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DGUV-Prüfung Gewerbefahrzeuge: Pflicht & Ablauf

DGUV/UVV-Prüfung für Gewerbefahrzeuge: Rechtliche Pflicht, Ablauf, Dokumentation und Konsequenzen bei Versäumnissen. Ihr Partner in Hardegsen.

DGUV-Prüfung Gewerbefahrzeuge: Pflicht & Ablauf

DGUV-Prüfung für Gewerbefahrzeuge: Warum diese Pflicht Ihre Betriebssicherheit sichert

Als Unternehmer tragen Sie Verantwortung — nicht nur für Ihre Geschäftsziele, sondern auch für die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter. Die DGUV-Prüfung (früher UVV-Prüfung) ist dabei kein bürokratischer Selbstzweck, sondern ein zentrales Instrument der Risikominimierung. Wer diese Prüfung vernachlässigt, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern im Ernstfall die persönliche Haftung.

TL;DR
  • DGUV Vorschrift 70 (ehemals BGV D29) verpflichtet Unternehmer zur jährlichen Prüfung aller gewerblich genutzten Fahrzeuge.
  • Prüfumfang: Bremsen, Lenkung, Beleuchtung, Karosserie-Substanz, Reifen (PKW 1,6mm / LKW 3mm), Anhängerkupplung, Ladungssicherung.
  • Durchführung nur durch zertifizierten Sachkundigen; Dokumentation per Prüfplakette an A-Säule plus Prüfbericht.
  • Versäumnis: Bußgelder, Regress der Berufsgenossenschaft und persönliche Haftung nach Paragraf 3 und 17 ArbSchG.
  • KFZ Dietrich kombiniert UVV-Prüfung mit [XENTRY](https://kfz-dietrich.com/glossar/#xentry)-, [ODIS](https://kfz-dietrich.com/glossar/#odis)- und [ISTA](https://kfz-dietrich.com/glossar/#ista)-Fehlerspeicherprüfung für lückenlose Befundlage.

Was genau ist die DGUV-Prüfung?

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) schreibt in der Vorschrift 70 (früher BGV D29) vor, dass alle Fahrzeuge, die gewerblich genutzt werden, regelmäßig auf ihren sicherheitstechnischen Zustand geprüft werden müssen. Diese Prüfung gilt für:

  • Pkw im Firmenfuhrpark
  • Transporter und Lieferfahrzeuge
  • Lkw und Sattelzugmaschinen
  • Anhänger und Auflieger
  • Sonderfahrzeuge und Arbeitsmaschinen
  • Gabelstapler und Flurförderzeuge

Die DGUV-Prüfung ergänzt die Hauptuntersuchung (HU) und geht in wesentlichen Punkten darüber hinaus. Während die HU den Zustand zum Prüfzeitpunkt bewertet, betrachtet die DGUV-Prüfung gezielt die Arbeitssicherheitsaspekte des Fahrzeugs.

Rechtliche Grundlagen: Warum die Prüfung Pflicht ist

Die gesetzliche Grundlage ergibt sich aus mehreren Regelwerken:

DGUV Vorschrift 70 (Fahrzeuge): Paragraf 57 verpflichtet den Unternehmer, Fahrzeuge vor der ersten Inbetriebnahme und danach in regelmäßigen Abständen durch einen Sachkundigen prüfen zu lassen. Der Prüfintervall beträgt in der Regel zwölf Monate.

Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG): Paragraf 3 legt die Grundpflichten des Arbeitgebers fest. Dazu gehört die Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel — und ein Firmenfahrzeug ist ein Arbeitsmittel.

Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Sie konkretisiert die Anforderungen an die Prüfung von Arbeitsmitteln und definiert die Qualifikation der prüfenden Person.

Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO): Paragraf 31 regelt die Halterhaftung. Der Halter ist verantwortlich für den verkehrssicheren Zustand seiner Fahrzeuge.

Was passiert, wenn Sie die DGUV-Prüfung versäumen?

Die Konsequenzen einer versäumten DGUV-Prüfung sind erheblich und können Ihr Unternehmen in mehrfacher Hinsicht treffen:

Bußgelder: Die Berufsgenossenschaften können Bußgelder von mehreren tausend Euro verhängen. Bei wiederholten Verstößen steigen die Beträge deutlich.

