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P0036 vs P0135: Lambdasonden-Heizung im Vergleich

P0036 (Sonde 2 nach Kat) vs P0135 (Sonde 1 vor Kat): Heizungs-Stromkreis verstehen, Heizwiderstand messen, OE-Sonde tauschen. Diagnose mit XENTRY/ODIS/ISTA.

P0036 vs P0135: Lambdasonden-Heizung im Vergleich
TL;DR
  • Gemeinsamkeit: Beide Codes betreffen den elektrischen Heizungs-Stromkreis einer Lambdasonde auf Bank 1 – nicht das Messsignal selbst.
  • P0135 = Heizung der Regelsonde (Sonde 1) vor dem Katalysator. Diese Sonde steuert das Gemisch.
  • P0036 = Heizung der Monitoring-Sonde (Sonde 2) nach dem Katalysator. Diese Sonde überwacht nur den Kat-Wirkungsgrad.
  • Dringlichkeit: P0135 hat Vorrang – eine kalte Regelsonde bedeutet Mehrverbrauch und höhere Emissionen.
  • Erste Messung: Heizwiderstand am abgezogenen Stecker prüfen – Bosch 8–12 Ω, NTK 5–8 Ω, Denso 2–5 Ω (kalt).
  • Häufigste Ursache: gebrochene Heizwendel in der Sonde (rund die Hälfte der Fälle) – aber wir prüfen zuerst Stecker, Kabel und Sicherung.
  • Abgasrelevanz: Beide Codes führen zu einem AU-Mangel. Vor dem HU-Termin klären lassen.

P0036 und P0135 gehören zu den am häufigsten verwechselten Lambdasonden-Codes. Beide klingen ähnlich, beide betreffen eine Sondenheizung auf Bank 1 – und doch beschreiben sie zwei völlig unterschiedliche Bauteile mit unterschiedlicher Bedeutung. Wer die Differenzierung kennt, repariert gezielt statt auf Verdacht. In diesem Beitrag erklären wir, was beide Codes physikalisch bedeuten, wie wir sie unterscheiden und wie die fachgerechte Instandsetzung aussieht.

MerkmalP0135 (Sonde 1, vor Kat)P0036 (Sonde 2, nach Kat)
BedeutungO2 Sensor Heater Circuit Bank 1 Sensor 1O2 Sensor Heater Circuit Bank 1 Sensor 2
Position/SondeRegelsonde vor dem KatalysatorMonitoring-Sonde nach dem Katalysator
FunktionSteuert die GemischregelungÜberwacht den Katalysator-Wirkungsgrad
AuswirkungVerzögerte Gemischregelung, Mehrverbrauch, höhere EmissionenMotorlauf unverändert, Kat-Überwachung außer Funktion
DringlichkeitVorrang – betrifft den Kern der MotorsteuerungNachrangig, aber ebenfalls AU-relevant
PrüfschrittHeizwiderstand am abgezogenen Stecker messen (kalt: Bosch 8–12 Ω, NTK 5–8 Ω, Denso 2–5 Ω)Identischer Prüfweg an Sonde 2
Diagnose-BefundUnendlicher Wert = unterbrochene Heizwendel, Wert nahe null = KurzschlussGleicher Befund an der Monitoring-Sonde

Die gemeinsame Grundlage: die Lambdasonden-Heizung

Eine moderne Lambdasonde liefert erst dann ein verwertbares Signal, wenn ihr keramisches Messelement seine Betriebstemperatur erreicht hat. Bis dahin ist sie für das Motorsteuergerät stumm. Damit das nicht minutenlang dauert, besitzt jede Sonde eine integrierte elektrische Heizung, die den Sensor innerhalb von rund 15 bis 20 Sekunden nach dem Start auf Betriebstemperatur bringt – das sogenannte Light-off.

Ohne diese Heizung würde es fünf bis zehn Minuten dauern, bis die Sonde allein durch die Abgaswärme heiß genug für eine Messung wäre. Genau in dieser Phase – dem Kaltstart und dem Kurzstreckenbetrieb – sind Verbrauch und Rohemissionen am höchsten. Eine funktionierende Heizung ist daher kein Komfortmerkmal, sondern eine emissionstechnische Notwendigkeit.

