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Verbrenner verschrotten fürs Klima? Studie nachgerechnet

Eine Science-Studie empfiehlt, funktionierende Verbrenner früh zu ersetzen. Wir haben nachgerechnet – mit deutschen Fahrleistungen und deutschem Strommix.

Auf einen Blick
  • Die Studie von Campbell und Geyer (Science, August 2026) ist sauber gerechnet: In 92 Prozent der modellierten Szenarien senkt der frühe Ersatz eines Verbrenners durch ein Elektroauto die Emissionen, bei Tausch im ersten Jahr um im Mittel 58 Prozent über 16 Jahre.
  • Sie rechnet mit US-Fahrzeugen, rund 20.000 km im Jahr und 16 Jahren Nutzungsdauer. Der deutsche Pkw fuhr 2024 im Schnitt 12.309 km, der Benziner 9.555 km.
  • Die Studie nennt ihre Grenzen selbst: unter 7.054 km im Jahr (Pkw) lohnt der Tausch nicht, ebenso wenig bei Strom über rund 440 g CO₂/kWh oder bei Elektroautos über 30 kWh/100 km.
  • Unser Überschlag für einen sparsamen Benziner am deutschen Strommix: Gleichstand erst nach rund 130.000 bis 220.000 km.
  • Der Vorteil entsteht nur, wenn das alte Fahrzeug wirklich verschwindet. Wird es verkauft oder exportiert, fährt es woanders weiter.
  • Die dritte Möglichkeit – ein Fahrzeug gezielt instand setzen, damit es wieder effizient läuft – kommt im Modell nicht vor.

Was in der Studie wirklich steht

Im August 2026 haben J. Elliott Campbell und Roland Geyer im Fachmagazin Science eine Lebenszyklusrechnung veröffentlicht, die seither als Argument für neue Abwrackprämien herumgereicht wird. Die Grundidee ist schlicht und richtig: Ein neues Elektroauto startet mit einem CO₂-Rucksack aus der Produktion, vor allem wegen der Batterie. Im Betrieb stößt es weniger aus als ein Verbrenner. Der Tausch rechnet sich fürs Klima, sobald die eingesparten Betriebsemissionen den Produktionsrucksack übersteigen. Die Emissionen, die der alte Wagen bei seiner Herstellung verursacht hat, sind unwiderruflich angefallen – sie werden deshalb nicht mitgezählt.

Die Autoren haben dafür über 400 Fahrzeugmodelle durchgerechnet und dabei Wirkungsgrade, Strommixe, Fahrleistungen, Batteriegrößen und Produktionsemissionen variiert. Das Ergebnis ist deutlich:

Kennzahl der StudieWert
Szenarien mit Emissionsminderung92 %
Minderung bei Tausch im ersten Jahr (über 16 Jahre)58 % im Mittel
Zeit, bis der Produktionsrucksack abgefahren istrund 3 Jahre
Angesetzte Nutzungsdauerrund 16 Jahre
Batterieproduktion52 bis 173 kg CO₂e je kWh

Das ist keine Randmeinung, und wir halten die Rechnung für belastbar. Interessant wird es bei der Frage, für welche Fahrzeuge sie gilt – und diese Frage beantworten die Autoren selbst.

Die Grenzen stehen in der Studie, nicht dagegen

Campbell und Geyer benennen ausdrücklich, wo der frühe Tausch aus Emissionssicht nicht trägt:

GrenzeSchwelle laut StudieDeutscher Bezug
Sehr geringe Fahrleistungunter 7.054 km/Jahr (Pkw), 6.837 km (SUV), 10.794 km (Pick-up)Zweitwagen liegen häufig darunter, der Durchschnitts-Pkw darüber
Schmutziger Stromüber 970 lbs CO₂/MWh ≈ 440 g/kWhDeutschland 2025: 344 g/kWh – unter der Schwelle
Ineffizientes Elektroautoüber rund 30 kWh/100 kmbetrifft große, schwere Modelle
Plug-in-HybrideErsatz kann die Bilanz verschlechternwird in der Debatte meist übergangen

Zwei dieser vier Punkte sprechen in Deutschland für das Elektroauto: Unser Strommix lag 2025 laut Umweltbundesamt bei 344 Gramm CO₂ je Kilowattstunde bei der Erzeugung – nach 353 Gramm im Jahr 2024 und 379 Gramm im Jahr 2023. Er liegt damit unter der Schwelle der Studie, und er wird jedes Jahr sauberer. Wer die Studie mit dem Argument „dreckiger Kohlestrom” abtut, argumentiert an den Zahlen vorbei.

