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HU und Assistenzsysteme: Was seit 2023/2024 geprüft wird

Seit 2023/2024 prüft die HU auch ADAS und eCall. Warum Funktion und Kalibrierung der Assistenzsysteme zählen und wie Ihre Werkstatt darauf vorbereitet.

HU und Assistenzsysteme: Was seit 2023/2024 geprüft wird
Kurz gefasst:
  • Die HU bezieht seit 2023/2024 elektronische Sicherheits- und Assistenzsysteme zunehmend in die Prüfung ein.
  • Der Prüfer kann über die Diagnose-Schnittstelle den Status sicherheitsrelevanter Systeme abfragen.
  • Nicht funktionierende oder nicht kalibrierte ADAS (Notbrems-, Spurhalteassistent) sowie ein gestörtes eCall-System können zum Mangel führen.
  • Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.
  • Wir prüfen Funktion und Kalibrierung der Assistenzsysteme vorab über die Herstellersysteme XENTRY, ODIS und ISTA.

Die Hauptuntersuchung hat sich verändert. Was lange eine rein mechanische Prüfung von Bremsen, Fahrwerk und Beleuchtung war, umfasst heute auch die Elektronik, die das Fahrzeug aktiv sicherer macht. Seit 2023/2024 rücken die Fahrerassistenzsysteme stärker in den Fokus der HU. Wir erklären, was das für Sie bedeutet.

Warum Assistenzsysteme Teil der HU werden

Moderne Fahrzeuge bremsen, lenken und warnen zunehmend selbst. Notbremsassistent, Spurhalteassistent, adaptiver Tempomat und das automatische Notrufsystem eCall greifen direkt in die Sicherheit ein. Ein solches System, das im Ernstfall nicht oder falsch reagiert, ist ein Sicherheitsrisiko – genau wie eine defekte Bremse.

Deshalb wird die HU der technischen Realität angepasst. Die Prüforganisationen können sicherheitsrelevante elektronische Systeme über die Diagnose-Schnittstelle abfragen und ihren Status bewerten. Ein dauerhaft gestörtes System, das die Bordelektronik als fehlerhaft meldet, kann als Mangel eingetragen werden.

Was konkret in den Blick gerät

Die Prüfung konzentriert sich auf sicherheitsrelevante Systeme. Dazu zählen unter anderem:

  • Notbremsassistent (AEB): erkennt Hindernisse und leitet bei Bedarf eine Bremsung ein
  • Spurhalteassistent (LKA): hält das Fahrzeug in der Spur
  • Adaptiver Tempomat (ACC): regelt Abstand und Geschwindigkeit
  • eCall: setzt nach einem Unfall automatisch einen Notruf ab
  • Elektronische Stabilitäts- und Bremsregelsysteme

Der Prüfer interessiert sich dabei nicht für den Komfort, sondern für die Funktion: Ist das System aktiv, meldet es Fehler, sind die Sensoren intakt? Ein abgemeldetes, dauerhaft gestörtes oder offensichtlich fehlfunktionierendes Sicherheitssystem passt nicht zum Anspruch der HU an die Verkehrssicherheit.

Warum Kalibrierung über bestehen entscheidet

Ein Assistenzsystem ist nur so gut wie seine Ausrichtung. Die Sensoren – Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren – müssen exakt justiert sein, um die Umgebung korrekt zu erfassen. Schon kleine Abweichungen führen dazu, dass ein Notbremsassistent zu früh, zu spät oder gar nicht reagiert.

Eine Kalibrierung wird notwendig nach Eingriffen wie:

  • Tausch der Windschutzscheibe (Frontkamera)
  • Arbeiten an Stoßfänger oder Frontpartie (Radarsensor)
  • Achsvermessung und Fahrwerksarbeiten
  • Austausch eines Sensors oder Steuergeräts

Wird die Kalibrierung nach einem solchen Eingriff versäumt, arbeitet das System ungenau – und die Bordelektronik kann das als Störung erkennen. Die Grundlagen dieses Verfahrens erklären wir ausführlich unter ADAS-Kalibrierung in der Werkstatt.