Wenn der Heizungs-Stromkreis gestört ist, speichert das Steuergerät einen heizungsspezifischen Code – und zwar genau für die betroffene Sonde:

  • P0135 für die Sonde 1 (vor Kat) auf Bank 1 – die Regelsonde.
  • P0036 für die Sonde 2 (nach Kat) auf Bank 1 – die Monitoring-Sonde.

Wichtig: Beide Codes betreffen ausschließlich die Heizung. Das eigentliche Messelement der Sonde kann währenddessen noch intakt sein. Der Defekt liegt im elektrischen Heizkreis, nicht zwangsläufig in der Messfunktion.

P0135: die Regelsonde vor dem Katalysator

Die Sonde 1 sitzt unmittelbar nach dem Auslasskrümmer, also vor dem Katalysator. Sie ist das zentrale Messorgan der Gemischregelung. Bei vielen modernen Fahrzeugen handelt es sich hier um eine Breitband-Lambdasonde, die das Luftverhältnis nicht nur als „zu fett“ oder „zu mager“, sondern stufenlos über einen weiten Bereich misst.

Das Motorsteuergerät verwendet dieses Signal, um die eingespritzte Kraftstoffmenge fortlaufend nachzuregeln. Fällt die Heizung dieser Sonde aus, bleibt die Sonde in der Kaltlaufphase blind. Das Steuergerät arbeitet dann länger mit hinterlegten Ersatzwerten statt mit einer echten Messung. Die Folgen:

  • Verzögerte und ungenaue Gemischregelung, besonders im Kurzstreckenbetrieb.
  • Messbar erhöhter Kraftstoffverbrauch.
  • Höhere Rohemissionen und damit ein zu erwartender Mangel bei der Abgasuntersuchung.

Aus diesem Grund stufen wir P0135 als den dringenderen der beiden Befunde ein. Eine fehlerhafte Regelsonde betrifft den Kern der Motorsteuerung.

P0036: die Monitoring-Sonde nach dem Katalysator

Die Sonde 2 sitzt hinter dem Katalysator. Sie regelt das Gemisch nicht, sondern erfüllt eine reine Überwachungsaufgabe: Sie vergleicht das Restsauerstoff-Signal nach dem Kat mit dem Signal der Regelsonde davor. Aus dem Unterschied beider Signale berechnet das Steuergerät den Wirkungsgrad des Katalysators – das ist der Mechanismus, der bei einem verschlissenen Kat einen P0420 auslöst.

Bei der Sonde 2 handelt es sich meist um eine klassische Sprungsonde (Schmalband-Sonde). Sie liefert kein stufenloses Signal, sondern springt um den Lambda-Wert 1 herum zwischen einem hohen und einem niedrigen Spannungswert. Bei einem intakten Katalysator pendelt ihr Signal nur noch träge, weil der Kat den Sauerstoffgehalt im Abgas glättet – genau diese Trägheit ist das Gütesiegel eines funktionierenden Kats.

Fällt die Heizung der Sonde 2 aus, speichert das Steuergerät P0036. Der Motor läuft antriebstechnisch unverändert, aber die Katalysator-Überwachung ist außer Funktion. Das System kann nicht mehr feststellen, ob der Kat seine Arbeit leistet. Auch dieser Befund ist abgasrelevant und führt zu einem AU-Mangel.

Für Interessierte: Nernst-Element, Sprungsonde und warum die Heizung der heimliche Held ist (eine Tony-Stark-Reaktor-Analogie)

Das Herzstück einer klassischen Sprungsonde ist eine kleine galvanische Zelle aus yttrium-stabilisiertem Zirkoniumdioxid – das sogenannte Nernst-Element. Diese Keramik hat eine bemerkenswerte Eigenschaft: Ab etwa 300 °C wird sie für Sauerstoff-Ionen leitfähig. Auf der einen Seite der Keramik strömt das Abgas, auf der anderen Seite Referenzluft aus der Umgebung. Ist der Sauerstoffgehalt auf beiden Seiten unterschiedlich, wandern Sauerstoff-Ionen durch die Keramik und erzeugen nach dem Nernst-Gesetz eine elektrische Spannung. Bei fettem Gemisch (wenig Restsauerstoff) sind das rund 0,8 bis 0,9 Volt, bei magerem Gemisch nur etwa 0,1 Volt. Der charakteristische „Sprung“ zwischen diesen Werten findet exakt bei Lambda 1 statt – daher der Name Sprungsonde.

