAP-Leckage-Lokalisierung sowie die Druckprüfung am Tank-Entlüchtungskreis. Erst die Kombination aus Hersteller-Software und physikalischer Messtechnik liefert einen belastbaren Befund.

Welchen der beiden Codes sollte die Werkstatt zuerst abklären?

Wir priorisieren nach Beweislage, nicht nach Nummer: Zeitstempel, Häufigkeitszähler und Freeze-Frame-Daten zeigen, welcher Eintrag der Auslöser war und welcher nur Folge ist. So wird der eigentliche Verursacher zuerst geprüft und ein doppelter Diagnoseaufwand vermieden.

Kann ich mit P0420 oder P0440 noch weiterfahren?

Das hängt vom Verhalten des Fahrzeugs ab, nicht vom Code allein. Bei ruhig laufendem Motor und konstanter Leuchte ist die zeitnahe Diagnose der richtige Weg. Blinkt die Motorkontrollleuchte, ruckelt der Motor oder schaltet das Fahrzeug in den Notlauf, sollte die Fahrt nur noch bis zur Werkstatt führen – so bleiben Folgeschäden aus.

Reicht es, P0420 einfach zu löschen?

Löschen ohne Befund verschiebt das Problem nur: Die Überwachung setzt den Eintrag erneut, sobald die Auslösebedingungen wieder erfüllt sind – und die hilfreichen Freeze-Frame-Daten sind dann weg. Wir sichern deshalb erst die Daten, beheben die Ursache und setzen den Speicher zum Schluss kontrolliert zurück.

Warum wird bei P0420 nicht einfach auf Verdacht getauscht?

Weil derselbe Eintrag sehr unterschiedliche Ursachen haben kann – vom Bauteil über die Verkabelung bis zur Spannungsversorgung oder einem Folgeeffekt aus einem anderen System. Ein Tausch auf Verdacht ersetzt im Zweifel ein intaktes Teil, der Fehler bleibt. Die Messkette aus Istwerten, Stellgliedtest und Verkabelungsprüfung liefert erst den Befund, dann folgt die Instandsetzung.

Reicht ein einfacher OBD2-Adapter, um P0420 von P0440 zu unterscheiden?

Ein einfacher Adapter zeigt beide Nummern, aber kaum den Kontext: Umgebungsdaten, Sollwertvergleiche und Prüfabläufe der Herstellersysteme fehlen. Genau dort entscheidet sich aber, welcher der beiden Einträge der Auslöser ist. Das Auslesen zu Hause ist ein guter erster Schritt – die Abgrenzung übernimmt die Werkstattdiagnose.

Der Code war nach der Reparatur kurz weg und ist wieder da – was bedeutet das?

Ein zurückkehrender Eintrag heißt: Die Überwachung schlägt weiter an. Entweder war das getauschte Teil nicht die Wurzel, oder eine zweite Ursache blieb unentdeckt. Der Vergleich der Freeze-Frame-Daten vor und nach der Reparatur zeigt, ob sich das Fehlerbild verändert hat – daraus ergibt sich der nächste Prüfschritt.

Wie lange dauert die Abklärung von P0420 bzw. P0440 in der Werkstatt?

Die Ersteinschätzung mit Auslesen, Freeze-Frame-Auswertung und Sichtprüfung ist zügig erledigt. Wie viel Messarbeit danach folgt, hängt vom Fehlerbild ab – eine klare Spur ist schnell bestätigt, ein sporadischer Eintrag braucht mitunter eine Probefahrt mit Datenaufzeichnung. Wir sagen Ihnen nach der Ersteinschätzung konkret, welcher Aufwand ansteht.

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