Versicherungsrechtliche Folgen: Im Schadensfall kann die Berufsgenossenschaft Regressforderungen stellen. Ihre Betriebshaftpflicht kann die Deckung verweigern, wenn nachweislich keine ordnungsgemäße Prüfung stattfand.

Strafrechtliche Konsequenzen: Bei einem Unfall mit Personenschaden und fehlender DGUV-Prüfung droht dem Unternehmer eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung — im schlimmsten Fall wegen fahrlässiger Tötung.

Persönliche Haftung: Die Unternehmerhaftung greift persönlich. Eine Delegation der Verantwortung ist nur bei schriftlicher Beauftragung und nachgewiesener Eignung des Beauftragten möglich.

Der Ablauf einer DGUV-Prüfung bei KFZ Dietrich

Unsere DGUV-Prüfung folgt einem strukturierten Ablauf, der alle sicherheitsrelevanten Komponenten systematisch erfasst. Wir dokumentieren jeden Prüfschritt nachvollziehbar und erstellen einen rechtssicheren Prüfbericht.

Schritt 1: Sichtprüfung

Die Prüfung beginnt mit einer umfassenden Sichtprüfung des Fahrzeugs. Dabei bewerten wir:

  • Zustand der Karosserie (Korrosion, Verformungen, scharfe Kanten)
  • Beleuchtungsanlage (Funktion, Ausrichtung, Zustand der Streuscheiben)
  • Bereifung (Profiltiefe, Beschädigungen, Alterung, korrekter Luftdruck)
  • Scheiben und Spiegel (Beschädigungen, Sichtbehinderungen)
  • Kennzeichnung und Beschilderung (Warndreieck, Verbandskasten, Warnweste)
  • Ladungssicherungsmittel (Zustand, Eignung, Vollständigkeit)

Schritt 2: Funktionsprüfung

Im nächsten Schritt prüfen wir alle sicherheitsrelevanten Funktionen:

  • Bremsanlage (Wirksamkeit, Gleichmäßigkeit, Handbremse)
  • Lenkanlage (Spiel, Leichtgängigkeit, Servolenkung)
  • Fahrwerk (Stoßdämpfer, Federn, Gelenke, Buchsen)
  • Abgasanlage (Dichtheit, Befestigung)
  • Elektrische Anlage (Batterie, Leitungen, Sicherungen)
  • Türen und Verschlüsse (Funktion, Kindersicherung bei Bedarf)

Schritt 3: Diagnose und Fehlerspeicher

Hier kommt unser besonderer Vorteil zum Tragen: Mit XENTRY (Mercedes), ODIS (VW-Gruppe) und ISTA (BMW/Mini) lesen wir die Fehlerspeicher auf Herstellerniveau aus. Das bedeutet: Wir erkennen auch verdeckte Mängel, die bei einer rein visuellen Prüfung unentdeckt bleiben würden.

Ein typisches Beispiel: Ein Sprinter zeigt keine äußerlichen Auffälligkeiten, der Fehlerspeicher offenbart jedoch einen sporadischen Fehler im ESP-Steuergerät. Bei einer Notbremsung auf nasser Fahrbahn könnte dieses System ausfallen — mit potenziell katastrophalen Folgen für Ihren Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer.

Schritt 4: Dokumentation

Nach Abschluss der Prüfung erhalten Sie:

  • Einen detaillierten Prüfbericht mit allen Ergebnissen
  • Eine Mängelliste mit Priorisierung (sofort/kurzfristig/mittelfristig)
  • Die Prüfplakette bei bestandener Prüfung
  • Empfehlungen für präventive Maßnahmen

Diese Dokumentation ist Ihr Nachweis gegenüber der Berufsgenossenschaft und im Schadensfall gegenüber Versicherungen und Gerichten.

DGUV-Prüfung vs. Hauptuntersuchung: Die Unterschiede

Viele Unternehmer gehen davon aus, dass die Hauptuntersuchung (HU) die DGUV-Prüfung ersetzt. Das ist ein gefährlicher Irrtum:

Prüfumfang: Die HU konzentriert sich auf die Verkehrssicherheit im öffentlichen Straßenverkehr. Die DGUV-Prüfung umfasst zusätzlich arbeitssicherheitsspezifische Aspekte wie Ladungssicherungspunkte, Einstiegshilfen, Arbeitsscheinwerfer und spezifische Ausrüstung.