Die anderen beiden Punkte führen zur eigentlichen Frage: Welches Fahrzeug wird eigentlich ersetzt?

Was ersetzt wird, entscheidet die Rechnung

Die Studie rechnet mit einem Vergleichsfall von rund 20.000 Kilometern im Jahr und dem US-Fahrzeugbestand. Der deutsche Alltag sieht anders aus. Nach den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes legte ein Pkw in Deutschland 2024 im Durchschnitt 12.309 Kilometer zurück. Getrennt nach Antrieb wird der Unterschied noch deutlicher:

AntriebsartDurchschnittliche Jahresfahrleistung 2024 (KBA)
Benziner9.555 km
Diesel16.984 km
Sonstige Antriebe15.906 km
Alle Pkw12.309 km

Ein sparsamer Benziner in Deutschland fährt also weniger als die Hälfte der Strecke, mit der die Studie ihren Vergleichsfall rechnet – und er verbraucht dabei deutlich weniger als der US-Durchschnitt. Beides wirkt in dieselbe Richtung.

Unser Überschlag – mit offengelegten Annahmen

Wir haben die Frage für ein typisches Fahrzeug aus unserer Werkstatt durchgerechnet. Die Annahmen liegen offen, damit jeder sie nachrechnen oder korrigieren kann:

GrößeAnnahmeErgebnis
Benziner5,0 l/100 km, 2,37 kg CO₂ je Liter Verbrennung, plus rund 25 % Vorketterund 148 g CO₂e/km
Elektroauto17,5 kWh/100 km, 344 g CO₂/kWh (UBA 2025), plus Vorketterund 72 g CO₂e/km
Unterschied im Betriebrund 76 g CO₂e/km
Produktionsrucksack Elektroauto10 bis 13 t CO₂e
Gleichstandrund 130.000 bis 220.000 km

Die obere Grenze der Spanne ergibt sich, wenn man die Vorketten bei beiden Fahrzeugen weglässt und nur die direkten Emissionen ansetzt; dann schrumpft der Unterschied auf rund 58 Gramm je Kilometer. Umgerechnet auf Jahre:

FahrprofilJahresfahrleistungZeit bis zum Gleichstand
Zweitwagen6.000 kmüber zwei Jahrzehnte
Benziner-Durchschnitt (KBA)9.555 kmrund 14 bis 23 Jahre
Pkw-Durchschnitt (KBA)12.309 kmrund 11 bis 18 Jahre
Vielfahrer20.000 kmrund 7 bis 11 Jahre

Warum kommt hier ein Vielfaches der drei Jahre heraus, die die Studie nennt? Nicht weil eine Seite falsch rechnet, sondern weil ein anderes Fahrzeug ersetzt wird. Damit sich ein Rucksack von 13 Tonnen in drei Jahren bei 20.000 Kilometern ausgleicht, muss das ersetzte Fahrzeug je Kilometer etwa 215 Gramm CO₂ mehr ausstoßen als das Elektroauto – das entspricht grob einem Verbrauch um zehn Liter. Genau so sieht der US-Durchschnitt aus. Ein Kompaktwagen mit fünf Litern liegt bei rund 75 Gramm Unterschied, und damit verschiebt sich alles.

Fairerweise gehören zwei Dinge dazu. Erstens: Der deutsche Strom wird jedes Jahr sauberer, das verkürzt diese Zeiträume fortlaufend. Zweitens: Unser Überschlag stellt „weiterfahren” gegen „jetzt ersetzen” und blendet aus, dass irgendwann ohnehin ein neues Fahrzeug gebaut wird. Er ist deshalb ein Maß für die Dringlichkeit, kein Gegenbeweis zur Studie.