Der entscheidende Punkt: Unterhalb von rund 300 °C ist die Zirkoniumdioxid-Keramik elektrisch isolierend und liefert schlicht kein Signal. Die Sonde ist dann so nützlich wie ein abgeschaltetes Messgerät. Genau hier kommt die Heizung ins Spiel – sie ist gewissermaßen der Arc-Reaktor in Tony Starks Brust: ein unscheinbares Bauteil, ohne das das ganze hochentwickelte System schlicht tot ist. Erst die Heizung versetzt das Nernst-Element in Sekunden in den arbeitsfähigen Zustand und hält es dort, unabhängig davon, wie heiß das Abgas gerade ist. Bei der Breitbandsonde (Regelsonde, Sonde 1) ist die Temperaturabhängigkeit sogar noch kritischer: Hier wird die Keramik auf einen eng geregelten Arbeitspunkt von etwa 750 °C gebracht und durch eine elektronisch geregelte Pumpzelle exakt dort gehalten. Eine ausgefallene Heizung legt diese Präzisionsmechanik komplett lahm.

Die Heizung selbst ist ein keramisch eingebettetes Widerstandselement, das mit einer pulsweitenmodulierten Spannung vom Steuergerät angesteuert wird. Nach dem Start gibt das Steuergerät zunächst hohe Leistung auf das Heizelement (Stromaufnahme typisch 0,5 bis 2 Ampere), um das Light-off zu erreichen, und reduziert die Leistung dann auf einen Haltewert. Bricht die Heizwendel, sieht das Steuergerät keinen Stromfluss mehr und setzt P0135 beziehungsweise P0036. Bei einem Kurzschluss steigt der Strom über die Plausibilitätsgrenze – ebenfalls ein Code. Deshalb genügt es im Befund nicht, „kein Strom“ festzustellen: Wir unterscheiden zwischen Unterbrechung, Kurzschluss und einer korrekt arbeitenden Heizung mit Fehler in der Zuleitung. Diese drei Fälle sehen am Diagnosegerät unterschiedlich aus und führen zu völlig unterschiedlichen Reparaturen.

So unterscheiden wir die beiden Codes in der Praxis

Die Diagnose folgt bei P0036 und P0135 demselben Schema, nur an der jeweils betroffenen Sonde. Wir tauschen grundsätzlich nicht auf Verdacht, sondern arbeiten den Stromkreis von außen nach innen ab.

Schritt 1 – Begleitcodes auswerten. Stehen mehrere Heizungs-Codes gleichzeitig an (etwa P0036 und P0135 zusammen mit P0141 oder P0161), deutet das auf eine gemeinsame Ursache hin – häufig eine durchgebrannte Sicherung oder ein Versorgungsspannungsproblem, nicht auf zwei gleichzeitig gestorbene Sonden.

Schritt 2 – Stecker und Kabel sichten. Etwa ein Viertel der Fälle geht nicht auf die Sonde zurück, sondern auf den Stecker: Kontaktkorrosion durch Spritzwasser, ausgeleierte Verriegelung oder ein durch Hitze beziehungsweise Marderbiss beschädigter Kabelbaum. Wir prüfen mit Lampe und Lupe und reinigen oder instand setzen, bevor wir weitergehen.

Schritt 3 – Heizwiderstand messen. Bei kaltem Motor und abgezogenem Stecker messen wir den Widerstand zwischen den Heizungs-Pins. Die Sollwerte hängen vom Hersteller ab:

  • Bosch: 8 bis 12 Ω (kalt)
  • NTK/NGK: 5 bis 8 Ω (kalt)
  • Denso: 2 bis 5 Ω (kalt)

Ein Wert nahe null bedeutet Kurzschluss, ein unendlicher Wert eine unterbrochene Heizwendel. Liegt der Widerstand im Sollbereich, ist die Sonde elektrisch in Ordnung – dann sitzt der Fehler im Stromkreis oder in der Endstufe des Steuergeräts.