Rechtsgrundlage: Die HU basiert auf der StVZO, die DGUV-Prüfung auf dem Arbeitsschutzrecht. Beide sind unabhängig voneinander Pflicht.

Prüfintervall: Die HU erfolgt alle 24 Monate (Pkw) bzw. 12 Monate (Lkw über 3,5t). Die DGUV-Prüfung ist grundsätzlich jährlich vorgeschrieben.

Dokumentation: Die HU-Plakette zeigt lediglich den nächsten Prüftermin. Der DGUV-Prüfbericht dokumentiert den detaillierten Fahrzeugzustand und dient als rechtlicher Nachweis.

Die Hauptuntersuchung (HU) erfolgt durch unsere Partner TUEV Nord und Dekra, die Abgasuntersuchung (AU) durch uns über den Bundesinnungsverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV). Wir bieten für Unternehmer auch die DGUV-Prüfung an.

Besondere Anforderungen für verschiedene Fahrzeugtypen

Transporter und Lieferfahrzeuge: Besonderes Augenmerk auf Ladungssicherungspunkte, Trennwände, rutschhemmende Bodenbeläge und Seitenverkleidungen im Laderaum.

Fahrzeuge mit Aufbauten: Prüfung der Aufbau-Befestigung, Hydraulik (Kipper, Ladebordwände), elektrische Anschlüsse für Kühlaggregate oder Werkstatteinrichtungen.

Fahrzeuge mit Anhängerbetrieb: Prüfung der Anhängerkupplung, elektrische Verbindungen, Stützlast-Kennzeichnung und Bremsanlage des Anhängers.

Dienstfahrzeuge (Pkw): Auch der klassische Firmen-Pkw unterliegt der DGUV-Prüfpflicht, sobald er einem Mitarbeiter für dienstliche Fahrten überlassen wird.

Wie Sie die DGUV-Prüfung in Ihren Wartungsplan integrieren

Die intelligenteste Lösung ist die Integration der DGUV-Prüfung in Ihren bestehenden Wartungszyklus. Wir empfehlen:

Kombination mit dem jährlichen Service: Wenn Ihr Fahrzeug ohnehin zur Inspektion kommt, führen wir die DGUV-Prüfung im gleichen Termin durch. Das minimiert Ihre Ausfallzeiten und reduziert den organisatorischen Aufwand.

Zentrale Terminplanung: Bei mehreren Fahrzeugen koordinieren wir die Termine so, dass nie mehr als ein Fahrzeug gleichzeitig in der Werkstatt steht. Ihre Einsatzbereitschaft bleibt gewährleistet.

Digitale Erinnerung: Wir erinnern Sie rechtzeitig vor Ablauf der Prüffristen. So verhindern Sie unbeabsichtigte Versäumnisse.

Prävention statt Reaktion: Die DGUV-Prüfung deckt Mängel auf, bevor sie zum Sicherheitsrisiko oder zur teuren Reparatur werden. Das ist Risikominimierung und Kostenkontrolle in einem.

Häufige Mängel bei Gewerbefahrzeugen

Aus unserer Erfahrung mit hunderten DGUV-Prüfungen kennen wir die typischen Schwachstellen:

  • Abgenutzte Bremsbeläge und -scheiben (besonders bei Transportern mit häufigem Stadtverkehr)
  • Defekte Beleuchtung (oft unbemerkt bei Rückleuchten und Kennzeichenbeleuchtung)
  • Verschlissene Scheibenwischer und beschädigte Windschutzscheiben
  • Fehlende oder abgelaufene Erste-Hilfe-Ausstattung
  • Mängel an der Ladungssicherung (fehlende Zurrösen, beschädigte Gurte)
  • Korrosion an tragenden Teilen (besonders bei Fahrzeugen im Winterdienst oder Baustellenverkehr)
  • Undichte Abgasanlagen (CO-Gefahr im Fahrzeuginnenraum)

Fazit: Die DGUV-Prüfung als Investition in Betriebssicherheit

Die DGUV-Prüfung ist weit mehr als eine gesetzliche Pflicht. Sie ist ein Instrument, das Ihnen als Unternehmer Sicherheit gibt — rechtliche Sicherheit, Betriebssicherheit und die Gewissheit, dass Ihre Mitarbeiter mit sicheren Fahrzeugen unterwegs sind.