Der Vorteil entsteht nur, wenn das Fahrzeug wirklich verschwindet

Das ist der schwerwiegendste Punkt, und die Autoren benennen ihn selbst: Die Rechnung setzt voraus, dass der alte Wagen aus dem Verkehr gezogen wird. Wird er stattdessen verkauft, fährt er andernorts weiter – das neue Elektroauto kommt dann zusätzlich auf die Straße, und der Vorteil schrumpft oder verschwindet. Die Autoren leiten daraus die Forderung ab, ausgemusterte Fahrzeuge verbindlich stillzulegen oder zu verwerten. Beziffert ist dieser Systemeffekt in der Lebenszyklusrechnung nicht.

Für Deutschland ist das keine theoretische Fußnote. Die Umweltprämie von 2009 hat fünf Milliarden Euro gekostet und knapp zwei Millionen Fahrzeuge in die Verwertung geschickt – und schon im August 2009 äußerte der Bund Deutscher Kriminalbeamter den Verdacht, bis zu 50.000 davon könnten statt in der Presse in Afrika und Osteuropa gelandet sein. Daraufhin wurden die Nachweispflichten verschärft.

Der Preis dieses Klimavorteils ist zudem hoch und wird selten ausgesprochen: Ein funktionierendes Fahrzeug samt aller darin gebundenen Rohstoffe, Energie und Arbeit muss bewusst zerstört werden. Wer das für richtig hält, muss es begründen können – nicht nur mit CO₂ je Kilometer.

Was das Modell nicht kennt: die Instandsetzung

Die Studie betrachtet ausschließlich Treibhausgase. Rohstoffgewinnung, Wasserverbrauch, Flächenbedarf und Abfall bleiben außen vor, ebenso die Frage, ob ein Haushalt den Tausch wirtschaftlich tragen kann.

Vor allem aber kennt das Modell nur zwei Zustände: weiterfahren wie bisher oder ersetzen. Die dritte Möglichkeit, die wir jeden Tag in der Werkstatt sehen, fehlt. Ein Fahrzeug lässt sich gezielt instand setzen, damit es wieder so effizient läuft, wie es konstruiert wurde. Ein träge gewordener Lambdasensor, ein undichter Ladeluftweg, ein verschlepptes Adaptionsproblem im Motorsteuergerät oder schleifende Bremsen kosten messbar Kraftstoff – und damit CO₂, jeden Tag, ohne dass es jemandem auffällt. Wie viel sich dort heben lässt, zeigen wir in unserem Beitrag zum Kraftstoffverbrauch senken.

Diese Emissionen tauchen in keiner Tauschrechnung auf. Beseitigen lassen sie sich, ohne ein neues Fahrzeug zu bauen – das ist der Unterschied zwischen einer Modellwelt mit zwei Optionen und einer Werkstatt mit einer Hebebühne.

Unsere Einordnung

Elektromobilität ist ein tragender Baustein, und wir arbeiten selbst an Hybrid- und Elektrofahrzeugen; im Betrieb liegt die Hochvolt-Qualifikation Stufe 2E nach DGUV Information 209-093 vor. Wer ohnehin ein neues Fahrzeug braucht, viel fährt und zu Hause lädt, trifft mit einem effizienten Elektroauto eine gut begründete Entscheidung. Die Zahlen der Studie stützen das, und der deutsche Strommix stützt es zusätzlich.

Die pauschale Losung „funktionierende Verbrenner jetzt verschrotten” halten wir dennoch für falsch – nicht weil die Studie schlecht wäre, sondern weil sie eine andere Frage beantwortet, als die Schlagzeilen ihr unterstellen. Sie gilt für ein durstiges Fahrzeug mit hoher Fahrleistung, das anschließend wirklich verschwindet. Für den sparsamen Kompaktwagen, den Zweitwagen oder das gepflegte Fahrzeug mit wenig Laufleistung gilt sie nicht.