Schritt 4 – Versorgungsspannung und Live-Daten prüfen. Mit XENTRY, ODIS oder ISTA lesen wir den Heizungs-Status und die Stromaufnahme der betroffenen Sonde als Live-Wert aus. Nach dem Kaltstart muss die Stromaufnahme kurzzeitig ansteigen und dann auf einen Haltewert fallen. Bleibt der Strom bei null oder schwankt er unplausibel, ist der Befund bestätigt. Parallel prüfen wir die Versorgungsspannung am Stecker bei eingeschalteter Zündung.

Die häufigsten Ursachen im Überblick

Aus unserer Werkstattpraxis verteilen sich die Ursachen für P0036 und P0135 etwa so:

  1. Gebrochene Heizwendel in der Sonde – rund die Hälfte der Fälle. Das Heizelement verschleißt thermisch. Hier ist ein Sondentausch nötig, die Heizung ist im Inneren nicht reparabel.
  2. Kabelbruch oder Steckerproblem – etwa ein Viertel. Korrosion, Wassereintritt, mechanische Beschädigung. Oft mit Kontaktpflege oder Kabelreparatur zu beheben.
  3. Durchgebrannte Sicherung – rund jeder zehnte Fall. Brennt sie nach dem Tausch erneut durch, liegt ein Kurzschluss in Sonde oder Verkabelung vor.
  4. Defekte Endstufe im Steuergerät – rund jeder zehnte Fall. Selten, aber real. Das Steuergerät schaltet die Heizung nicht mehr durch.
  5. Sonstige Ursachen – einzelne Fälle. Massefehler, Übergangswiderstände, seltene Sonderfälle.

Diese Verteilung erklärt, warum wir vor jedem Sondentausch zuerst Stecker, Kabel und Sicherung prüfen: In rund der Hälfte der Fälle wäre ein sofortiger Sondentausch der teurere Weg zur selben Lösung.

Die fachgerechte Instandsetzung

Befund Heizwiderstand außerhalb der Toleranz: Die Sonde wird ersetzt. Wir verwenden Sonden in Erstausrüsterqualität (Bosch, NTK/NGK, Denso) passend zur Spezifikation des Fahrzeugs. Die Demontage erfolgt am warmen Motor mit dem geschlitzten Sondenschlüssel; bei kaltem Motor sitzt die Sonde durch den Temperaturschwund fest, und Gewalt führt zum Schaden am Auspuffgewinde – einer deutlich aufwendigeren Folgereparatur. Auf das Gewinde kommt kupferhaltige Hochtemperaturpaste, das Anzugsmoment richtet sich nach Werksvorgabe. Anschließend setzen wir die Lambda-Adaption mit XENTRY, ODIS oder ISTA zurück und kontrollieren die Werte auf einer Probefahrt.

Befund Stecker oder Kabel: Wir reinigen die Kontakte, beheben Korrosion, ersetzen beschädigte Leitungsabschnitte fachgerecht und sichern den Kabelbaum – bei Marderschäden mit geeignetem Schutzwellrohr.

Befund Endstufe Steuergerät: Wir grenzen den Defekt durch gezielte Messung am Steuergeräte-Pin ein und beraten Sie zur fachgerechten Instandsetzung oder Erneuerung des Steuergeräts.

Nach jedem Sondentausch ist der Adaptions-Reset Pflicht. Ohne Zurücksetzen der Lernwerte würde das Steuergerät mit alten Korrekturwerten weiterarbeiten und die neue Sonde suboptimal nutzen. Erst eine anschließende Probefahrt mit stabilen Heizstrom- und Gemischwerten schließt die Reparatur ab.

Abgasuntersuchung: warum diese Codes vor dem HU-Termin gehören

Sowohl P0036 als auch P0135 sind abgasrelevant. Bei der Abgasuntersuchung wird unter anderem die Funktion der Lambda-Regelung und der Onboard-Diagnose geprüft. Steht einer der beiden Codes an, ist mit einem AU-Mangel zu rechnen – und ohne bestandene AU wird die Hauptuntersuchung nicht abgenommen.

Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TÜV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.

Wer den Befund frühzeitig bei uns klären lässt, vermeidet die unangenehme Situation, dass das Fahrzeug erst beim HU-Termin durchfällt. Wir prüfen vorab, lokalisieren die Ursache zweifelsfrei und sorgen dafür, dass Ihr Fahrzeug mit Sicherheit durch die Untersuchung kommt.

P0036 oder P0135 bei Ihrem Fahrzeug? Wir messen den Heizwiderstand und prüfen den Stromkreis vor jedem Tausch – damit Sie für eine belegte Ursache zahlen, nicht für eine Vermutung. Termin unter 05505 5236.

Haben Sie Fragen zu Ihrem Fahrzeug? Schreiben Sie uns direkt per WhatsApp – wir beraten Sie meistergeführt und markenspezifisch.


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Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen P0036 und P0135?

Beide Codes betreffen den Heizungs-Stromkreis einer Lambdasonde auf Bank 1, aber an unterschiedlichen Positionen. P0135 (O2 Sensor Heater Circuit Bank 1 Sensor 1) meint die Heizung der Regelsonde VOR dem Katalysator – sie misst das Abgas direkt nach dem Brennraum und steuert die Gemischregelung. P0036 (O2 Sensor Heater Circuit Bank 1 Sensor 2) meint die Heizung der Monitoring-Sonde NACH dem Katalysator, die ausschließlich den Wirkungsgrad des Kats überwacht. Funktional ist P0135 der dringendere Befund: Eine kalte Regelsonde verzögert die Gemischregelung und erhöht Verbrauch sowie Emissionen, während die Nach-Kat-Sonde nur die Diagnosefähigkeit des Systems betrifft.

Welcher der beiden Codes ist dringender zu reparieren?

P0135 hat Vorrang. Die Sonde 1 vor dem Katalysator ist die Hauptregelsonde – das Motorsteuergerät stellt anhand ihres Signals fortlaufend das Kraftstoff-Luft-Gemisch ein. Bleibt diese Sonde durch eine defekte Heizung in der Kaltlaufphase blind, läuft der Motor länger nach hinterlegten Ersatzwerten: messbar erhöhter Verbrauch und schlechtere Abgaswerte. P0036 betrifft die Sonde 2 nach dem Kat, die nur den Katalysator-Wirkungsgrad überwacht. Bei aktivem P0036 läuft der Motor antriebstechnisch normal, aber die Onboard-Diagnose kann den Kat nicht mehr bewerten. Beide Codes führen jedoch zu einem Mangel bei der Abgasuntersuchung und sollten zeitnah behoben werden.

Wie messe ich den Heizungswiderstand einer Lambdasonde?

Bei kaltem Motor und abgezogenem Stecker mit dem Multimeter zwischen den beiden Heizungs-Pins der Sonde messen. Die Sollwerte sind herstellerabhängig: Bosch-Sonden liegen kalt typisch bei 8 bis 12 Ohm, NTK/NGK bei 5 bis 8 Ohm, Denso bei 2 bis 5 Ohm. Ein Wert nahe null bedeutet einen Kurzschluss im Heizelement, ein unendlicher Wert eine unterbrochene Heizwendel – in beiden Fällen ist die Sonde zu ersetzen. Liegt der Widerstand im Sollbereich, sitzt der Fehler nicht in der Sonde, sondern in der Verkabelung, im Stecker, in der Sicherung oder in der Endstufe des Steuergeräts. Genau deshalb messen wir vor jedem Tausch.

Welche Symptome treten bei P0036 oder P0135 auf?