Für Techniker: Statisches und dynamisches Kalibrieren der Frontkamera

Die Kalibrierung einer Frontkamera erfolgt je nach Hersteller statisch, dynamisch oder als Kombination beider Verfahren. Bei der statischen Kalibrierung steht das Fahrzeug exakt vermessen vor einer definierten Kalibriertafel. Das Fahrzeug muss dabei eben, in korrekter Beladung und mit vorgegebenem Abstand und Ausrichtung zur Tafel stehen – schon wenige Zentimeter oder Grad Abweichung verfälschen das Ergebnis. Über das Herstellersystem startet die geführte Routine, die die Kamera auf die Tafel referenziert.

Bei der dynamischen Kalibrierung wird das Fahrzeug nach Vorgabe gefahren, während das System anhand erkannter Fahrbahnmarkierungen und Objekte die Kameraausrichtung selbst justiert. Hier sind definierte Geschwindigkeiten, ausreichend klare Markierungen und passende Lichtverhältnisse Bedingung. Beide Verfahren setzen voraus, dass die Achsgeometrie stimmt: Eine Frontkamera bezieht ihre Nullposition unter anderem auf die geometrische Fahrachse. Nach Fahrwerksarbeiten oder einer Spureinstellung ist deshalb auch dann eine Kontrolle der Kalibrierung sinnvoll, wenn an der Kamera selbst nicht gearbeitet wurde.

Die Rolle der Diagnose

Genau hier liegt unsere Stärke. Mit den Herstellersystemen XENTRY (Mercedes), ODIS (VW, Audi, Skoda, Seat) und ISTA (BMW, Mini) lesen wir nicht nur Fehlercodes aus, sondern prüfen den Funktions- und Kalibrierstatus der Assistenzsysteme auf demselben Niveau wie die Vertragswerkstatt. Wir sehen, ob ein Sensor meldet, ob eine Kalibrierung aussteht und ob ein System überhaupt aktiv ist.

Diese Tiefe erreicht ein einfaches OBD-Auslesegerät nicht. Wer die Assistenzsysteme nur oberflächlich prüft, übersieht genau die Befunde, die bei einer modernen HU auffallen. Welche Fehlercodes vor dem Prüftermin kritisch sind, beschreiben wir unter HU vorbereiten und kritische Fehlercodes.

Was eine fehlende Kalibrierung im Alltag bedeutet

Eine ausgebliebene Kalibrierung bleibt selten ohne Folgen. Eine Frontkamera, die nach einem Scheibentausch nur wenige Grad falsch ausgerichtet ist, erfasst die Fahrbahn versetzt. Der Spurhalteassistent korrigiert dann an der falschen Stelle, der Notbremsassistent erkennt ein Hindernis verspätet oder löst grundlos aus. Was im Prospekt als Sicherheitsgewinn verkauft wurde, wird ohne saubere Justage zur Fehlerquelle.

Für Familien, die sich auf diese Systeme verlassen, ist das ein ernstes Thema – die Sicherheit der Mitfahrenden hängt an der Präzision der Sensorik. Wir behandeln die Kalibrierung deshalb nicht als Nebensache, sondern als sicherheitsrelevanten Arbeitsschritt mit dokumentiertem Ergebnis. Sie erhalten von uns einen nachvollziehbaren Befund, der die korrekte Funktion belegt.

So bereiten wir Ihr Fahrzeug vor

Vor dem HU-Termin prüfen wir bei modernen Fahrzeugen systematisch:

  • Funktionsstatus aller sicherheitsrelevanten Assistenzsysteme
  • gespeicherte Fehler in den zugehörigen Steuergeräten
  • Notwendigkeit einer Kalibrierung nach vorausgegangenen Arbeiten
  • Zustand von eCall und Notrufsystem

Finden wir einen Befund, besprechen wir mit Ihnen, ob er sicherheitsrelevant ist und wie die fachgerechte Instandsetzung oder Kalibrierung aussieht – bevor wir eingreifen. Die saubere Arbeitsteilung bleibt dabei bestehen: Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.