Ihre AusgangslageWas die Zahlen nahelegen
Durstiges Fahrzeug, über 20.000 km im Jahr, Neukauf ohnehin geplantElektroauto ist die emissionsärmere Wahl
Sparsamer Kompaktwagen, durchschnittliche FahrleistungSubstanz erhalten, Effizienz sichern – der Gleichstand liegt Jahre entfernt
Zweitwagen unter 7.000 km im JahrTausch trägt auch nach der Studie nicht
Plug-in-HybridErsatz kann die Bilanz verschlechtern
Fahrzeug wird verkauft statt verwertetDer gerechnete Vorteil entsteht nur teilweise

Die nachhaltigste Entscheidung ist häufig die unspektakulärste: das vorhandene Fahrzeug fachgerecht warten, Fehler früh beheben und es so lange fahren, wie die Substanz es hergibt.

Sie sind unsicher, ob sich Instandsetzung oder Wechsel bei Ihrem Fahrzeug noch lohnt? Wir beurteilen den Zustand nach Befund – Substanz, Verschleißstand, offene Fehler – und sagen Ihnen ehrlich, was wir daraus ableiten. Telefonisch: 05505 5236 · Neukunden über die Warteliste: Anfrage stellen

Weiterführende Informationen


Quellen: Campbell, J. E. & Geyer, R. (2026): The climate benefits of retiring a fully operational internal combustion engine vehicle. Science 393 (6811), DOI: 10.1126/science.adv5441 · Mitteilung der University of California, Santa Cruz zur Studie · Umweltbundesamt: CO₂-Emissionen pro Kilowattstunde Strom 2025 · Kraftfahrt-Bundesamt: Verkehr in Kilometern, Jahresfahrleistung 2024

Zur Transparenz: Die Amortisationsrechnung im Abschnitt „Unser Überschlag” ist eine eigene Berechnung von KFZ Dietrich, kein Ergebnis der Studie. Alle Eingangsgrößen sind im Abschnitt genannt.

KFZ Dietrich · Hardegsen-Gladebeck · Telefon 05505 5236

Häufig gestellte Fragen

Sagt die Science-Studie, dass man funktionierende Verbrenner verschrotten soll?

Sie sagt es für die von ihr gerechneten Fälle. Campbell und Geyer haben über 400 Fahrzeugmodelle, verschiedene Strommixe, Batteriegrößen und Fahrleistungen durchgerechnet. In 92 Prozent der Szenarien senkt der frühe Ersatz eines Verbrenners durch ein batterieelektrisches Fahrzeug die Emissionen; wird bereits im ersten Jahr getauscht, sind es über 16 Jahre im Mittel 58 Prozent. Die Studie formuliert das als Ergebnis unter ihren Annahmen, nicht als pauschale Empfehlung für jedes Fahrzeug.

Gilt das Ergebnis auch für deutsche Verhältnisse?

In der Richtung ja, in der Höhe nicht. Die Studie rechnet mit US-Fahrzeugen, einer Nutzungsdauer von rund 16 Jahren und einem Vergleichsfall von etwa 20.000 Kilometern im Jahr. In Deutschland lag die durchschnittliche Jahresfahrleistung eines Pkw 2024 laut Kraftfahrt-Bundesamt bei 12.309 Kilometern, bei Benzinern sogar nur bei 9.555 Kilometern. Und das typische deutsche Vergleichsfahrzeug ist kein Pick-up mit großem Benziner, sondern ein Kompaktwagen oder ein sparsamer Diesel. Beides verlängert die Zeit bis zum Gleichstand deutlich.

Ab welcher Fahrleistung lohnt der Tausch nach der Studie nicht mehr?

Die Autoren nennen die Schwelle selbst: Unter 7.054 Kilometern im Jahr bei Pkw, 6.837 Kilometern bei SUV und 10.794 Kilometern bei Pick-ups ist der frühe Ersatz aus Emissionssicht nicht sinnvoll. Ein Zweitwagen mit 6.000 Kilometern im Jahr liegt darunter. Der deutsche Durchschnitts-Pkw liegt darüber – die Schwelle allein entscheidet die Frage also nicht.

Wie sauber ist der deutsche Strom im Vergleich zur Schwelle der Studie?