Das Leitsymptom beider Codes ist die Motorkontrollleuchte, die häufig kurz nach einem Kaltstart erscheint. Bei P0135 kommt eine verzögerte Gemischregelung hinzu: leicht erhöhter Kraftstoffverbrauch im Kurzstreckenbetrieb und in seltenen Fällen ein ruppiger Kaltlauf, weil die Regelsonde verspätet einsetzt. Bei P0036 bleibt der Motorlauf unauffällig, doch die Katalysator-Überwachung ist außer Funktion. In beiden Fällen ist der Befund abgasrelevant – die nächste Abgasuntersuchung wird das Fahrzeug mit aktivem Code in der Regel nicht bestehen. Im Warmbetrieb sind die Symptome oft so subtil, dass der Code erst beim Auslesen auffällt.

Was kostet die Reparatur von P0036 oder P0135?

Liegt eine durchgebrannte Sicherung oder ein korrodierter Stecker zugrunde, bewegt sich die Instandsetzung im niedrigen Bereich – wir reinigen Kontakte, ersetzen die Sicherung und prüfen den Stromkreis nach. Ist die Heizwendel in der Sonde defekt, ist ein Sondentausch nötig: Wir verwenden Sonden in Erstausrüsterqualität (Bosch, NTK/NGK, Denso) im mittleren dreistelligen Bereich inklusive fachgerechter Montage und anschließender Adaption mit XENTRY, ODIS oder ISTA. Wir nennen Ihnen die zu erwartenden Kosten transparent nach der Messung – nicht vorher auf Verdacht. So zahlen Sie für eine belegte Ursache, nicht für eine Vermutung.

Kann ich mit aktivem P0036 oder P0135 weiterfahren?

Kurz- bis mittelfristig ist die Fahrt sicher möglich, da kein unmittelbares Sicherheitsrisiko besteht. Es handelt sich um emissionsrelevante Codes ohne fahrdynamische Auswirkung. Dennoch raten wir zur zeitnahen Klärung: Bei P0135 kostet die verzögerte Gemischregelung dauerhaft Kraftstoff und belastet den Katalysator durch ungenaue Regelung; bei P0036 ist die Kat-Überwachung blind, sodass ein nachfolgender Kat-Schaden unbemerkt bleiben könnte. Vor allem aber wird die nächste Abgasuntersuchung mit aktivem Code nicht bestehen. Wer den Befund frühzeitig bei uns klären lässt, vermeidet einen Durchfall beim HU-Termin.

Eine andere Werkstatt hat wegen P0036 bereits Teile getauscht – lohnt eine Zweitmeinung?

Ein zurückkehrender Code nach Teiletausch ist ein klassischer Fall für die zweite, messende Meinung: Offenbar war das getauschte Bauteil Symptomträger, nicht Ursache. Wir prüfen die vollständige Kette inklusive Leitungen, Steckern und vorgelagerten Größen und liefern einen Befund, der den erneuten Blindtausch erspart.

Reicht es, P0036 einfach zu löschen?

Nein. Das Löschen entfernt nur den Eintrag, nicht die Ursache – der Code kommt nach den nächsten Fahrzyklen zurück, sobald die Überwachung erneut anschlägt. Zusätzlich gehen mit dem Löschen die Umgebungsdaten verloren, die für die Diagnose wertvoll sind. Sinnvoller ist, den Speicher erst nach der Instandsetzung zurückzusetzen und die Readiness neu zu fahren.

Reicht ein einfacher OBD2-Adapter, um P0036 von P0135 zu unterscheiden?

Zum Auslesen der Nummern ja – zur Unterscheidung der Ursache selten. Die entscheidenden Informationen stecken in Freeze-Frame-Daten, herstellerspezifischen Istwerten und Stellgliedtests, die einfache Adapter nicht oder nur unvollständig anzeigen. Für die Richtungsentscheidung nutzen wir deshalb die Herstellerdiagnose mit vollem Datenzugriff.

Der Code war nach der Reparatur kurz weg und ist wieder da – was bedeutet das?

Dann ist entweder die eigentliche Ursache noch aktiv, oder es liegt eine zweite, bislang verdeckte Ursache vor. Wichtig ist jetzt der Blick auf die neuen Umgebungsdaten: Treten die Einträge unter denselben Bedingungen auf wie zuvor, wurde die Kette nicht am Anfang gefasst. Wir prüfen dann die vorgelagerten Größen, bevor weitere Teile berührt werden.

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