Wie eine durchdachte Vorab-Strategie insgesamt aussieht, lesen Sie unter HU-Vorabprüfung.

Warum dieses Thema künftig wichtiger wird

Der Anteil an Fahrzeugen mit Assistenzsystemen wächst stetig, und mehrere dieser Systeme sind bei neuen Fahrzeugtypen inzwischen verpflichtend. Damit verschiebt sich auch die Hauptuntersuchung: Was heute ein zunehmender Schwerpunkt ist, wird mittelfristig zum festen Bestandteil jeder Prüfung. Wer ein modernes Fahrzeug fährt, sollte die Funktion und Kalibrierung der Sicherheitssysteme deshalb genauso ernst nehmen wie den Zustand der Bremsen.

Für Familien, die sich im Alltag auf Notbrems- und Spurhalteassistent verlassen, ist das mehr als eine Formfrage. Ein korrekt arbeitendes System schützt die Mitfahrenden – ein falsch ausgerichtetes täuscht eine Sicherheit nur vor. Wir behandeln die Prüfung und Kalibrierung deshalb als sicherheitsrelevanten Arbeitsschritt und belegen das Ergebnis mit einem nachvollziehbaren Befund.

Kontakt

Fährt Ihr Fahrzeug mit Notbrems-, Spurhalteassistent oder Frontkamera? Lassen Sie die Systeme vor der HU fachgerecht prüfen und gegebenenfalls kalibrieren.

KFZ Dietrich Meckelstraße 8, 37181 Hardegsen Telefon: 05505 5236 Öffnungszeiten: Mo–Fr 07:30–16:30 Uhr

Häufig gestellte Fragen

Werden Assistenzsysteme bei der HU wirklich geprüft?

Ja. Mit der Weiterentwicklung der HU werden elektronische Sicherheits- und Assistenzsysteme zunehmend in die Prüfung einbezogen. Der Prüfer kann über die Diagnose-Schnittstelle den Status sicherheitsrelevanter Systeme abfragen. Ein gestörtes oder nicht kalibriertes System kann zum Mangel führen.

Muss nach einem Scheibentausch das Assistenzsystem neu kalibriert werden?

In der Regel ja. Viele Frontkameras für Notbrems- und Spurhalteassistenten sitzen an der Windschutzscheibe. Nach einem Scheibentausch ist eine fachgerechte Kalibrierung erforderlich, damit das System wieder exakt arbeitet. Eine fehlende Kalibrierung kann sich auch bei der HU bemerkbar machen.

Kann ich einen Assistenten dauerhaft abschalten, um den Mangel zu umgehen?

Nein. Ein sicherheitsrelevantes System, das ab Werk verbaut ist, gehört zur zugelassenen Ausstattung des Fahrzeugs. Ein dauerhaft deaktiviertes oder manipuliertes System kann bei der Prüfung als Mangel auffallen, weil es nicht dem Soll-Zustand entspricht. Sinnvoller und sicherer ist es, die Ursache zu beheben und das System wieder korrekt arbeiten zu lassen. Genau das beurteilen wir über die Herstellerdiagnose und setzen es fachgerecht instand.

Woran erkenne ich, dass eine Kalibrierung nötig ist?

Oft meldet das Fahrzeug eine Warnung im Display oder ein Assistent deaktiviert sich selbst. Ebenso wichtig ist der Anlass: Nach einem Scheibentausch, Arbeiten an Stoßfänger oder Frontpartie, einer Achsvermessung oder dem Austausch eines Sensors oder Steuergeräts ist eine Kalibrierung erforderlich – auch dann, wenn keine Warnleuchte erscheint. Wir lesen über XENTRY, ODIS oder ISTA aus, ob eine Kalibrierung aussteht, und führen sie bei Bedarf mit dokumentiertem Ergebnis durch.

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