Die Studie nennt 970 Pfund CO₂ je Megawattstunde als Grenze, oberhalb derer der Vorteil verschwindet – das sind rund 440 Gramm je Kilowattstunde. Der deutsche Strommix lag 2025 laut Umweltbundesamt bei 344 Gramm CO₂ je Kilowattstunde bei der Erzeugung, nach 353 Gramm in 2024 und 379 Gramm in 2023. Deutschland liegt damit unter der Schwelle, und der Wert sinkt weiter. Das spricht für das Elektroauto, nicht dagegen.

Warum kommt in unserem Überschlag eine so viel längere Strecke heraus als die drei Jahre der Studie?

Weil ein anderes Fahrzeug ersetzt wird. Damit sich ein Produktionsrucksack von rund 13 Tonnen CO₂ in drei Jahren bei 20.000 Kilometern Fahrleistung ausgleicht, muss das ersetzte Fahrzeug je Kilometer etwa 215 Gramm CO₂ mehr ausstoßen als das Elektroauto – das entspricht grob einem Verbrauch um zehn Liter. Ein Kompaktwagen mit fünf Litern liegt bei rund 75 Gramm Unterschied. Die Physik ist dieselbe, das Ausgangsfahrzeug ist es nicht.

Was passiert mit dem Klimavorteil, wenn ich das alte Auto verkaufe statt es zu verschrotten?

Dann entsteht er nur zum Teil oder gar nicht. Die Rechnung setzt voraus, dass das alte Fahrzeug aus dem Verkehr verschwindet. Wird es verkauft oder exportiert, fährt es andernorts weiter, und das neue Elektroauto kommt zusätzlich auf die Straße. Die Autoren benennen diesen Systemeffekt ausdrücklich und leiten daraus die Forderung ab, ausgemusterte Fahrzeuge verbindlich stillzulegen oder zu verwerten. In der Lebenszyklusrechnung selbst ist er nicht beziffert.

Wie viel CO₂ steckt in der Produktion eines Elektroautos?

Den größten Anteil trägt die Batterie. Die Studie rechnet mit einer Spanne von 52 bis 173 Kilogramm CO₂-Äquivalent je Kilowattstunde Batteriekapazität – bei einem 60-kWh-Akku sind das allein 3 bis 10 Tonnen, dazu kommt das übrige Fahrzeug. Für unseren Überschlag haben wir 10 bis 13 Tonnen für das gesamte Fahrzeug angesetzt. Genau diese Spanne ist der Grund, warum Ergebnisse so weit auseinanderlaufen können.

Warum kommt die Reparatur in der Studie nicht vor?

Das Modell kennt zwei Zustände: weiterfahren wie bisher oder ersetzen. Der Zwischenweg fehlt – ein Fahrzeug gezielt instand zu setzen, damit es wieder so effizient läuft, wie es konstruiert wurde. Ein träge gewordener Lambdasensor, ein undichter Ladeluftweg, ein falsch adaptiertes Motorsteuergerät oder schleifende Bremsen kosten messbar Kraftstoff. Diese Emissionen tauchen in keiner Tauschrechnung auf, lassen sich aber ohne den Bau eines neuen Fahrzeugs beseitigen.

Berücksichtigt die Studie andere Umweltwirkungen als CO₂?

Nein. Die Arbeit betrachtet ausschließlich Treibhausgase. Rohstoffgewinnung, Wasserverbrauch, Flächenbedarf und Abfall bleiben außen vor, ebenso die Frage, ob ein Haushalt den Tausch wirtschaftlich tragen kann. Das ist keine Schwäche der Rechnung – sie beantwortet genau die Frage, die sie stellt. Es ist aber ein Grund, sie nicht als Gesamturteil über ein Fahrzeug zu lesen.

Arbeitet KFZ Dietrich auch an Elektro- und Hybridfahrzeugen?

Ja. Im Betrieb liegt die Hochvolt-Qualifikation Stufe 2E nach DGUV Information 209-093 vor. Wir prüfen Hochvolt-Batterie, Inverter, Ladegerät und Kühlsystem und lesen die relevanten Steuergeräte über die herstellerspezifischen Systeme XENTRY, ODIS und ISTA aus. Die Frage Reparatur oder Wechsel beantworten wir für Verbrenner und Elektrofahrzeuge nach demselben Maßstab: nach dem Zustand der Substanz.