Quellen & Belege zur Ruhestrom-Messung und Kriechstrom-Suche
Belege zur Ruhestrom-Messung: ADAC-Ruhestromtest zu Einschlafzeit und Zangenmessung, dazu ADAC-Ratgeber zu Batteriesensor, Batterietest und leerer Batterie.
← Zurück zum Artikel „Ruhestrom messen: Kriechstrom im Auto finden"Dieser Beitrag zur Ruhestrom-Messung stützt sich vor allem auf den Ruhestrom-Test des ADAC, in dem 25 Fahrzeuge im abgestellten Zustand mit einem geeichten Präzisions-Zangen-Amperemeter vermessen wurden. Aus diesem Test stammen die beiden methodisch wichtigsten Belege: dass die Einschlafphase abgewartet werden muss, bevor ein Messwert überhaupt aussagekräftig ist, und dass die Messung ohne Öffnen des Stromkreises erfolgen sollte, um das Batteriemanagement nicht zu stören.
Wir verstehen Quellenangaben als Teil unserer Beweisführung. Die Kriechstrom-Suche lebt davon, dass jeder Schritt einen belegbaren Befund liefert statt einer Vermutung. Die aufgeführten Fundstellen zeigen, warum wir die Batterie für die Messung nicht abklemmen, warum der Batterietest am Anfang steht und warum Tür- und Heckklappenkontakte zu den ersten Verdächtigen gehören.
Einen Punkt belegen wir bewusst nicht: Der ADAC nennt für seine Testfahrzeuge einen Normalbereich von fünf bis 40 Milliampere und damit engere Werte, als sie in diesem Beitrag als Faustregel stehen. Verbindlich ist ohnehin der Sollwert, den der Hersteller für das konkrete Fahrzeug hinterlegt hat. Ebenso stammen die Angaben zu Partial Networking, zum Übergangswiderstand an Massepunkten und zu den Diagnosefunktionen von XENTRY, ODIS und ISTA aus Herstellerdokumentation und Werkstattpraxis und nicht aus frei zugänglichen Fundstellen.
Geprüfte Quellen
Faktenbelege zum Artikel
Folgende Aussagen aus dem Artikel werden durch die oben gelisteten Quellen belegt:
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„Kriechstrom bezeichnet im Fahrzeug einen unerwünschten Stromfluss, der die Batterie im Stand entlädt, obwohl alle Verbraucher ausgeschaltet sind."
Der ADAC hat den Ruhestrom an 25 Fahrzeugen im abgestellten Zustand gemessen und beschreibt genau dieses Phänomen: Strom, der bei ausgeschalteten Verbrauchern weiterfließt und die Batterie entleert. Im Ratgeber zur leeren Batterie führt er aus, dass manche Steuergeräte eine Zeit lang wach bleiben oder gar nicht schlafen gehen und das Fahrzeug deshalb Strom zieht.
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„Umgangssprachlich fasst der Begriff in der Werkstatt jeden erhöhten Ruhestrom: ein Steuergerät, das nicht in den Schlafmodus wechselt, ein klemmendes Relais oder ein nachgerüstetes Gerät ohne korrekte Schlaffunktion."
Der ADAC benennt Steuergeräte, die nach dem Abstellen wach bleiben oder gar nicht in den Schlafmodus wechseln, ausdrücklich als Ursache dafür, dass ein abgestelltes Fahrzeug Strom zieht, und verweist für die Messwerte auf seinen Ruhestrom-Test.
Belege: [Q2] -
„Wichtig: Nach dem Abstellen braucht das Fahrzeug bis zu 20 Minuten, bis alle Steuergeräte in den Schlafmodus wechseln."
Im ADAC-Test erreichten die Fahrzeuge ihren minimalen Stromverbrauch erst rund 25 Minuten nach dem Zusperren, im unverriegelten Zustand erst nach rund 30 Minuten. Die Einschlafphase ist damit als Messvoraussetzung unabhängig belegt.
Belege: [Q1] -
„Eine Messung vor dieser Einschlafperiode ergibt falsch hohe Werte."
Der ADAC hat den Stromverlauf über die gesamte Einschlafphase aufgezeichnet und den Minimalwert erst nach rund 25 bis 30 Minuten erreicht. Jeder früher abgelesene Wert liegt entsprechend über dem tatsächlichen Ruhestrom.
Belege: [Q1] -
„Die Zange umschließt die Minus-Leitung, ohne den Stromkreis zu öffnen. Kein Modul wird geweckt, die Messung ist jederzeit wiederholbar."
Der ADAC hat für seine Messung ein geeichtes Präzisions-Zangen-Amperemeter eingesetzt und den Stromkreis dabei ausdrücklich nicht geöffnet, um die Batteriemanagementsysteme der Fahrzeuge nicht zu beeinflussen. Genau das ist der Grund, aus dem wir ebenso vorgehen.
Belege: [Q1] -
„Fahrzeuge mit Batteriesensor (IBS) melden Spannung, Ladezustand und Temperatur laufend an das Energiemanagement."
Der ADAC hält fest, dass moderne Fahrzeuge häufig mit einem Batteriesensor ausgestattet sind, der Strom, Spannung und Temperatur misst.
Belege: [Q3] -
„Wird der Sensorkontakt gelöst, wacht das gesamte Bordnetz auf – ein Grund mehr, die Batterie für die Messung nicht abzuklemmen."
Der ADAC warnt, dass ein Anschluss an der falschen Stelle den Batteriesensor schädigen oder unplausible Messwerte erzeugen kann, und hat für seinen eigenen Ruhestrom-Test den Stromkreis bewusst geschlossen gelassen, um die Batteriemanagementsysteme nicht zu stören.
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„Neben dem Bus gibt es diskrete Weckleitungen (z. B. Klemme S, Türkontakt, Heckklappenschalter)."
Im ADAC-Test stieg der Stromverbrauch bei geöffneter Heckklappe bei sechs von 25 Fahrzeugen auf bis zu 0,45 Ampere – genug, um die Batterie binnen fünf Tagen zu leeren. Der Ratgeber zur leeren Batterie ergänzt, dass bereits nicht verriegelte Türen Steuergeräte wach halten. Türkontakt und Heckklappenschalter wirken damit nachweislich als Weckquelle.
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„Eine gealterte Batterie mit reduzierter Kapazität erreicht die Startgrenze deutlich früher – deshalb steht der Batterietest am Anfang jeder Kriechstrom-Suche und nicht am Ende."
Der ADAC gibt die durchschnittliche Lebensdauer einer Starterbatterie mit rund fünf Jahren an und empfiehlt eine Prüfung, wenn der letzte Batterietausch mehr als drei Jahre zurückliegt. Ohne diesen Test lässt sich nicht unterscheiden, ob ein Fahrzeug wegen eines Kriechstroms oder wegen einer erschöpften Batterie stehen bleibt.