- Was: V8-Veredelungen des W124 durch AMG (1986–1994), noch als eigenständiger Veredler vor der Werks-Ära ab 1999.
- Modelle: 6.0 „Hammer“ (M117), 5.6 AMG, E36 AMG (M119 4,0) und die seltene Krone E60 AMG (M119 6,0 24V).
- Veredelung: Schmiedekolben, AMG-Nockenwellen, optimierte Köpfe, angepasste KE-Jetronic – echte Kleinserien-Handarbeit.
- Erhalt: Belegbare AMG-Originalität und dokumentierte Herkunft bestimmen den Wert.
Bevor AMG 1999 vollständig zu Mercedes-Benz gehörte, war es ein eigenständiger Veredler in Affalterbach – und schuf in dieser Ära Fahrzeuge, die heute zu den gesuchtesten Youngtimern überhaupt zählen. Der „Hammer” und seine Verwandten auf W124-Basis sind der direkte Vorlauf zur modernen AMG-Werksgeschichte. Dieser Beitrag ordnet ein, was sie ausmacht und worauf es beim Erhalt ankommt.
Der eigenständige Veredler AMG
AMG wurde 1967 von Hans-Werner Aufrecht und Erhard Melcher gegründet und veredelte über Jahrzehnte Mercedes-Fahrzeuge in handwerklicher Kleinserie. Der W124 war dafür eine ideale Basis: eine grundsolide, hervorragend konstruierte Limousine, aus der AMG einen der schnellsten Viertürer seiner Zeit machte. Der inoffizielle US-Spitzname „Hammer” ging schnell auf die ganze Familie der V8-W124 über.
Die Modelle
Die Bandbreite war groß: der 6.0 AMG „Hammer” mit dem M117-V8 (6,0 Liter, rund 375 PS) in sehr kleiner Stückzahl, der 5.6 AMG, das 6.0 AMG Coupé/Cabrio auf C124/A124-Basis, der E36 AMG mit dem M119-Vierventiler (4,0 Liter, rund 272 PS) und als Sammler-Krone der E60 AMG (M119 6,0 Liter 24V, rund 381 PS) in nur etwa hundert Exemplaren. Mercedes selbst antwortete 1990 mit dem werksinternen 500 E – auch er heute ein gesuchter Klassiker.
Die Veredelung
AMG steigerte nicht einfach die Leistung, sondern baute die Motoren um: Mahle-Schmiedekolben, eigene Nockenwellen, strömungsoptimierte Zylinderköpfe und eine angepasste Bosch-KE-Jetronic. Innen Recaro-Sportsitze, außen die typischen AMG-Felgen. Diese Substanz unterscheidet einen echten AMG-W124 grundlegend von späterem Katalog-Tuning – und sie ist der Grund, warum die Fahrzeuge heute so gesucht sind.
Was den Erhalt bestimmt
Wertbestimmend sind die belegbare Originalität der AMG-Komponenten und eine Historie, die die AMG-Herkunft dokumentiert. Bei den kleinen Stückzahlen – besonders E60 AMG und 6.0 „Hammer” – zählt jede originale Komponente. Ein bekanntes Risiko sind nachträglich zusammengestellte „AMG”-Fahrzeuge ohne belegbare Provenienz; die Echtheitsprüfung ist deshalb zentral. Die W124-Basis selbst ist robust, verlangt aber die übliche vorausschauende Klassiker-Pflege.
Unser Vorgehen
Wir betreuen die Fahrzeuge mit klassischer Diagnose an M117/M119 und KE-Jetronic, mit einer bildgestützt dokumentierten Originalitäts-Inspektion und mit vorausschauender Pflege der W124-Substanz. Jeden Befund besprechen wir offen mit Ihnen, bevor gearbeitet wird; für sehr spezielle Aufgaben arbeiten wir mit den passenden Fachstellen zusammen.
Sie bewahren einen AMG-W124 oder einen anderen besonderen Mercedes und möchten Herkunft und Substanz einordnen lassen? Rufen Sie uns an: 05505 5236 oder schreiben Sie uns über die Warteliste.