Wir führen die DGUV-Prüfung mit der gleichen Präzision durch wie unsere Herstellerdiagnosen. Der Befund ist klar, die Dokumentation lückenlos, die Empfehlungen konkret. So schaffen wir die Grundlage für einen sicheren und wirtschaftlich optimierten Fuhrpark.

Nerd-Box: DGUV Vorschrift 70 im rechtlichen Geflecht – Paragrafen, Fristen, Haftung

Die DGUV Vorschrift 70 (bis 2014 als BGV D29 bekannt) ist kein isoliertes Regelwerk, sondern greift in ein präzise verzahntes System arbeitsrechtlicher Pflichten. Paragraf 57 DGUV V70 verlangt die jährliche Prüfung durch einen Sachkundigen; Paragraf 3 ArbSchG (Arbeitsschutzgesetz) verpflichtet den Unternehmer zur Bereitstellung sicherer Arbeitsmittel; Paragraf 17 ArbSchG definiert die Dokumentationspflicht. Hinzu kommt die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), die in Paragraf 14 die Qualifikation der prüfenden Person konkretisiert – verlangt wird eine sogenannte “befähigte Person”, typischerweise mit IHK-Zertifizierung als Kfz-Sachkundiger oder Sachverständiger nach Paragraf 57b StVZO.

Die Prüfplakette gehört gut sichtbar an die A-Säule; Mindestprofiltiefe 1,6 mm für PKW und 3 mm für LKW sind keine Empfehlungen, sondern bindende Grenzwerte nach Paragraf 36 StVZO. Tankfahrzeuge unterliegen zusätzlich der VbF (Verordnung brennbare Flüssigkeiten) mit verschärften Intervallen. Im Schadensfall prüft die Berufsgenossenschaft rückwirkend die Prüfnachweise – fehlt die Dokumentation, kippt der Versicherungsschutz, und die Unternehmerhaftung wird persönlich. Diese Lage erinnert an Sully: Wenn im Flug ein System versagt, entscheidet die Qualität der vorher abgearbeiteten Checklisten darüber, ob man heil nach Hause kommt. Die DGUV-Prüfung ist genau diese Checkliste.

Sprechen Sie uns an — wir erstellen Ihnen einen Prüfplan, der zu Ihrem Fuhrpark und Ihren betrieblichen Anforderungen passt.


Weiterführende Informationen

Haben Sie technische Fragen zu Ihrem Fahrzeug? Schreiben Sie unseren Meistern direkt per WhatsApp für eine fachliche Ersteinschätzung.


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Häufig gestellte Fragen

Ist die DGUV-Prüfung für alle Gewerbefahrzeuge Pflicht?

Ja. Die DGUV Vorschrift 70 verpflichtet jeden Unternehmer, alle gewerblich genutzten Fahrzeuge – vom Firmen-Pkw über Transporter bis zum Lkw – jährlich durch einen Sachkundigen auf ihren sicherheitstechnischen Zustand prüfen zu lassen.

Wie oft muss die DGUV-Prüfung durchgeführt werden?

Der Prüfintervall beträgt in der Regel zwölf Monate. Die DGUV-Prüfung ist unabhängig von der Hauptuntersuchung (HU) und ergänzt diese um arbeitssicherheitsspezifische Aspekte wie Ladungssicherungspunkte und Einstiegshilfen.

Wie wird die DGUV-Prüfung bei KFZ Dietrich dokumentiert?

Sie erhalten einen detaillierten Prüfbericht mit allen Ergebnissen, eine priorisierte Mängelliste, die Prüfplakette bei bestandener Prüfung und konkrete Empfehlungen. Diese Dokumentation dient als rechtssicherer Nachweis gegenüber Berufsgenossenschaft, Versicherungen und Gerichten.

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